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Reisebericht YUCATAN (MEXICO)
Autor: gert klimanschewski · Rubrik:
Reiseberichte

Dokumentation: Reisebericht YUCATAN in Mexico
more -- http://www.gertomat.de/mexico/mexico.html
(25.5-10.6.2005)

BERLIN - YUCATAN

Ich möchte vorwegnehmen, dass so ein Reisebericht nur eine subjektive Meinung wiedergeben kann. Sicherlich bin ich an manchen Stellen bemüht, objektive Sachverhalte zu berichten. Aber ansonsten ist dies ein Bericht, der geprägt ist, von meinen ganz persönlichen Ansichten und Erlebnissen.

Im Mittelpunkt meines Berichts steht der "Individualreisende", nicht das "All-inclusive Angebot" der großen Reiseveranstalter. Manchmal kreuzen sich die Wege, doch wer Mexico kennen lernen will, speziell die Halbinsel Yucatan, der sollte sich allein, oder mit Freunden auf die Socken machen und den Menschen, sowie der Natur so nahe kommen, wie es nur möglich ist.

Gedanken vor der Reise

Ich war noch nie Mexiko, wollte aber schon seit vielen Jahren dahin, da ich mich schon seit Jahren mit der Geschichte der Maya befasse und 1993 angefangen habe, darüber einen Roman zu schreiben, der noch vollendet werden muss.

Über Mexico selbst habe ich mich noch nie aktuell informiert und so stand ich plötzlich völlig überrascht da, als ich ganz spontan, über Ebay, ein verdammt gutes Ticket nach CANCUN ergattert hatte. Jetzt hieß es schnell die nötigen Informationen zu bekommen. Freunde von mir, waren vor 9 Jahren dort und konnten mich mit Infos voll pumpen. Dann noch ein Reiseführer, den mir meine Freundin schenkte und los ging's.

Beginn der Reise

Schon seit vielen Jahren habe ich keinen Abenteuerurlaub mehr unternommen. Da waren meine Kinder wichtiger und die Reisen mit ihnen waren immer toll, aber doch in einem relativ gut geplantem touristischem Stil, so dass die Gören nicht überfordert wurden – OK, da gäbe es auch noch mehr drüber zu sagen, denn als meine Partnerin damals mit dem zweiten Kind im 5.Monat schwanger war und unsere 1.Tochter gerade ein Jahr, habe ich sie überredet im Atlantik (Kanarische Inseln) eine Segeltour mitzumachen, und wir kamen nachts in einen Sturm, der es in sich hatte – Man kann sich nicht vor allem schützen und ein Erlebnis war es allemal, wenn es auch hätte böse ausgehen können! Ein ähnlich großes Segelschiff lag im Hafen und hatte Mastbruch erlitten.

Tourismus Info:
Mit der Bahn nach Frankfurt (Fly and Rail[50€ hin und zurück, direkt mit dem Flug buchen!!])

Als ich vor vielen Jahren begann einen Roman über die MAYA zu schreiben, wusste ich nicht viel über deren Geschichte. Allenfalls ein paar Eckdaten, die ich über meine Wissbegierde in Sachen menschlicher Geschichte aufgeschnappt hatte. Doch in meinem Kopf waren schon Bilder und Mythen entstanden. Als Autor mag ich es, phantasievoll zu schreiben, möchte jedoch nicht die Realität völlig verklären. Ich weiß noch, es war kurz vor Weihnachten 1992, als ich meine Geschichte zu schreiben begann. Ruhige Tage, meine erste Tochter war ein ¾ Jahr alt. Ein Roman sollte es werden und darin sollte die Geschichte der "Neuen Welt", neu geschrieben werden. Um der Realität sehr Nahe zu kommen, beschaffte ich mir viele Bücher. So begann meine Faszination für dieses Volk.
Bis vor kurzem war ich noch nie in ihrem Land. Die Historie der MAYA, angefangen von den Olmeken, ist bis heute noch nicht vollständig geklärt. Vieles hat man verstanden, doch gerade ihre Entstehung bleibt meines Erachtens bis heute im Dunkeln.
So faszinierend ihr Leben im Tiefland des Petén, Chiapas, Quintana Roo, Yucatan, Campeche, Tabasco, Belize und Guatemala auch gewesen sein mag, so hart und grausam waren ihre Kriege und ihre Rituale, die jedoch von einem tiefen Glauben, an die alles lenkenden Götter zeugen. (Mehr über ihre Geschichte...)
Ihre Religiösität war fundamentalistisch und hat ihr Leben bis ins kleinste Detail bestimmt. Es war eine Kastengesellschaft, in der die Fürsten gleich den Göttern waren, sie waren eine direkte Inkarnation derer. Sie hatten Priesterschaften mit wissenschaftlichem Ehrgeiz, sowie angesehene Krieger-Zünfte. Auch Handwerker hatten besondere Bedeutung. Der Rest der Populationen schuf die Grundlage für die Ernährung.

Endlich, ich sitze im Zug und mein Ziel kommt näher. Ich reise so gerne und immer wenn ich Deutschland verlasse, verlassen mich auch einige unliebsame Gefühle. Der soziale Druck, der Stress, die deutsche Monotonie, - alles bleibt am Bahnsteig zurück. Komme ich in ein anderes Land, fühle und denke ich sofort auch anders.
Wie wird das wohl in Mexico sein?
Ich bin gespannt!


Der erste Tag:
Angekommen in Mexico – 'Aeroporto CANCUN'

Noch im Flugzeug rede ich mit ein paar Leuten, vielleicht waren sie ja schon in Mexico und haben einige Tipps für mich. Doch die Meisten machen "all-inclusive Urlaub". Ich will Land, Leute und die Ruinen besuchen, vielleicht finde ich ja noch 'ne/n Abenteurer/in?
Der Schock kommt schon in der Gangway, tropische Schwüle mit 95% Luftfeuchtigkeit und es ist heiß. Endlich in Mexico und endlich wieder rauchen. Ein Tipp von einer Mitreisenden "Puerto Morelos", nicht weit weg von hier.
CANCUN Ade – Ich werde es nicht zu Gesicht bekommen! Cancun ist in den 70zigern am Reißbrett erschaffen worden und die Hochburg des Allinclusive Tourismus. "I'm not interested!" Aber wer es liebt, so zu reisen, der ist auch dort gut aufgehoben, es bietet alles was das Herz begehrt.

Suuuuuper -- alles gut gelaufen.

Endlich in Mexico, zuerst der Hitzeschock, 95% Luftfeuchtigkeit und ~33°C im Schatten. Habe gleich einen guten Tipp bekommen und bin schnell weg von CANCUN nach Puerto Moreles, ein kleines Fischerdorf. Auffällig war sofort die Freundlichkeit der Mayanpeople. 'Hola' hier, 'Hola' da – Mein erster Eindruck, nachdem ich mir mit der Studentin Kerstin ein Zimmer genommen habe, "Preiswert und schön". Sachen abstellen und im Dunkel an die Beach: "Türkisblaues Wasser, badewannenwarm – hapuih, ...Mexico ich bin da!".

Nach dem warmen Nachtbad, wandern wir gelassen zurück durch die drei Straßen von Puerto Morelos und plötzlich weht uns ein harter Sound von elektrischen Gitarren entgegen. Verblüfft schauen wir uns an und der Sound wird lauter. Wir stehen an der kleinen Mauer zu einer Bar. Auf einer kleinen Bühne spielt ein Weißer, der gut 60 sein muss und sein Mexican Freund. Beide haben die Augen geschlossen und spielen den Blues von John Lee Hooker. "That´s Puerto Morelos", wir kehren ein.
Als erstes zwei Magherita, Beifall spenden und ein Grinsen über das ganze Gesicht. Außer uns sind noch ca. 6 Leute in der Bar, die bunt und lustig ist. Kurz darauf kommt ein großer US Amerikaner an den Tisch: "Hey, I'm Dave, where are you from?"
"We're from Germany!" Dave ist hier in Mexico vor 20 Jahren gestrandet und will nicht mehr in den USA leben. Er hat ein Haus in Belize, macht Geschäfte und kommt so hin und wieder in die Staaten, will aber wirklich nie mehr dort leben. Na, worüber haben wir wohl gelästert?

"Bush is not the way!"

Nach ein paar Bier und 4 Tequila war eh alles egal. Die beiden Bluesbrothers spielten am Abend in der kleinen Bar noch den Life-Blues von J.Lee Hooker und anderen rauf und runter – "La vida es bueno".

Schon am nächsten Tag kann ich die Füße nicht stillhalten, ich will zur Insel Cozumel, nicht weit von hier. Kerstin ist mehr für Entspannung. Trotz eines leicht angeschwollenen Kopfes, starte ich um 8 Uhr mit dem Bus. Circa 1 gute Stunde Fahrt und ich stehe in 'Playa del Carmen', einer der größten Touristen Hochburgen hier an der Küste. Überall Amerikaner, die wie ich, nun auf die nächste Fähre warten. Hier am Hafen sind Hotels, Restaurants und alles ist auf eine stoßweise Massenabfertigung eingestellt. 'Playa del Carmen' ist eine touristisch erschlossene Kleinstadt a´ la Spanien. Auch die 'Isla Cozumel' baut komplett auf Tourismus, aber ein Besuch lohnt sich dennoch.
Auf Cozumel hatte ich endlich die langersehnte Begegnung mit den ersten MAYA Ruinen, inmitten der Insel befindet sich 'San Gervasio'. Außer mir waren noch 5-6 Leute dort. Es war göttlich still und nachdenklich heiß. Leguane kreuzen den Weg, der größte ungefähr 1,2m mit Schwanz, sie lassen sich aber nicht verschrecken. Die ersten Super Fotos, so hoffe ich jedenfalls.
Ich hatte mir einen Scooter (Roller) geliehen und bin auch auf die Rückseite der Insel gefahren. Hier sind Hunderte kleiner leerer Buchten an ca. 3o Kilometer langer wilder Küste. Hier sind auch eine deftige Brandung mit richtigen ozeanischen Wellen, für jeden Surfer ein Paradies. Alle paar Kilometer gibt es ein Restaurant, bzw. eine Strandbar. Ansonsten kann man hier sehr schön allein sein.
Ein paar Stunden pralle Sonne reichten wieder einmal, um aus dem Käse-Gringo einen Lobster zu machen.

Pläne umgeschmissen

...Soweit ich welche hatte. Am zweiten echten Urlaubstag, habe ich mich spontan entschlossen Kerstin ein Stück ihres Weges zu begleiten, die nach Campeche will, um dort eine Freundin zu besuchen. Für mich wird es nur eine Zwischenstation, denn ich will nach 'Palenque' in Chiapas. Es ist eine der bedeutendsten Ruinen.
Am Mittag, nach 6,5 Stunden im Bus, erreichen wir Campeche und um 23,30 wird es dann weiter nach Palenque gehen, weitere 5 Stunden -- hasta luego amigos .

Campeche hat eine wundervoll restaurierte Altstadt im spanischen Kolonialstil. Freunde von Kerstin bringen mich ins "monkey hostels", die erste Adresse am Platz für Traveler. Viele junge Leute treffen sich hier, um ein paar Nächte mal wieder in einem Bett zu schlafen. Es ist billig und die Leute sind alle international gut drauf. Internet for free. Monkey hostels liegt in der Calle 10, direkt an der Kirche 'Iglesia San Jose'. Ich wandere in der Nachmittagshitze durch die Altstadt, bis zur Festung, die die Stadt gegen Piraten
sichern sollte. Die Zeit scheint stehen geblieben zu sein, und die Menschen bewegen sich im Zeitlupentempo.
Am Abend ist auf dem großen Platz ein Fest mit vielen Ständen und Musik. Ich führe rege Gespräche mit den anderen Reisenden im 'monkey hostels', tausche mich mit einem Mexikaner über Musik, Historie und Politik aus.
Dann ziehen schwarze Wolken am Himmel auf und mit dem Sonnenuntergang gibt es ein mächtiges Gewitter. Einen Moment später, wir sitzen gerade am Computer und sind im Internet – Zack – Und alles ist duster, nicht nur im Monkey hostels, sondern im ganzen Stadtviertel – "Fiesta negro" – könnte man sagen, aber es braucht nur 1 Minute und alles wird wieder erhellt. Von wegen, mexikanische Trägheit.

So heftig der Regen auch war und die Straßen unter Wasser gesetzt hat, so abrupt ist er nach gut 1,5 Stunden wieder erloschen und es ist warm wie eh und je. Ich packe meine Klamotten und mache mich auf den Weg zur Autobusstation von A.D.O., die gesündeste Alternative des Reisens in Yucatan. Die Busse sind vollklimatisiert, eher oft zu kühl, bequem und leider laut, da man ständig Filme abspielt. Wer wirklich müde ist, hat eine Chance zu schlafen, wer nur in einen Halbschlaf fällt, wird jäh von Knaller-Baller Schießereien geweckt.
Ich kann es kaum glauben, dass es gerade der zweite Urlaubstag ist, denn ich fühle mich schon ganz heimisch, bin aber doch geschafft, nachdem langen Flug und in den letzten zwei Nächten habe ich kaum mehr als 2 mal 4 Stunden geschlafen, eher noch weniger.
Um 23.30 legt pünktlich mein Bus ab und es geht nach Palenque. Ich schlafe ein wenig.

4.15 Uhr, fast wie jeden Morgen , erwache ich kurz vor der Autobusstation von Palenque.
"Urlaub? Nein danke, ich schlief kaum mehr als 3-4 Stunden, ist auch tierisch heiß, selbst in der Nacht."

Palenque ist anders.
Palenque

Hier überkommt mich in der Nacht das erste Mal ein Gefühl der wirklichen Fremde. Ich bin im Augenblick die einzige Weißhaut und alles hat einen wirklich exotischen Touch. Im Dunkel der Straßen ist kaum etwas zu erkennen, doch die Geräusche sind verheißungsvoll. Im Gegensatz zu Campeche und Yucatan ist in Chiapas echter tropischer Regenwald, womit ich den subtropischen nicht beleidigen will. Echt ist der andere auch, aber subtropisch und hier ist tropischer Regenwald mit Bäumen von 40-60 Meter Höhe und Stammdurchmessern von mehr als 2 Meter. Die letzten Meter der Landstraße ließen es vermuten, aber ich muss auf den Tag warten, um mich zu orientieren. Allein unter Fremden, na ja, da merkt man wieder die ganzen Vorurteile, die in einem stecken. Vorsichtig bestelle ich mir einen Kaffee von einem Straßenhändler, ich fühl mich selbst eingeschüchtert, erkundige mich dennoch nach der Agency Kukulkan, von der ich gehört habe. Sie ist nur ein paar Meter entfernt, öffnet aber erst um 7.00. Diese wohlschmeckende Luft einatmen, auf die Klamotten aufpassen, ich bin scheiße misstrauisch. Kurz vor 6.00 Uhr dann endlich ein Pärchen aus Deutschland. Mathias und Inka aus Bayern, das schafft Abwechslung. Sie teilen mir ihre Pläne mit und ich ihnen meine, die Planung für die nächsten zwei Tage läuft. Die Travel Agency Kukulkan öffnet um 7.00 pünktlich und wir erhalten den Tipp, im Hotel/Pension Avenida einzuchecken. Es liegt gleich auf der anderen Straßenseite. Von außen unscheinbar, bis wir auf den Innenhof kommen, wo uns ein großer blauer Swimmingpool anlacht. Die Leute sind sehr freundlich und man bezahlt zu zweit gerade 15$ pro Nacht. Ich allein leider 12$, aber das ist ein Tarif, der sich sehen lassen kann. Nicht vergessen, wir haben hier Regenzeit, in der Hochsaison kostet alles gut doppelt so viel.
Wäre aber für den Komfort immer noch akzeptabel.
Klamotten weggepackt, in den Swimmingpool gesprungen, dann eine Fahrt nach TIKAL für den nächsten Tag gebucht und auf nach Palenque, der alten MAYA Stadt, die um 8.00 Uhr öffnet. "Schlafen? Nein, danke!"
Nebenan gibt es den Laden "Maxi Tortas", das sind sozusagen Hamburger hinter denen sich Doppelwhopper, Big-Mac & Co verstecken können. Aber sie sind nicht nur größer, sondern auch besser belegt und obendrein deutlich preiswerter. Einer davon, ist gleich ein Mittagessen J.
Palenque, da wohne ich im Augenblick und kann's kaum glauben.
Um 8.00 Uhr betreten wir die alte Stadt, wir fahren mit einem TAXI hin, da die Ruinen in einem Naturreservat liegen. Der Besucherstrom ist schwach, zum Glück. Es ist so überwältigend, dass ich die Worte noch nicht zusammenbringe, um es annähernd zu beschreiben. Ein Naturpark -- und wenn man sich vorstellt, das nur knapp 10% der alten Stätte freigelegt sind und man oben auf einer der Pyramiden steht und weiß, dass einst zur Blütezeit, weit mehr als 20.00 Menschen hier lebten, dann entschwindet man in eine ferne Zeit -- Ein Paradies, so meint der Romantiker –.
Tatsächlich betritt man Palenque heute zuerst einmal mit dem Eindruck eines Naturparkbesuchers. Bäume und andere Pflanzen überwältigen, bis dann vor einem, eine froschgrüne intakte Wiese auftaucht, aus der sich die massiven Tempelbauten der MAYA empor erheben.
Gigantisch und malerisch zugleich. Man fühlt nicht einen Deut weniger Ehrfurcht, als bei den griechischen Bauten in der Türkei, gleichbedeutend wie Ägypter, Inder, Khmer oder Chinesen.
Begreift man die Liebe zur Symmetrie und Numerologie der MAYA, dann erkennt man, dass jedes Gebäude einen festen Platz im architektonischen Kosmos der MAYA hat. Zahlen wiederum bedeuten den Zugang zur Zeit und der Astronomie, Astrologie und ihrer gesamten Mythologie. Keine Zahl ist ohne Bedeutung, das macht die Mathematik der MAYA so angenehm, sie ist bei weitem nicht so abstrakt wie unsere und nur Teil einer Gesamtsprache.
Die gesamte Welt und das Leben in ihr, findet in bestimmten Stadien statt. Auf Ebenen, in Räumen oder Zeiträumen, die alle durch Zahlen fassbar gemacht sind, möchte man sie jedoch verstehen, muss man tiefer gehen. 7 (natürliche) Öffnungen hat ein Mensch in seinem Körper. 9 bewegliche Hauptstellen am Körper (Gelenke). Sie rechnen mit dem Vegezimalsystem (20), was eigentlich logisch ist, denn der Mensch hat nicht nur 10 Finger, sondern auch 10 Zehen.
Überall werden die Zahlen angedeutet, die Farben kann man nur noch vermuten. Steht man auf Palenques Observatorium und überblickt die Fragmente der Bauwerke, die aus einem geschlossenen Blätterdach hervorlugen, muss man begreifen, dass hier alles voller farbenprächtiger Gebäude war, während die Bewohner ihren alltäglichen Arbeiten nachgingen. Ein sehr Aufgaben erfülltes Leben, bis hin zur absoluten Opferungsbereitschaft, denn verabredete Kriege waren an der Tagesordnung. König Pacal ist wohl ca. 86 Jahre alt geworden und hat viele Jahrzehnte regiert. Alle großen Fürstentümer hat er seiner Zeit unterworfen und die MAYA durchlebten eine Blütezeit. Alles geschah wohl um 800 nach Chr., in der sogenannten klassischen Zeit. Däniken hielt ihn für einen Astronaut, und in der Tat berichten die Legenden der Hopi, die anatomisch auch sehr klein sind, von Begegnungen mit Außerirdischen in ihren Mythen. Die Spanier haben bis auf 3 Fragmente, alle Codizes (Faltblatt Schriften von mehreren Metern Länge) vernichtet, die die komplette Mayageschichte enthielten. Wie einst die Römer, die die ägyptische Literatur verbrannt haben.
Vieles bleibt rätselhaft, doch imposant ist die Stimmung in Palenque allemal.

Palenque ist ein wundervoller Park mit ausgedehnten Wiesen, die die Bauwerke in vollkommener Schönheit präsentieren. Ich weiß viel über die MAYA, doch jetzt hier, direkt am Nabel ihres einstigen Daseins, ergibt alles noch vielmehr einen Sinn.
Ich kann sofort eintauchen in die Zeit. Man kann sich gut vorstellen, wie ihr Alltag vonstatten ging und mit welcher Demut sie ihren Fürsten und ihren Göttern gegenüber standen.
Wie haben sie dies alles nur gebaut?
Würde man die Gebäude entmystifizieren und einer heutigen Gesellschaft zuordnen, dann könnten Menschen inmitten des Dschungels wie im Paradies leben.
Die Tempelanlagen, derer wirklicher Gebrauch noch nicht detailliert nachgewiesen wurde, war wahrscheinlich Zentrum der Stadt und nicht für jedermann zu betreten. Die normalen Häuser, deren Grundrisse man noch erkennen kann, deuten eindeutig daraufhin, dass die Menschen hier einen relativ hohen Lebensstandard hatten (400-800 n. Chr.). Im Gegensatz zu den heutigen MAYA, die auf Brandrodungen angewiesen sind, gab es damals intelligente Landwirtschaft mit Terrassenanbau, Viehzucht und Bewässerungssystemen. Steht man im Urwald und dreht sich, so findet man mindestens 6 verschieden Baumriesen mit teils essbaren Früchten.
Diary:
Ich bin jetzt vier Tage in Quintana Roo -- Yucatan -- Campeche -- Tabasco – Chiapas, unterwegs und fühle als wären es mindestens 10.
Noch einmal, Mexico ist ein Top Reiseland, auch aus dem Norden höre ich nur Bestes, mit einigen Schreckensszenarien J. Ich werde aber selbst im MAYAland bleiben –
Tourismus Infos:
Nur Flug ab 298.- € von Frankfurt nach CANCUN und zurück. Zimmer ab ca. 75 Pesos (14,5= 1€). Die Mayanpeople überzeugen durch Ruhe, Geschäftigkeit und ehrliche Freundlichkeit. Essen ist preiswert und sehr abwechslungsreich -- Man kann Teneriffa Urlaub machen oder Individual-Tourismus, den ich nur empfehlen kann und absolut bevorzuge. Die Busse sind der Nabel zur mexikanischen Welt.....

In den vier Tagen habe ich soviel Natur erlebt, wie kaum in den letzten Jahren in Berlin -- Natürlich nicht vergleichbar und alles hat auch Schattenseiten. Zum Beispiel heute, ich war 4 Stunden im Kleinbus unterwegs, mitten durch Urwaldgebiet, doch die Brandrodungen sind allgegenwärtig. Es brennt überall, wenn man das auf 365 Tage hochrechnet, kommen einem die Tränen. Die Felder können maximal 2 Jahre bestellt werden, dann ist der Boden hinüber und erodiert. Die Baumriesen brauchen gut 250 Jahre, um neuen
Urwald zu kreieren.

Das Wasser fließt aus den Bergen oder steht im Untergrund des einstigen Korallenriffs, was die gesamte Halbinsel Yucatan bildet. (Yucatan ist sowohl ein Bundesland, als auch die kartographische Bezeichnung für die gesamte Halbinsel!)
Der Trip zu Yaxchillan und Bonampak

Day 5:
Yaxchillan – Bonampak, zwei sehr alte Städte habe ich heute besucht. 5.30 Uhr ging's los, gut 3 Stunden Fahrt mit einem Frühstückstop in einem Dschungelrestaurant, direkt unter dem Blätterdach der Baumriesen. Ein kaltes Buffet war dort aufgebaut, mit allem, was so einem westeuropäischen Gaumen mundet, aber auch einige exotische Dinge, wie warme braune Linsen und vor allem frisches Brot und Obst, von Wassermelone, bis Papaya. Dann ging es weiter an den Rio Usumacinta, der die Grenze zwischen Mexico und Guatemala bildet. Yaxchillan ist nur über den Fluss zu erreichen. Wir fahren ca. 45 Minuten flussabwärts mit einem 8 Meter langem, sehr schmalem Boot. Das Wasser ist leicht grün und klar, warm und schnellfließend mit Stromschnellen. Schwimmen tue ich später mit Vorsicht, um nicht abzutreiben. An beiden Seiten des Ufers begleitet uns intakter Urwald. Kinder toben und schwimmen am Ufer, hin und wieder sieht man komplette Familien, die sowohl waschen, angeln, spielen oder Essen. Wir landen an einem seichten sandigen Strand und erklimmen, die gut 30 Meter hohe Uferböschung. Man kann erahnen, wie hoch das Wasser in der Regenzeit stehen kann, dann wird aus dem Flüsschen ein ausgewachsener Fluss, wie Elbe oder Weser. Nach der Steigung endlich Schatten, wir stehen direkt im Dschungel, wandern einen gut 200 Meter langen Pfad entlang, auf dem jeder Zentimeter voller Leben steckt. Du beäugst 3-4 cm große Ameisen, die geschäftig Blätterteile, Raupen und andere Insekten verschleppen, Leguane wuseln herum. Ich war der Natur noch nie so nahe, wie hier. Mutter Erde hat mich in ihren Schoß genommen. Irgendwann kommst du auf eine Lichtung mit einer Gebäudeansammlung, dem 'Grande Plaza' von Yaxchillan, der die moderne Architektur bei Weiten in den Schatten stellt. Auf der Lichtung stehen nur einzelne Baumriesen, die etwas Schatten spenden, ansonsten saftige grüne Wiesen und es tauchen auch die ersten Pyramiden- und Tempelruinen auf. Eine davon liegt gut 80 Meter hoch. Überall Geräusche, synthezizer ähnliche Sounds, langanhaltend, angeblich von Zikaden, die bei der Lautstärke wohl 1 Meter groß sein müssen; verschiedenste Vogelstimmen und ein alles durchdringendes Gebrüll. Weit oben in den Bäumen, ca. 50 Meter, sitzen schwarze Brüllaffen, man erkennt gut ihr schwarzes Fell und ihre Sprungkraft, wenn sie mehr als 10 Meter von Ast zu Ast springen. Sie schreien, dass dir das Blut gefriert. Das Geräusch habe ich noch nie gehört, sie sind schwer zu fotografieren, selbst mit dem Tele, denn die Baumwipfel sind so mächtig und voller Blätter und Epiphyten, die an den Ästen herabhängen.
Atemberaubend schön.
Die Ruinen bilden einen majestätischen und einladenden Anblick. Hier will man leben! Es ist schwül, aber ich erklettere die steile Treppe zum Palast, auf der Plattform der Pyramide, die immer noch von Bäumen und anderen Pflanzen durchwachsen ist. Die Natur sprengt alle Steine, selbst massive Stelen wurden durch verirrte Samenkörner geteilt. Schweißtreibend erklimmst du Hunderte von Stufen, um wirklich jede Nische der Gebäude gesehen zu haben. Du weißt nicht, wo du zuerst hinblicken sollst, eine Überforderung der Sinne, man muss sich Zeit nehmen. Zeit, für die wandernden Blütenblätter auf dem Boden, die Ameisen darunter sieht man nicht mehr. "Vorsicht beim Überqueren von Treiberameisen Straßen! Zügig weitergehen, denn das kann schmerzen." Zeit, für die Pflanzen, die Ruinen, -- einfach mal zeitlos sein.
Ich werde auf jeden Fall wiederkommen und dann dort Übernachten.

Die Zeit reicht bei weitem nicht, die wir nur hatten! Wir haben nur gut 2 Stunden Zeit, dann geht es schon zurück, gut 1 Stunde flussaufwärts. Im Dorf in Florentines, an der Anlegestelle, gibt es ein Mittagessen, von einer MAYA-Mama zubereitet. Etwas verschnaufen, dann nach Bonampak, was auf dem Rückweg liegt.
Bonampak ist kaum ausgebuddelt, aber mindestens ebenso beeindruckend wie Yaxchillan und es liegt ebenso in einem Naturreservat, in dem die Dschungelwelt noch in Ordnung zu sein scheint. Bonampaks Geschichte beginnt schon in der präklassischen Zeit, also deutlich vor Chr. Geburt. Es ist das Gebiet der Lakandonen. Wir groß Bonampak einst war, lässt sich nur erahnen, da nur wenig freigelegt wurde. Dennoch stehen hier imposante große Bauwerke und Pyramiden. Ich spreche mit einem Lakandonen, der mir erzählt, dass du nachts die Jaguare hören kannst, denn tatsächlich leben hier noch welche, ebenso wie schwarze Panther und Ozelote. Kolibris und jede Menge andere Vögel aller Coleuhr schwirren und tönen herum. Dennoch erscheint alles in himmlischer Ruhe....
Die steinernen Stelen, die die Geschichte einer jeden Mayastadt, in sich trugen, beeindrucken mich immer wieder. Die MAYA haben ihre phantasierreichen Schriftzeichen (Glyphen) entweder eingemeißelt oder bemalt. Die wenigsten waren noch zu entziffern. Vieles, was die MAYA aufgezeichnet haben, wurde gemalt, doch die Farben sind verschwunden. Die Schrift der Maya wurde bisher schon gut übersetzt und so weiß man durch die kunstvolle Glyphenschrift einiges über verschiedene Fürstenhäuser.
Währenddessen gibt es in 40 Meter Höhe einen Streit in der Behausung von großen Gelbschwarzen Vögeln, die in herabhängenden Körben wohnen, welche von unten aussehen wie lederne Wasserbeutel.
Auch hier sind wir nur die 9 Leute aus dem Bus, ansonsten ist alles leer und man möchte sich nicht vorstellen, wenn hier viele Leute umherirren J.
Insgesamt war es ein atemberaubender Tag mit sehr vielen neuen Eindrücken. Die Geschichte der einzelnen Gebäude werde ich erst später verarbeiten, aber ihre Funktionalität interessiert mich.
Die MAYA müssen ein göttliches Dasein gehabt haben, sie waren sowohl dem Leben, als auch dem Tode alltäglich sehr nah. Ihre Religiosität ist sehr intensiv und bestimmte ihr Leben vollkommen. Der Götterkult verlangte von ihnen, dass sich jeder einzelne dem Willen ihres Herrschers und der Priesterkaste uneingeschränkt zu unterwerfen hatte. Ein Herrscher konnte Rituale, wie auch Vergnügungen oder gar Kriege jederzeit bestimmen. Zusätzlich hielt auch der Mayakalender ständig wiederkehrende Ereignisse parat, die das normale Leben beeinflussten. Anderseits lebten sie in einer Gesellschaft, die sich mehr als 1.500 Jahre behaupten konnte, sehr gut organisiert und auch fortschrittlich war, aber vielleicht an der Übertreibung der Herrscher zerbrochen ist. Die Kultur hatte sich vielleicht in dieser Form überlebt. Mit wachsender Bevölkerungsdichte wurde das Leben komplizierter und ihre Herrscher kriegerischer, dekadenter im Umgang mit den Ritualen und vielleicht größenwahnsinnig. Das Volk lehnte sich auf, die Organisation zerbrach. Dies geschah schon vor den Spanier und die Kraft der vereinigten MAYA Bevölkerung reichte noch aus, um ihnen 50 Jahre Widerstand entgegen zu setzen.

Morgen gibt's ne "Ruinenpause" und nur Dschungelbesuche über einen Flusslauf mit Wasserfällen.
Tourismus Infos:
Der Trip nach Yaxchillan und Bonampak ist Vorort in Palenque in einer Travel-Agency zu buchen, er kostet ca. 45$ und man ist einen ganzen Tag von 6.00- ca. 20.00 Uhr unterwegs. Alles ist inklusive, sowohl das Dschungelfrühstück, das Mittagessen und die Fahrten. Man bezahlt allein den Eintritt in die Naturreservate, was meist so um 5$ liegt.
Sehr empfehlenswert!!


Agua Azul
Day 6
Agua azul, ....im wahrsten Sinne des Wortes!
Heute `nur` Dschungel pur.

Heute führte mich mein Weg zuerst an einen Wasserfall in 'Mihasol' und dann an einen Fluss, den sie hier Agua azul nennen und der seinem Namen wirklich gerecht wird. Man nehme etwas Algemarin, verdünne es mit einem Hauch von Lindengrün und man erhält vielleicht den Farbton -- Das Wasser ist dennoch klar und endlich mal kühl -- Das heißt hier, Berliner Wasserleitungskühl + 7C Grad . Aber es ist erfrischend.
Der Fluss fließt quer durch den Dschungel und stürzt über eine Reihe endloser Kaskaden hinab. Ich habe mir die Mühe gemacht gut eine Stunde flussaufwärts zu kraxeln, wo auch kein weiterer mehr folgen wollte, bis ich dann, trotz einiger Klettereinlagen (man darf mich jetzt auch klein Reinhold nennen), vor einem Grossen Loch im Fels stand, woraus der Fluss in weißer Gischt herunter rauschte.
Man möchte 1000 Fotos machen, denn aus jeder Position, egal ob auf dem Bauch, kopfüber hängend, oder sonst wie, sieht alles anders aus. Ein Spiel aus Sonnenlicht und Farben.

Zuerst waren wir an einer anderen Stelle des Flusses, ungefähr 1 Stunde Autofahrt von den Wasserfällen und Kaskaden entfernt. Hier war der Fluss etwas breiter und wunderschön. Ich bin sofort baden gegangen. MAYA Kids kamen sofort angerannt und wollten Bananen Mangos und auch gekühlte Getränke verkaufen. Kein Problem, man tut was man kann, wenn man auch nicht jedem was abkaufen kann, so unterstützt man doch die kleinen Einnahmequellen der MAYA. Manche Touris fühlen sich belästigt davon, andere sagen wieder, das wäre Kinderarbeit, aber bei näherer Betrachtung ist dies hier jedenfalls der ganz normale Alltag und die Kinder haben auch einen gewissen Spaß dabei. Ich habe mir als kleiner Junge auch gerne Geld zum Taschengeld verdient und hätte meine Mutter es gebraucht, dann wäre es Ehrensache gewesen. Vieles wird dramatisiert, weil Westeuropäer dazu neigen, alles an ihrem Lebensstandard zu bemessen, doch das Leben auf der Welt sieht wahrlich anders aus. Dennoch müssen Menschen glücklich sein und viele sind es, warum auch nicht?! Materielle Wünsche sind nicht alles und schon gar kein Glücksindikator. Der Umkehrschluss wäre, dass bei der weltweiten Armut
allerorts auf dem Planeten, Millionen von Menschen Selbstmord machen müssten, weil sie ihren Frustrationen nicht mehr Herr würden. Man braucht es nicht zu romantisieren, aber hier an diesem Fluss geht es den Menschen in ihren Hütten recht gut. Sie arbeiten schwer und mir kommen immer wieder schweißgebadete Männer mit schweren Säcken voller Mais aus dem Dschungel entgegen. Hier stimmt aber noch die Natur und es ist sicher was anderes, wenn die Kids in den Randgebieten von Mexico City aufwachsen. Überall gibt es Schulen und ich möchte meinen, dass sich alle Mühe geben, den Kindern ein gutes Leben zu ermöglichen.
Ich bin viel Kindern begegnet, aber was ich nicht einmal gesehen habe, wie zum Beispiel in Deutschland üblich, dass ein Erwachsener genervt an einem Kind rumgezuppelt hat, es angeschrieen hätte, oder überhaupt gerügt. Das läuft hier anders. Kinder sind recht frei und dennoch wohlbehütet.
Ein Stück weiter oben führt eine Hängebrücke über den Fluss, die zwar Vertrauen erweckt, aber dennoch quietscht und wackelt, einige Bretter sind gebrochen, sie ist ca. 100 Meter lang. Man kann sich auch von dem Fährservice bedienen lassen, den ein ca. 5-6 jähriger Junge betreibt. Auf einem Floss aus drei Baumstämmen rudert er auch zwei Personen sicher rüber.
Ein weiterer kleiner Junge, wohl eher 4, kaut an einer riesigen grünen Frucht mit weißem Fruchtfleisch und sagt dann mit seinen braunen unendlich tiefen Augen: ¨tarme un peso¨ (Gib mir einen Peso) und setzt dann noch geschickt hinzu, dass er dann die Schule bezahlen kann. Man kann nicht genug 2 und 5 Pesostücke in der Tasche haben, um alle glücklich zu machen. Aber ehrlich gesagt, die Mayanpeople leben arm aber in einer doch intakten Umwelt. Ich hoffe, sie sind sich bewusst darüber, welcher Reichtum ihnen noch zu Füssen liegt. Die Kiddies sind nur am spielen, lachen und Dummheiten machen, sie werden mit viel Liebe aufgezogen und beteiligen sich geschickt am Lebensunterhalt.

Agua Azul liegt in der Naehe von Palenque und wie ich schon erzählt habe, es lohnt sich, ein paar Tage in dem Gebiet zu verweilen. Man kann hier direkt am Fluss wohnen und zahlt für zwei Personen kaum mehr als 15$.
Hätte ich insgesamt mehr Zeit gehabt, dann wäre ich ein paar Tage dort geblieben, wie an manch anderen Orten auch.
Flores und TIKAL in Guatemala
Day 7 - 9
Wenn ich es auch nicht bemerkt habe, so war ich doch jeden Tag mit Leuten unterwegs, Deutsche, Italiener, ein Kanadier. Meistens habe ich mir ein Zimmer mit allein reisenden jungen Frauen geteilt! Ich frage mich, was mit der jungen männlichen Generation wohl los ist? Die Jüngste war 20, aus der Schweiz und mehrere Wochen in Mexico unterwegs.
Auch am nächsten Tag bin ich schon (wieder) um 5.00 Uhr in der Früh auf den Beinen, denn ich Reise nun nach Guatemala, an einen See auf dem eine Insel liegt mit der Stadt 'Flores'.
Den Weg zum Rio Usumacinta kenne ich schon, gut 3 Stunden Fahrt und es stinkt wieder nach verbranntem Urwald. Leider ist dies hier ein Problem und in Guatemala wird es erst richtig deutlich.
Bis jetzt war Mexico echt 'ne Reise wert. OK, die Mentalität bei einigen Individualtouristen heißt, billig, billiger am billigsten und dann regen sie sich auf, dass es kein Heißwasser gibt. Ich weiß nicht, gemessen an den Preisen in Tourismus Hochburgen ist hier alles verdammt 'cheap' und ich habe keine Ansprüche, ich will was sehen und das Leben erleben.
Ich weiß auch nicht, wie ihr das seht, ich jedenfalls lebe in Deutschland an der unteren sozialen Grenze und muss hart dafür arbeiten, um mir und meinen Kiddies bestimmte Träume zu verwirklichen. Manchmal gehts, manchmal nicht. Aber wer in Deutschland leidet, der hat die Welt noch nicht gesehen und dies weiß ich nicht nur von Mexico.
Ich habe bisher einige Deutsche junge Leute getroffen, die es sich hier gut gehen lassen und auch hier arbeiten, Diplomarbeiten ablegen zum Beispiel, eine Frau war im Namen der UN an einem Projekt tätig. Die Deutschen sind hier jedenfalls gern gesehen!

Momentaufnahme -- Ich sitze in Guatemala auf der Insel Flores, die inmitten eines Azurblauen Sees liegt, ca. 36C, ich schwitze wie Sau. Ich komme gerade aus TIKAL, dazu später.
Es ist bombastisch!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Wir fuhren den Rio Usumacinta ca. 1 Stunde flussaufwärts, mit einer Barca, einem ca. 7-8m langem schmalen Holzboot mit wenig Tiefgang, --- einfach wundervoll! Und am Hafen, hihihi, eine Sandbucht -- kommen uns gleich Kinder entgegen, die die schweren Taschen abholen wollen. Natürlich nicht, da kann ich auch so ein paar Peso verschenken, zumal die Väter oben rumsitzen und quatschen. Sowieso "Hände weg, von mein Gepäck", schon allein wegen der Fotos J.

2 Polizisten stehen schwerbewaffnet am Flussufer und kontrollieren die Lage. Nach einer Stunde geht's mit dem Bus weiter, er hat Reifen, ja tatsächlich, er hat welche. Man nennt so was auch Slick.

Die Kids turnen um uns herum und sind wie immer an allem interessiert. Ein italienisches Pärchen kramt in ihren Taschen und holt alles raus, was sie weggeben können, Zahnbürsten, Probepackungen mit Creme, sie haben Bonbons mit, wir verteilen ein paar Peso und die Kids informieren uns über das Notwendigste. Auch die Erwachsenen sind freundlich.

Der Service Guy vom Bus klärt uns über die allgemeine Situation in Guatemala auf, ohne das jemand gefragt hätte und er informiert uns, wie alles weitergeht. Alle wollen nach TIKAL, das bedeutet mindestens 4 Stunden Fahrt nach Flores. Die Informationen sind gut, er erzählt uns, wie es im Jahr 2000 hier noch abging, mit Überfällen und anderen tragischen Geschehen, zum Beispiel Unfällen, da nur ein Fahrer zur Verfügung stand. ER trägt ein T-Shirt mit der Aufschrift "Entscheide dich für Demokratie".
Es ist sehr gute Stimmung, alle joken und sind guter Dinge. Wir fahren los, in 10 Minuten erreichen wir die Grenzstation, dort können wir schwarz Geld tauschen und wir erhalten den Stempel im Pass -- OK -- Ein ca. knapp 60jähriger Militäroffizier fertigt uns ab, und ehrlich gesagt, er sieht aus wie Pinochet. Aber er ist sehr freundlich, wenn auch gelangweilt, man sieht ihm an, dass er hier was zu sagen hat und er fordert von jedem Einreisenden 5 US$ ... Für was? Niemand weiß es, alle bezahlen. Das passiert nicht jeden Tag, soviel Informationen bekommen wir später, aber die neue Armee muss leben... Viva Guatemala!

Scheiß was drauf, wenn es hier sicherer wird. Der Service Guy erzählt uns, dass hier alle Leben wie Du/Ich, er sagt: "Wenn ich heute abend fertig bin, will ich duschen, ein Bier, vielleicht einen Film schauen und schlafen – it's very similiar with my life


Die jungen Soldaten die hier rumhängen sind auf jeden Fall gut ausgerüstet und grüßen freundlich.
Dann geht's endlich los und es wird ernüchternd -- Keine wirkliche Strasse, aber egal, doch die ersten 2,5 Stunden sehen wir nur verbrannte Erde, d.h. es ist nicht alles schwarz, doch der Dschungel existiert nicht mehr -- In Guatemala gibt es noch maximal 20% Regenwald.


Irgendwann begann dann die Strasse, echt geteert und nicht gefedert, die Karre hat nicht schlapp gemacht und plötzlich ein riesiger See, inmitten eine Insel, dies ist Flores, traumhaft -- Ich lerne eine Italienerin kennen, Simon, unterwegs seit vielen Wochen, und noch weitere vor sich. Es wird ein lustiger Abend. Wir bekommen ein Superzimmer, fand ich jedenfalls, andere Touris eher nicht, für 33$.
Ich stehe um 4,30 heute Morgen auf (wie immer, man macht ja Urlaub) und sie schläft weiter. Es geht nach TIKAL, eine der ältesten Mayastädte. Gut eine Stunde Busfahrt und hier um den See ist natürlicher Regenwald en mas.
In TIKAL gibt es erst mal Kaffee und breakfast. Ich esse nie morgens, aber so 2 Tassen Kaffe und 56 Zigaretten sind ok...
Schon im Bus wurden wir von einen (sie nennen sich selbst so) service guy, auf englisch, über die Mayageschichte informiert. Es scheint niemand so richtig zu interessieren, doch ich muss auf jeden Fall mein angesammeltes Wissen anbringen und unterhalte mich bombig -- Dafür gibt's jede Menge Lächler von Abel (so sein Name) zurück.
Tourismus Info:
Die Service Guys gibt es in fast jeder größeren Ruine. Es ist sehr sinnvoll einen zu engagieren, falls man sich für die Geschichte der MAYA interessiert. Will man alles auf sich wirken lassen, lässt man es besser, denn sie haben viel zu erzählen. Sie führen dich durch die Städte für 5-10$ pro Person in maximal 5 Leuten pro Gruppe.
Nur wenige nutzen den Service, doch Guatemala braucht Geld für die Anlagen und außerdem will ich noch mehr wissen. Im Zusammenhang mit den MAYA Ruinen sind sowohl in Mexico und auch in Guatemala viele Tausend Jobs entstanden.

Ihr müsst euch vorstellen. TIKALs Geschichte beginnt schon 800 v.Chr., eine Stadt in der mindestens 100.000 Menschen gelebt haben müssen, auf einer Fläche von ca. 25 km2. Es ist sehr weitläufig. Die Bauwerke sind heute grau und dennoch bombastisch. Alles hat seinen Sinn, Religion, Rituale, Astronomie und Astrologie, Ernaehrung und Administration.
Die MAYA waren eine hochentwickelte Zivilisation.
Wenn du nun auf einer der höheren Tempelplattformen stehst und über das Meer aus Baumkronen (die meisten zwischen 40-60 m hoch) blickst und die anderen Tempel dort hervorlugen bist du überwältigt von diesem Land mit seinem Reichtum an Regenwald. Schließe dann mal die Augen, und stelle dir vor zwischen den Gebäuden sind die Bäume weg, du siehst auf weiße Strassen und natürlich noch mehr Gebäude, die jedoch nicht grau weiß sind, sondern in allen Farben bemalt, wobei rot vorherrschte. Dann fülle die Strassen mit Menschen, die arbeiten, einkaufen oder sonst was machen -- SO war einst hier das Leben. Ich glaube, man kann es nicht erzählen, man müsste es erlebt haben.

Abel ist jedenfalls auf dem neuesten Stand der archäologischen
Erkenntnisse und nicht nur das -- Er zeigt uns jede Ameise -- holt mal kurz ne Tarantel aus ihrem Loch hervor und meint ich könnte sie auf die Hand nehmen -- Ich sage: "She seems a little bit nervous..." und lehne dankend ab.
Affen hopsen von ast zu Ast, eine Art Waschbären Familie, mit sehr langen Nasen, (sozusagen Nasenbären) kreuzen ungestört unseren Weg. Wir vermieden es die Strasse der Treiberameisen zu Nahe zu kommen, sehen Tukane, bunte Truthähne und andere Vögel, die ich nicht mehr benennen kann. Abgesehen von den Ruinen erhalten wir biologischen Nachhilfeunterricht in Tier und Pflanzenkunde -- Ich gehe am Stock -- hapuhhh -- klettere auf jede Pyramide (teils mehr als 60m hoch), bis ich Fettkopf nicht mehr kann .
Ich sage Abel, dass dies nicht "the mayaruins" sind, sondern "the mayan fitness center", alle lachen und stimmen zu -- Es ist völlig entspannt, aber sehr heiß -- 4 Stunden sind wir im Stück nun rumgeklettert und gewandert und für einen Moment kommen mir die Ruinen bei aller Schönheit aus den Ohren raus . Und das sage nun ich?! -- Wenn ich mein Buch schon fertig geschrieben hätte, dann hätte ich es hier an die Leute, denen ich davon erzählt habe, auf jeden Fall verkaufen können. Na ja, irgendwann mal.
So..., "asi es la vida", zurück in Flores, sitz ich nun nach 'ner Dusche in meinem 40 Quetzal teurem Appartement hier im Internetcafe -- alle Organe sind noch da, wenn es sich auch nicht so anfühlt. Und ich werde jetzt im See schwimmen gehen -- dann einen 'ensalada' verputzen und vielleicht noch...., ich sollte mal ans Schlafen denken.

Have a good night in germany

Guatemala

Guatemala scheint das Schlimmste hinter sich zu haben, jedoch erreichen dich dennoch Meldungen, die einen verunsichern, "Fahre nicht da hin, besser nimm 'nen anderen Weg. Bleib nicht in Belize" Ok, wie auch immer, bisher ist alles nur "bueno". Man hört von den Maras, Jugendlichen Banditos, die auch vor Mord nicht zurückschrecken, oder von Organhandel, der angeblich in dieser Region blüht.
Mein Eindruck von Guatemala ist durchweg positiv, jedenfalls was die Region um TIKAL betrifft. Flores ist eine wunderschöne Insel, die einiges im Umland zu bieten hat. Es gibt gute Unterkünfte und sehr gute Restaurants. Es ist nicht teuer. Man kann sich sehr wohl fühlen auf dieser Insel.
Mit sagte ein Guatemali -- Ja, es gibt noch Kämpfe und kriminelle Aktionen im Land -- Das sind die, die es nicht verstehen, dass die meisten Menschen hier einfach nur leben wollen, die werden aber auch immer weniger!
Was soll man da sagen -- Hierher zu fahren als Tourist, heißt gleichzeitig Farbe bekennen und zu zeigen, dass du daran teilnehmen willst und den Lebensstandard der Menschen hier verbessern möchtest -- Auch wenn du ein paar Peso an Kinder verschenkst verschenkst, denn die Mütter die dabei sitzen, die sehen sich das an; lachen dich an, wenn ihre Kinder handeln und danken dir freundlich.
Morgen um 4.30 fahre ich zurück nach CHETUMAL in Mexico.

Zurück in Mexico - Tulum

Ok -- Das war nun hart -- seit mehr als 24 Stunden auf den Beinen, schlafen war in Flores (Guatemala) nicht mehr möglich, es war zu heiß nachts.
Um 5.oo sollte der Bus kommen, kam aber erst kurz vor 6.oo und dann ging's endlich los -- Stunde um Stunde Fahrt, manchmal mit viel Urwald, doch immer hing der Geruch von verbranntem Wald in der Nase -- Leider -- Die Eindrücke wechseln von Romantik bis "hier möchte ich nicht begraben sein"
Dann die Grenze von Belize -- fuck up -- Viel Stress und alles geht um die Kohle - Bei der Ausreise soll ich mal wieder 2$ bezahlen, habe es mal mit Diskussion probiert: "Die deutsche Botschaft hat gesagt, wir brauchen nichts bezahlen?!" OK, hat geklappt -- Ne Cola gewonnen . Einige im Bus wollen in Belize bleiben und bekommen einen Schock -- Schweizer sollen 100$ für ein Visum bezahlen -- Einige bezahlen, andere ändern ihre Pläne.

Der Norden von Belize ist völlig anders -- Negroide Bevölkerung -- Alle sprechen englisch und leben so ein bissel den "us american way of life". Ich bekomme das Gefühl, dass es ein Land ist, was nicht wirklich regiert wird, eher selbstorganisiert -- Die Läden heißen: "Witz wholeshop";"Tan´s Cafe"; "Herold´s Cars" usw.
Stop in Belize City -- Von dort kann man auf die vielen wundervollen Inseln von Belize, wie z.B. 'Islands Bonitas' und andere -- Für mich wär's im Moment nichts -- Bin froh, wenn ich wieder Mexico bin...

So, da bin ich jetzt auch nach 15 Stunden Fahrt + den Tag davor, sitze nun in Tulum.
Zuerst sind wir an die Playas gefahren in der Hoffnung dort ein Zimmer mieten zu können -- doch das war diesmal ein Schock. Das erste Hostel hatte Hütten am Strand, er wollte sage und schreibe 20$ per Nacht, hihihihahaha! Da ist am Strand schlafen gesünder. Die Matratzen waren voller Löcher, die Tür lies sich nicht schließen, Sand im Raum, kein Strom! Das nächste Beachhotel war voll und wir hätten 60$ bezahlt, allerdings sehr luxuriös. So sind wir weg von der Küste und haben ein gutes Zimmer direkt in TULUM gefunden -- Meine italienischen Freunde habe ich im Stress verloren -- Shit -- Teile mir jetzt ein Zimmer mit einer Schweizer Studentin -- Sie ist 20 und mehrere Wochen hier allein unterwegs -- Strong girls -- Überhaupt sind hier viele junge Mädchen allein unterwegs, mehr als Jungs, was ist los mit den jungen Männern? Ich habe damals mit 15 meine erste Reise allein angetreten.
Die Gegend um Tulum ist auch sehr schön und man kann von hieraus gute Touren unternehmen, z.B. nach Chichen Itza.

Nächsten Donnerstag muss ich back in Town "Berlin" Jetzt werden noch ein paar Unternehmungen gestartet und vor allem mal das karibische Meer genossen.

Tulum -- Gestern hat es mich umgehauen, verstopfte Ohren, verbrannte Haut, "really too much sun" -- Das Wasser wollte nicht mehr aus den Ohren, nachdem ich stundelang in der Brandung vor Tulum herumgehopst bin. Nichts half, kein Schütteln, keine Q-Tips -- Da ich echt Respekt vor Mittelohrentzündungen habe, habe ich am Samstag einen Doktor aufgesucht -- Ich dachte immer, Ärzte müssen perfekt englisch sprechen, aber neeee, so musste ich mich mit meinem pocito spanisch durchschlagen -- 30$ kostet es, was immer er auch tun will. Zuerst schien er mir kaum Interesse an meinem Fall zu haben, mit mexikanischer Gelassenheit, lies er mich sitzen, obwohl es keinen anderen Patienten gab. – Na, aber dann, "ach Alemania", mag wohl an meinem T-shirt der "Red skins" gelegen haben, dass er mich etwas warten lies.
Wie auch immer, bevor er mich behandelte, musste er jetzt erst mal wissen, woher ich komme, wohin ich gehe, wie lange denn wohl so ein Flug dauert nach Deutschland-- Zum Glück hatte ich noch keine Schmerzen, konnte nur kaum noch was hören auf der rechten Seite -- Das Zimmer wurde spannend verdunkelt und er holte ein Sichtgerät hervor. Dann die Diagnose -- "Hongos" -- Schreck las nach -- Pilze im Ohr??? Der Dschungel macht es möglich, zumal ich wirklich keine Wasserstelle ausgelassen habe, in die man hineinspringen kann: Seen, Flüsse, Wasserfälle -- Meine Begleiter waren da meist weniger enthusiastisch.
Eine kurze kräftige Spülung und er zeigte mir das Sekret, ähem, vergessen wir's .
Nun habe ich noch für 15$ Antibiotika bekommen und 5 Tage Schwimmverbot, wobei ich gleich fragte, ob ich mit Watte trotzdem schwimmen kann, Na ja, mit ernster Miene stimmt er zu.
Als ich aus Chetumal nach Tulum kam, saß eine kleine Person mit im Bus -- Ein hübsches Mädel, 20, Schweizerin, multilingual. Ohne zu lügen, kaum größer als 160cm, 45 Kilo schwer -- In Tulum haben wir uns zusammengetan -- Zuerst teilten wir ein Zimmer, dann einen Minibungalow, direkt an der Playa.
...Jetzt kommt's –
Sylvie, (wir sprachen auf englisch miteinander, da sie aus dem französischen Teil der Schweiz kommt, sie verstand zwar deutsch, aber in englisch war es einfacher) hat einen Trekkingrucksack wie ich, doch komisch, ihrer ist fast doppelt so schwer, sage und schreibe 29 Kilo und dies bei ihrem Gewicht -- *lach*
Als ich ihr helfen will, kommt die Antwort: "Nein, ich kann das selbst tragen". Seit etlichen Wochen reist sie nun schon durch Guatemala, Honduras, Costa Rica, Mexico -- Allein --.
Ich sage nur Hut ab vor ihrem Selbstbewusstsein. Sie ist "Athletic Rock´n roll" Weltmeisterin. Ich fragte sie, ob sie nicht doch irgendwie Angst hat?
"Na klar, aber die zeige ich doch nicht".
Am nächsten morgen wollten wir zusammen nach Chicen Itza, sie danach weiter in Richtung Palenque, wo ich ja schon war, doch am Busbahnhof ist mir schon um 8.00 die Hitze in den Kopf gestiegen -- Ich kann nicht mehr -- Ich will nach Hause nach Puerto Morelos. Wir verabschieden uns und ich gehe wieder nach Puerto Morelos, was ich so liebe und wo alles anfing -- So da bin ich nun.
Meinen Ohren geht's besser, und ich spanne mal aus -- Donnerstag abend fliege ich schon wieder zurück. Und wenn ich auch am Anfang gesagt habe, dass die Zeit hier viel länger dauert, so ist sie doch schon schnell vergangen. Die nächsten Tage ist noch folgendes auf dem Programm: Chicen Itza und Tauchen im Korallenriff, direkt 400 Meter vor meiner Haustür in Puerto Morelos. Auch mal so ein Tag die Seele baumeln lassen, wäre nicht schlecht, "chill out".

Ich mache mir viel Gedanken darum, wie nun die Unterschiede der Lebensqualität in diesem Lande gegenüber Deutschland ist. Mich interessiert das sehr. Ich komme zu keinem klaren Schluss und werde noch viel Zeit brauchen, um dies zu klären -- Mexico kommt mir jedenfalls nicht deutlich ärmer vor, denn die Menschen strahlen sehr viel Freude aus. Ich habe weder Hunger, noch Bettler gesehen, nicht einmal Leute die für ein paar Peso die Scheiben der Autos wischen, wie in Berlin. Auch Guatemala hat mich nicht erschreckt, sondern nur verblüfft, Aufbruchsstimmung.

Kolumbien, Bolivien, Venezuela
könnten einen anderen Eindruck hinterlassen -- Aber da war ich nicht!!

Was mich an den Europäern hier hin und wieder stört ist, dass doch vieles über das Geld läuft --- Billig, billiger, am billigsten und dafür erwartet man -- exklusiv, exklusiver, am Exklusivsten.
"Asi es la vida" (So ist das Leben) und es kann wirklich schön sein. Ich werde in Deutschland von dieser Reise bestimmt viele Monate zehren, wenn es heißt, "Weiterarbeiten und soziale Probleme wälzen"

Silencio in Puerto Morelos

Gestern war mein erster Tag, den ich hier mal alleine verbracht habe. Ansonsten war ich immer mit Leuten unterwegs. Das war mal ganz gut und brachte mich zu zwei guten Gesprächen mit Mexikanern – Louis, der "Saftmann" und mit dem Kaffeemann. Wir haben sehr gut und lange geredet, was ich hier jetzt nicht so schnell wiedergeben kann! Es ging um das Leben in Mexico, Weltpolitik, es war eine Art Erfahrungsaustausch. In Mexico ist die strickte Devise: "Do it yourself."

Heute ist mal ein Tag, wo man nun endlich mal nicht neidisch auf Mexiko sein muss. Seit gestern Nacht regnet es -- Hier beginnt die Regenzeit -- Warmer lauer Regen. Gestern abend war ich so intelligent, so um 0.00 Uhr einen Pott Kaffe zu bestellen, direkt aus mexikanischen Bohnen, das mit dem Schlafen hat dann doch nicht so gut geklappt.
Seit heute Morgen um 6.30 bin ich nun schon wieder unterwegs und kam auf die (naive) Idee mit dem Taxi in das 19Km entfernte Naturreservat "Central Vallarta" zu fahren, wo sich 10 Cenotes befinden. Die Agenturen hier bieten Rundfahrten an, ca. 60-70$, wobei man dann zwischen den Bäumen Seilbahnfahren kann.
Ich dachte mir, egal, auch wenn es regnet, mit dem Taxi biste in 15 Minuten da, wanderst ein bisschen im Regenwald rum, der ja heute seinem Namen gerecht wird. 15$ sollte die Fahrt kosten. Ich war skeptisch, habe es dann aber gemacht. Wir waren mehr als ne halbe Stunde unterwegs, denn eigentlich braucht man dafür einen "Hummer" (Geländewagen). Endlich in der Nähe der Cenotes angekommen, wurde ein alter Mann geweckt, "Auweia", der jedoch freundlich aus dem Bett sprang und eine private Führung für mich unternahm.

Die Cenotes sind beeindruckend, schwimmen habe ich mir aber heute doch erspart, es regnete auch teilweise in Strömen. Mein Führer und der Taxifahrer sind schon klitschenass. Ich habe ja mein Surfteil an. Ich habe schlechtes Gewissen, als die Beiden mich höflich fragen, ob sie ins Haus gehen können. Typisch Tourist.
Der subtropische Regenwald ist wundervoll, allein die vielen verschiedenen Gerüche, die in der Luft liegen. Früchte, die ich noch nie sah, z.B. die Waschbeere, die die Leute zum waschen der Klamotten benutzen.
Tja, so wird's wohl heute weitergehen, Regen, Regen, Regen....

Macht aber nichts, ich gehe trotzdem noch schwimmen und genieße mal ein wenig die Ruhe. Morgen fahre ich noch nach Chicen Itza und nehme einen ewig reisenden Kanadier mit, mit dem ich mich sehr gut unterhalte.

Chichen Itza „Am Wassermaul der Itza“

Die letzten drei Nächte und 2 Tage hat es wie aus Kübeln gegossen -- 100 Liter pro Quadratmeter in 1,5 Stunden, dann wieder leichter Regen, aber fast durchgehend. Dann bricht aber auch plötzlich die Sonne durch und die Wolken reißen auf. Na ja, in Yucatan ist auch Regenzeit und über Sonne konnte ich mich wirklich nicht beklagen. Für meine Haut war es eh zu viel.

Vorgestern Abend hatte ich mich dann entschlossen doch nicht mit dem Bus nach Chichen Itza zu fahren, sondern etwas unabhängig zu bleiben und ein Auto zu mieten. Da ich ansonsten recht sparsam war, vor allem am Essen und Übernachtungen gespart habe, konnte ich das mal auf den Kopf hauen, 80$ feuern kleinen Chrysler mit "totaly full insurance" (Es geht auch etwas billiger, aber 65$ sollte man schon einplanen). Wie sich rausstellen sollte, war das auch besser so. Nicht, dass ich das Auto nicht zurückgebracht hätte, auch in einem Stück, doch viel hat nicht gefehlt...

Aber mal von Anfang an.... Von Puerto Morelos bis nach Chichen Itza sind es gut 250 Km. Am Vorabend habe ich John getroffen, ein 48jaehriger ewig reisenden Kanadier mit 1001 story, wie so oft. Er wollte Puerto Morelos verlassen und zurück nach Palenque. Da Chichen Itza auf dem Weg liegt, habe ich ihn eingeladen, zumal er die Stadt gerne noch ein zweites Mal sehen wollte. Um 6.00 in der früh haben wir hier abgelegt. Die Strassen in Yucatan sind hervorragend, klar, da gibt es hin und wieder Schlaglöcher, aber ansonsten "top". Worauf man allerdings achten sollte, sind die "topas" oder auch "speed bumps", 'ne Art Krefelder Kissen, die vor, in und nach den Dorfeinfahrten in die Fahrbahn eingelassen sind und wirklich nicht dafür geeignet, mit mehr als 6 km/h zu überquert zu werden. Meistens sind vorher Schilder aufgestellt. Nun, ich gehe mal davon aus, dass der Besitzer der Autovermietung den Bericht hier nicht lesen wird. Jedenfalls gibt es auch "topas", die ähnlich wie Krefelder Kissen in Deutschland, richtige Rampen bilden. Meine Neugier veranlasste mich dazu mit John mal kurz nach Xel-Ha abzubiegen, es ist so ne Art Touristenpark mit Wasser-Adventure. An der Einfahrtsstrasse war eine Hütte mit Parkwächtern und ich versuchte mich zu orientieren und war abgelenkt. Mit ca. 30 Km/h machte der kleine Chrysler einen riesen Satz über den breiten und hohen "topas" und donnerte mit dem Heck auf die Fahrbahn. Alle Köpfe drehten sich zu uns -- Egal, man sah mir die Röte im Gesicht nicht an, da eh sonnenverbrannt. Der Auspuff war noch dran, die Hinterachse auch -- also weiter -- .

Mit der Orientierung ist das sowieso so ne Sache, ....Hinter TULUM war ich nicht sicher, ob wir noch auf der richtigen Strasse sind. Ich fuhr gerade einem Stein beladenen Truck hinter her, der dahinkroch und dann rechts auf einen Platz fuhr. Ich dachte ok, fahr mal hinter her, um zu stoppen und zu sehen, ob ich noch richtig bin. Während ich im Plan blättere, sehe ich nur die weißen Lichter des Trucks angehen und der setzt zurück. Ich stehe kaum 5 m hinter ihm, fuck, Auto starten, hupen und Rückwärtsgang finden! Das klappte alles nicht so schnell, doch das Hupen half, und der Truck stoppte ca. 30cm vor der Kiste -- huiiih -- So viel zum Thema "full insurance" -- Ansonsten war alles okidoki. Es goss zwar unterwegs in Strömen, so dass man bei voller Scheibenwischerstärke fast anhalten musste, aber immer Tranquillo -- Im Wagen sagte ich noch zu John: "Ich habe mit Ytzamña (Sonnengott der Maya) geredet. In Chichen Itza wird die Sonne rauskommen!"
Chichen Itza öffnet um 8.00 und dann kommen auch gleich die ersten Touribusse. Wir waren so um 11.30 da, denn zwischendurch hatten wir noch in COBA gestoppt, einer wirklich alten Mayastadt mit einem hervorragenden Ballspielplatz. Er ist einer der wenigen die überhaupt komplett erhalten sind. Dann kam das Wasser aber wieder aus Kübeln und wir fuhren weiter.
Als wir in Chichen Itza ankamen, bewegten sich die Massen in knall gelben, blauen oder grünen Plastikfolien gekleidet über die Bauwerke, die wirklich imposant sind, doch anders als die alten Mayastätten in Palenque, Tikal, Bonampak oder Yaxchillan. Auf Fotos habe ich erst mal verzichtet, es regnete auch noch. Doch dann war es soweit, nach ca. 30 Minuten öffnete Ytzamña die Pforten der Sonne und es wurde noch ein sonniger Tag -- Ab 14.00 verschwanden die Massen und man konnte alle Bauwerke gut fotografieren. Chichen Itza war eine große Stadt mit wechselnder Geschichte, allerdings klassisch - postklassisch. Der Einfluss der Tolteken aus Teotihuacan im Norden Mexikos ist allgegenwärtig (mehr Infos zur Geschichte der Maya auf www.gertomat.de)
Chichen Itza ist allemal ein Besuch wert und für mich und mein Buch war es mehr als wertvoll hier gewesen zu sein. Dennoch, wie in allen Mayastätten, müsste man auch hier mindestens einmal übernachten, um die Magie zu spüren und wirklich jeden Ort zu erkunden.

Ytzamña -- Der Herr der Götter und Sonnengott, war mir auch am nächsten Tag hold, denn über der Karibik hängt seit Tagen ein riesiges Tief und bringt Regen auch für die nächste Zeit, doch ich wollte im Korallenriff tauchen, was man auch im Regen kann, besser ist es jedoch im Sonnenschein. -- Und -- siehe da, ab 9.00 hatten wir Sonne .
Puerto Morelos ist wunderbar, ca. 400m vor der Küste liegt das Barriere Korallenriff (Das 2. größte der Welt.) und vor allem liegt es teilweise nur 0,5m - 3m unter der Wasseroberfläche, du kannst die Korallen streicheln -- nicht zu oft natürlich.
Es ist göttlich. Für mich war es die erste Begegnung mit Papageienfischen, bunten Calamaren, leuchtblauen Fischen und vielen anderen noch nie gesehenen Unterwasserbewohnern.
Durch das Lichtspiel der Sonne, ist alles noch wunderbarer und lebhafter. Morgen am letzten Tag, werde ich das noch mal machen.

Resümee

14 Tage Yucatan pur! "hola amigos" – Mexico ist ein Land, das sehr viel zu bieten hat. In Yucatan ist mir sofort die Aufrichtigkeit und Freundlichkeit der Menschen -- Mayanpeople – aufgefallen. Sie wollen handeln und gute preise erzielen, wer will das nicht, aber ansonsten findet man nur Freundlichkeit.
Die Geschmäcker mögen verschieden sein, doch Yucatan bietet für jeden etwas, hier kommen sowohl verwöhnte Touristen, als auch die Rucksackreisenden auf ihre Kosten. Alle Meter gibt es etwas neues zu entdecken.
Das Land, das Meer und alles drum und dran, hat mir eine neue Leidenschaft beschert und ich werde bald wieder dort sein.
Besonders bemerkenswert finde ich den Ort 'Puerto Morelos'.
Kaum 20 Minuten vom Flughafen CANCUN entfernt, bietet er alles (wenn nicht mehr), was ein Touristenort braucht, dennoch ist das kleine Fischerdorf natürlich geblieben. Die Bewohner von Puerto Morelos würden sich gerne ein paar mehr Leute wünschen, vor allem außerhalb der Hochsaison. Ich kann diesen Ort nur empfehlen. Das Korallenriff
(2.größtes der Welt, nach dem australischen Barriere Riff) liegt hier nur einige hundert Meter vor der Küste und die Korallen können schon beim Schnorcheln gesehen und berührt werden. Kaum 20 Kilometer entfernt befindet sich 'Central Vallarta', ein Naturschutzgebiet mit subtropischem Regenwald und 10 Cenotes (Brunnen, in denen man auch schwimmen kann) im Umkreis. Louis, der Saftmann vom Straßenrand, liefert alltäglich frische Säfte, von Coconut, über Mango, bis zur Apfelsine für einen US Dollar. Es gibt sowohl zwei Internetcafes, ca. 10 unterschiedliche Restaurants, kleine Shops, zwei Supermärkte, mehrere Pensionen, Cafes und die besondere BAR mit Lifemusik oder Rock aus der Truhe.
Puerto Morelos ist ungefähr heute so, wie Gomera sich vor 20 Jahren darstellte – Come and visit Puerto Morelos (...und bring gleich noch ein paar Leute mit J)

Tourismus Infos:
Ich bin ohne jegliches Vorwissen nach CANCUN geflogen, was ich wusste war, dass es für mich gut liegt, da ich den MAYA auf der Spur bin. Ich weiß viel über sie, jedoch nichts über Mexico. Jetzt möchte ich mal meine Infos für Rucksacktouristen zusammen stellen.
1) Flugtickets können völlig unterschiedlich kosten -- Wer ungebunden ist, sollte auf ein Schnäppchen warten, alles unter 400€ ist sehr gut.
2) Vorbereitet sollte man auf die Temperaturen sein -- Sonnenschutz -- Dazu Kohletabletten, falls man sich mal in der Ernaehrung vergreift. Malariaschutz für die, die länger im Urwald bleiben wollen.
3) Im Mai fängt die Regenzeit an, d.h. hier kann schon mal was runterkommen, aber in der Regel hat man weitaus mehr sonnige Tage als regnerische. Die Hauptsaison ist hier von Oktober bis April, da ist der Baer los und alles ist seht teuer. Außerdem soll es unerträglich heiß sein. Das Wasser hat immer 24 oder mehr Grad Celsius.
4) Man kann sowohl 3 Peso für ne Cola ausgeben, als auch 15 oder noch mehr, dass kommt drauf an, wo man sich aufhält oder in welchem Shop man kauft.
5) Unterwegs ist man am günstigsten mit ADO oder anderen Bussen, sie sind exklusiv, schnell und meines Erachtens preiswert. Man braucht aber Öhrstöpsel, denn die zeigen ständig US Spielfilme- Knaller-Baller, die dich permanent aus dem Schlaf reißen. Abschalten geht nicht. Busse bringen dich auch der Bevölkerung näher, wenn du den Normalbus nimmst z.B. -- Die Lachen dann, wenn da so ne Weißwurst auftaucht!
6) Der Traveller: Individualtourismus ist das Wort, über was anderes will ich gar nicht reden -- Ich kann nur über Yucatan sprechen, denn im Norden von Mexico war ich nicht, habe landschaftlich nur das Beste gehört, jedoch auch von viel Stress (bösen Stress, vor allem wenn sie dich für einen US Amerikaner halten, da sag ich denn auch -- leider, denn Urlauber, egal woher, wollen bestimmt nichts böses)!
Halbinsel Yucatan -- Einfach wundervoll, subtropischer und tropischer Regenwald mit einer Vielfalt von Tieren und Pflanzen, die wir uns in Europa gerne zurückwünschen würden.
Wer nach CANCUN fliegt, sollte am ersten Tag sofort nach Puerto Morelos fahren, um zu akklimatisieren und sich zu orientieren. Dieses Fischerdorf kann gut ein paar Touris gebrauchen und ist dennoch leer. Wer Gomera vor 15 Jahren kennt, der wird es hier wiederfinden. Sehr gute und sehr freundliche Stimmung, billig- preiswert -- D.h. man kann hier zu zweit ein gutes, sauberes Zimmer mit Dusche und Ventilation für 15$ mieten, zahlt man 30$ ist es immer noch Top -- Im Augenblick zahle ich 20$ und könnte gut noch einen bei mir wohnen lassen. Das Essen ist hervorragend überall im Dorf, in der Regel braucht man nicht mehr als 10$ um sich über den Tag zu bringen, es geht auch billiger!!
Puerto Morelos ist als Startplatz oder als Basis für die Erkundung der gesamten Halbinsel einfach hervorragend. Vor allem das nur 400m vor dem Strand liegende Korallenriff, dass hier nur kaum 1m unter der Wasseroberfläche liegt macht diesen Ort unübertrefflich. Morgen bin ich noch mal draußen, Papageienfische und zig andere Arten, bis hin zu Lobstern und bunten Calamari, violette Korallen, die seltenen Schwarzen, --- alles hautnah, im wahrsten Sinne des Wortes, man muss vorsichtig schwimmen -- Die Gesamtregion steht unter Naturschutz, zum Glück ---
Es ist der Superort in Yucatan!!!!!!!!!!!!
Ok -- Ansonsten gibt es hier jeden Meter was zu sehen und wer touristische Action braucht und Kohle loswerden will, hat damit keine Probleme . Ich möchte jedoch ausdrücklich betonen, dass keiner der Einheimischen hier tatsächlich nur $$$ in den Augen hat. Sie sind frech und wollen an dir verdienen, du musst kontern und that´s all – Der magische Satz ist: "best price, special for you". Den kannst du auch bekommen, denn alles was du willst, hat seinen ideellen wert, nur du kannst entscheiden, was du bereit bist dafür zu bezahlen!!
Es gibt jede Menge Orte die hier sehenswert sind und damit meine ich nicht nur die Mayastätten, das ist sowieso ohne Frage.
Abgesehen von den Ruinen, war mir wichtig mal wieder mit 'ner anderen Lebensart in Kontakt zu kommen und das geht schnell, wenn du dich nicht in Cancun, Playa del Carmen aufhältst, aber selbst diese Orte haben ihren mexikanischen Reiz.
Merida, Campeche mit ihren Kolonialeinflüssen, sind genauso toll wie Palenque in Chiapas -- Mexico ist einfach wundervoll und ich sage hier des öfteren: "Es ist spanischer als Spanien".
Nein, es ist anders -- Jeder sollte sich auf was wirklich Fremdes gefasst machen, doch man wird schnell warm in YUCATAN -- sowohl im Herzen, als auf der Haut.
Für die Hardliner und Nassauer, die alles in europäischen Maßstäben messen wollen, sage ich gleich: "Bleibt Zuhause, denn da gibt es genug US Guys, die das schon machen."
Alles in allem, möchte ich jedem nur wärmstens empfehlen, mal die Mexico Erfahrung zu machen, zumal, wenn er Europa noch nicht verlassen hat -- "It is really a dream"
Erst gestern habe ich bei Ebay noch mal rumgestöbert und einen Flug für nur 198€ für 1 Woche gefunden -- Hey folks. Eigentlich mag ich die Billigfliegerei nicht, auch nicht die Teuere, aber fliegen tun die sowieso, mit oder ohne dich!!
Come to Puerto Morelos -- Ihr werdet es nicht bereuen!!
Aus der Ferne
Gedanken über Deutschland.

Warum trage ich so eine Hassliebe im Herzen?
Ich bin deutsch, verdammt, mein ganzes Leben lang. Einerseits ist es so bequem Deutscher zu sein, anderseits mag ich weder die biedere Mentalität, noch diesen unbegründeten Nationalstolz der Deutschen.
Ich mag das Land, eben, das Land. Die Nordsee und Sylt, auch die Ostsee, die Mittelgebirge, die Wälder, selbst Bayern.
Gerade, weil Deutschland aber so perfekt ist und so ein Potential hat, stinkt es mich an, wie dumm die Menschen hier mit diesem Potential umgehen. Ich möchte Teil eines Volkes sein, welches einen aufrichtigen humanistischen Ch


Einstell-Datum: 2005-06-22

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Fünf Perlen
Zum 50. Todestag von Marilyn Monroe erscheint einer ihrer letzten noch unveröffentlichten Spielfilme, inszeniert von fünf der besten Regisseure Hollywoods: Henry Hathaway, Howard Hawks, Henry King, Henry Koster und Jean Negulesco. Unter dem Originaltitel „O. Henry`s Full House“ ließen die genannten Regisseure einige der [...]

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