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Literaturforum: was macht lyrik aus?


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Forum > Sonstiges > was macht lyrik aus?
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 Thema: was macht lyrik aus?
514
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10. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 11.05.2005 um 23:17 Uhr

wieviel Distanz muss man zu seinen eigenen Werken einnehmen (können) ?

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Jasmin
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11. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 11.05.2005 um 23:23 Uhr

Zitat:

wieviel Distanz muss man zu seinen eigenen Werken einnehmen (können) ?

Nachdem man sie veroeffentlicht hat?

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514
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12. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 11.05.2005 um 23:58 Uhr

die Frage war erstmal allgemein gemeint.. das Veröffentlichen an sich stellt schon eine Art Distanzierung dar - vielleicht.
mir scheint es so.
denke oft übers Distanzieren nach, wenn ich Lesungen beiwohne und die Autoren hinterher über "den Erzähler" sprechen, als hätte jemand anders den Text durch sie geschrieben.

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Jasmin
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13. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 12.05.2005 um 00:04 Uhr

Diese Nachricht wurde von Jasmin um 00:16:29 am 12.05.2005 editiert

Zitat:

...denke oft übers Distanzieren nach, wenn ich Lesungen beiwohne und die Autoren hinterher über "den Erzähler" sprechen, als hätte jemand anders den Text durch sie geschrieben.

Vielleicht ist es auch manchmal so. Dass der Autor eines Textes nur als Medium fungiert.

Und dann - der fiktive Erzaehler ist nicht immer mit dem realen Urheber eines Textes gleichzusetzen. Oftmals schluepft der Autor in die Rolle des Erzaehlers und erzaehlt Erfundenes, was er so nicht erlebt hat.

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514
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14. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 12.05.2005 um 00:12 Uhr

Ja.. als Medium ist es denkbar.
Natürlich kann und soll man nicht gleichsetzen.
Vielleicht ist es nur der kühle Unterton, der mich bei dem Hinterher-über-eigene-Texte-Sprechen irritiert. Denn auch wenn ich "bloß" Medium bin und die Worte gewissermaßen durch mich durch fließen, so empfinde ich ja trotzdem. Habe ich also als Medium fungiert - bzw. mein Text - , so ist es doch schwer, darüber zu sprechen, als hätte ich es nicht mit-erlebt..

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Jasmin
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15. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 12.05.2005 um 00:30 Uhr

Diese Nachricht wurde von Jasmin um 00:31:33 am 12.05.2005 editiert

Ich glaube, dass es notwendig ist, Distanz zu schaffen, um einen guten Text zu schreiben. Und die ist auch dann spuerbar, wenn man ueber seinen eigenen Text spricht.

Emotional aufgeladene Texte sind in der Regel nicht wirklich gut. Oft sind sie kitschig und sentimental.

Erst aus der Distanz des Beobachters gewinnt man die Essenz.

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Sabine Marya
Mitglied

44 Forenbeiträge
seit dem 11.05.2005

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16. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 12.05.2005 um 12:23 Uhr

Diese Nachricht wurde von Sabine Marya um 12:24:07 am 12.05.2005 editiert

Ich denke, es gibt 2 Sorten von Gedichten: die einen, die man schreibt, um seinen "Seelenmüll" zu verarbeiten, und davon gehört manches vielleicht veröffentlicht, nach kritischer Betrachtung aus der Distanz heraus (also den Text nach einer gewissen Zeit erneut zur Hand nehmen + ihn mit den Augen eines Lesers oder Lektors betrachten), aber sicher nicht alles. Manches hat seinen Platz einfach nur im Tagebuch, und da ist es richtig aufgehoben.
Und dann gibt es die Gedichte, die aus einer Situation heraus, eine Situation beschreibend (z.B. "Der Panther" von Rilke) oder für einen bestimmten Anlass geschrieben werden oder die eine Geschichte erzählen.

Eine sehr schöne Mischung deutscher Gedichte aus 9 Jahrhunderten findet sich in dem Gedichtband "Deutsche Gedichte" im Inselverlag, das ist eine Sammlung von Walther von der Vogelweide bis hin zu heutigen Dichtern. Und da zeigt sich zum einen das breite Speektrum, was Larik ist + war, und zum anderen gibt es einen wundervollen Einblick in die verschiedenen Formen der deutschen Lyrik in den Jahrhunderten.


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Kenon
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1197 Forenbeiträge
seit dem 02.07.2001

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17. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 12.05.2005 um 12:39 Uhr

Zitat:

wieviel Distanz muss man zu seinen eigenen Werken einnehmen (können) ?

Man muss sich fragen können:

Wer hat das geschrieben?

Erst von diesem Standpunkt aus kann man seine Werke schonungslos beurteilen.

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Uve Eichler
Mitglied

103 Forenbeiträge
seit dem 11.09.2003

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18. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 12.05.2005 um 14:52 Uhr

Nicht jeder besitzt die Fähigkeit der Selbsterkenntnis.

Sie loben mich und machen einen Esel aus mir. Meine Feinde hingegen sagen mir grade heraus, dass ich ein Esel bin. Also nehme ich durch meine Feinde in der Selbsterkenntnis zu, und durch meine Freunde werde ich hintergangen.
(Shakespeare)

Wenn man sich selbst in den geschriebenen Stücken erkennt, ist es ein Leichtes diese zu verteidigen. Schreibt man aber über etwas Unbekanntes, dann wird es zunehmend schwieriger ein objektives Urteil der geleisteten Arbeit abzugeben.


Man muss die Welt nicht verstehen, man muss sich darin nur zurechtfinden.
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Sabine Marya
Mitglied

44 Forenbeiträge
seit dem 11.05.2005

Das ist Sabine Marya

     
19. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 12.05.2005 um 22:15 Uhr

Wie können wir über etwas schreiben, was uns un- bekannt ist?
Bereits oder spätestens im Schreibprozess nähern wir uns doch dem Unbekannten an + machen uns damit vertraut.
Wenn z.B. jemand ein SF- oder Fantasy - Buch schreibt, dann ist diese Welt, die er da erschafft, keine ihm unbekannte mehr, sondern eine vertraute.


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