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Literaturforum: Maxim Gorki


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Forum > Literaturgeschichte & -theorie > Maxim Gorki
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 Thema: Maxim Gorki
LX.C
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20. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 15.05.2005 um 02:12 Uhr

Diese Nachricht wurde von LX.C um 02:13:15 am 15.05.2005 editiert

Stalins Machenschaften sind uns sehr bekannt, Jasmin.
Es ging hier auch nicht darum, diese auszudiskutieren.
Zudem gab es einen Kommunismus vor den Gulags,
z.B. in der Zeit als Gorki, um den es hier geht, lebte.

Und natürlich kann sich ein Intellektueller für den
Sowjetkommunismus begeistern, warum denn auch nicht?
Viele taten das.

Und trotzdem gab es eine andere Alternative zum Faschismus,
die Demokratie, viele Schriftsteller haben diese gewählt.

Das von Dir angesprochene Buch, Arne, kenne ich nicht.
Wenn Du aber in sehr unterhaltsamer Weise mehr
über die damalige Aufbruchstimmung und den
Allunionskongreß erfahren möchtest, dann
empfehle ich den Reisebericht und Roman:
"Reise in die Sowjetunion 1934", von Oskar Maria Graf.
Großartiger Roman, trotz des ernsten
Themas mit einer unterhaltsamen Portion Ironie.
Das Buch versetzt einen direkt zurück in das Jahr 1934,
beschreibt den Kongreß, die Beziehungen zwischen
den Schriftstellern, inklusive eines Ausfluges in Gorkis Villa ;-)
die Stimmung im Lande, die Begeisterung der Bevölkerung,
und den Aufbau des kommunistischen Rußlands.
Zusätzlich beinhaltet das Buch Briefe zwischen Graf
und Tretjakow, der ja ebenfalls im Gulag ums Leben kam.

Abschließend noch ein Zitat von Klaus Mann,
der ja bekanntlich kein Kommunist war, nach seinem Besuch auf dem Kongreß:
"Moskau hat die Kraft, all unsere Gedanken auf die Zukunft zu konzentrieren – so zukunftsträchtig ist diese Stadt. Ja, auf die europäische Zukunft, auf unsere Zukunft konzentrieren sich meine Gedanken. Ich spüre wie noch nie, ihren furchtbaren Ernst, die Größe der Entscheidungen, die sie bringen wird. [...] Diese Beunruhigung ist tief und quälend; sie enthält aber auch Glück. Denn ich spüre doch wieder, daß es eine Zukunft gibt." (Gregor-Dellin, Martin: Klaus Mann: Die Heimsuchung des europäischen Geistes, Aufsätze)


.
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LX.C
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21. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 15.05.2005 um 02:27 Uhr

Ach ja, dazu möchte ich noch kurz etwas sagen:
[Quote]Jasmin: Ja, was hat Feuchtwanger denn so begeistert?[/Quote]
Du scheinst Dich in diese Zeit nicht hineinversetzen zu können, es gab viele Neuerungen,
die als sehr fortschrittlich galten und die Menschen begeistert haben.
Ein Beispiel: Vor der Oktoberrevolution waren 75 Prozent der Bevölkerung Analphabeten,
bis 1939 wurde der Analphabetismus zu 89 Prozent beseitigt, unter anderem durch die Einführung der Schulpflicht. Das Proletariat hatte erstmals in der Geschichte Rußlands die Chance, Bildung zu genießen.


.
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Kenon
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22. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 15.05.2005 um 10:48 Uhr

Zitat:

Und trotzdem gab es eine andere Alternative zum Faschismus, die Demokratie, viele Schriftsteller haben diese gewählt.

Dabei sollte man aber auch bedenken, wie es in der damaligen Zeit um das, was Demokratie genannt wird, bestellt war: Sie erschien nur noch als Zwischenstadium auf dem Weg zum Faschismus. Einen sehr lebhaften Eindruck hiervon vermittelt dieses Kapitel aus Barbusses Werk.

Zitat:

empfehle ich den Reisebericht und Roman:
"Reise in die Sowjetunion 1934", von Oskar Maria Graf.

Der Name ist mir im Zusammenhang mit der Bücherverbrennung schon einmal aufgefallen. Da die Nazis ihn "übersehen" hatten, verfasste er die um die Welt gegangene Polemik "Verbrennt mich!". Wenn ich das Buch irgendwo finden sollte, werde ich es mir zulegen. Es scheint aber auch ein wenig problematisch zu sein: "Der autobiographische Bericht Oskar Maria Grafs von seiner Reise in die Sowjetunion 1934 ist unvollendet und vom Autor nicht zur Veröffentlichung freigegeben." (Quelle: edlbauer.de, die Seite bietet übrigens einige ganz nette Literaturhinweise)

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Jasmin
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23. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 15.05.2005 um 13:02 Uhr

Diese Nachricht wurde von Jasmin um 13:03:29 am 15.05.2005 editiert

Zitat:

Stalins Machenschaften sind uns sehr bekannt, Jasmin.
Es ging hier auch nicht darum, diese auszudiskutieren.

[…]

Und natürlich kann sich ein Intellektueller für den
Sowjetkommunismus begeistern, warum denn auch nicht?

[…]

Du scheinst Dich in diese Zeit nicht hineinversetzen zu können, es gab viele Neuerungen,
die als sehr fortschrittlich galten und die Menschen begeistert haben.


Alex, meiner Ansicht nach sollte man immer versuchen, Einseitigkeit zu vermeiden. Wenn es also um die Begeisterung eines Intellektuellen für den Sowjetkommunismus geht, dann sollte man in der Diskussion zumindest in einem Nebensatz an die Begleiterscheinungen des Kommunismus erinnern. Das habe ich mit meinem Hinweis auf das Zwangsarbeitslager Archipel Gulag versucht zu tun. Auch lag es mir am Herzen, Stalin nicht sympathisch erscheinen zu lassen.

Wenn man über blutige Geschichte schreibt, dann sollte man auch über das verflossene Blut schreiben. Interessant in diesem Zusammenhang ist das umstrittene Schwarzbuch des Kommunismus:

In den kommunistischen Ländern weitete sich nach der im Schwarzbuch vertretenen Ansicht die Gewalt über Klassen hinaus gegen all die Menschen aus, die als konterrevolutionäre Elemente galten und nicht die kommunistische Ideologie vetraten. So wurden während der Kulturrevolution in China und in Kambodscha vorzugsweise gebildete und intelligente Menschen der Oberschicht, wie z. B. Ärzte oder Lehrer, getötet oder unterworfen, aber auch politische Gegner aus allen anderen Schichten. Zwar habe es in kommunistischen Regimen keine industrielle Vernichtung, wie im Dritten Reich gegeben, dennoch überschreiten die Opferzahlen der auf kommunismustischer Ideologie aufbauenden Staatensysteme weltweit um ein Vielfaches die des Faschismus, da oft ganze Länder durch die Revolution ins Chaos gestürzt wurden, in Begleitung mit großen politischen Säuberungen und gezielt herbeigeführten oder durch gravierende Organisationsfehler verursachten Hungersnöten. Der Grund für die höhere Opferzahl liegt in erster Linie darin, dass der räumliche und zeitliche Wirkungsgrad des Kommunismus, insbesondere im 20. Jahrhundert mit der Volksrepublik China, der UdSSR und den übrigen Ostblock-Staaten um ein vielfaches den des Faschismus übertraf.

[...]

In Russland wurde eine Debatte und Auseinandersetzung dieser Art von vornherein abgebrochen. In Deutschland führte sie zu großer Kontroverse aufgrund der eigenen Geschichte und des Nationalsozialismus. Dabei stieß insbesondere die Darstellung des "Schwarzbuch des Kommunismus", welches die Verbrechen der Kommunisten mit 80 Millionen Toten schlimmer als die des Faschismus mit 25 Millionen Toten darstellte, auf Kritik in Roter Holocaust? Kritik zum Schwarzbuch des Kommunismus.


http://de.wikipedia.org/wiki/Schwarzbuch_des_Kommunismus

Die Vorstellung herrschaftsfreien Zusammenlebens gleicher Menschen ist eine sehr angenehme Vorstellung. Die Idee einer Gesellschaft in der alle Produktionsmittel und Güter das gemeinsame Eigentum aller Bürger und alle sozialen Gegensätze aufgehoben sind, ist eine sehr edle Idee.

Es handelt sich dabei aber um eine Utopie, weil sie an der menschlichen Schwäche, dem Hunger nach Macht, scheitert.

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Jasmin
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24. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 15.05.2005 um 13:15 Uhr

Postscriptum

Eine besonders grauenhafte Bilddokumentation der Opfer des Kommunismus ist hier zu sehen:

http://libreopinion.com/members/memoriapamiat/holocausto2.htm

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Kenon
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25. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 15.05.2005 um 13:29 Uhr

Diese Nachricht wurde von Arne um 13:31:47 am 15.05.2005 editiert

Zitat:

Postscriptum

Eine besonders grauenhafte Bilddokumentation der Opfer des Kommunismus ist hier zu sehen:

http://libreopinion.com

Du kannst wahrscheinlich kein Spanisch, sonst hättest Du sicher nicht auf eine internationale Faschistenseite verwiesen?

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Jasmin
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26. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 15.05.2005 um 13:32 Uhr

Zitat:

Du kannst wahrscheinlich kein Spanisch, sonst hättest Du sicher nicht auf eine internationale Faschistenseite verwiesen?

Ja, ich kann kein Spanisch. Aber ich habe Augen im Kopf und kann Bilder sehen.

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Kenon
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27. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 15.05.2005 um 13:38 Uhr

Zitat:

Aber ich habe Augen im Kopf und kann Bilder sehen.

Dann hast Du sicherlich auch die Werbung auf der Startseite mit dem Hakenkreuzfahnenimitat und der Inschrift "Argentinien erwache!" gesehen...

"Willkommen in der Stadt des Nationalismus im Internet". "Kämpfe gegen den Kommunismus und seine kapitalistischen Komplizen und Finanziers". "Ein Volk, ein Reich, ein Führer - Partei des Nationalen Triumphs".

War die Rede nicht gerade von Einseitigkeit?

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Jasmin
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28. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 15.05.2005 um 13:42 Uhr

Zitat:

Dann hast Du sicherlich auch die Werbung auf der Startseite mit dem Hakenkreuzfahnenimitat und der Inschrift "Argentinien erwache!" gesehen...

Nein, hab ich nicht. Weil ich nicht auf die Startseite gegangen bin. Bin dem Link auf Wikipedia gefolgt, habe die Bilder gesehen, war schockiert und habe die Seite wieder geschlossen.

Es tut mir Leid, wenn ich aus Versehen auf eine Faschistenseite verwiesen habe.

Fest steht, dass diese Bilder grauenhaft sind.

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Kenon
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29. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 15.05.2005 um 14:29 Uhr

Zitat:

Fest steht, dass diese Bilder grauenhaft sind.

Natürlich sind sie das, aber es wäre falsch, den Kommunismus auf diese Bilder zu reduzieren (z.B. sollte man sich auch über die Hintergründe der Hungersnöte in der Ukraine / Sowjetunion informieren, als da schlicht draufzustempeln: Holocaust) und genauso falsch ist es, den Kommunismus durch ein tendenziöses Geschichtswerk erklären zu wollen. Man muss differenzierter vorgehen. Ich glaube, selbst dieser Seite, die aus marxistischer Sicht eine "Kritik der politischen Ökonomie der Sowjetunion" zu üben versucht, gelingt das einigermaßen.

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