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Buchvorstellung Das Lächeln des Schicksals
Autor: gültingen · Rubrik:
Pressemitteilungen

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich möchte gerne ein Buch vorstellen, das in unserem Verag "Musicosophia" aus dem Französichen übersetzt wurde und für das wir einen deutschsprachigen Verlag zur Veröffentlichung suchen.
Es behandelt das Thema "Schicksal" aus einem sehr modernen und neuen Blickwinkel, der diesem fatalen Begriff etwas neues Leben einhaucht. Das Werk ist in Aphorismen abgehalten und hat drei Teile:

Die Macht des Schicksals
Das Lächeln des Schicksals
Die Magie des Schicksals

Darin wird die Idee vertreten, dass Schicksal eben nicht nur Fatum, also unergründlich und meist böse ist, wie die Antike das sieht. Seit der Renaissance, wo der Name erstmals auftaucht, hat sich auch das Bewusstsein über den Schicksalsweg stark gewandelt, andere Qualitäten treten zutage.

Drei Ebenen werden deutlich:

1) Schicksal, die führende und schützende Kraft, die in allen Situationen einen Ausweg bereit hält,

2) Fatum, eine scheinbar nur zerstörerische Kraft,

3) Zufall, der beiden Seiten für ihre Zwecke zur Diensten steht.

Sowie die Grundbedingungen:

"Das Schicksal stellt drei Forderungen, um sich voll entfalten zu können: seiner Menschlichkeit treu zu bleiben, seiner Natur und seiner Mission. Die ersten beiden sind uns eingeboren, die letzte müssen wir selber schmieden."


In der Hoffnung auf Interesse zu stoßen, verbleibe ich mit freundlichem Gruß
Gebhard v. Gültlingen




Auszüge aus den ersten beiden Bänden über das Schicksal

von George Balan




101
Obwohl das Wort Schicksal eine sehr alte Herkunft hat, ist es im weiten Sinne des Wortes eine durchaus moderne Schöpfung, in der man das Siegel der Renaissance erkennen kann, die so viel dazu beigetragen hat, dem Menschen seine Freiheit und Würde wiederzugeben. Es ist ein Beispiel für eine sprachliche Erfindung, geboren aus einem geistigen Bedürfnis, das in den abgrundtiefen Schichten des Wesens wurzelt und ausdrucksvoll das Werden des Menschen bezeugt. Für das, worauf das Wort Schicksal hinzielt - ein innerlich befreites Individuum, das nach seiner Identität sucht und sich einen Weg bahnt, der der Einzigartigkeit seiner Person entspricht -, stand weder den Griechen noch den Römern ein angemessener Begriff zur Verfügung. Das Problem war nicht aktuell. Individuelles Bewusstsein, mit all dem, was es an Ketzertum in sich trägt, brauchte lange Jahrhunderte, um sich herauszukristallisieren. Und als der Prozess zur ersten Reife kam, in der Renaissance, wurde auch das geeignete Wort geboren, um diese Errungenschaft zu benennen, nämlich: den von aller Bevormundung befreiten Menschen, der einem Weg folgt, den allein er gewählt hat. Dieser Mensch erst erfüllt die notwendigen Bedingungen, um ein Schicksal zu haben.

106
Über das deutsche Wort Schicksal kann man in einem berühmten Wörterbuch folgende Erklärung lesen: “Ein Hindernis, von einer höheren Gewalt verursacht; ein Ereignis, das dem Menschen ohne sein Zutun geschieht und das sein Leben entscheidend beeinflusst. Auch liest man: “Die höhere Gewalt an sich, die unsere Existenz bestimmt und leitet, ohne dass wir auch nur das Geringste dagegen tun können.” Diese an Neubildungen so reiche und schöpferische Sprache war bisher nicht imstande, einen entsprechenden Begriff zu entwickeln, der das Wort Schicksal auf eine neue Art definieren könnte. Nämlich dahingehend, dass der Mensch die Erfahrungen, die ihm von außen her begegnen, nicht einfach nur über sich ergehen zu lassen braucht, sondern dass er selbst fähig ist, den Lauf seiner Existenz frei zu bestimmen. Man sieht sich gezwungen, auf den traditionellen Begriff Schicksal zurückzugreifen und ihm seinen fatalistischen, überalterten Inhalt austreiben.


Das wahre Schicksal, durch welches die Existenz einen Sinn erlangt, kennt nur eine Richtung: nach vorne. Jeglicher rührselige Blick zurück in die Vergangenheit, jeglicher Kompromiss mit dem, was keinen Daseinsgrund mehr hat, jeder Versuch, zu Situationen und Orten, von denen man bereits Abschied genommen hat, zurückzukehren, sind Kränkungen des Schicksals. Es möchte uns helfen, einen echten Weg zu gehen - unverzichtbare Bedingung dafür, dass sich unsere Berufung erfüllt, unvereinbar mit Stillstand oder Umkehr. Nicht vorwärts zu schreiten - entschieden und unaufhaltsam -, bedeutet, sich der schützenden Macht eines Schicksals zu entziehen, das sich ausschließlich in diese Richtung bewegt.

179
Untrennbar mit dem Schicksal verbunden, ist der Zufall ihm ein unentbehrlicher Partner. Erst über den Zufall zeigt sich das Schicksal und nimmt Form an. Der Zufall ist das Sprungbrett, das dem Schicksal seinen Schwung verleiht, er ist der Funke, der des Schicksals Feuer entzündet, der Knall, der unsere potenzielle Energie frei setzt. Ohne ihn bliebe die Notwendigkeit abstrakt und fruchtlos. Er macht sie konkret und fruchtbar. Aber der Zufall selbst erscheint uns nachträglich so verklärt, dass wir gern dazu neigen, in den bedeutendsten Situationen unseres Lebens, die wir alle dem Zufall verdanken, einen Eingriff der Vorsehung zu sehen.

468
Indem man lernt, selbständig zu werden und die Herausforderungen des Lebens allein zu bewältigen, bietet man dem Schicksal höhere Möglichkeiten an, fördernd und schützend einzugreifen. Denn sein Endziel ist gerade die Bildung des bewussten und unabhängigen Individuums.

424
Das Schicksal spricht zu uns aus dem Innersten unseres Wesens, aus Tiefen, zu denen sonst nur die Musik Zugang hat.

446
Das Schicksal ist nicht einfach nur das, was dem Menschen während eines Lebens zustößt; die Biographie stellt nur die Grundlage dar, auf der es seine Handlungen gemäß der ihm angebotenen Möglichkeiten entfaltet- oder eben auch nicht.

466
Das Schicksal stellt drei Forderungen, um sich voll entfalten zu können: seiner Menschlichkeit treu zu bleiben, seiner Natur und seiner Mission. Die ersten beiden sind uns eingeboren, die letzte müssen wir selber schmieden.
463
Es gibt in jedem Schicksal Größe, vorausgesetzt, sie wird entdeckt und man erlaubt ihr, sich zu zeigen. Niemand ist von vornherein zur Unbedeutsamkeit verdammt. Aber man muss sich dessen auch bewusst werden und dementsprechend handeln. Was anderen unbedeutsam erscheinen mag, ist es nicht unbedingt in uns, wo wir mit unserem Gewissen allein sind. Und das ist, was zählt; diese Ebene - intim, verborgen und mysteriös - ist das eigentliche Reich des Schicksals.

384
Wie ein Fluss, den ein natürliches oder künstliches Hindernis höchstens Schleifen ziehen, aber niemals in seinem Vorwärtsdrang aufhalten lässt, bahnt das Schicksal seinen Pfad schweigsam um all die Klippen herum, die sich durch Fatalität und Zufall, durch Unwissen oder Irrtum vor ihm aufrichten.

379
Es akzeptiert nicht, dass man ihm irgendetwas abringt, das es freiwillig nicht geben wollte: von Natur aus liebt das Schicksal zu schenken, auch wenn es aus unserer ungeduldigen Sicht mit Verspätung geschieht. Glaubt man ihm etwas abgerungen zu haben, hat man es eigentlich nicht ihm sondern einem andren „gestohlen“, vor dem man sich gut hüten sollte.
377
Oft erlaubt es Angriffe gegen seinen Schützling, um seine Gegenwart und Kraft zu zeigen, aber auch, um den zu stärken, für den es verantwortlich ist. Diese sollen aber nicht mit Angriffen verwechselt werden, die aus schicksalsfremden Kräften herrühren.

373
Schicksalsschläge von denen man geläufig spricht sind genau genommen Schläge des Fatums. Das Schicksal tritt weniger durch den Schlag in Erscheinung als durch einen in unseren Grundfesten der Seele empfundenen Ruf. Aber es ist auch wahr, dass es in seiner Macht steht, sich dieser von aussen auferlegten Schläge zu bedienen, um uns zu uns selbst zurückzuführen.





Einstell-Datum: 2004-05-10

Hinweis: Dieser Artikel spiegelt die Meinung seines Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung der Betreiber von versalia.de übereinstimmen.

Bewertung: 1 (1 Stimme)

 

Kommentare


Das ist birnenpalme
Kommentar # 1: Vom Schicksal
Autor: birnenpalme, 21.06.2009 um 22:42 Uhr


Wie kommts, dass alles kommen muss,
noch nie ist nichts geschehen.
Wer sich vom Lüftlein schwängern lässt,
der liegt bald in den Wehen.

Ein Gott - so glaubt man liebend gern -
will Liebe und will lieben.
Er schickt uns Engel auf die Welt?
Ich sah noch keinen fliegen!

Ich hab mein Schicksal selbst bestimmt
und mit nach Haus genommen,
dort hat es sich rasch eingelebt,
wir waren uns gleich willkommen.

Es ist das schönste Schicksal,
das ich mir denken kann,
gefunden auf dem Wühltisch
zwischen blöden Trödelkram.

Wolfgang Paul



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