Biographien Rezensionen Diskutieren im versalia-Forum Das versalia.de-Rundschreiben abonnieren Service für Netzmeister Lesen im Archiv klassischer Werke Ihre kostenlose Netzbibliothek

 



Save Ukraine!
Save Ukraine!


Amnesty International

Love all Animals

Literaturforum: Orientalische Karriere eines Amrumer Schiffsjungen


Aktuelle Zeit: 28.04.2017 - 16:09:46
Hallo Gast, Sie sind nicht eingeloggt!
Suche | Mitglieder | Neu | Statistik

Heute ist der 143. Geburtstag von Karl Kraus.

Forum > Rezensionen > Orientalische Karriere eines Amrumer Schiffsjungen
Seite: 1
[ - Beantworten - ] [ - Drucken - ]
 Autor
 Thema: Orientalische Karriere eines Amrumer Schiffsjungen
1943Karl
Mitglied

443 Forenbeiträge
seit dem 24.02.2008

Das ist 1943Karl

     
Eröffnungsbeitrag Abgeschickt am: 27.02.2011 um 14:07 Uhr

Udo Weinbörner
Der General des Bey


Wer heute auf der nordfriesischen Insel Amrum unweit von Sylt seinen Urlaub verbringt, findet auf dem Friedhof der Kirche in einem Dorf namens Nebel eng beschriebene Grabsteine, auf denen die Nachwelt etwas über die Lebensgeschichten der dort beerdigten Seefahrer lesen kann. Die ungaublich ereignisreiche Geschichte des einheimischen Schiffsjungen Hark Olufs ließe sich allerdings kaum, obwohl auch er in Nebel begraben liegt, auf einem Grabstein verewigen. Dafür brauchte es einen historischen Abenteuerroman, wie ihn Udo Weinbörner schrieb.
Der Autor arbeitet hauptberuflich in Bonn als Referatsleiter im Bundesamt für Justiz mit dem Aufgabenbereich „Internationale Zivilrechtshilfe und Forschung“. Nicht von ungefähr interessierte ihn vermutlich auch deswegen das Schicksal des entführten friesischen Schiffsjungen.
Inzwischen ist Hark Olufs seit über 250 Jahren tot. Dennoch kennt jeder Amrumer seine unglaublichen Abenteuer. Die beginnen damit, dass er sich der Fünfzehnjährige gerade auf seiner Nordsee-Insel frisch und heimlich in Antje verliebt und unmittelbar danach auf der Dreimastbark „Hoffnung“ anheuert. Die Bark wird im Jahre 1724 vor der englischen Küste von algerischen Piraten gekapert. Hark wird mit seinen Mannschaftskameraden gefangen genommen und auf dem Sklavenmarkt von Algier mehrfach hintereinander verkauft. Schließlich gerät er als Kaffeeschwenker an den Hof des Bey von Constantine. Dort gelingt ihm eine erstaunlich schnelle Karriere in allerhöchste Kreise. So steigt er nach wenigen Jahren zunächst Schatzmeister und später General sowie Oberbefehlshaber der Kavallerie des Bey auf. Obwohl er immer noch an Antje denken muss, verliebt er sich in eine vornehme orientalische Schönheit und nimmt sie sogar zur Frau.
Liebe und Reichtum, aber vor allem zunächst das überharte Leben an Bord des Handels- und der Piratenschiffe, die Qualen, die er als Sklave auszuhalten hat, Intrigen und andere Machtspiele am Hof, die Grausamkeiten in den Kriegen, die er für den Bey zu führen hat, sowie die geheimisvollen Gewohnheiten der orientalisch-islamischen Kultur bringen den Norddeutschen immer wieder an lebensgefährlich Abgründe. Mit Klugheit, Geschick und Zähigkeit gelingt es ihm, alle Gefahren zu überleben.
Meisterlich versteht es der Autor, seine Leser in jene vergangenen Zeiten und befremdlichen Gewohnheiten, in glückliche und widersprüchliche Gefühle hinein zu ziehen. Ja, er schuf im Grunde sogar einen Roman, der beispielhaft aufzeigt, wie sehr sich einst ein Fremder an eine ihm ungewohnte Kultur anpassen kann, ohne seine eigentliche Identität zu verlieren. Damit entbehrt das Buch nicht einer gewissen Aktualität, obwohl damals der Begriff Bürger mit Migrationshintergrund mit Sicherheit noch gänzlich unbekannt war.
Weinbörner gelang ein ungewöhnlich spannendes Buch über einen mutigen Amrumer Schiffsjungen, der die Hoffnung auf die Rückkehr zu seiner heimatlichen Insel nie aufgab und dem schließlich auch die Heimkehr nach Süddorf auf Amrum glückt. Dort stirbt der historische Hark Olufs in seinem 46. Lebensjahr.

Udo Weinbörner, Der General des Bey, Das abenteuerliche Leben des Amrumer Schiffsjungen Hark Olufs, Roman, Horlemann Verlag, Bad Honnef, 2010, 287 Seiten, gebunden, € 19,90


Bei jedem Irrtum gewinnt die Wahrheit Zeit.
E-Mail Profil Homepage von 1943Karl besuchen Nachricht senden Zitat
Seite: 1
[ - Beantworten - ] [ - Drucken - ]
Forum > Rezensionen > Orientalische Karriere eines Amrumer Schiffsjungen


  Ähnliche Beiträge
Gestartet von
Antworten Letzter Beitrag
Eines Fremden Würde
ArnoAbendschoen
1 12.03.2017 um 23:53 Uhr
von Kenon
Begehren und Versagung - Analyse eines Films
ArnoAbendschoen
0 04.01.2017 um 21:42 Uhr
von ArnoAbendschoen
Edmund White - Selbstbildnis eines Jünglings
ArnoAbendschoen
0 12.12.2016 um 17:33 Uhr
von ArnoAbendschoen
Schlussphase eines Planspiels
HelmutMaier
3 02.04.2011 um 15:29 Uhr
von Ersainte
Die Geschichte eines Superhelden
bookrix1
0 24.01.2011 um 10:32 Uhr
von bookrix1


Sie möchten hier mitdiskutieren? Dann registrieren Sie sich bitte.




Anmelden
Benutzername

Passwort

Eingeloggt bleiben

Neu registrieren?
Passwort vergessen?

Neues aus dem Forum


Gedichte von Georg Trakl

Verweise
> Unser Buchladen
> Lyrikband seelengruende
> Neue Gedichte: fahnenrost
> Kunstportal xarto.com
> Literatur



005 Micro Button 3  88x31 / SBS

Das Fliegende Spaghettimonster

netzbibliothek | Anti-Literatur | Buchladen | Topliste | FAQ | Impressum | Rechtliches | Partnerseiten | Seite empfehlen | Schlesien | RSS

Systementwurf und -programmierung von zerovision.de

© 2001-2017 by Arne-Wigand Baganz

v_v3.31 erstellte diese Seite in 0.053897 sek.