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Literaturforum: August von Platen - Wer wusste je das Leben?


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Forum > Rezensionen > August von Platen - Wer wusste je das Leben?
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 Thema: August von Platen - Wer wusste je das Leben?
Kenon
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Das ist Kenon

     
Eröffnungsbeitrag Abgeschickt am: 08.01.2005 um 01:40 Uhr

"Wer wusste je das Leben?" ist eine Auswahl an Gedichten von August von Platen (1796-1835), die von Rüdiger Görner getroffen worden ist. Um beurteilen zu können, inwiefern man diese Auswahl an sich für gelungen halten kann, müsste man einen Überblick über Platens Gesamtwerk haben, über welchen ich allerdings nicht verfüge. So bleibt mir nichts anderes übrig, als dem Herausgeber zu vertrauen, dessen Ziel es laut dem Vorwort gewesen ist, die "lyrische Spreu" von Platens Werk, welche "den Blick auf den vielgestaltigen Tiefsinn" verstellt, auszusparen.

Rüdiger Görner hat die Gedichte nach Form und Inhalt gegliedert, so finden sich im Buch unter anderem Kapitel mit Liedern und Romanzen, Balladen, bekennenden Sonetten, politischer Lyrik sowie Idyllen und Hymnen, wobei gleich angefügt werden kann, dass Platens Interesse an der Auseinandersetzung mit politischen Themen gering war, viel lieber beschäftigte er sich mit der Ästhetik und Schönheit und auch der unerfüllten bzw. unerfüllbaren, also idealistischen Liebe.
Aufgrund des Charakters der Auswahl wurde auf eine chronologische Anordnung verzichtet, meist aber dennoch die Jahreszahl der Entstehung unter die Werke gesetzt, um dem Leser ihre Einordnung zu erleichtern.

Was gibt es nun zu den Gedichten selbst zu sagen? Zuerst fällt ihre stilistische Bandbreite ins Auge, denn Platen hat sich nicht damit begnügt, nach der einen Form des Ausdrucks zu suchen, sondern hat sich, wie man auch schon der oben angeführten Unterteilung des Buches entnehmen kann, auf vielen Gebieten verewigt. Eine besondere Stellung nehmen die Ghaselen ein, die zum Großteil dem 1821 erschienen "Der Spiegel der Hafis" entnommen worden sind. Exemplarisch seien hier angeführt: Die Sterne scheinen, und alles ist gut sowie Entsprungen ist, entsprungen ist. Gerade bei den Ghaselen wird deutlich, dass es bei Platen zuweilen ein Missverhältnis von Form und Inhalt gibt. Der Dichter erscheint als Konstrukteur von allerlei feinen Formen, denen er oft keinen rechten Inhalt zu geben weiß, aber auch wenn das ein nicht geringer Kritikpunkt ist, so gibt es doch zahlreiche Gedichte, die einen als Leser darüber hinwegsehen lassen. Am überzeugendsten ist Platen immer dann, wenn er von dem schreibt, was ihn im tiefsten Innersten berührt hat, also in den wahrhaft inspirierten Momenten geschrieben worden ist wie bei seinem Venedigaufenthalt oder wenn er einmal mehr die Schönheit angeschaut mit Augen.

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