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Der lange Weg zur Endlichkeit
Autor: Frank Raymond Gideon Klotzbach · Rubrik:
Fabeln

Der lange Weg zur Endlichkeit

Die Geburt des Egon Fillodentron kam unter sehr merkwürdigen, außergewöhnlichen und schwierigen Umständen zustande.
Das lag daran, dass seine Eltern sich nicht klar waren ob sie nun heiraten sollten oder nicht. Die genauen Gründe für die Zweifel, Bedenken die sie hatten liegen nach wie vor im Dunkeln und es wird wohl nie gelingen es auf zuklären. Das war jedenfalls der Anlass Egons Geburt mehrfach zu verschieben.
Als sie sich, nach 75 Jahren gegenseitiger Prüfung, doch endlich entschlossen hatten den berühmten Bundschuh über zustreifen, bis der Tod ihn zerschneiden soll, reife in ihnen der Entschluss Egon in das Licht der Welt zu werfen.
Egon, der sich lange Zeit in der Warteschleife gelebt hatte, war darüber nicht sehr erfreut. Er hatte es sich in der Gebärmutter gemütlich gemacht und mit ihr angefreundet, ja unsterblich in sie verliebt. Der Gedanke sie zu verlassen machte ihn krank und er weigerte sich standhaft überhaupt es nur in Erwägung zu ziehen.
Sie verlassen, die Geburt antreten, ja waren auf einmal alle verrückt geworden? Was denken die sich nach all diesen Jahren ? Er sollte seine Heimat, seine Geliebte Gebärmutter verlassen. Nein niemals würde es solches tun.
Doch nach 25ig jähriger intensivster geistiger, moralischer Bearbeitung durch die beiden Unentschlossenen, bröckelte sein Widerstand. Er konnte das Gejammer, das Gezeter nicht länger ertragen. Sie bearbeiteten ihn 24 Stunden am Tag, sie wechselten sich im Schlaf ab und ließen nicht nach.
So gab er seinen Widerstand auf und sagt das er heraus kommen würde aber nur unter Protest.
Was für eine Freude als seine Nachricht verbreitet wurde, ein Meer aus Tränen brach über die Stadt herein.
Die Leitung des Altenheim hatte Kaffee und Kuchen spendiert, der Pfarrer eine Predigt, der Bundespräsident einen Orden für die längste Schwangerschaft, ein Babynahrungshersteller eine komplette Babygrundausstattung, Skihersteller Skikurse und so weiter. Auch Gott und der Papst gaben was, ihren Segen. Telegramme aus aller Welt von bekannten und unbekannten Menschen trafen ein. Blumen schnitten sich selbst und kamen verpackt als Geschenk in das Altenheim. Kurzum es war der Teufel los, der auch gratuliert hatte.
Um so entsetzter waren alle Anwesenden als Egon ans Tageslicht kam mit einem Transparent auf dem stand: „Meine Gebärmutter gehört mir“.
Mit Wut und voller Verzweifelung mussten sie mit ansehen, wie Egon mit der Gebärmutter durch den Haupteingang verschwand, das Weite suchte.
Das war das geniale an Egon er hatte sich einen Fluchtplan zurecht gelegt und ist mit dem was er am meisten liebte, seiner Gebärmutter, durch gebrannt. Hatte sich einfach aus dem Staub gemacht und die gaffende Meute einfach stehen lassen. Sich und seine Uterine in Sicherheit gebracht.
Keiner hörte, sah je mehr was von den Beiden. Der Eine oder Andere will etwas gehört, gesehen haben, dass ist eher unwahrscheinlich dafür war Egon zu smart. Ich nehme an die beiden leben jetzt glücklich und zufrieden im Süden am Meer, in Gozo......und das heißt ja auch Sehnsucht.

Gideon


Einstell-Datum: 2004-02-25

Hinweis: Dieser Artikel spiegelt die Meinung seines Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung der Betreiber von versalia.de übereinstimmen.

Bewertung: 333 (3 Stimmen)

 

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