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Literaturforum: Schon ein Filmklassiker: Am Rande der Stadt


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Forum > Aesthetik > Schon ein Filmklassiker: Am Rande der Stadt
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 Thema: Schon ein Filmklassiker: Am Rande der Stadt
ArnoAbendschoen
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Das ist ArnoAbendschoen

     
Eröffnungsbeitrag Abgeschickt am: 18.12.2016 um 12:46 Uhr

1998 kam „Apo tin akri tis polis“ des Griechen Constantinos Giannaris in die Kinos. Die Dialoge in diesem nur in Athen spielenden Film sind abwechselnd griechisch und russisch (DVD mit deutschen Untertiteln erhältlich). Wie erklärt sich das? So: Im Zentrum der anderthalbstündigen Handlung steht eine Gruppe junger Männer, die mit ihren griechischstämmigen Familien aus Kasachstan ausgewandert sind. Ihre Vorfahren lebten schon seit der Antike an der nördlichen Küste des Schwarzen Meeres, auch auf der Krim. Erst Stalin hat sie nach Mittelasien deportiert. Diese Übersiedler sind nun vor allem am schäbigen Rand Athens zu Hause und fühlen sich dort in Menidi eher unbehaust.

Sasha (Statis Papadopoulos) ist siebzehn, geht zumeist keiner Arbeit nach, schafft mit den anderen auf dem Omonia-Platz an. Das Geld geht für Drogen und Disco-Besuche drauf. Notfalls wird auch geklaut. Der Film wirft Seitenblicke auf die Athener Schickeria. Zwei junge Männer finden im Kontakt mit ihr den Tod. Die Haupthandlung führt Sasha vom Straßenstrich in ein Bordell, er soll eine besonders einträgliche junge Russin unter Kontrolle behalten. Der, dem sie hörig ist, will sie gegen ihren Willen in die Provinz verkaufen. Doch Sasha verliebt sich in sie, flieht mit ihr zu seinen Eltern nach Menidi. Gleich hinausgeworfen wollen sie zurück ins Stadtzentrum, werden aber vorher von den am Geschäft mit der Russin beteiligten Zuhältern aufgespürt. Im Kampf tötet Sasha den Verkäufer. Die Russin wird von ihren Erwerbern weggefahren, während Sasha in einem Polizeiwagen abtransportiert wird – Filmende.

Der Streifen beeindruckt noch immer durch seine ausdrucksstarke Ästhetik. Es ist, als ob Dostojewski einen Film im Stil des frühen Pasolini gedreht hätte, unter Fassbinders Assistenz. Rein formal besticht der rasche Wechsel von realistischen Spielszenen zu Rückblicken und Traumsequenzen, die in einer weizengelben kasachischen Steppe angesiedelt sind. Als drittes Element kommen interviewartige Passagen dazu, in denen ein Unsichtbarer, vielleicht der Skriptschreiber, der Hauptfigur wesentliche Fragen stellt, die diese mit großer Ernsthaftigkeit und Nachdenklichkeit beantwortet. Der Film arbeitete mit Laiendarstellern, die sich in ihren Rollen, den Rollen ihres eigenen, noch jungen Lebens, durchweg bewähren.

Der Streifen zeigt das Athen der Jahre vor der Olympiade und vor der großen Krise, doch schon fiebernd. Deshalb ist er auch zeitgeschichtlich von Interesse.


"Die Flüchtlingskrise ist noch nicht zu Ende." Robin Alexander in "Die Getriebenen"
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