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 Autor
 Thema: Kunst
Wolkenduft
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Eröffnungsbeitrag Abgeschickt am: 16.11.2009 um 17:41 Uhr

Kunst – wozu

Ausdruck. Mehr nicht.
Rauslassen, Ausweg, Dampf weg, ausatmen, freilassen, erbrechen, brechen, bersten, platzen – fließen lassen.
Alles raus, raus, raus, immer weiter, bloß kein Stau, weiter, weiter, nicht aufhören.
Hör auf zu denken, zu analysieren, sei dein Körper, Körper, Körper.
Dann Seele. Dann Geist. Immer Sprachrohr. Der Seele. Immer weiter, fließ, lass raus.

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annahome
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1. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 17.11.2009 um 00:15 Uhr

"Kunst kommt von Können" ist ein Aphorismus, eigentlich ein geflügeltes Wort, das in der Kunstdebatte häufig verwendet wird, oft als konservativ-skeptischer Kommentar gegenüber neueren Kunstrichtungen, Künstlern und Werken. In einer verbreiteten ironischen Erweiterung heißt es: Kunst kommt von Können, käme sie von Wollen, hieße sie Wulst [oder Wunst]".
[geliehen kurzweilig, besonders ungerne von: Wikipedia.]

ferner wolkenduft,
wäre die definition "kunst" derart einfach (s.o.b.), gäbe es keine (kunst).

ansonsten - bei ernsthafter interesse: gibt es genügend literatur in sachen kunst und - historie und - was ist kunst..

gruß laienmutti


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Wolkenduft
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2. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 17.11.2009 um 17:54 Uhr

Interessanter Gedanke, dass Kunst von Können kommt...

Würd mich interessieren, ob die "white paintings" (weiß grad den Künstler net) oder zB das Stück "4`33``" von John Cage für dich Kunst resp. Musik sind...

Liebe Grüße,
Wolkenduft

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birnenpalme
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3. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 17.11.2009 um 22:35 Uhr

Hallo Wolkenduft,
erstmal zu deinem Text: Den finde ich stark, weil man den Druck des Ausdrucks spürt, den es zum Wollen von Kunst braucht. Das Kunst von Können käme, habe ich auch schon gehört, betrifft aber nur die Kunsthandwerker, jene also, die ein Plagiat besser fälschen können als das Original, denen aber vielleicht jede künstlerische Auseinandersetzung fehlt, um selbst etwas Neues zu schaffen. Kurz: Die Mona Lisa nachmalen kann jeder, der sein Handwerk können kann. Ich teile auch nicht die Ansicht von J.Beuys, dass jeder ein Künstler sei, weil das einfach dümmlicher Schwachsinn ist - wahrscheinlich als bloße Provokation von ihm gemeint. Ich halte es eher mit Friedrich von Schlegel, der sagt: "Der Künstler, der nicht sein ganzes Selbst preisgibt, ist ein unnützer Knecht". Als Standardwerk zum diesem Thema empfehle ich aber an erster Stelle Wassily Kandinsky "Über das Geistige in der Kunst". Der sagt nämlich sinngemäß, dass es keine Kunst gibt, es gibt nur Künstler. Will heißen, Kunst braucht Persönlichkeit (siehe Schlegel). Deine Ausgangs(sinn)frage, Kunst- wozu?, klärt das natürlich auch nicht. Aber darauf musst du dir selbst eine Antwort geben. Berührt dich das Künstliche, das vom Menschen gemachte Unnatürliche, oder berührt es dich nicht? Mich berührt es jedenfalls zutiefst.

Liebe Grüße, Wolfgang


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annahome
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4. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 18.11.2009 um 22:31 Uhr

Zitat:

Interessanter Gedanke, dass Kunst von Können kommt...

Würd mich interessieren, ob die "white paintings" (weiß grad den Künstler net) oder zB das Stück "4`33``" von John Cage für dich Kunst resp. Musik sind...

Liebe Grüße,
Wolkenduft

1. von woher soll denn kunst sonst daherkommen, wenn nicht von können?
von dunst...? (haha)

2., 3. und womöglich vier.:
white paintigs..
ich könnte grad raten, was du meinst. ggf. das erste, was mr google meint... warum gerade white? gibt ja auch zb. blue und green, soweit ich informiert..

john gages glockenspiel
ja. das ist kunst. nicht unbedingt "musik"

soweit d´accord?

beste recherche, dat heimi


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Wolkenduft
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5. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 19.11.2009 um 19:17 Uhr

Hallo annahome,

mit der Herkunft von Begriffen kenne ich mich nicht so aus und woher der Begriff der Kunst kommt, weíß ich nicht - auf das Wort bezogen finde ich die Assoziation zu "Können" interessant, weil mir das noch nicht so in den Sinn gekommen war.

Worum es mir aber eigentlich geht, ist weniger der Begriff an sich, als vielmehr eine Art Definition (ohne dass ich dergleichen suchen/formulieren wollen würde). Soll heißen, dass ich mich die Frage hin und wieder beschäftigt, was Kunst eigentlich ist.

Die white paintings sind "Bilder" (ich glaube von Robert Rauschenberg), d.h. weiße unbemalte Leinwände.
Ob das Kunst ist oder nicht - ein Kommentar wie "das kann ja jeder!" genügt mir da nicht, um den Kunstbegriff einzuschränken...

Und das Stück 4´33´´ von Cage ist nicht das Glockenspiel, sondern ein Stück von beliebiger Länge(das in der Uraufführung 4 Minuten und 33 Sekunden dauerte, daher der Titel) und von beliebigen Instrumenten gespielt wird.
Die Partitur enhält lediglich eine Aufteilung in drei Teile sowie die dreimalige "Anweisung" "Tacet".
Davon gibt es sogar CD-Aufnahmen, Live-Aufführungen, und bei youtube findet man ein Video von einer Fernsehübertragung.

Ob das Kunst ist - Musik ist - darüber bin ich mir eben nicht ganz im Klaren.
Aber für mich ist Kunst nicht gleich (handwerklichem) Können ...

Liebe Grüße,
Wolkenduft

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annahome
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6. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 20.11.2009 um 02:34 Uhr

Zitat:

Worum es mir aber eigentlich geht, ist weniger der Begriff an sich, als vielmehr eine Art Definition (ohne dass ich dergleichen suchen/formulieren wollen würde). Soll heißen, dass ich mich die Frage hin und wieder beschäftigt, was Kunst eigentlich ist.

im allgemeinen?
oder zumindest hier: wann ist es "literatur"?
wenn "kunst" an sich gemeint ist, könntest du auch fragen: "was ist leben?" oder "wann ist es markt?" oder " warum berührt es mich?"
es gibt viele krieterien darüber, was ist kunst und was nicht. jeder "künstler" heutzutage hat damit seine schwierigkeiten, oder eben nicht. im allgemeinen gilt jedoch - kunst ist können. ansonsten ist es beliebigkeit oder gar zufall.

Zitat:

Und das Stück 4´33´´ von Cage ist nicht das Glockenspiel, sondern ein Stück von beliebiger Länge(das in der Uraufführung 4 Minuten und 33 Sekunden dauerte, daher der Titel) und von beliebigen Instrumenten gespielt wird.
Die Partitur enhält lediglich eine Aufteilung in drei Teile sowie die dreimalige "Anweisung" "Tacet".
Davon gibt es sogar CD-Aufnahmen, Live-Aufführungen, und bei youtube findet man ein Video von einer Fernsehübertragung.
ja. da hab ich mich tatsächlich vertan.
trotzdem ist das "kunst" (und auch musik)
;)

liebe grüße, ebenso, @home


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Wolkenduft
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7. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 21.11.2009 um 20:09 Uhr

Zitat:

wenn "kunst" an sich gemeint ist, könntest du auch fragen: "was ist leben?" oder "wann ist es markt?" oder " warum berührt es mich?"

Richtig, das frage ich mich ja durchaus auch. Ich finde es schön, wenn du für dich weißt, was du unter Kunst verstehst, und das es mit Können zu tun hat -
ich kann mich mit dieser allgemeinen Definition nicht anfreunden, weil es Situationen gibt, in denen ich denke, Kunst hat eher mit Wollen zu tun. So grenzt für mich das Verhalten und die Lebensart mancher Menschen an Kunst...
Genauso ist es teilweise für mich Kunst, wenn jemand schafft, mich in einer gewissen Weise zum Nachdenken anzuregen, bzw. nachhaltig zu beeinflussen.
Das heißt nicht, dass ich deshalb im Allgemeinen fast alles als Kunst bezeichnen würde.

Im Prinzip kommt die Formulierung "Es gibt keine Kunst, nur Künstler" meiner persönlichen Auffassung am nächsten.
Dazu kommt, dass ich auf jeden Fall der Meinung bin, dass, was unter Kunst verstanden wird, immer subjektiv ist, deshalb soll meine Meinung dazu keine Kritik an deiner Meinung sein.
Trotzdem finde ich Formulierungen wie "das ist so" oder "im Allgemeinen gilt" schwierig, weil man sich gerade dadurch festfahren kann, und seine Meinung auf etwas aufbaut, mit dem man sich vielleicht noch gar nicht ausführlich auseinandergesetzt hat ...
Von daher finde ich die Präsenz von solchen Menschen wie Beuys zB förderlich, sobald es zu der Auseinandersetzung mit Kunst anregt (was nicht heißt, dass seine Werke für mich Kunst sind).

Was meine persönliche Auffassung von Kunst angeht, so finde ich, dass Kunst in gewisser Hinsicht das Gegenteil von Menschlichkeit und Natur ist, gleichzeitig aber auch Ausdruck derselben.

Ich finde es spannend, darüber nachzudenken und würde mir generell mehr Flexibilität in den Köpfen der Menschen wünschen, was zumindestens die Auseinandersetzung mit diesem Thema angeht.

In diesem Sinne viele Grüße,
Wolkenduft

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annahome
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8. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 22.11.2009 um 00:34 Uhr

Zitat:

Ich finde es spannend, darüber nachzudenken und würde mir generell mehr Flexibilität in den Köpfen der Menschen wünschen, was zumindestens die Auseinandersetzung mit diesem Thema angeht.

selbstverständlich

genauso sollte „man“ sich fragen, was ist wissenschaft? ist das (nur) wissen?
stell dir das mal vor..
es ist genauso absurd, wie die diskussion über kunst und können.

beste blöße, anna


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birnenpalme
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9. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 22.11.2009 um 01:29 Uhr

Kommt Kunst nicht eher eine besonderes Form des Wissens zustande? Etwas gut zu können ist zweifellos prima für den, der es kann, z.B. reimen, malen, Gitarre spielen, jonglieren usw., nur zum Künstler wird er durch sein Können mitnichten. Nicht einmal dann, wenn den Titel als Reimweltmeister, Malereiweltmeister, Gitarrenspielweltmeister usw. gewinnt. Dann wären Schumi, Steffi Graf oder die Klitschko-Boxer allesamt Künstler. Aber auch mit dem bloßen Wollen kommt man nicht wirklich weiter, denn Künstler wollen ja die meisten irgendwie sein. Entscheidend ist für mich die geistige Auseinandersetzung, unabhänig von Können, Wollen oder Müssen, die zu einem schöpferischer Akt führen kann, wenn das zunächst geistige Projekt in die Tat umsetzt wird. Es muss etwas entstehen, das eigenständig, einzigartig und auch erstmalig ist, weil sonst wäre es ja nur nachgemacht und ohne geistige Auseinandersetzung erlangt. Künstler sein heißt daher immer, über eigene Genialität zu verfügen, die etwas Neues zum Leben erweckt. Das kann auch durch die Eigeninterpretation eines bekannten Musikstückes geschehen, die sich wiederum vom bloßen Nachspielen unterscheidet. Zum Schluss möchte ich noch eine Frage in den Raum stellen: Wann hört ein Künstler auf Künstler zu sein? Was ist, wenn er sein Können verliert, z. B. als Maler, der nach einem Schlaganfall gelähmt bleibt? Ist er ohne sein Können kein Künstler mehr?

Liebe Grüße an alle Beteiligten

Wolfgang


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