Biographien Rezensionen Diskutieren im versalia-Forum Das versalia.de-Rundschreiben abonnieren Service für Netzmeister Lesen im Archiv klassischer Werke Ihre kostenlose Netzbibliothek

 



Save Ukraine!
Save Ukraine!


Amnesty International

Love all Animals

Literaturforum: Das Licht am Ende des Tunnels


Aktuelle Zeit: 19.11.2017 - 19:05:10
Hallo Gast, Sie sind nicht eingeloggt!
Suche | Mitglieder | Neu | Statistik

Forum > Prosa > Das Licht am Ende des Tunnels
Seite: 1
[ - Beantworten - ] [ - Drucken - ]
 Autor
 Thema: Das Licht am Ende des Tunnels
Hermes
Mitglied

447 Forenbeiträge
seit dem 23.01.2006

Das ist Hermes

     
Eröffnungsbeitrag Abgeschickt am: 22.05.2010 um 11:45 Uhr

(...) Er ging durch einen dunklen, engen Tunnel. Ein Vorwärtskommen war schwer möglich, ständig stieß er mit irgendeinem Körperteil an vorstehende Fels- und Geröllblöcke.
Weit vorne, am Ende des Tunnels, war Licht: helles, gleißendes Licht, strahlender als das Sonnenlicht.
Kurz nachdem sie ihn in den stickigen Tunnel gedrängt hatten, hatte er es erblickt und war wie ein Reh in der Dunkelheit darauf zugestolpert.
Zuvor hatte es eine schreckliche Hetzjagd gegeben. Zwei seiner früheren Schullehrer hatten ihn verfolgt, ihn zu ergreifen versucht. Immer wieder riefen sie ihm zu: „Lukassen! Mach den Mund auf und arbeite mit! Lass Dir nicht alles aus der Nase ziehen! Wir kriegen Dich – und dann reißen wir Dir den Arsch auf!“
Es war furchtbar gewesen. Über Stock und Stein ging die wilde Jagd – Wilhelm hatte keine Ahnung, wohin er überhaupt flüchtete. Die Gegend war ihm völlig unbekannt. Er hastete weiter, spürte die Verfolger immer näher kommen, spürte ihren heißen Atem wie den von Bluthunden…
Dann stolperte er, schon zuvor hatte er damit gerechnet, geriet ins Straucheln und fiel schmerzhaft auf den unwegsamen Boden. Er sah sich schon verloren, da die beiden Lehrer herangesaust kamen, hatte abgeschlossen, legte schützend die Arme vor seinen Kopf – und sah die beiden Hetzer über ihn hinweg fliegen – immer noch wüste Beschimpfungen gegen ihn ausstoßend. Sie rannten weiter, seinen am Boden liegenden Körper einfach nicht beachtend, entfernten sich und verschwanden bald in der Dunkelheit.
Er sah sich schon gerettet, richtete sich mühsam auf und klopfte seine beschmutzten Kleider ab. Dann trat plötzlich eine Gestalt hinter einem Geröllblock hervor und kam langsam näher. Der eisige Schrecken fuhr Wilhelm in die Glieder. Eine Weile dauerte es, bis er erkannte, wer sich unter dem langen Mantel verbarg: Es war Adolf Hitler.
Er zuckte zusammen, als der „Führer“ ihn ansprach.
„Wissen Sie eigentlich, Lukassen, was wir mit Leuten wie Ihnen machen?“ –
Er brachte keinen Ton hervor; seine Stimme schien erstorben.
„Erschießen!“ hallte es herüber. Immer wieder. Immer lauter, und widerhallend, wie aus einer anderen Welt, aber doch so gegenwärtig. „Erschießen! Erschießen! Erschießen!“
Wilhelm begann zu laufen, immer schneller zu laufen, um sein Leben zu laufen.
Als er sich umblickte, hatte Hitler die Pistole gezogen und feuerte.
Zwei-, drei-, viermal... Er verfeuerte das gesamte Magazin.
Jedes der Geschosse traf ihr Ziel, aber sie schienen Wilhelms Körper zu durchdringen, ohne ihn zu verletzen oder ihm Schmerzen zu bereiten…
Er rannte weiter, von Todesangst getrieben, erblickte den Tunnel und warf sich hinein. Er rappelte sich hoch und sah das gleißende Licht. Vorwärts, nur vorwärts, und nie wieder zurück, war es ihm durch den Kopf geschossen.
Er stolperte wieder, rutschte auf losem Gestein aus, stieß sich den Kopf blutig, aber er rannte weiter. Der Schweiß rann ihm über die Stirn, die Erschöpfung stieg in ihm hoch. Er rannte und rannte, aber das Ende des Tunnels, das Licht und damit die Hoffnung kamen nicht näher, so schien es ihm. Noch immer war es in weiter Ferne.
Er erreichte einen Zustand, in dem man nur noch mechanisch lief, spürte nicht mehr den Schmerz, nicht mehr die Erschöpfung. Er lief und lief. Als er endlich aufsah und realisierte, dass seinem Ziel nicht näher kam, brach er zusammen und schlief ein…


Diffuses Halbwissen.
Profil Nachricht senden Zitat
JH
Mitglied

274 Forenbeiträge
seit dem 21.02.2007

Das ist JH

     
1. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 09.09.2010 um 20:14 Uhr

Reicht meiner Motivation / Neugier nicht.
Das mag zum einen an den abgekauten Beschreibungen "schrecklich", "schwer", "dunkel" usw... liegen, die meine Aufmerksamkeit strapazieren. Die Idee Hitler auftauchen zu lassen, ist der Wendepunkt, doch die Überraschung erstirbt zu schnell, die die Handlung läuft danach in den Fußspuren von Filmen und Romanen weiter, die ich kenne. Ich hoffe, dass es nicht auf eine "Aufwachstory / war nur Traum" hinausläuft.


MASSONI
Profil Nachricht senden Zitat
Seite: 1
[ - Beantworten - ] [ - Drucken - ]
Forum > Prosa > Das Licht am Ende des Tunnels


  Ähnliche Beiträge
Gestartet von
Antworten Letzter Beitrag
Das Ende der Welt
ArnoAbendschoen
0 10.08.2017 um 21:38 Uhr
von ArnoAbendschoen
Rad fahren ohne Licht
ArnoAbendschoen
4 08.12.2014 um 17:49 Uhr
von ArnoAbendschoen
Das Ende der Welt
ArnoAbendschoen
0 07.10.2014 um 18:20 Uhr
von ArnoAbendschoen
LICHT ÜBER KRETA
LisaMichaelis
0 29.01.2011 um 22:29 Uhr
von LisaMichaelis
ein neues Licht
ceciles
0 07.05.2010 um 19:40 Uhr
von ceciles


Sie möchten hier mitdiskutieren? Dann registrieren Sie sich bitte.



Anmelden
Benutzername

Passwort

Eingeloggt bleiben

Neu registrieren?
Passwort vergessen?

Neues aus dem Forum


Gedichte von Georg Trakl

Verweise
> Unser Buchladen
> Lyrikband seelengruende
> Neue Gedichte: fahnenrost
> Kunstportal xarto.com
> Literatur



005 Micro Button 3  88x31 / SBS

Das Fliegende Spaghettimonster

netzbibliothek | Anti-Literatur | Buchladen | Topliste | FAQ | Impressum | Rechtliches | Partnerseiten | Seite empfehlen | Schlesien | RSS

Systementwurf und -programmierung von zerovision.de

© 2001-2017 by Arne-Wigand Baganz

v_v3.31 erstellte diese Seite in 0.099475 sek.