
|
Literaturforum:
Das Labor im „Rheintor“


Forum > Medienkritik & Kommunikation > Das Labor im „Rheintor“
|
Autor
|
|
Thema: Das Labor im „Rheintor“
|
Matze
Mitglied
  509 Forenbeiträge seit dem 09.04.2006

|
| 10. Antwort - Permalink - |
Abgeschickt am: 08.05.2011 um 08:19 Uhr |
Spielerische Erkundung des Materials
Schnelle Schnitte, psychedelisch verfremdete Bilder,
perfektes Timing in der Bildkomposition zeichnen ihre
farbigen Arbeiten aus, die zwischen Fotographie, Malerei und
Bildmanipulation am Rechner oszillieren. Almuth
Hickls´ Bilder schreiben sich in die eigene
Lebenserfahrung ein, es besteht eine Spannung zwischen Bild
und Betrachter. Man wird selbst angeblickt oder in einen
bildinternen Dialog eingebunden. Es sind oft unsymmetrische
Figuren, sie wirken aufgrund verschiedener Techniken wie
gekratzt oder vernäht, und sie sind oft nach fotografischen
Vorlagen gefertigt, Figuren, wie sie auf den Titelseiten von
Illustrierten erscheinen. Silhouetten so genau, als seien
die Figuren aus der Welt geschnitten und stünden nun da,
stolz und frei und allein und ohne verlässlichen
Referenzpunkt mehr außer sich. Namenlose, alltägliche
Gestalten, aber auch derangierte Ikonen; die Artistin
versucht gegen die Fotografie so etwas wie personale
Wahrheit zu behaupten, dem meist voyeuristischen
festgezurrten Medienbild etwas Individuelles, Bewegliches
entgegenzusetzen. Ihre Arbeiten zeichnet eine
Beobachtungsgabe aus, die sehr persönlich ist, ohne daß
etwas von der eigenen Persönlichkeit preisgegeben würde,
bestimmend oder gar aufdringlich würde. Die Gewissheit der
richtigen Sichtweise stellt sich nie ein. Skeptisch begegnet
sie dem geschossenen Bild. Ihr zeichnerisches wie
malerisches Werk basiert zwar auf fotografischen Vorlagen,
doch nur um deren Anonymität zu durchbrechen und zu einer
neuen Lebendigkeit vorzustoßen. Almuth Hickl lässt ihre
Figuren gleichsam durch die Bildhaut hindurch auftauchen und
leibliche Präsenz evozieren, und darüber hinaus gibt sie dem
Menschsein wieder ein Gesicht. Die Natur wird zum Vorbild
einer Arbeit, die nach ebenso überraschenden Kunstgriffen
sucht, wie sie der Schweif des Pferdes darstellt. So
gesehen, ist das Stilleben natürlich auch ein Bild über
Kunst, über die Wirkung der plötzlich aufschlagenden Form
und der überwältigenden Farbeffekte. Der weiche, flüchtige
Strich, das im Moment eingefrorene Licht, das Antistatische
ihrer Bilder belegt: das Bebende und Ruhelose der Malerei
und Fotographie, das als direkter Ausdruck eines inneren
Glühens verklärt wurde, kann von einem Rechner in Serie
ausgedruckt werden.
Almuth Hickl ist ein
inspirierender Geist, sie liebt die “Neuen Medien” und führt
sie aber zugleich vor, indem sie diese Maschinen
humanisieren will. Weil hier mediale Archäologie mit einer
Entdeckerfreude zusammengeht, unterstreichen diese Arbeiten
die zunehmende Bedeutung des Bildes, welches heute die
Wortkultur überlagert hat und die Sinne usurpiert. Licht,
Perspektive, Spiegelung und die Illusion von Bewegung
verleihen den Abbildungen einen geheimnisvollen Charakter.
Ihre Perspektive ist auch eine Anspielung auf die Tradition
der Malerei bis in die Postmoderne. Seit der Erfindung der
Zentralperspektive wurde ein Gemälde als Fenster in eine
andere, höhere oder künstliche Wirklichkeit verstanden. Die
Nachahmung der Welt war dafür die Bedingung. In der
Postmoderne wird das Abbilden verworfen und die Bildfläche
in ihrer Flächigkeit zum Gegenstand gemacht. Der Baukasten
der Postmoderne generiert laufend neue Bilder, am Computer
entworfen, vermischt sich die verfügbaren Ikonen
miteinander. Virtuelle und wirkliche Welten überlagern sich,
um sich zu einem Bild zusammenzufügen. Beim Betrachten ihrer
Bilder fühlt man sich an Nikolaus Cusanus´ Schrift “De
Visione Die” erinnert, in der ein blickendes Bild
beschrieben wird, von dem sich der Betrachter immer schon
wahrgenommen weiß. Hier wird der Sehende zum Gesehenen, der
Suchende zum Gefundenen. So homogen ihre Werkgruppen sind,
so heterogen erscheint die Handschrift der Artistin, wenn
man die Werkgruppen nebeneinander stellt, vielfältig wie das
Leben selbst.
14. Mai ab 17.00 Uhr „Freibank“ von Almuth Hickl, mit
»Sexophismen« von Swantje Lichtenstein
Das Rheintor im Netz: http://www.panoramio.com/photo/3082811
Ich bin ein Amateur, weil in dem Wort Amateur das Wort Amour steckt.
|
|
Matze
Mitglied
  509 Forenbeiträge seit dem 09.04.2006

|
| 11. Antwort - Permalink - |
Abgeschickt am: 08.05.2011 um 08:20 Uhr |
Sophisticated
Manchmal erscheinen Bücher mit einem Titel, bei denen man
sich wundert, daß es sie noch nicht gibt. Mit ihren
»Sexophismen« meldet sich eine kühne Stimme in der
deutschsprachigen Lyrik zu Wort. Swantje Lichtensteins Verse
sind ausdrucksstark; sie zeichnet mit Metaphern Sprachbilder
in die Vorstellungen der Leser. Diese Lyrikerin ist eine
große Wortverdreherin, eine Sprachspielerin am Abgrund des
Unaussprechlichen, die das Gesagte und das Ungesagte, das
Sagbare wie das Unsagbare jederzeit zu einem Wortwitz machen
kann. Ein lyrisches Ich, das alles aufs Spiel setzt, welches
vom Weltgefühl der Verlorenheit umzingelt ist und dennoch am
Rande des Schweigens die Sprache zu Wort kommen läßt. Für
diese existenzielle Zerreißprobe noch Wörter zu finden – das
ist Poesie. Diese Gedichte machen Spaß, soviel Spaß, daß
stummes Grinsen bei der Lektüre nicht reichen wird.
„Entlang der lebendigen Linie“ tastet sich diese Lyrikerin
sophistisch zu ihren »Sexophismen«, welche mit sogenannten
„Portalen“ den Lesern Zugang zum Schreiben der Dichterin und
Wissenschaftlerin verschaffen. Lichtenstein läßt die
deutsche Sprache in der Schwebe, geht ihrem Klang nach,
ihrem Rhythmus, bis sich Assoziationsräume öffnen. Dieses
Buch ist sperrig, kaum daß man glaubt, den Zyklus im Griff
zu haben, verrutschen die Zeilen, man blättert zurück und
will es genauer wissen. Die Mühe wird durch das
Dechiffriersyndikat belohnt. Jede Zeile erzeugt einen neuen
Text aus einer alten Leserin, dergestalt bewegt sich Swantje
Lichtenstein augenzwinkernd zwischen Archaik und Moderne.
14. Mai ab 17.00 Uhr „Freibank“ von Almuth Hickl, mit
»Sexophismen« von Swantje Lichtenstein
Das Rheintor im Netz: http://www.panoramio.com/photo/3082811
Ich bin ein Amateur, weil in dem Wort Amateur das Wort Amour steckt.
|
|
Matze
Mitglied
  509 Forenbeiträge seit dem 09.04.2006

|
| 12. Antwort - Permalink - |
Abgeschickt am: 21.06.2011 um 08:21 Uhr |
Lost Books - next Generation
Die Arbeiten des Künstlers Dietmar Pokoyski sind der Beweis
dafür, daß Avantgarde auch Spaß machen kann. Seine Bücher
kann man als Skulptur betrachten, eingebunden in eine
Multi-Media-Show. Dieser Artist gestattet sich einen
spielerischen Umgang mit Büchern, jenseits der herkömmlichen
Grenzen zwischen bildender Kunst und Literatur. Diese führte
ihn gemeinsam mit Enno Stahl zur Gründung eines Verlags, bei
dem der Name Programm wurde: KRASH. Diese Edition ist
deshalb literaturgeschichtlich relevant, weil sich die
Aktivisten einer allzu leichten Vernutzung widersetzten, die
dem Wissen um die Form-Scharmützel der letzten Dekaden
bereits in der Oberflächenstruktur Rechnung trägt.
Die Gönner der Verschreibkunst meinten damit sowohl Krach
machen, und Zertrümmern die Kollision zweier Dinge. KRASH
war niemals nur ein Verlag, der sich ausschließlich auf die
Edition von Medien konzentrierte; der Focus wurde noch vor
der Herausgabe von Print- und Art-Produkten beziehungsweise
AV-Medien immer eher auf das Aktionistische, die Performance
und auf Concept-Lit. und -Kunst gesetzt.
KRASH-Bücher sind daher auch nicht immer Bücher im
herkömmlichen Sinne. Oftmals sprechen bereits die Titel für
sich: Da gibt es 3-D-Lit.; einen Karteikartenkrimi;
Nicht-Bücher, Kartonromane oder den 1. Stein als Buch mit
einer ISBN, ein Putzlappenbuch. Oder aber tEXtile tEXte:
Literatur auf Stoff, Kopfkissen-Kurzkrimis und literarische
Sentenzen auf T-Shirts, Unterwäsche, Jacken, Socken,
Teppichen: bedruckt, aufkopiert, bestempelt,
handgeschrieben, beflockt. Ein weiteres KRASH-Produkt ist
die Gossenheft-Reihe, noch eine wunderbare Fälschung: „Die
Leute denken, es ist Jerry Cotton, und merken dann, daß man
ihnen Literatur angedreht hat." (Aktuelle Stunde, WDR).
Die Existenzberechtigung für das KRASH-Programm liegt in
einer konsequenten Fortführung der Moderne: von Dada und
Surrealismus, den Experimenten von Laut- und gerade auch
visueller Poesie zur Postmoderne oder Postpostmoderne oder
was auch immer: ein Konzept, das „nicht nur das Gewesene,
sondern etwas von der Möglichkeit der Aktualisierung und
eines in diesem Sinne Darüber-Hinaus" beinhaltet, wie
Karl Riha über die kollisionsfreudigen Krachmacher aus dem
Rheinland bemerkte. Eine Tradition, die von KRASH NEUE
EDITION in sozial-realistischer Manier fortgeführt wird.
Enno Stahl ist ein Erzähler von wildbachähnlicher Eloquenz.
Bekenntnis und Befund scheinen anekdotisch, sind aber
elementar. Diese Prosa lebt von einer erstaunlichen Schärfe
der Wahrnehmung, gleichzeitig von einer ebenso erstaunlichen
Ichbezogenheit. Stahl analysiert die Mittelstandsdeutschen
in ihrer unüberbietbaren Mediokrität und präsentiert eine
Kunstsprache mit teilweise abgehackten, repetitiven
Stummelsätzen mit einer souveränen Nonchalance.
„Diese Seelen“ ist ein Dokument für das ausgekühlte,
abgeklärt illusionslose Lebensgefühl einer Generation. Cool
begegnen sich Menschen darin, gefangen im
interessiert-desinteressierten Ichbezug, herrscht oft
Berührungslosigkeit. Der Klimawandel hat auch im
Beziehungsbiotop Rheinland stattgefunden. Der Roman
balanciert auf der ununterscheidbaren Grenze von wahrer und
falscher Lebendigkeit, gutem und schlechtem Symptomen. Als
Soziologe verschreibt Stahl, daß die postmoderne
Gesellschaft vor allem durch Bindungslosigkeit und
Desinteresse funktioniert. Pluralisierte und
individualisierte Gesellschaften fühlen sich durch
Unverbindlichkeit verbunden. Abstand ist ihr Kennzeichen.
Die Struktur der liberalisierten Arbeit - Isolierung,
Austauschbarkeit, wenig Verbindlichkeit und hohes Risiko -
bildet sich in diese Prosa ab.
Diese Literatur ist als eine Art Geigerzähler zu betrachten,
welche die psychischen Strahlungen in einer
endsolidarisierten Gesellschaft registriert. Stahl schildert
die entleerende Postmoderne, in der sich Anstößiges mit
Visionärem vermengt, die Banalität mit der Schwermut. Sie
ist bevölkert von Egomanen ohne Ego, von Erotomanen ohne
Eros. Dabei beschreibt er die Lebenswelt am ausgehenden 20.
und beginnenden 21. Jahrhundert mit einer klinischen Kühle
und Sterilität, als operiere er den Patienten am offenen
Herzen. Stahl beschreibt die Folgen der sogenannten
Globalisierung, Menschen an denen alles abperlt: die Natur,
Mitgefühl, Sympathie, Moral, die skrupellosen Umstände,
unter denen ihr Reichtum entstanden ist. Diese Haltung
kritisiert er. Als sozial-realistischer Romanautor will
Stahl den Glauben an die Veränderbarkeit einer schlecht
eingerichteten Welt befördern.
25. Juni „Lost Books - next Generation “ von Dietmar
Pokoyski und Enno Stahl
Ich bin ein Amateur, weil in dem Wort Amateur das Wort Amour steckt.
|
|
Matze
Mitglied
  509 Forenbeiträge seit dem 09.04.2006

|
| 13. Antwort - Permalink - |
Abgeschickt am: 19.07.2011 um 14:54 Uhr |
Wortkompositionen
Ein Formerfinder trifft auf einen Allegorienschöpfer. Als
gegenseitig befruchtender Dialog zwischen bildender und
lyrischer Kunst sollte man das neue Künstlerbuch
»Prægnarien« verstehen. Hieß es früher „Wer nicht hören
will, muss fühlen.“, könnte man jetzt einfach behaupten „Wer
nicht fühlend sehen will, muss lesen.“
Idiosynkrasie, schrieb Jürgen Habermas in seiner
"Theorie des kommunikativen Handelns", ist
privatistisch und irrational. Letzterem zumindest scheinen
A.J. Weigoni und Haimo Hieronymus zuzustimmen, wenn sie über
ihr neues Künstlerbuch »Prægnarien« sagen, es habe nichts
mit Logik zu tun.
Hieronymus mag das Individuelle des Strichs, empfindet im
Glattgebügelten reiner Ideenkunst beliebige Langeweile und
gähnende Austauschbarkeit. Weigoni verachtet die
Bewertungskultur der Medien. Beide Artisten wollen als
Künstler nicht bewundert, sondern in treusorgender Ironie
betrachtet werden, ein Augenzwinkern nicht ausgeschlossen.
Als Formenfinder verknüpft Hieronymus bei dem Künstlerbuch
»Prægnarien«
Drahtzeichnungen von formierten und deformierten Figuren mit
Prägedrucken.
Bilder sind für ihn taktiler Stoff, kein abstraktes
Anschauungsmaterial.
Material, das zerstört werden kann, um es neu zu fügen,
andere Gedanken zu
formulieren, neue Zusammenhänge zu erschließen. Hieronymus
zerlegt den Wert
des Authentischen und differenziert klar nach dem, was
anwesend und was
anschaulich ist. Dabei entsteht ein subtiler Dialog zwischen
Bild und
Betrachter, zwischen Materie und Fügung. Anstatt eines
beliebigen Dekors der
Geschwindigkeit entsteht eine leise Schwingung, eine
Vibration in der
Oberfläche von Bild und Text. Diese fügt das Bild zusammen,
nicht Linien
oder Linienkonstrukte für sich: Sie sind eingebunden in eine
Gesamtabsicht
der Komposition. Aufgelöste Flächen in beständigem
Schwingen, im Gespräch
mit den Lineaturen.
Weigoni veranstaltet in diesen »Prægnarien« ein furioses
Stimmenkonzert aus
Reimen und Kalauern, den Tücken der deutschen Grammatik und
ihren
Wortzusammensetzungen. Es gibt in diesen Gedichten
Buchstaben als etwas
Hörbares und Buchstaben als etwas Sichtbares. In der
künstlerischen
Auseinandersetzung treffen sich Weigoni und Haimo Hieronymus
regelmäßig an
der Grenzlinie, dort, wo Schrift in Zeichnung übergeht und
dort, wo der
Zeichenstift in die Notate übergeht. Unser
Visualisierungssystem benutzt
Linien, um die Dinge zu begrenzen und damit zu zeigen, dass
sie da sind.
Aber wenn das System nicht weiß, was etwas ist, dann kann es
das auch nicht
erkennen und dir sagen, was es ist. So ergibt sich für den
Nutzer des Buches
die Notwendigkeit der Begreifbarkeit eines Schattens
Weigoni und Hieronymus gehen daran, dass Exotische zu
vereinnahmen und das
Randständige in die Lyrik des 21. Jahrhundert in Form des
Künstlerbuches
»Prægnarien« einzugemeinden. Ausnahmeweise gaben sie
Habermas Recht, die
Exekutive einer auf den privaten Raum ausgerichteten
bürgerlichen
Distinktionsmaschinerie hört gemeinhin auf den Namen
"Guter Geschmack".
Begleitet werden Weigoni und Hieronymus bei der
Veranstaltung in Linz von Philip Bracht. Dieser Posaunist
ist Teil der Band accord on bleu, die dieses Jahr die CD
Funkreich veröffentlicht hat. Er beschäftigt sich mit Jazz
und Funk Improvisationen und geht dabei meisterhaft mit
seiner Hupe um. Durch die absolute Spielfreude, die Sucht
nach Musik und seine fast schon penetrante Bühnenpräsenz
(Fans sprechen von einer absoluten Rampensau) schafft er es
die Zuhörer mitzureißen. Ihn von der Bühne zu kriegen, wenn
er einmal angefangen und die richtige Laune hat, ist fast
unmöglich. Bei einem seiner legendären Konzerte machte er
erst nach fünf Stunden Schluss und das auch nur, weil er
dazu genötigt wurde. Das kann ein heiterer Abend werden...
30. Juli „Praegnarien“ von Haimo Hieronymus und A.J.
Weigoni, ab 17.00 Uhr im Rheintor, Linz
Ankündigungen und Künstlerportraits: http://editiondaslabor.blogspot.com/
Das Rheintor im Netz: http://www.panoramio.com/photo/3082811
Mehr über Künstlerbücher: http://www.bookrix.de/_title-de-matthias-hagedorn-kuenstlerb
uecher
Ich bin ein Amateur, weil in dem Wort Amateur das Wort Amour steckt.
|
|
Matze
Mitglied
  509 Forenbeiträge seit dem 09.04.2006

|
| 14. Antwort - Permalink - |
Abgeschickt am: 14.08.2011 um 09:15 Uhr |
Denkgitter
Einer fragmentierten Welt eine neue Struktur durch
Denkgitter geben, dieser Aufgabe stellt sich die Künstlerin
Denise Steger. Die Flut der Bilder, die das
Internetzeitalter bestimmt: Verkleinerungen und die dem
entsprechende Vermehrung optischer Reize sowie die
Schnelligkeit der Bildübermittlung - erfordern ein neues
Sehen und ein anderes Denken, welches zukünftige
Generationen sicher beherrschen werden. Ihre Werke brauchen
dieses ‘neue Hinsehen’ als Voraussetzung für das
Bildverständnis. Stegers Kunst liegt nicht in der
Beschränkung, sondern darin, sich der Vielfalt zu stellen.
Die Tendenzen der ‘Reduktion’ in der Kunst des 20.
Jahrhunderts werden von ihr zu Beginn des 21. Jahrhunderts
umgekehrt: Komplexität wird bei dieser Artistin zur formalen
und inhaltlichen Grundlage.
Ihr Studium der Kunst-, Literatur und Musikwissenschaften an
der Universität Bonn führte die Artistin zur
Auseinandersetzung mit Kunstprinzipien des Mittelalters und
system-theoretischen Interpretationsansätzen. In ihren
künstlerischen Arbeiten entwickelt sie Konzepte, in denen
korrespondierende Bild- und Objektsysteme unter thematischen
und persönlichen Aspekten ausgewählt und auf vielfältige
Weise kombiniert werden. Diese Tätigkeiten erstrecken sich
von kleinformatigen Zeichnungen bis zu raumgreifenden
Installationen. Die Bildordnung erfolgt im ‘freien Raum’ -
bestimmt durch Farbflächen und Liniengerüste.
Ihren Denkgittern liegen Baugitter zugrunde, deren Stäbe sie
teilweise herausbrach, teilweise mit Objekten und Bildern
füllte, sie mitten in einen Raum stellt oder hängt. Auf
diese Art und Weise ergibt sich ein durchlässiger Bildgrund,
der alles, was im Raum geschieht und gesagt wird, sei es
Musik, Literatur, Bewegung und natürlich den Raum selbst, in
sich aufnimmt und weitergibt. Die Vielfalt der Schöpfung in
ihren Systemen und in der Verbindung von Systemen ist ein
Beweggrund zur Darstellung. Individualität und
Einzeldarstellungen treten zurück gegenüber einer
Gesamtschau jenseits der real erfassbaren Welt. Stegers
Bilder und Objekte stehen nicht für sich selbst, sondern
werden unter thematischen oder auch persönlichen Aspekten in
größere Zusammenhänge gestellt.
Das Brennglas der Sprache
Wann ein Gedicht gelungen ist, läßt sich pauschal kaum mehr
sagen. Eine normative Poetik ist seit 250 Jahren ein
undurchsichtiges Unterfangen. Die Gedichte von Peggy Neidel
sind interessant, weil sie eine Ganzheitlichkeit von
sinnlicher Erfahrung und von Sprachgenauigkeit und von
Welterfahrung haben. Bei ihrer polytropischen Lyrik tut sich
ein Riß auf, in dem ein Abgrund sichtbar wird, in dem uns
die Folgen der Aufklärung zurückgelassen haben. Die Freuden
des Lebens treffen auf das Leid der Geschichte. Man liest
überall Zeichen der Vergänglichkeit, der Verlassenheit und
der Bedrohung des Gewöhn¬lichen und hält erschrocken inne.
Deutungsvarianten tragen immer Unwägbarkeiten in sich.
Neidel Klangrede negiert die romantische Immanenzen
keineswegs. Es tönt ein von Trauerklang gefärbtes Indiz
dafür, daß hier etwas zu Ende geht, was noch nicht zu Ende
gelebt, geschweige denn zu Ende gedacht war: Vom Sehnen
erzählen ihre Gedichte. Und genau das ist es, was hier
geschieht. Die Menschen sehnen sich. Diese Augenblicke des
jähen Erkennens, diese Augenblicke der Vergewis¬serung, daß
die Einsam¬keit des Menschen in der Welt nicht aufhebbar
ist, haben sich in die Gedichte von Peggy Neidel
eingeschrieben.
20. August “Denkgitter” von Denise Steger, mit Peggy Neidel
ab 19.30 im Rheintor, Linz
Ankündigungen und
Künstlerportraits: http://editiondaslabor.blogspot.com/
Das Rheintor im Netz: http://www.panoramio.com/photo/3082811
Ich bin ein Amateur, weil in dem Wort Amateur das Wort Amour steckt.
|
|
Matze
Mitglied
  509 Forenbeiträge seit dem 09.04.2006

|
| 15. Antwort - Permalink - |
Abgeschickt am: 28.08.2011 um 09:54 Uhr |
Aus dem Hinterland
An einem Themenabend präsentiert der LCD am 6. September
drei Autoren, die ihre Position abseits der großen
Metropolen formulieren: Francisca Ricinski, Andreas Noga und
Theo Breuer.
Andreas Nogas Gedichte sind von einer spielerisch
zweckfreien Verwendung der Sprache. Viel von dem zerebralen
Aufwand, der nicht selten in der Gegenwartslyrik betrieben
wird, um nur ja nicht in den Verdacht des Klischees oder der
Gefühlslastigkeit zu geraten, erscheint nach der Lektüre
beinahe pathetisch. Noga geht reduktionistisch mit der
Sprache um. Elegant umgeht er die Untiefen und sucht stets
nach den kühlsten Stellen. Auch was den Vortrag angeht, ist
dieser Lyriker kein Lautsprecher. Noga spricht leise, aber
mit Nachdruck und wirkt dabei souverän, höflich und
eloquent. Sprachgenau bringt er in stimmungsintensiven
Bildern die Natur zum Sprechen, ohne Pathos, ohne Klage
entsagt er rostig gewordenen Utopien und lotet die Untiefen
des gegenwärtigen Weltzustandes auf.
Unbekümmert, mit feinem stilistischem Gespür mischt sie
Genres, verbindet Analysen mit Impressionen, gleitet vom
Heute ins Gestern und wieder zurück. Francisca Ricinski
schreibt präzise und sensibel, sie versteht es, die große
Geschichte mit der kleinen zu verschränken, das Persönliche
ins Allgemeine laufen oder besser: stürzen zu lassen. Wenige
Skizzen reichen ihr, ihren Protagonisten ein persönliches
Antlitz zu geben. Bestechend in ihrer Andersartigkeit und
von hohem ästhetischem Reiz sind die kurzen Geschichten und
poetischen Splitter in dem Band »Auf silikonweichen Pfoten«.
Auf den ersten Blick wirken diese Texte wie kleine Knäuel.
Die Gedanken und Sätze laufen hier in verschiedene
Richtungen, scheinen weder Anfang noch Ende zu haben. Das
alles ist mehr als erträglich, weil Francisca Ricinski dafür
eine Sprache hat, die sich auf nichts ausschließlich
einlässt, sondern immer mit Augenzwinkern erzählt. Über
feine Wortschleifen und Bedeutungsverschiebungen verschlingt
diese Rede sich immerzu neu – und läuft doch voran. Ein
wundersames Buch. Und sehr anders. Handlung gibt es fast
keine, dafür handelt es von umso gewichtigeren Dingen, vom
Leben zum Beispiel und vom Tod und den Toten und davon, was
das alles miteinander zu tun hat. Über alldem und um all das
herum bilden Humor und Traurigkeit eine Dichotomie, die das
Ganze auch da, wo es wirklich ernst ist – und wahrscheinlich
ist es das fast das ganze Buch über –, nicht ins Bierernste
kippen lässt. Francisca Ricinskis Handschrift ist eine
Kennung, ein Ausweis, ein Biorhythmus.
Theo Breuer ist geradeheraus, höflich und bescheiden, macht
nicht viele Worte und hat einen feinen Sinn für Humor. Es
scheint, als habe er einen Handfeger genommen und ein paar
jargonverdächtige Wörter aus dem Literaturhaus
her¬ausgekehrt. Hinfort mit der kitschigen Sehnsucht nach
Dichternähe und noch einmal von vorn anfangen. Die große
Gabe von Breuer ist es, das, was man liest, wie soeben
gesche¬hen wirken zu lassen. Immer wieder gibt es diese
prächtigen Mo¬mente in sei¬nen wortstarken Gedichten,
Szenen, die sich im Gedächtnis festsetzen, die nicht
verlierbar sind – eine Art Triumph der Literatur. Um Max
Bill zu paraphrasieren: Breuers Ge¬dichte sind »Gegenstände
für den geistigen Gebrauch«.
Moderation: A.J. Weigoni
6. September 2011, Einlass: 20h, Beginn. 20.30h:
LiteraturClubDüsseldorf (LCD)
im Salon des Amateurs, Grabbeplatz 4, Düsseldorf
Gefördert von der Kunststiftung NRW e.V. und dem Kulturamt
der Stadt Düsseldorf
http://www.literaturclub-duesseldorf.de
Ich bin ein Amateur, weil in dem Wort Amateur das Wort Amour steckt.
|
|
Matze
Mitglied
  509 Forenbeiträge seit dem 09.04.2006

|
| 16. Antwort - Permalink - |
Abgeschickt am: 11.09.2011 um 08:35 Uhr |
Wasserkur
Katja Butts Kunst fordert den Betrachter heraus, mehr von
dem, was er sieht, auch ernst zu nehmen. Wir leben in einer
bilderreichen Zeit und lassen uns von einer Pixelflut durch
die Tage schwemmen. Die Videokünstlerin, Zeichnerin und
Photographin Katja Butt befragt die umbaute Bewegung in
einem Akt der Dissidens und bringt damit Bewegung in die
starre Architektur. Transformation, lautet das Stichwort.
Die raumbezogenen Videoinstallationen von Katja Butt
verwandeln die statische Architektur des Ausstellungsortes
in ein dynamisches mediales Gefüge, in dem Außen und Innen,
Oben und Unten, Gestern und Heute zu einer Einheit werden.
Eindringlich minimalistische Videobilder werden zu
rhythmisch strukturierten Sequenzen komponiert, die sich
über mehrere Monitore hinweg zu einem geschlossenen Ablauf
verbinden. Der einzelne Monitor funktioniert als
gestalterisches Element und jenseits einer untergeordneten
Funktion als neutraler Rahmen der Begrenzung eines
Bildfeldes. In der Präsentation verschmelzen Raum, Bild und
pointiert gesetzte Akustik zu einer neuen Dimension, zu
einem eigenständigen Körper, dessen einzelne Bestandteile
voneinander abhängig sind und sich gegenseitig beeinflussen.
Am Ende bleibt die Kamera im wahrsten Sinne des Wortes ein
Werkzeug, ein Instrument, das man beherrschen muß, um mit
ihm Sinnlichkeit darzustellen. Der Eros der Kunst von Katja
Butt liegt in der Biologie der Existenz: der puren Freude
und der Lust an Fleisch und Geist! Es verbleiben Pfeile mit
Widerhaken, die lange im Gedächtnis des Betrachters
verankert bleiben.
Rezitation
Heidrun Grote ist es leid, nur als Gesichtsverleiherin
gefragt zu sein. Als darstellende Künstlerin, liebt sie die
Literatur und leiht ihre Stimme gern einer Rolle, aber
genauso gern einem Dichter. Daher ist Heidrun Grote das
vernehmliche Gehör zu schenken. Diese Rezitatorin ist eine
ironische Realistin, sie hat eine Stimme, die alle Nuancen
der Welt- und Ich-Erfahrung aufnimmt und in Sprachklang
umsetzt. Sie bringt die Ausdrucksebenen von Sprache und
Gesang so amüsant wie gekonnt zum Schwingen. Grote trägt
Literatur nicht einfach vor, sie gestaltet und verwirklicht
sie.
Es gibt keine Stimme, zu der wir uns neutral verhalten
können: Entweder wir lieben sie oder nicht. Grote hat wie
kaum eine Rezitatorin sonst begriffen, daß Literatur
Mundwerk im buchstäblichen Sinn ist: Es entsteht im
Rachenraum. Da zischt und schnattert, da hämmert´s und
gurgelt es. Manchmal versteht man nicht den Sinn, aber die
Gedichte sind durch den Sprachgestus und -duktus immer
evident. Unangestrengt schafft sie gesprochene
Sprachkunstwerke. Das Mondäne vereinigt sich mit dem
Musikalischen, der Intellekt mit dem Sinnlichen. Ihre Stimme
erzeugt eine atemberaubende Intimität. Sie ist weich und
schwingend wie der Körper einer Katze, und sie kann kalt
leuchten wie Mondschein. Aber vor allem ist sie groß, wenn
sie leise spricht. Dann bricht sie manchmal und zeigt raue
Stellen; sie entzieht sich in Momenten der Heiserkeit, um
dann umso schöner wiederzukommen.
17. September „Wasserkur“ von Katja Butt, Rezitation,
Heidrun Grote ab 17.00 Uhr im Rheintor, Linz
Ich bin ein Amateur, weil in dem Wort Amateur das Wort Amour steckt.
|
|
Matze
Mitglied
  509 Forenbeiträge seit dem 09.04.2006

|
| 17. Antwort - Permalink - |
Abgeschickt am: 04.12.2011 um 09:02 Uhr |
Zurück auf Anfang
Am 22. September 2000 startete die Wanderausstellung
„UnderCover“ in Linz am Rhein, Standort Rheintor. Die
nächsten Stationen waren die Werkstattgalerie Der Bogen in
Arnsberg, mercure-Arts in Köln, der Kunstwechsel in Siegen,
das Casino in Bad Mülheim, die Mini-Pressen-Messe in Mainz
und die Galerie Andreas Brüning in Düsseldorf. Nun kehren
die Arbeiten an ihren Ausgangspunkt zurück.
Das kleine Format ist bei bildenden Künstlern nicht sehr
beliebt in einer Welt, in der Aussagen nur noch auf
Plakatwänden auffallen, so scheint es. Das CD-Format ist 120
x 120 mm ein, kleines Format, das einen Versuch wert ist.
UnderCover sind und bleiben Minus-Bücher, schwarze Löcher
der Buchmarktgalaxy. Sie stellen sich den Kriterien ISO
2108-1972 und DIN 1262 mit all dem entgegen, was sie
auszeichnet: das Spiel mit den Gesetzen von Literatur,
Handwerk und Markt.
UnderCover lugt über Grenzen als Multiple hinaus, wenn man
Sprach- und Ordnungsmotive durch die Gattungen dekliniert:
Rauminstallationen entstehen mit und/oder den Objektbüchern,
die einen neuerlichen Zugriff auf das Medium Sprache
ermöglichen.
10. Dezember „UnderCover“ im Kunstverein, Linz am Rhein
mit einer Lesung von Thomas Görden
Beteiligte Artisten: Tom Täger - Komposition & Produktion;
Ioona Rauschan - Regie, A.J. Weigoni & Eva Kurowski -
Rezitation; Marina Rother als Senora Nada; Lin Chung, Leeds;
Klaus Urbons, Mülheim; Jürgen Diehl, Bruchhausen; Mike
Grunzke, Linz am Rhein, Marcel Hardung, Düsseldorf;
Margarete Hesse, Berlin; Haimo Hieronymus, Neheim; Sab
Hoffmann, New York; Almuth Hickl, Düsseldorf; Karl-Heinz
Hosse, Arnsberg; Klaus Krumscheid, Heeg; Mischa Kuball,
Düsseldorf; Julia Lohmann, Düsseldorf; Martini, Dortmund;
Peter Meilchen, Arnsberg; Stephanie Neuhaus, Niederense,
Deborah Phillips, Berlin; Dietmar Pokoyski, Köln; Andreas
Roseneder, Austria; Denise Steger, Linz am Rhein; Thomas
Suder, Düsseldorf.
Am 10. Dezember erscheint der Katalog »Rheintor Linz - Anno
Domini 2011«, der das Rheintorprojekt dokumentiert.
Ergänzend ein Essay als E-Book: http://www.bookrix.de/_title-de-matthias-hagedorn-enthierarc
hisierung-des-kultur-betriebs
UnderCover: http://www.bilder-raum.de/html/werke.html
Kunstverein Linz: http://www.kunst-verein-linz.de/am-rhein.html
Ich bin ein Amateur, weil in dem Wort Amateur das Wort Amour steckt.
|
|
Matze
Mitglied
  509 Forenbeiträge seit dem 09.04.2006

|
| 18. Antwort - Permalink - |
Abgeschickt am: 18.12.2011 um 15:24 Uhr |
Diese Nachricht wurde von Matze um 15:25:12 am 18.12.2011
editiert
Sammlerstücke für ein Last-Minute-Weihnachtsgeschenk
Zu begehrten Sammlerstücken entwickeln sich die
Buchgestaltungen von Haimo Hieronymus. Er hat die letzten
Bucher der Edition Das Labor mit Holzschnitten versehen. Der
Artist verwendet damit eine traditionelle Drucktechnik um
eine Graphik zu erzeugen. Zur Herstellung des Druckstocks
hat der Künstler von einem glatt gehobelten Holzbrett mit
Schneidemessern die nicht druckenden Teile entfernt und die
erhabenen Teile danach eingefärbt und abgedruckt. Der
Abdruck erfolgt durch eine Druckpresse. Hieronymus schneidet
einen Holzblock so, daß eine etwa zwei bis vier Zentimeter
starke Platte entsteht, deren Fasern in der Richtung der
Bildfläche verlaufen. Am Ende dieses Prozesses bleiben die
Linien und Flächen der Zeichnung als Grate, Stege oder
Inseln stehen. Bei diesem so genannten Schwarzlinienschnitt
wird die Figuration durch schwarze Linien auf weißem Grund
gebildet. Den fertige Druckstock färbt Hieronymus mit
Druckfarbe ein, was durch Aufdrücken eines faustgroßen,
getränkten Ballens geschieht oder häufiger noch durch
Überrollen mit einer Walze.
In limitierte und handsignierte Auflage erhältlich sind
diese Preziosen:
http://editiondaslabor.blogspot.com/2011/12/rheintor-linz-an
no-domini-2011.html
http://editiondaslabor.blogspot.com/2011/12/der-kunstlerprei
s-das-hungertuch.html
http://editiondaslabor.blogspot.com/2011/12/herr-nipp.html
Erhältlich über: Werkstattgalerie Der Bogen, Tel. 02932 203
130
Ich bin ein Amateur, weil in dem Wort Amateur das Wort Amour steckt.
|
|
Matze
Mitglied
  509 Forenbeiträge seit dem 09.04.2006

|
| 19. Antwort - Permalink - |
Abgeschickt am: 08.01.2012 um 09:31 Uhr |
3/4 der Auflage bereits vergriffen
Was die Artisten dieser Reihe verbindet, ist der Rhein.
Alles im Fluß, in Fluß. Das Fachidiotentum ist perdü, das
Labor dokumentiert die Durchlässigkeit zwischen den
Kunstgattungen. Diese Artisten interessieren sich für eine
Kunst, die nicht illustriert, sondern anders politisch
relevant ist. Klaus Krumscheid, Andreas Noga, Charlotte
Kons, Joachim Paul, Stephanie Neuhaus, Birgit Jensen,
Francisca Ricinski, Almuth Hickl, Swantje Lichtenstein,
Dietmar Pokoyski, Enno Stahl, Jesko Hagen, Haimo Hieronymus,
A.J. Weigoni, Denise Steger, Peggy Neidel, Katja Butt,
Heidrun Grote, Jürgen Diehl, Bernhard Hofer, Peter Meilchen,
Holger Benkel, Theo Breuer, Thomas Suder und Stan Lafleur
pflegen die Kunst des Unmöglichen. Es sind Künstler, die
sich für Lebensentwürfe und das Zusammenleben interessieren
und nicht für standardisierte Wege. Diese Art zu arbeiten,
befreit diese Artisten von der Massenidentität, die gerade
in der globalisierten Gesellschaft entsteht. Diese Künstler
machen keine Kunst, um Antihelden einer Subkultur zu sein,
sondern vor allem, um die Sinngebung durch Kunst zu retten,
um unter der Arbeit zu zeigen, was es bedeutet, als
selbstbestimmte Individuen zu überleben.
»Rheintor, Linz - Anno Domini 2011«, Edition Das Labor 2011
Limitierte und handsignierte Auflage von 100 Exemplaren
Exemplar 1 - 50 liegt ein Holzschnitt von Haimo Hieronymus
bei.
Erhältlich über: info@tonstudio-an-der-ruhr.de
Links:
http://www.bilder-raum.de/html/rheintor.html
http://www.bookrix.de/_title-de-matthias-hagedorn-enthierarc
hisierung-des-kultur-betriebs
Ich bin ein Amateur, weil in dem Wort Amateur das Wort Amour steckt.
|
|
Forum > Medienkritik & Kommunikation > Das Labor im „Rheintor“
|
|