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Ich geh kurz Zigaretten holen
Autor: Alexander Boehm · Rubrik:
Phantastik

„You’re just a memory...“
The Rolling Stones


Rouge 1924.
Der Kandinsky hatte Isabee, auf eine Art und Weise, angesprochen, wie es nichts und niemand zuvor getan hatte.
Er zeigte einen karmesinroten Fleck in der oberen Hälfte, dessen Unterseite in drei unterschiedlich lange Zacken ausuferte. Eine gelbe Spitze, an der Oberseite, verstärkte den Eindruck eines gehörnten, kahlen Schädels, der auf eine eigentümliche Weise aristokratisch wirkte. An der Stelle, wo man die Augen vermuten konnte, war ein hautfarbener, schwarzumrandeter Kreis eingezeichnet, der die Stelle, welche er verdeckte, abgeschwächt durchließ und daher wie ein Monokel aussah.
Der blutrote Kopf schwebte in einer Bläue, die das Universum sein mochte und schien dabei wissend zu grinsen, während er observierend, wie ein verdeckter Ermittler, über das Antlitz der Schöpfung jagte, um etwas Bestimmtes zu finden.
Etwas, das einzigartig war und das, in Form eines schwarzen Balkens, unmittelbar vor ihm und seinem stechenden Blick in der Luft schwebte. Er schien es zu beobachten, wie man einen Schlafenden auf dem Krankenbett ansehen würde und er beugte sich weit über die Bettkante, um auch jedes noch so kleine Detail erfassen zu können. Ein paar gelbe und schwarze Linien zogen sich über Nase und Kinn des Gehörnten und ein breiterer, gelber Streifen, unterhalb des Monokels, erinnerte entfernt an ein surreales Brillengestell. Im Hintergrund zogen dunkle, unheilverkündende Wolken auf. Wenn man das Bild ansah, meinte man fast, den Donner grollen hören zu können.
Isabee hatte den Kunstdruck auf dem Flohmarkt in Maine erstanden, hatte aber trotzdem einen stolzen Preis dafür zahlen müssen und da Bill und sie in ihrem Appartement keinen Kamin hatten, hing es jetzt in ihrem winzigen Wohnzimmer über der Couch. Seit dieser Zeit, hatte Picasso, in den Isabee sich in ihrer Zeit an der Uni in Roadbury Creek verknallt hatte, seine Pole Position eingebüßt und war auf der Innenbahn, von einem bisher unbekannten Herausforderer namens Wassily Kandinsky, nicht nur überholt, sondern sogar noch überrundet worden.
Tja, das war Schicksal, oder?
Der alte Kramer hatte mal zu ihr gesagt: “Wenn du erst mal nen röhrenden Hirsch überm Kamin hängen hast, ist’s vorbei mit den Träumen. Dann bist du wirklich erwachsen. Ach, was rede ich da? Wenn´s erst mal so weit ist, dann ist dein Leben vorbei, Kindchen. Dann bist du tot.“ Das war zwar schon sehr lange her und Kramer, der damalige Kunstlehrer der Sanford Elamentary School, hatte diesen unüberlegten und zynischen Satz gegenüber einer Siebenjährigen kaum wirklich wahrgenommen, geschweige denn ernst gemeint, doch Isabee hatte diesen Moment bis zum heutigen Tag nicht vergessen und Kramers Worte ebenfalls nicht. Verrückt, was Kinder sich so alles merkten. Der alte Kramer hatte zu diesem Zeitpunkt einfach noch nicht überwunden, dass seine Frau ihn, einen Monat zuvor, verlassen hatte. Außerdem, hatte es speziell etwas damit zu tun gehabt, dass Mrs. Kramer, mittlerweile Mrs. Marston, so ziemlich jeden Gegenstand aus ihrer gemeinsamen Wohnung mitgenommen hatte, als sie, für ihn ziemlich überraschend, ausgezogen war.
Außer dem Bild über dem Kamin.
Das hatte sie dagelassen.
Seitdem hatte es in Isabees Vorstellung nur drei wirklich schlimme Dinge gegeben.
Krebs, ein Atomkrieg und das Bildnis eines röhrenden Hirschen.

+

Es war Neumond.
Der Wind fegte um die Häuser von Roadbury Creek, als wollte er die Hunde von den Straßen jagen und der Regen trommelte wahnsinnige Rhythmen auf den Blechdächern der Stadt.
Die Finsternis war vollkommen.
Bill und Isabee schliefen einen unruhigen Schlaf, in ihrem Vier-Zimmer-Appartement, bis der erste Donner des Gewitters sie aufweckte. Stöhnend und schnaufend wälzte er sich, missmutige Grunzer ausstoßend, herum und streckte alle Viere von sich. Gelenke knackten bedenklich. Blut kam in Wallung. Das Bett knarrte unter der Belastung, als wollte es „OhNeinOhNeinOhNein“ sagen.
Bloß nicht schon wieder schnarchen, dachte Isabee benebelt.
In ihrem verschlafenen Zustand realisierte sie, im ersten Moment, nicht, ob sie sich in einem Traum befand oder in der Wirklichkeit....Bitte, alles, bloß nicht... Sie streifte sich ihre schwarze Lockenpracht aus dem Gesicht und sah auf die Digitaluhr, die auf dem Nachtisch neben dem Bett stand. Es war kurz nach Mitternacht. Die rotleuchtenden Zahlen schienen in der Luft zu schweben: 12:03 p.m.
Isabee war todmüde und erschöpft und fühlte sich, als hätte sie eine lange Wanderung, durch die Berge, gemacht. Es waren aber keine Berge zu sehen gewesen, dort, wo sie, in ihren Träumen, aufgewacht und von wo sie geflüchtet war. Keine Berge, nur Bäume. Milliarden und Abermilliarden von Tannen, Eschen, Buchen, Eiben und Eichen und das lockende Flüstern der endlosen Tiefe des Waldes.
Ihr Rücken schmerzte furchtbar und sie hatte Muskelkater in den Beinen.
Sie sehnte sich nach Schlaf.
Man muss seinen inneren Kern berühren, hatte ihr Daddy immer gesagt.
Ihn berühren und zur Ruhe kommen.
Leider funktionierte das nicht immer.
Ein Blitz erleuchtete das Zimmer schlagartig taghell und der Donner folgte ihm, wie eine Staubwolke einem Silberpfeil in der Wüste.
Für Isabee klang es, wie der Befehl eines schreienden Despoten.
Sie versuchte, sich den Schlaf aus den Augen zu reiben.
„Bill?“
Er war aufgestanden und begann sich seine Jeans über die Beine zu streifen.
Dabei setzte er sich, mit einem erschöpften Laut, auf das Bett, um das Gleichgewicht nicht zu verlieren, was ihm gerade so noch gelang, bevor er vornüber kippen konnte.
Wie eine wild drauf los knipsende Papparazzischar, fiel das Gewitter über die Stadt her und die Blitzlichter zerschossen das Dunkel, wie Gewehrkugeln. Der Krach war unerträglich. Ein Donnerschlag war lauter, als der vorhergehende.
Für Isabee klang es so, als sei draußen die Hölle los. Benommen wälzte sie sich auf den Bauch und vergrub ihr Gesicht in ihrem Kopfkissen. Dann drehte sie den Kopf und blinzelte Bill müde an.
Mittlerweile hatte er sich ein T-Shirt übergestreift und machte einen unbeholfenen Schritt in den Raum hinein. Eine kleine Ewigkeit, in der Isabee ihn nur verschlafen anstarren konnte, blieb er schwankend, mit hängenden Schultern, stehen und erinnerte sie eigentümlicherweise an den Anblick einer Rettungsboje bei starkem Seegang. Seine Zähne knirschten, und plötzlich stieß er einen abgrundtiefen Seufzer aus, der durch das Zimmer raunte wie ein Gespenst.
Mit glasigem Blick schaute er durch die offene Tür, die ins Wohnzimmer führte.
Das Bild über der Couch, das man für einen kurzen Moment sehen konnte, schien, wie ein Leuchtfeuer, in der Dunkelheit zu schimmern.
Müde hob Isabee eine Hand, um das grelle Licht der Blitze abzuwehren und erhaschte einen flüchtigen Blick auf Bills blaue Augen, die kaum mehr verschlafen, als vielmehr entschlossen ins Leere stierten.
„Wo willst du hin, Darling?“
Wieder ein Grunzen.
Er streifte sich den Schafswolle-Pullover, den sie ihm in Keybus Bay geschenkt hatte, über und zog sich seine Sandalen an.
Ein massiger Schatten, mit zotteligen Haaren, der mit den anderen Schatten der Nacht verschmolz und, bei jedem Blitzlicht, daraus hervorstach und sich in Isabees Membran einbrannte, wie ein negativer Sonnenfleck.
Ein erneuter Blitz erleuchtete den Raum.
In diesem Moment sah sie Bill vor dem Bett stehen, wie er auf sie hinabblickte und mit seinen Augen festhielt, als wolle er diesen Moment für immer behalten.
„Ich geh kurz Zigaretten holen.“
Einen kurzen Moment, verweilte er vor dem Bett und bevor sie noch etwas sagen konnte, war er gegangen.

+

Check it out now…
…eine Lichtung im Wald…
...let it funk...
…ein hohler Baum…
...so Brother...
...Geifer...
CHECK IT OUT NOW!!!OUT NOW !!!OUT NOW !!! OUT NOW!!!
Isabee fuhr hoch und schlug auf den Wecker ein.
Verdammt noch mal. Irgendwie musste sie, als sie den Wecker gestellt hatte, die Lautstärkeregelung auf Maximum gedreht haben. Leider hatte das Ding auch die leidliche Angewohnheit, sich selbst neu zu stellen und einfach irgendwann loszuplärren und manchmal hieß das eben, dass man um 02.16 p.m. von Fat Boy Slim geweckt wurde. Wenigstens hatte sie dadurch gelernt, dass man sich besser keinen günstigen, gebrauchten Funkwecker kaufte, sondern einen neuen mit Garantie, auch wenn ein Markenwecker um Einiges teurer war, als ein Internet-Schnäppchen. In Momenten wie diesen, wenn er sie wieder einmal zu früh geweckt hatte, schwor sie sich, den defekten Wecker wegzuwerfen und Ersatz zu beschaffen, doch dieser Vorsatz überlebte selten die morgendliche Dusche und war, spätestens nach dem Frühstück, gänzlich aus ihrer Erinnerung verschwunden.
Das Erwachen, aus ihrem Traum, glich eher einem Auftauchen aus den Fluten eines Abgrundes. Nichts bewegte sich. Nur der Regen war zu hören, der auf den Dächern trommelte, leise und monoton. Ladies and Gentlemen: Die Rhythm-Section des Bohemien Cerberus Orchestra von Santa Domingo. Der Eintritt ist frei!
Im ersten Moment, nach dem Erwachen, war sie völlig orientierungslos. Nicht nur die Tiefe des Zimmers, schien ihr undefinierbar zu sein, sondern auch die Höhe und die Himmelsrichtung. Ein Blick, auf die Digitaluhr, brachte sie wieder ein wenig auf Kurs, zumindest stärkte sich dadurch ihr Gleichgewichtsgefühl.
Es war, nach einer scheinbar stundenlangen Achterbahnfahrt, eine wacklige aber bestehende Balance, wie eine helfende, stützende Hand.
Verschlafen rieb sie sich die Augen und schüttelte den Kopf.
Das Zimmer kam ihr vor, wie ein Grab. Alles, was sie sah, war schwarz. Irgendwo hinter ihrem rechten Auge, spürte sie einen anschwellenden Druck. Migräne.
Na, wer hätte das gedacht? In letzter Zeit,
genauer gesagt, seit diese wirren und konfusen Träume über sie hereingebrochen waren, hatte sie schon oft solche Migräneattacken gehabt, doch dieser war bisher der schlimmste von allen. Hatte sie nicht noch irgendwo Kopfschmerztabletten?
Vielleicht in der schwarzen Handtasche, doch kaum hatte sie den Gedanken zu Ende gedacht, da wusste sie, dass das nicht stimmte, denn sie besaß keine schwarze Handtasche. Ihre war aus braunem Kunstleder. Ein JOOP-Imitat, dass Bill ihr zum fünfunddreißigsten Geburtstag geschenkt hatte. Scheinbar hatte sie da etwas durcheinander gebracht, hatte sich in Fetzen ihres Traumes gekleidet.
Zu dumm, aber das kam schon mal vor, wenn die Zeit verstrich.
Die Erinnerung war schon eine merkwürdige, komplexe Sache und manchmal vermischten sich Situationen und Geschehnisse und entwickelten ein Eigenleben und dann schrumpften Jahrzehnte zu Tagen und Namen spielten Bäumchen wechsle dich, bis man nicht mehr zwischen Männlein und Weiblein unterscheiden konnte.
Es war wie dieser Trick, mit den drei Karten, nur dass man Lady Memory, die Dame in dem Spiel, immer fand, doch sie brachte einem kein Glück. Sie hielt einem bloß einen Spiegel vor, in dem man sich, nach all den verlorenen Jahren, selbst nicht wieder erkannte.
Isabee wurde schwindlig.
Anscheinend hatte das Gewitter aufgehört, doch den Regen konnte sie immer noch hören. Im Traum war sie gelaufen und hatte dieses, wie Richard Bachmann es einmal so treffend ausgedrückt hatte, eigentümliche Gefühl gehabt, das man nur auf französisch ausdrücken kann.
Ein Deja vu.
Es zog sich durch ihre Empfindungen, wie ein Spinnennetz, in dem sie sich verheddert hatte. Außerdem, sagte ihr Körper ihr, dass viel Zeit verstrichen sein musste. Es fühlte sich ein bisschen so an, wie es sich anfühlte, wenn man tiefer getaucht war, als man es sich hätte zutrauen dürfen.
Auf den Malediven, hatte sie sich einmal so ähnlich gefühlt. Am letzten Abend, als sie und Bill schon genug Taucherfahrung gesammelt hatten, um die 50 Fuß Grenze zu überschreiten.
Der rote Zeiger, an Isabees Tachometer, hatte an der tiefsten Stelle auf 63 gestanden und in dieser Tiefe, hatte sie, das erste Mal in ihrem Leben, etwas empfunden, was man als Urangst bezeichnen kann.
Eine genetisch verankerte Furcht, vor dem endlosen Dunkel der Tiefe.
Sie hatte hinabgeblickt in ein korallenbewehrtes Nichts, dass sie hinabzuziehen schien. Wochen später waren Erinnerungsfragmente dieses Erlebnisses in ihre Träume eingebrochen, wie Vandalen, die ihren Seelenfrieden in Stücke schlagen wollten und hatten sie tyrannisiert und lange Zeit nicht losgelassen.
So fühlte sie sich in diesem Moment. Klein und schutzlos.
Ein unfassbarer Gedanke wollte sich zu ihrem verschlafenen Bewusstsein durchbohren, doch er blieb irgendwo bei einer Tiefe von 2000 Fuß stecken und ging verloren.
Es war irgendetwas wegen...
...Bill...
...etwas Wichtiges...
...die hohle Eiche in der Mitte der Lichtung...
Es war etwas wegen Timmy...sein Herz...
...Sandalen?...
Sie schlief wieder ein und sank tiefer denn je.

+

...“ausgenommen, bei der World Series. Da ist er kaum zu schlagen. Da will er’s wissen, glaub ich. Und Bobbie Garfield!“
Dem folgte ein ansteigender Pfiff, der klang, als hätte jemand eine gutgebaute Blondine angeflirtet. „Junge, Junge! Wenn der am Schlagmal steht, dann ziehen die Typen in den gelben Mänteln die Köpfe ein, wenn Du verstehst, was ich meine.“
Bill, der am Steuer des Buick saß, lächelte seinen Sohn im Rückspiegel an.
Der elfjährige Timmy verstand. Schon seit Jahren, bestand sein Halloweenkostüm lediglich aus einem gelben Regenmantel und einem Paar schwarzer Handschuhe. Das hatte er sich von Mr. Brautigan abgeguckt, dem ehemaligen Untermieter seiner Großmutter aus Boston. (Ted, wie Timmy Mr. Brautigan hatte nennen sollen, hatte auch behauptet, einmal der Untermieter von Bobbie Garfield gewesen zu sein, 1960 oder so, als dieser noch mit seiner Mutter in Harwich gewohnt hatte, doch das hatte Timmy ihm nicht geglaubt. Er hatte sich damals mit neun Jahren schon alt genug gefühlt, um nicht alles für wahr zu halten, was man ihm erzählte. Schließlich war er ja auch schon zu groß, um an den Weihnachtsmann zu glauben.)
Es war ein herrlicher Tag. Sie fuhren ziemlich konstant achtzig Meilen die Stunde und der Highway schien endlos zu sein.
Der Himmel war blau und die Sonne strahlte wie ein riesiger Smilie. Ein paar dezente, weiße Wolkentupfer vervollständigten ihn und durch das geöffnete Fenster konnte Isabee, im Fahrtwind, den erblühenden Jasmin riechen.
Es war wie ein Traum.
Im Radio dudelten gerade die Stones und Mick Jagger sang, mit schmalziger Stimme, vom Memory Motel, das am Meer lag und in dem er mutterseelenallein auf seine falsche Liebe wartete. YOU´RE JUST THE MEMORY OF THE LOVE THAT IT USE TO BE!!! YEAH!!! YEAH!!!YEEEAAAAAHHHHH!!!
Isabee drehte das Radio leiser und sah sich zu ihrem Sohn um.
Er hielt seine Baseballkarten in den Händen und war gerade dabei, die Trefferquote von Babe Ruth nachzulesen. Sie wusste nicht warum, aber irgendetwas an diesem Bild stimmte nicht, sie konnte aber nicht ausmachen, was es war.
Timmy sah aus wie immer.
Sein Lieblings-T-Shirt von den Jankees, das ihm bestimmt zwei Nummern zu groß war, das er aber abgöttisch liebte, weil er es vergangenes Jahr beim Endspiel in Cleveland gekauft hatte und nicht abwarten konnte, endlich hineinzuwachsen, schlabberte an ihm wie eine faltige Haut und bedeckte seine Jeans, bis zu den Knien. Sein Anblick machte sie sehr traurig, aber sie wusste nicht warum. Alles kam ihr vor wie eine Fotographie. Eine, die man zu lange in einer Schublade hatte liegen lassen und die zerfleddert und ausgebleicht war.
Abgenutzt. Das war das Wort, das sie suchte.
Die Welt, durch die sie fuhren, kam ihr abgenutzt vor.
Sie hatte mit Bill diesen Film im Kino gesehen. Der, wo Keanu Reeves die Welt vor den bösen Computermonstern gerettet hatte und am Schluss durch die Gegend geflogen war, als wäre er Superman.
Damals hatte sie das ziemlich unterhaltsam gefunden, doch in gewissen Momenten, fand sie den Gedanken mehr als nur unbehaglich. In gewissen Momenten, schien ihr Leben nur ein Gefühl mit einem französischen Namen zu sein, ein Fehler in der Matrix, nur dass es bei ihr keine Wächter gab, oder Agenten oder irgend so was, sondern etwas, das noch viel schlimmer war, nämlich nichts.
Seit wann war das so?
Sie wusste es nicht und es schien immer mehr an Bedeutung zu verlieren, je mehr sie darüber nachdachte. Alles schien unwichtig zu sein. Aber...
...war Bobbie Garfield nicht der Junge aus diesem Buch gewesen, der sich erst in Jack und dann in Ralph und zum Schluss irgendwie in Piggy verwandelt hatte?
„Schatz?“ Bill sah sie besorgt an.
„Geht es Dir nicht gut?“
Isabee zwang sich zu einem Lächeln und blickte ihn an, doch sie schien die Konturen seines Gesichts nicht greifen zu können, als wären ihre Augen Hände, die von einem schmierigen Untergrund abrutschen würden. Im darauffolgenden Moment, war der Eindruck wieder verschwunden, wie ein Kaninchen, bei einem umgekehrten Huttrick.
SIMSALABIM!!! ABRAKADBRA!!!
Es war Bill, der den Wagen lenkte. Natürlich, wer sonst? „Wohin fahren wir?“, fragte sie ihn reflexartig. Sie glaubte den Weg zu kennen, doch sie wusste nicht mehr, wo er hin führen würde. Ihr Magen verkrampfte sich, bei dem Gedanken daran, was sie an ihrem Ziel erwartete oder besser gesagt, was dort auf sie wartete, doch sie konnte sich nicht entsinnen, warum das so war. Es schien ihr ohnehin so, als hätte sie eine Menge Dinge vergessen oder, in ihrem Inneren, vergraben.
„White Manor.“ Bill klang nun sogar ein wenig belustigt. „Wir fahren nach White Manor, in unser Feriendomizil in der Natur.“ Als er das sagte, bemühte er sich, die säuselnde Verkäuferstimme aus dem Radioslogan nachzuahmen, doch er scheiterte jämmerlich. So was konnten wohl nur richtige Verkäufer. Timmy stimmte in den Jingle mit ein und Bill und er, beendeten den Satz mit: „Bringen sie ihre Familie mit.“
Bill lachte laut und erfrischend. Er sah gut aus. So, als hätte er gerade erst einen Urlaub hinter sich. Braungebrannt und muskulös saß er am Steuer und wirkte, in seinen engen Jeans und dem, sich über seinem Körper spannenden, T-Shirt, eher wie vierundzwanzig, als... Wie alt war Bill noch gleich? Mit Erschrecken musste Isabee feststellen, dass sie sich nicht einmal daran erinnern konnte, welches Jahr gerade geschrieben wurde. Sie kramte in ihrer schwarzen Handtasche nach ihrem Taschenkalender und schob einen irritierenden Gedanken (war die Tasche nicht braun gewesen?) beiseite. Die Reflexion eines Bildes erschien, für einen Augenblick, in ihrem Kopf. Ein rotes, kreisähnliches Gebilde, das im Raum schwebte und in ihrem Kopf wütete, wie eine Kreissäge. Einen Augenblick später, verschwand das Gefühl wieder.
„Du hast im Schlaf gesprochen,“ sagte Bill, mit einem verschmitzten Grinsen, als würde er damit rechnen, dass es ihr peinlich sein würde, zu erfahren, was sie gesagt hatte. Er lächelte sie an. Es war ein Spiel für ihn, sie kurz zappeln zu lassen, bevor er ihr alles erzählen würde. „Und?“ Darauf hatte er gewartet. „Was habe ich gesagt?“
Sein Grinsen wurde breiter. „Du hast gesagt“, und hier senkte er die Stimme, zu einem verschlafenen Nuscheln, herab: „Bill, zieh Dir Schuhe an, bevor Du rausgehst. Du wirst Dir, in den Sandalen, den Tod holen.“ Er lachte kurz auf. „Frag mich nicht, was das bedeuten soll, aber ich kann Dich beruhigen. Sollte ich irgendwann, aus irgendeinem Grund, irgendwohin gehen, wohin auch immer, dann werde ich mir vorher festes Schuhwerk anziehen. Die Sandalen sind nur für Botengänge innerhalb der Wohnung bestimmt.“
Bei diesen Worten, nahm er die rechte Hand vom Lenkrad und hielt sie hoch, wie bei seinem Treuegelöbnis, damals,
bei der Army und intonierte aus vollem Hals: „Das schwöre ich, beim heiligen Pokal der World Series. SIR, jawoll SIR!“ Timmy lachte ausgelassen auf der Rückbank und die Landschaft flog an ihnen vorbei, als wäre sie auf der Flucht vor den Hunnen. Die Welt war eintönig und leer. Überall war nichts.
Ausgebleicht und verschlissen, krönte der Himmel den Horizont. Rot, orange, hellblau, grau. Die Reflexion einer Reflexion einer Reflexion.
Wiederholungen der Wiederholungen.
Isabee bekam Kopfschmerzen, die zu einem beständigen Rhythmus anschwollen und der sie irgendwie an das Geräusch von Regen erinnerte.
In ihrer Handtasche fand sie, neben den Paracetamol, von denen sie gleich zwei nahm, auch ihren Herlitz-Timer. Sie holte ihn heraus, stellte fest, dass sie sich im Jahr 1984 befand und wartete auf die Pointe des Scherzes.
Demnach bin ich...nein, das ist nicht möglich!
Mit einem Ruck, klappte sie die Sonnenblende herunter und sah in den Spiegel.
Es musste wahr sein. Es war Sommer 1984 und sie war blutjunge achtundzwanzig Jahre alt. Ihr Haar war voll und lockig und herrlich schwarz.
Außerdem, waren die Falten, auf ihrer Stirn und unter ihren Augen, längst nicht so tief und vielfältig, wie Isabee geglaubt hatte. Ihre Haut war beinahe makellos.
Sie sah Bill an. Es musste stimmen. Sie hätte schwören können, dass sie vor einiger Zeit schon ihren vierzigsten Geburtstag hinter sich gelassen hatte. Aber, hatte sie jemals in den Achtzigern einen Song namens Memory Motel gehört? Sie kannte das Lied zwar, aber irgendetwas, an diesem Gedanken, war grundsätzlich falsch.
...den Zweiten von links, beim Dritten gewendet, die Erste danach, die Reise beendet...Kopfschüttelnd verstaute sie ihren Kalender wieder in ihrer Handtasche, als sie Bills Hand auf ihrer Schulter spürte. Wieder dieser besorgte Blick. Sie beugte sich zu ihm hinüber, küsste ihn auf die Wange und hoffte, so diesem Blick entkommen zu können. Es funktionierte. Er schenkte ihr sein schönstes Na-das-freut-mich-aber-dass-du-okay-bist-und-außerdem-liebe -ich-dich-Lächeln und konzentrierte sich wieder auf die Straße.
Die Welt schien für Isabee aus den Fugen geraten zu sein, doch sie hatte es geschafft, ihrem Ehemann erfolgreich vorzugaukeln, dass alles in Ordnung war und damit entsprach sie, ohne es zu bemerken, genau dem Zeitgeist.

+

Nach vier Stunden ermüdender Fahrt, hatten sie endlich ihr Ziel erreicht. Mittlerweile hatte sich das Abendrot vor den Himmel geschoben und der Wald, der an das kleine, windschiefe Blockhaus grenzte, das ihr Domizil sein sollte, wirkte finster und unwirklich. Nebel zog auf. Wäre dies eine Gruselgeschichte, dachte Isabee, dann würde man gleich den Ruf eines Käuzchens hören können. Sie lauschte, doch sie hörte nur das Flüstern der Blätter und das Rascheln im Laub.
Zweige knackten, doch das musste nichts bedeuten. Es konnte alles Mögliche sein.
Bäume ließen ihre toten Gliedmaßen einfach fallen, um den Rest des Organismus vor dem Verfall zu bewahren. Das konnte einem echt Angst machen, wenn auf einmal ein kleiner Baumstamm vom Himmel fiel und versuchte, einen zu erschlagen, ganz davon zu schweigen, dass es einen Mordskrach machte.
Isabee fröstelte. Sie stand in der Einfahrt des Hauses, in dem sie die nächsten drei Wochen verbringen sollte, ...oder waren es vielleicht sogar drei Monate?
Drei Monate im Memory Motel? Was für ein grausiger Gedanke. Hinter sich, sah sie den Pfad, auf dem sie hergekommen waren, im Nebel verschwinden. Ein Gefühl der Befangenheit überfiel sie, als käme sie nach einer langen Reise endlich nach Hause.
Der Buick stand, in einer Art Carport, neben der Hütte und der Motor kühlte, nach der stundenlangen Fahrt, mit knatternden Geräuschen, ab. Timmy war gerade dabei seine Reisetasche aus dem Kofferraum zu zerren und sie auf die Veranda zu schleifen, als Bill ihn zu sich rief. „Timmy, kommst Du mal zu uns?“ Bill kam auf Isabee zu und nahm ihre Hände in seine. Sie standen in der Einfahrt der Blockhütte und der Wald umringte das Szenario, düster und kalt. Er schien alles zu erdrücken.
„Schatz“, flüsterte Bill ihr ins Ohr. „das hier ist nur für uns zwei.“ und das sagte er so leise, dass Timmy es nicht hören konnte. „Was gibt´s, Dad?“
Bill nahm seine Frau und seinen Sohn an die Hand und gemeinsam standen sie vor der Blockhütte und begutachteten ihr Feriendomizil in der Natur.
„Ich glaube, wir werden hier ganz wundervolle Ferien verbringen“, sagte Bill, wie ein Reiseleiter, der eine Touristengruppe zu einer Stadtführung motivieren will.
„Oh, ja.“ Er blickte Isabee an. „Alles wird gut.“ Sie verstand nicht. Fragend blickte sie ihn an. Er beugte sich zu ihr und flüsterte: „Du wirst schon sehen, Liebling. Ich habe einen Weg gefunden, unserem Baby zu helfen.“
In seinen Augen, hatte sie etwas gesehen, das ihr Angst gemacht hatte und sie wollte ganz und gar nicht verstehen, wollte nicht, dass alles gut werden würde. Alles war in Ordnung, so wie es war, doch die Dinge nahmen ihren Lauf und sie konnte nichts tun, um sie zu beeinflussen. Sie war nur die Protagonistin einer Geschichte, bei der das Ende längst feststand.

Die Hütte machte, von innen, mehr her als von außen, das musste man ihr lassen.
Es gab ein Wohnzimmer, das sich das Erdgeschoss nur noch mit der Küche und der Speisekammer teilte und gleichzeitig auch das Esszimmer war und im ersten Stock ein Arbeitszimmer, ein Bad und zwei Schlafzimmer. Alles war herrlich altmodisch eingerichtet und die Möbel waren, obwohl sie sehr alt zu sein schienen, in hervorragend gepflegtem Zustand. Spiegel hingen über antiken Frisierkommoden und Sekretären aus Teakholz. Überall hingen Landschaftsbilder und Portraits. Isabee konnte sogar einen röhrenden Hirsch, auf dem ihm wohl für immer reservierten Platz, über dem Kamin hängen sehen, doch dieses Bild war ein wenig anders, als seine brunftigen Artgenossen, in den Wohnzimmern der westlichen Kultur.
Der Hirsch, auf dieser Abbildung, wirkte irgendwie kleiner, als auf den anderen Bildern, die Isabee kannte. Er sah eher aus wie ein Wolf, der einen nichtvorhandenen Vollmond anheulte. Isabee beschloss, sich von der Gegenwart des Bildes nicht entmutigen zu lassen und versuchte, das Beste aus ihrer Lage zu machen.
Gleich nach dem Auspacken der Koffer, verteilte sie überall, in den Zimmern, Kerzen, zündete sie an und bereitete anschließend einen herzhaften Kräutertee zu, dessen Duft durch das Haus strich, wie eine wohlklingende Harmonie.
Sie setzten sich zu dritt an den Küchentisch und tranken Tee.
Timmy machte sich über Bills lange Haare lustig. Er fand, sein Dad würde mittlerweile aussehen, wie ein „Hippie“. Das brachte sie alle zum Lachen und das schlechte Gefühl, das Isabee zuvor verspürt hatte, verflog und kam ihr lächerlich und unwirklich vor.
Es wurde spät.
Langsam fing es draußen an zu dämmern und in der Küche wurde es unangenehm kalt. „Oh, ich mach das schon, ich geh kurz...“ ...Zigaretten holen...“...hinter das Haus und hole etwas Holz, damit wir den Ofen anschmeißen können,“ sagte Bill, ganz Gentleman. „Ihr könnt ja schon mal das Essen vorbereiten.“
Er zog sich seine Jacke an und verließ, mit einem Jutekorb und zwei Umhängetaschen bewaffnet, das Haus.
Isabee fröstelte. Sie hatte gedacht, dass Bill diesen berühmt-berüchtigten Satz, auf ewig verschwundener Ehemänner, hatte aussprechen wollen. Der Satz, der in den Köpfen vieler verlassener Ehefrauen spukte, bis ans Ende aller Tage.
„Ich geh kurz Zigaretten holen,“ hatte er noch gesagt und dann hatte man nie wieder etwas von ihm gehört oder gesehen.
„Mom?“
Timmy hatte seine Tasse auf den Tisch gestellt und blickte sie finster an.
„Was gibt es, mein Schatz?“
Der Junge rutschte auf seinem Stuhl hin und her und druckste herum.
Er sah besorgt aus und den Falten auf seiner Stirn nach zu urteilen, arbeiteten seine kleinen grauen Zellen, in atemberaubendem Tempo.
Manchmal, hatte Isabee den Eindruck, dass Timmys Hardware mit großen, grauen Zellen bestückt war und ihn diese Tatsache zu schnell erwachsen werden ließ, doch vermutlich war das nur die normale, rationale Angst einer Mutter, die befürchtete, ihr Kind an das Leben zu verlieren, was fast ebenso schlimm sein konnte, wie der Verlust des eigenen Kindes, durch den guten, alten Gevatter Tod.
Timmy war einzigartig. Er war alles in Isabees Leben. Ohne ihn war es nur ein Tod, mit einem gefälschten Personalausweis.
„Müssen wir sterben?“
Zuerst, war sie zu verblüfft, um antworten zu können.
„Wer sagt das? Warum stellst du diese Frage?“
Sie blickte ihn entsetzt an.
„Wie kommst du darauf?“
Timmy zeigte auf die Tür. „Dort,...“ sagte er, leise und bedächtig und Isabee hatte keinen Zweifel daran, dass Timmy von dem, sie umgebenden, Wald sprach,“...lauert der Tod.“ Die Ernsthaftigkeit seiner Stimme, ließ keinen Zweifel an seiner Gewissheit der Wahrhaftigkeit seiner Worte.
Sein Blick war leer. „Doch hier,...“ sagte er und zeigte nun auf seinen Brustkasten, „...hier ist er bereits.“
Isabee war entsetzt. „Ich will so einen Unsinn nicht hören, also lass das.“
Ihr rutschte die Hand aus, wie man so schön sagte und sie gab Timmy eine schallende Ohrfeige. Zornig stand sie auf, doch dann war sie eher wütend auf sich selbst, als auf ihn. Sie kniete sich vor ihren weinenden Sohn und fasste ihn bei den Schultern.
„Es tut mir leid, Baby, aber...du darfst nicht einfach so vom Sterben reden, hörst du? Das tut Mommy weh. Ich...“
„Mom,...“ sagte Timmy und ergriff ihren Arm.
„...“
„...Lebwohl.“

Sie tauchte.

Korallen markierten ihren Weg, hinab ins Dunkle.
Flüsternde Schatten der Vergangenheit stiegen, wie Luftblasen, auf und nahmen Isabee die Luft zum Atmen.
Es war kalt.
Bill kam zurück. Isabee fand, dass er wie ein Tier wirkte, wie er da in der Tür stand und sie anstarrte. Das
Feuer, der im Zimmer verteilten Kerzen, reflektierte in seinen Augen und ließ sie gelb leuchten.
Mit polternden Schritten, betrat er den Raum und die kalte Luft des Scarwood wehte herein und ließ Isabee erzittern. „Hallo, Schatz.“ Seine Stimme war dumpf und unwirklich und schien ein Echo in ihrem Kopf zu erzeugen. „Ich bin zurück.“
Er schloss die Tür und verbannte die bitterkalte Nacht aus der Hütte, doch Isabee fror trotzdem. Irgendetwas an Bill schien anders zu sein, aber sie wusste nicht, was es war. Es hatte etwas mit seiner Silhouette zu tun. Sie schien geschliffen zu sein, wie ein vom Schmutz befreiter Dinosaurierknochen, doch welcher Art die Veränderung genau war, konnte Isabee nicht ergründen.
In seinen Händen hielt Bill mehrere Klafter Holz und eine Tasche, mit Zweigen und Geäst hing an seiner linken Schulter.
„Wo ist der Korb?“ fragte sie ihn und ihre Worte waren aufsteigende Luft, im Innern eines Vulkans. Bills Antwort war ein Grunzen.
Er ließ das Holz vor dem Ofen fallen und begann, das Feuer zu entfachen. Dazu benutzte er ein paar der Zweige, die er aus der Tasche kramte. Unentwegt murmelte er vor sich hin, als würde er beten.
Vorsichtig näherte Isabee sich ihm von hinten und hatte das Gefühl, auf dem Grund eines Sees, gegen die Strömung anzulaufen. Das allseits unbeliebte und berüchtigte Traumgefühl, zu rennen und nicht von der Stelle zu kommen. Es überraschte sie nicht einmal. Nicht nach all den merkwürdigen Erinnerungslücken und all den Zweifeln und Ängsten der letzten Zeit. Sie nahm es als gegeben hin, als etwas, auf das sie keinerlei Einfluss hatte.
Wenn nur diese gottverdammte Migräne nicht wäre.
„Schatz,“ begann sie, „weißt du wo meine Handtasche ist? Ich würde gerne eine Kopfschmerztablette nehmen.“ ... „Schatz?“
Bill hockte vor der offenen Ofenklappe und starrte in das auflodernde Feuer.
Wie er da so saß, sah er, im Widerschein des Feuers, aus, wie ein zu dünn geratener Buddha. Seine Haare waren kurz und Isabee dachte im ersten Moment, er hätte eine Glatze. War das heute morgen auch schon so gewesen? Verflucht, sie konnte sich nicht erinnern. Heute morgen hätte ebenso gut vor zwanzig Jahren sein können. Ihre Festplatte war leer, doch auf einmal konnte sie einen merkwürdigen Geruch wahrnehmen, der von Bill auszugehen schien. Er war dreckig und wild und erinnerte sie an den Geruch des Löwenkäfigs im Londoner Zoo. „Darling, sag doch was. Was...“ „Ich habe dir gesagt, dass ich einen Weg finden würde, um unserem Baby zu helfen und ich habe einen Weg gefunden.“
„Wie meinst du das? Wovon sprichst du?“ Bill stand auf und drehte sich zu ihr um. „Ich habe Opfer gebracht!“ Er schrie Isabee an und sie zuckte ungläubig zusammen. „Timmy hätte nicht sterben müssen, wenn ich vorher gewusst hätte, wie ich es hätte anstellen sollen. Ich hätte IHN schon früher um Hilfe bitten können, aber es ist noch nicht zu spät.“
Isabee sah sich hektisch um. Sie hatte keinen blassen Schimmer, was das für ein Spiel sein sollte, aber es gefiel ihr nicht. „Was hast du gesagt?“ Sie konnte nicht fassen, was sie gehört hatte. Sie blickte Bill fassungslos und entsetzt an.
„Was hast du gesagt? Timmy ist tot? Timmy...“ und da kamen die Tränen.
„Es war direkt vor meiner Nase, doch ich habe es nicht gesehen. Ich hatte nicht einmal den Gedanken in Betracht gezogen.“
„Timmy? Wo ist er? Was hast du mit ihm gemacht?“ Isabee schrie nun ebenfalls, doch Bill sah sie nur mitleidig an.
„Du hast alles vergessen, nicht wahr?“
Sie verstand nicht. Panik keimte in ihr auf. Etwas war geschehen, etwas...
„Timmy ist an einem Herzfehler gestorben, vor ungefähr einer Stunde, auf einer anderen Ebene der Realität. Am Independence Day.“ Isabee starrte Bill ungläubig an. „Erinnerst du dich denn nicht an die vielen Herzoperationen, die Timmy über sich hat ergehen müssen? Weißt du gar nichts mehr?“ Bill sah sie verächtlich an. Der Raum schien zu schrumpfen und sich zu krümmen. Ihr wurde schlecht. Der Raubtiergeruch lag schwer und bedrohlich in der Luft und sie hatte eine unerklärliche Angst davor, Bill in die Augen zu sehen. „Die Ärzte haben sich fieberhaft um ihn bemüht, wirklich. Sie haben sich echt Mühe gegeben, aber sie konnten Timmy einfach nicht helfen, doch nun bekommt er eine zweite Chance. Nicht auf dieser, aber dafür auf der nächsten Ebene.“
Bill nahm ihre Hände in seine...es wird alles gut...und blickte ihr in die Augen.
„Du musst mir glauben.“ Er sprach sanft und ohne Wut in der Stimme, als ob alles nur ein großes Missverständnis wäre, dass sie nicht begreifen könne.
„Ich hatte keine andere Wahl. Ich musste es tun.“
Isabee schluchzte. Sollte das wahr sein? War Timmy wirklich tot?
„Aber...was für Ärzte...was meinst du? Ich verstehe dich nicht!“
Sie weinte und wenigstens das kam ihr bekannt vor.
„Ich habe einen Pakt geschlossen, mein Schatz. Ich konnte zurückkehren, um es zu einem anderen Ende zu führen, doch alles hat seinen Preis, verstehst du, was ich meine?“ Er blickte sie höhnisch grinsend an.
„Nein,“ schrie sie ihn an. „Von welchem Pakt sprichst du?“
Sein Blick wurde finster und alles Menschliche verschwand aus seinen Zügen.
„Timmy erhält eine zweite Chance, das habe ich mit meinem Blut besiegelt.“
„Wie..“ begann sie, doch auf einmal erschien dieses Bild vor ihrem inneren Auge, dieses Bild mit dem aristokratischen Kopf und sie wusste, was das für ein Vertrag gewesen war, den ihr Mann da unterzeichnet hatte.
„Du hast deine Seele verkauft?“ Isabee war völlig außer sich, doch er starrte sie nur an und sagte: „Nicht meine. Deine!“
Er baute sich vor ihr auf und sie sah, dass das Ding, das vor ihr stand, nur noch entfernt Ähnlichkeit mit dem Vater ihres Kindes hatte. „Hast du nicht gesagt, dass du dein Leben für Timmy geben würdest, wenn es erforderlich sein sollte? Nun, ich gebe dir dazu Gelegenheit und glaub mir, mein Schatz, es ist unbedingt erforderlich.“
Sein Hals streckte sich und seine Finger wurden zu Klauen. Haare wuchsen überall auf seinem Körper. Die Kleidung zerriss und legte Bills, sich verändernden, Leib frei.
Isabee schrie. Sie war zur Wand zurückgewichen, doch nun realisierte sie, dass sie sich in einer Sackgasse befand.
Das Bill-Ding warf sich auf den Boden...Gelenke knackten...die Verwandlung schritt voran...Blut kam in Wallung... und Isabee würde nicht viel Zeit haben, bis das Raubtier bereit war, sich geifernd auf sie zu stürzen und sie zu zerfetzen.
Isabee rannte ins Wohnzimmer, während die Schmerzensschreie der Kreatur, die einmal ihr Ehemann gewesen war, durch das Haus hallten und versuchte verzweifelt, sich, in der Düsternis, die nur von, an den Wänden befestigten, Kerzen erhellt wurde, zu orientieren.
Ihr Blick blieb über dem Kamin hängen. Der Wolf heulte nicht mehr, sondern stierte sie an. Entsetzt lief sie aus dem Haus.
„Wo bist du?“ Die Schreie des Bill-Dings tönten in ihren Ohren. „Deines für seines. Du hast es VERSPROCHEN!“
Die Stimme klang zwar, wie die Stimme ihres Mannes, doch es war eine hässliche, beleidigende Abart davon, die sie in Tränen ausbrechen ließ.
Weinend lief sie in den Scarwood hinein.

Der Wald war ein Labyrinth.
Bedrohlich ragten tote Bäume, skelettgleich, aus dem Erdreich und streckten ihre schwarzen Krallen nach ihr aus. Nebel bedeckte den Boden, wie ein Leichentuch.
Es war finstere Nacht und, auch wenn Isabee bei ihrer Ankunft vergebens danach gelauscht hatte, konnte sie nun in der Ferne den einsamen Ruf eines Käuzchens hören. Sie hatte Angst und spürte schon eine, sich nähernde, Panik heranstampfen, doch plötzlich erinnerte sie sich an etwas. Es war etwas, das ihr Daddy mal zu ihr gesagt hatte.
Isabee schloss die Augen, berührte ihren inneren Kern und kam zur Ruhe.
Ihr Geist war vollkommen klar und sie sah...den zweiten von links...den Weg, den sie gehen musste. Sie war auf Kurs. Der zweite Pfad, der hinter einer Dornenhecke versteckt war, führte sie auf einen Weg, der an einem Friedhof endete. Mit klammen Fingern öffnete sie das knarrende Tor ...OhNeinOhNeinOhNein...und betrat das unwirkliche Gelände. Im Zwielicht der Teerfackeln, die bei den Gräbern standen, konnte sie die windschiefen Kreuze, die Grabsteinreihen und den Eingang der nahegelegen Leichenhalle gut sehen.
Bills Schreie oder besser gesagt, die Schreie des Dings, zu dem er geworden war, erklangen in der Ferne, doch sie schienen schon erheblich näher zu sein, als das vorherige Mal. Beim Dritten gewendet...
Es begann zu regnen und der ferne Donner kündigte ein sich nahendes Gewitter an.
Isabee lief. Der Boden unter ihren Füßen wurde zu Matsch und sie blieb, mit ihren Schuhen, mehrmals stecken. Vor dem dritten Grab der ersten Reihe blieb sie stehen und erstarrte. Als sie die Inschrift, auf dem Stein, las, verließ sie alle Hoffnung, wie der Nachhall eines zu lange gehegten und nie in die Tat umgesetzten Wunsches und sie fiel auf die Knie und weinte.
Auf dem Grabstein stand:

IN ERINNERUNG AN UNSEREN LIEBEN SOHN

TIMOTHY BALTHASAR MCLANE

17.03.1973 - 01.04.1984

Der wille des Herrn ist unergründlich.
Marcus – A.4 - V.7

Es stimmte also. Timmy war tot.
Sie würde ihn nie wieder in die Arme schließen oder ihm eine Gutenachtgeschichte vorlesen können. Er war für immer weg.
„Nicht zwingend!“
Das Bill-Ding stand in der Pforte und starrte sie an.
„Nicht zwingend für immer!“ Die Stimme hatte kaum noch etwas Menschliches.
Isabee reagierte blitzschnell...beim Dritten gewendet, die Erste danach...und lief den Gang entlang, an dessen Fuß das Grab ihres Sohnes lag. Sie lief und lief, bis sie nicht mehr konnte, doch dann sah sie, die erste...eine Lichtung im Wald...Möglichkeit, sich zu verstecken...ein hohler Baum...und sie kroch hinein und wartete...

...bis...
„...wenn der am Schlagmal steht, dann...“
...sie die Augen öffnete.
YOU´RE
JUST A MEMORY, OF A LOVE IT USE TO BE!!!
Sie war wieder im Buick und hatte ihre schwarze Handtasche auf dem Schoß.
Timmy saß auf dem Rücksitz und studierte eifrig seine Baseballkarten. Babe Ruth war uninteressant geworden. Mickey Mantle, war der Mann der Stunde. Ehrfürchtig blickte der Junge die Karte an und irgendwo, in seinem Hirn, wartete der Jingle eines Reisebüros darauf, gesungen zu werden.
Das Gebläse des Wagens hatte die Luft angenehm erwärmt.
Mit ziemlich konstant achtzig Meilen in der Stunde, flog die Landschaft am Fenster vorbei, trist und abgegriffen, grau und nichtssagend. Isabee drängte sich das eigentümliche Gefühl auf, dass sie im Kreis fuhren und der Highway wirklich endlos war. Aber...war Bobby Garfield nicht dieser kleine Junge aus „Atlantis“ gewesen, der sich erst in Jack, dann in Ralph und zum Schluss irgendwie in Piggy verwandelt hatte?
„Schatz?“ Bill sah sie besorgt an.
„Geht es dir nicht gut?“
Sie zwang sich zu einem Lächeln und blickte ihn an, doch es war nicht Bill, der den Wagen lenkte, sondern ein Kerl mit einem knallroten Kopf und zwei langen, spitzen Hörnern. Er trug eine Art Brille. Sein Anblick erinnerte an einen kampfbereiten Hooligan in der Westkurve, dessen Mannschaft gerade verloren hatte und vor dem man sich besser in Acht nehmen sollte.
Die Gestalt lachte und trat auf das Gas. Mit der rechten Hand hielt sie das Lenkrad umklammert, während sie in der linken Hand eine Jack-Daniels Flasche schwenkte und mehrmals zu einem, nicht vorhandenen, Mund führte, doch sie schien, obwohl sie direkt neben Isabee auf dem Fahrersitz saß, transparent und nicht wirklich körperlich zu sein.
„Geht es dir nicht gut, MEIN SCHATZ???“
Das Ding lachte irre und sein Atem stank nach Alkohol und Farbe. Mittlerweile hatten sie fast einhundertundfünfzig Sachen drauf und die Karosserie des Wagens vibrierte bedenklich, als wolle sie in ihre Einzelteile zerfallen. So was hatte Isabee mal in einem Science-Fiction-Film gesehen, nur dass es sich in dem Film um ein Raumschiff gehandelt hatte, dass beim Wiedereintritt in die Atmosphäre auseinandergebrochen war. Dieses Bild hatte sie jetzt vor in ihrem Kopf...wir passieren die Venus, haltet euch die Nase zu... und dann kam ein zweites Bild, aus der Tiefe ihres Geistes an die Oberfläche gekrochen, doch es trug seinen Namen nicht mehr zurecht, denn das Ding...Rouge...saß am Steuer des Buick und fuhr ohne Umweg in die Hölle. Folglich trug das Bild, in Isabees Wohnzimmer, wohl jetzt lediglich den unspektakulären und künstlerisch wertlosen Titel: 1924.
„Los,“ begann das Ding, das am Steuer saß, erneut. „Frag mich, wohin wir fahren, du Schlampe! Los, trau dich!“ Sie weinte. „Ich will es nicht wissen, ich...“ Sie blickte auf die Rückbank. Timmy war verschwunden. Das Leder der Sitze spannte sich und mit schneidenden Geräuschen bohrten sich Äste und Zweige durch die Bezüge und wuchsen in den Innenraum des Wagens hinein. Binnen kürzester Zeit, waren sie überall. Es gab kein Entrinnen. Der Tacho hatte aufgegeben, irgendetwas anzuzeigen und war schon seit einer Weile bei zweihundertunddreißig Mph stehen geblieben, doch Isabee spürte deutlich, dass sie um ein Vielfaches schneller fuhren. Die Fliehkraft drückte sie brutal in den Beifahrersitz. Im Zeitraffer wuchs der Scarwood aus der Rückbank, wie die Rosenzucht einer Gärtnerin mit einem grünen Daumen und wucherte in den Fußraum. Isabee löste ihren Gurt, hoffte, dass das Kandinsky-Ding mit dem Fahren zu abgelenkt war, um sie aufzuhalten und öffnete die Wagentür.
„Was tust du?“, bellte es sie wütend an.
„Ich beende es,“ schrie sie ihm entgegen. Mick Jagger schrie auch.
Zuerst wollte die Tür nicht aufgehen, doch als Isabee sie ein kleines Stück gegen den Fahrtwind hatte pressen können, wurde sie aus den Angeln gerissen und weggeschleudert, als sie einen Grenzstein streifte. Isabee hatte Glück, dass sie die zurückschlagende Tür sofort hatte loslassen können, ansonsten hätte sie ihr vielleicht den Arm zerschmettert. „Wenn du das tust, wirst du sterben, du Miststück!“
Der Rote war stinksauer, das konnte man in seiner Stimme hören, doch er hatte tatsächlich zu viel damit zu tun, nicht die Kontrolle über den Wagen zu verlieren, der mit doppelter Lichtgeschwindigkeit zu rasen schien...dringen in Welten und Galaxien vor, die noch nie ein Mensch zuvor gesehen hat..., doch da war noch etwas anderes in den Schreien des Monsters zu hören. Verzweiflung? Isabee hoffte es.
Sie blickte das Ding noch einmal an und dann...

...sprang sie.

+

Alles war schwarz. Sie konnte nichts erkennen, außer das, was sich ihr, im Licht der Sterne, von der Umgebung, offenbarte. Merkwürdige Sterne waren das, die da am Himmel hingen. Sie waren, einer wie der andere, perfekt konstruiert und mit fünf gleichmäßigen Zacken versehen. Einer war größer, als alle anderen. Er war der Mittelpunkt einer Konstellation, die sie sich ausgedacht hatte. Die Sterne, die sie sah, waren aus fluoreszierendem Plastik und hingen an der Decke ihres Schlafzimmers in Roadbury Creek.
Isabee drehte ihren Kopf zur Seite, sah die Digitaluhr...12:03 p.m....und fuhr hoch. Wie eine Blinde, stolperte sie aus dem Bett und tastete sie sich zum Lichtschalter. Rouge 1924 war das erste, das sie sah, als das Licht anging. Die Tür zum Wohnzimmer war weit geöffnet und außer dem Bild, konnte sie Gegenstände auf dem Boden liegen sehen. Im Näherkommen stellte sie fest, dass es sich um Spielsachen von Timmy handelte. Ein großer Plastik-Bagger von STATIC FOR YOU, ein paar Masters-of-the-Universe-Figuren und ein ganzer Haufen Miniaturautos von Matchbox und HotWheels. Fassungslos lief sie in Timmys Schlafzimmer und fand ihn, schlafend in seinem Bett, vor. Grüblerfalten lagen auf seiner Stirn. Möglicherweise hatte er einen Alptraum. „Timmy!“ Sie packte ihn an der Schulter und versuchte ihn wachzurütteln. „Wach auf!“ Timmy öffnete seine Augen und blickte sie verschlafen an. Er schien nicht zu wissen, wo er war. „Mom. Was...“, er gähnte laut und ausgiebig, „...was ist los?“ Timmy sah auf die Mickey Mouse-Uhr, die an der Wand hing. „Es ist mitten in der Nacht.“ Dann blickte er sie an.
„Hast du wieder von Dad geträumt?“ Isabee wusste nicht, was Timmy damit meinte. Sie sah ihn fragend an. „Mom...“, begann er, „...seit Dad verschwunden ist, bist du irgendwie anders geworden. Du lachst kaum noch.“ Der Junge schluckte und suchte nach den passenden Worten, verschlafen, wie er war. „Er fehlt mir auch, Mom.“ Isabee nahm ihren Sohn in den Arm und weinte hemmungslos. Das Bild im Wohnzimmer wich, gleich am nächsten Morgen, Pablo Picassos Büste einer Frau.



Einstell-Datum: 2004-09-17

Hinweis: Dieser Artikel spiegelt die Meinung seines Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung der Betreiber von versalia.de übereinstimmen.

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