
|
Archiv klassischer Werke


| |
Die Menschen stehen vorwärts in den Straßen Georg Heym
Die Menschen stehen vorwärts in den Straßen
Und sehen auf die großen Himmelszeichen,
Wo die Kometen mit den Feuernasen
Um die gezackten Türme drohend schleichen.
Und alle Dächer sind voll Sternedeuter,
Die in den Himmel stecken große Röhren.
Und Zaubrer, wachsend aus den Bodenlöchern,
In Dunkel schräg, die einen Stern beschwören.
Krankheit und Mißwachs durch die Tore kriechen
In schwarzen Tüchern. Und die Betten tragen
Das Wälzen und das Jammern vieler Siechen,
und welche rennen mit den Totenschragen.
Selbstmörder gehen nachts in großen Horden,
Die suchen vor sich ihr verlornes Wesen,
Gebückt in Süd und West, und Ost und Norden,
Den Staub zerfegend mit den Armen-Besen.
Sie sind wie Staub, der hält noch eine Weile,
Die Haare fallen schon auf ihren Wegen,
Sie springen, daß sie sterben, nun in Eile,
Und sind mit totem Haupt im Feld gelegen.
Noch manchmal zappelnd. Und der Felder Tiere
Stehn um sie blind, und stoßen mit dem Horne
In ihren Bauch. Sie strecken alle viere
Begraben unter Salbei und dem Dorne.
Die Meere aber stocken. In den Wogen
Die Schiffe hängen modernd und verdrossen,
Zerstreut, und keine Strömung wird gezogen
Und aller Himmel Höfe sind verschlossen.
Die Bäume wechseln nicht die Zeiten
Und bleiben ewig tot in ihrem Ende
Und über die verfallnen Wege spreiten
Sie hölzern ihre langen Finger-Hände.
Wer stirbt, der setzt sich auf, sich zu erheben,
Und eben hat er noch ein Wort gesprochen.
Auf einmal ist er fort. Wo ist sein Leben?
Und seine Augen sind wie Glas zerbrochen.
Schatten sind viele. Trübe und verborgen.
Und Träume, die an stummen Türen schleifen,
Und der erwacht, bedrückt von andern Morgen,
Muß schweren Schlaf von grauen Lidern streifen. (1911)
versalia.de empfiehlt folgendes Buch: Heym, Georg - Gedichte.
Hinweis: Sollte der obenstehende
Text wider unseres Wissens nicht frei von Urheberrechten sein,
bitten wir Sie, uns umgehend darüber zu informieren. Wir werden ihn
dann unverzüglich entfernen.
|
|
Aus unseren Buchrezensionen


Bloch, Ernst: Thomas Münzer als Theologe der Revolution Um den evangelischen Theologen und Revolutionär Thomas
Müntzer (ca. 1489 - 1525) ist es seit dem Untergang der DDR
wieder dunkel geworden. Damals verehrte man Müntzer als
Vorreiter des Kommunismus, verzierte seit 1975 den
5-Mark-Schein mit seinem Konterfei, ließ ihm zu Ehren in den
1980ern ein monumentales Bauernkriegspanorama …[...]
-> Rezension lesen
|
| Zemlényi, Zoltán: Hopparesimi! „HOPPARESIMI!“
von Zoltán Zemlényi
Gizella und Sandra Hemmer
über die Übersetzung
Als wir im Sommer 1992 in Budapest unsere Verwandten
besuchten, hörten wir, daß überall von „HOPPARESIMI!“
gesprochen wurde, und auch der Autor Zoltán Zemlényi war in
aller Munde. Neugierig geworden, wollten wir das Buch
sogleich kaufen. Es war …[...]
-> Rezension lesen
|
Minakova-Boblest, Elena: Russisch Die Vorlektion zur systematischen Einführung in die
kyrillische Schrift und in die Aussprache sind natürlich die
ersten Schritte die man beim Erlernen der Russischen Sprache
bewältigen muss. Sowohl die CDs als auch das Lehrbuch führen
dann in ein authentisches Russisch in alltagsnahen Dialogen
und Lektionstexten ein und vergessen dabei …[...]
-> Rezension lesen
|
| Remarque, Erich Maria: Arc de Triomphe Sie flohen zu Hunderttausenden in alle Welt, die
Intellektuellen, die Qualifizierten und die Politischen. Das
politische Epizentrum des Nationalsozialismus vernichtete
nicht nur den deutschen Nationalstaat, er nahm ihm auch das,
wofür er schon vor der Nationalstaatlichkeit bekannt und
begehrt war: Das kulturelle Erbe, den Geist und …[...]
-> Rezension lesen
|
|
|