
|
Archiv klassischer Werke


| |
Unsere Marine Heinrich Heine
Nautisches Gedicht
Wir träumten von einer Flotte jüngst,
Und segelten schon vergnüglich
Hinaus aufs balkenlose Meer,
Der Wind war ganz vorzüglich.
Wir hatten unsern Fregatten schon
Die stolzesten Namen gegeben,
Prutz hieß die eine, die andre hieß
Hoffmann von Fallersleben.
Da schwamm der Kutter Freiligrath,
Darauf als Puppe die Büste
Des Mohrenkönigs, die wie ein Mond
(Versteht sich ein schwarzer) grüßte.
Da kamen geschwommen ein Gustav Schwab,
Ein Pfizer, ein Kölle, ein Mayer;
Auf jedem stand ein Schwabengesicht
Mit einer hölzernen Leier.
Da schwamm die Birch-Pfeiffer, eine Brigg,
Sie trug am Fockmast das Wappen
Der deutschen Admiralität
Auf schwarzrotgoldnem Lappen.
Wir kletterten keck an Bugspriet und Rahn
Und trugen uns wie Matrosen,
Die Jacke kurz, der Hut beteert,
Und weite Schifferhosen.
Gar mancher, der früher nur Tee genoß
Als wohlerzogener Eh'mann,
Der soff jetzt Rum und kaute Tabak,
Und fluchte wie ein Seemann.
Seekrank ist mancher geworden sogar,
Und auf dem Fallersleben,
Dem alten Brander, hat mancher sich
Gemütlich übergeben.
Wir träumten so schön, wir hatten fast
Schon eine Seeschlacht gewonnen -
Doch als die Morgensonne kam,
Ist Traum und Flotte zerronnen.
Wir lagen noch immer im heimischen Bett
Mit ausgestreckten Knochen.
Wir rieben uns aus den Augen den Schlaf,
Und haben gähnend gesprochen:
"Die Welt ist rund. Was nützt es am End',
Zu schaukeln auf müßiger Welle!
Der Weltumsegler kommt zuletzt
Zurück auf dieselbe Stelle."
versalia.de empfiehlt folgendes Buch: Heine, Heinrich - Deutschland. Ein Wintermärchen.
Hinweis: Sollte der obenstehende
Text wider unseres Wissens nicht frei von Urheberrechten sein,
bitten wir Sie, uns umgehend darüber zu informieren. Wir werden ihn
dann unverzüglich entfernen.
|
|
Aus unseren Buchrezensionen


Verdi, Giuseppe: La Traviata Liebende sind Kranke. Das zumindest könnte man glauben, wenn
man Opern lauscht in denen nicht selten die Liebe selbst
eine tragische Rolle spielt. Oft wird sich hier geopfert, um
am Ende – zumeist auf dem Totenbett - doch gestehen zu
müssen, dass sie, die Liebe, das einzige Lebenswerte ist,
das Sinn spendet. So geschieht es auch in „La …[...]
-> Rezension lesen
|
| Flaubert, Gustave: Madame Bovary Gustave Flauberts (1821-1880) erster großer veröffentlichter
Roman "Madame Bovary" erschien gegen Ende des
Jahres 1856 in einer Serie der "Revue de Paris"
und brachte dem Herausgeber dieser Zeitschrift, ihrem
Drucker als auch dem Autoren schon im Folgejahr einen
Prozess wegen Verstoßes gegen die öffentliche und …[...]
-> Rezension lesen
|
Döblin, Alfred: Märchen vom Materialismus Alfred Döblin hat mit seinem Werk "Berlin
Alexanderplatz" großes vollbracht. Es ist in die
Weltliteratur eingegangen. Sein späteres Schaffen
dokumentiert jedoch, so will ich meinen, sein Scheitern am
Leben, die Rückkehr in den Schoß der Religion, dem er einst
entkriechen konnte. Und so dokumentiert auch die recht …[...]
-> Rezension lesen
|
| Donhauser, Rose: Amore al dente Eine Liebe in Rezepten Rose Marie Donhauser
Amore al dente
Eine Liebe in Rezepten
Illustriert von Mirjam Schuster
2008
ars vivendi Verlag
138 Seiten
ISBN: 978-3-89716-815-2
19,90.-
Von Jürgen Weber
Giovanni ist der typische Aufreißertyp, der sich für
Francesca etwas Besonderes einfallen lassen will. Er
schnappt ihr am Markt einfach die Trauben …[...]
-> Rezension lesen
|
|
|