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Literaturforum: Thomas Bernhard - Frost


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Forum > Rezensionen > Thomas Bernhard - Frost
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 Thema: Thomas Bernhard - Frost
Kenon
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Das ist Kenon

     
Eröffnungsbeitrag Abgeschickt am: 02.08.2005 um 11:15 Uhr

Hoppla! ein früher Bernhard. "Frost" heisst er und ist der erste Roman des Autors. Worum geht es? Da ist der Ich-Erzähler, ein junger Famulant, der den Auftrag hat, den Maler Strauch, der in einem österreichischen Bergkaff in einem Wirtshaus lebt, zu beobachten. Diese Beobachtungen und einige abschließende Briefe machen den Inhalt des Buches aus. Leider merkt man allzudeutlich, dass "Frost" ein sogenanntes Frühwerk ist. Es geht um alles und nichts - vielleicht um möglichst viel, was sich bis zum Zeitpunkt des Schreibens in Bernhards Kopf an Gedanken angesammelt hat. Das ist oft geistbewegend zu lesen, doch vermisst man die klare Linie, die chirurgische Präzision, für die man spätere bernhardsche Meisterwerke wie "Holzfällen" und "Auslöschung" lieben muss.

Was "Frost" ist, stellt Bernhard selber fest: Gedankenfetzen. "Was fange ich mit seinen Gedankenfetzen an? [...] Wie aufschreiben? Was für Notizen? Bis wohin denn Schematisches, systematisch? Diese Ausbrüche kommen auf mich herunter wie Felsstürze". So ein Gedankenfetzen ist zum Beispiel: "Ich investierte noch in die Menschen, als ich schon wußte, daß sie mich hintergehen, längst wußte, daß sie es darauf abgesehen haben, mich zu töten" oder "Der Antrieb der Natur ist verbrecherisch, und sich darauf berufen ist eine Ausrede, wie alles nur eine Ausrede ist, was Menschen anrühren". Bernhard weiss zu deprimieren: "Der Mensch ist eine ideale Hölle für die Menschen". Auch der Hass auf das Weibliche kommt nicht zu kurz: "Das Weibliche ist von Natur aus verräterisch. Es untergräbt und unterminiert. Ist Gift für den männlichen Geist, für den Geist überhaupt, für das Männliche. [...] Wissenschaftlich betrachtet stellt die Frau die Verhöhnung des Mannes dar". Das kann man alles gut und gern lesen, durch ihr recht loses Aneinandergereihtsein werden die Fetzen jedoch gerade zum Ende des Buches hin ein wenig anstrengend, eine Aphorismensammlung hätte es hier wohl auch getan ---

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