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Mehdorn und das Berliner S-Bahn-Chaos
Autor: ArnoAbendschoen · Rubrik:
Sonstiges

Dass die Berliner S-Bahn heruntergewirtschaftet, ausgeplündert und nur noch eine Ruine ist, dürfte leider allgemein bekannt sein. Wie konnte es dazu kommen, wer trägt Verantwortung? Abendschön konnte sich der Frage mit einiger Muße widmen – er hat gerade eine geplante einwöchige Reise nach Berlin storniert.* Eine Millionenstadt ohne funktionierenden Nahverkehr ist kein verlockendes Reiseziel.

Schon seit Juni 2009 ermittelt die Staatsanwaltschaft und zunehmend fällt in den Pressemeldungen und Kommentaren der Name Mehdorn. Mehdorn? Da war doch mal was … Mehdorn und die Heidelberger Druckmaschinen: Abendschön erinnert sich dunkel. Und schlägt nach bei Wikipedia unter Mehdorn. Und findet eine überraschende Parallele zum Aufstieg und Fall von Deutscher Bahn und Tochter Berliner S-Bahn. Das muss jetzt einfach wörtlich zitiert werden:

„Im Oktober 1995 wechselte Mehdorn zur Heidelberger Druckmaschinen AG. Mehdorn erweiterte den Druckmaschinenhersteller durch eine Expansionsstrategie zu einem Universalanbieter und brachte das Unternehmen am 8. Dezember 1997 an die Börse. Die zahlreichen Übernahmen, Zukäufe und Erweiterungen des Produktsortiments in den vier Jahren betrafen insbesondere den Bereich des Zeitungsdrucks. In dieser Zeit verdoppelten sich Umsatz, Mitarbeiterzahl und Gewinn … Unter Mehdorn weitete der Weltmarktführer für Druckmaschinen sein Produktportfolio aus und entwickelte sich von einem reinen Maschinenbauer zu einem Anbieter von Drucksystemen. Die zahlreichen Zukäufe belasteten jedoch das Unternehmen dauerhaft finanziell stark und die Heidelberger Druckmaschinen AG geriet in Existenznot. Nach Mehdorns Abgang wurde das gesamte neu hinzugekaufte Portfolio zur Rettung der angeschlagenen Heidelberger Druckmaschinen wieder verkauft.“

Auch bei der Deutschen Bahn blieb Mehdorn diesem System Mehdorn treu: Expansion weltweit, rasante Bergfahrt von Umsätzen und Gewinnen, immer das Eldorado Börse im Blickfeld. Und jetzt: Wie gewonnen, so zerronnen. Die Krise der Tochter Berliner S-Bahn zeigt wie in einem Brennglas das tief Unsolide dieser Art von Unternehmensführung. War die Tochter nicht willig, nämlich zur exorbitanten Gewinnabführung, dann gebrauchte man Gewalt. „Nicht ärgerlich, sondern kriminell“, titelt der „Tagesspiegel“ und ermuntert die Staatsanwälte sehr nachdrücklich, alle Schlampereien, Machenschaften und Nötigungen von Untergebenen aufzuklären und anzuklagen.

Wer aber trägt für Mehdorn Verantwortung, wer hat ihn ins Amt gebracht und dort lange Jahre gegen massive Kritik gehalten? Kanzler Schröder (SPD), Kanzlerin Merkel (CDU) und Minister Tiefensee (SPD).


*Geschrieben im September 2009. Was hat sich seitdem geändert? Es ist noch schlimmer gekommen. Die Misere ist zum Dauerzustand geworden. Und die Politik als Hauptverantwortlicher? Ist hilflos, ratlos und vielleicht auch interesselos.


Einstell-Datum: 2011-01-03

Hinweis: Dieser Artikel spiegelt die Meinung seines Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung der Betreiber von versalia.de übereinstimmen.

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