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Literaturforum: Echte und unechte Liebespaare


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Forum > Philosophie > Echte und unechte Liebespaare
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 Thema: Echte und unechte Liebespaare
raimund-fellner
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Das ist raimund-fellner

     
Eröffnungsbeitrag Abgeschickt am: 08.01.2012 um 09:27 Uhr

Echte und unechte Liebespaare
Weil der Mensch in der Wirklichkeit nur eine einzige Liebe erlebt, welche die Beschaffenheit (Qualität) des Eros hat, haben die vielen anderen davon abgewichenen Lieben eines Menschen die Beschaffenheit (Qualität) der Philia (freundschaftlichen Liebe) im aristotelischen Sinn. Die Philia ist die Realität, mit der sich viele Menschen vorerst begnügen, indem sie ihre Eros-Liebe verdrängen. In der Realbeziehung ihrer Philia-Liebe zeugen sie zur Ergänzung des Ungenügens ihrer Realbeziehung Kinder, welche immer die Kompatibilitäts-Differenz der beiden Partner (Interrelate) in ihrer Philia-Liebe sind. Der Eros zeugt wegen der vollkommenen Kompatibilität der beiden Liebenden in der Regel keine Kinder. Dazu ist meist kein Bedürfnis. Eros-Liebespaare sind echte Liebespaare; Philia-Liebespaare können unechte Liebespaare genannt werden, wenn sie sich den Eros vormachen. Manche derselben gestehen sich gegenseitig die Wahrhaftigkeit zu, ihre Philia-Liebe als solche auszusprechen. Die Körpersprache der echten Liebespaare korreliert in vollkommender Weise reziprok. Darum ist das Zusammensein der echt Liebenden in der Idylle von göttlicher Lust erfüllt. In der Körpersprache der unechten Liebespaare hingegen, hat jeder der beiden Partner (Interrelate) seine Abgrenzungen und Vorenthaltungen. Darum ist deren Lust nur eine von beiden gewollt hervorgetriebene Wollust, während in der Eros-Liebe die schöne Lust der Liebenden (Reziprok-Korrelate) wie von selbst da ist, weil sie sich in Gott bewegt, auch wenn die beiden es nicht wissen. Das Nachspüren und Vergeistigen der Lust im Eros der Liebenden führt unweigerlich zur Gotteserkenntnis, weil Gott die Quelle aller Freude ist und damit auch die Quelle der Freude und Lust (Wonne) im Eros, wobei zugleich die beiden echt Liebenden die Freuden ihrer reziprok-korrelativen Wahrheit genießen, die wiederum auf die göttliche Wahrheit hinweist. Ihre Freude wächst mit zunehmender gegenseitiger Aussöhnung der Kränkungen, deren sie aneinander schuldig geworden sind. Die unecht Liebenden in der Philia-Liebe haben die unvollkommene Freude einer Realitätsbewältigung, die hinter dem irdisch-himmlischen Wirklichkeitserleben des Eros weit zurückbleibt.
Diese Wahrheit zu erkennen, ist jedem Menschen aufgegeben. Viele jedoch entziehen sich dem anstrengenden und leidvollen Denkprozess zur Erkenntnis, indem sie auf die Stimulanz von Genussmitteln ausweichen und sich dadurch betäuben, anstatt die Tapferkeit aufzubringen, ihre zunächst ungeordnet-miesen Gefühle zu ertragen. Sie wollen nicht durch den Schmerz hindurch zur wahren Freude. Denn hinter jedem schmerzenden miesen Gefühl steckt eine freudvolle Erkenntnis über die wahre Liebe.


Raimund Fellner
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