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Literaturforum: Die Kunst, Recht zu behalten


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Forum > Sonstiges > Die Kunst, Recht zu behalten
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 Autor
 Thema: Die Kunst, Recht zu behalten
bodhi
Mitglied

741 Forenbeiträge
seit dem 08.12.2004

Das ist bodhi

     
30. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 09.09.2005 um 05:57 Uhr

Oje, es ist schon schlimmer, als ich dachte...

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Kenon
Mitglied

1197 Forenbeiträge
seit dem 02.07.2001

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31. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 09.09.2005 um 18:40 Uhr

Die APPD hat sich 1998 schon einmal bei den Bundestagswahlen versucht (oder wie man es nennen mag) und ist auf immerhin 35.347 Stimmen gekommen. Vorhin habe ich ein Wahlplakat von ihr gesehen: Meine Stimme für den Müll. Wenigstens ist die APPD schonungslos ehrlich - das hat sie anderen Parteien voraus. Außerdem kultiviert sie in ihrer Propaganda den Gebrauch der geliebten Madame Fraktur.

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bodhi
Mitglied

741 Forenbeiträge
seit dem 08.12.2004

Das ist bodhi

     
32. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 09.09.2005 um 19:15 Uhr

Wen würde ich wohl wählen, wenn sie alle schonungslos ehrlich wären? "Wir wollen nur Euer Bestes, nämlich Euer Geld". Oder so.

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Kroni
Mitglied

145 Forenbeiträge
seit dem 21.08.2006

     
33. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 03.09.2006 um 17:31 Uhr

Schopenhauers "Eristrische Dialektik" ist eine ironische Einführung in die Rhetorik. Rhetorik bedeutet den Einsatz der Sprache als Machtmittel. Der Rhetor ist stets bestrebt, sein Auditorium zu einem Verhalten zu bewegen, daß es freiwillig nicht an den Tag legen würde. Das Auditorium kann übrigens auch aus einer einzigen Person bestehen, deren Widerstand es zu überwinden gilt. Überzeugen, Wahrheit finden, eines anderen Geist berühren - das sind Ziele, die dem Rhetor fremd sind. Es genügt völlig, wenn das Auditorium willfährig gemacht worden ist. Zusammengefasst: zwischen der Rhetorik und einer 344er Magnum besteht nur ein rein gradueller Unterschied.

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bodhi
Mitglied

741 Forenbeiträge
seit dem 08.12.2004

Das ist bodhi

     
34. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 03.09.2006 um 20:09 Uhr

Zitat:

Zusammengefasst: zwischen der Rhetorik und einer 344er Magnum besteht nur ein rein gradueller Unterschied.

Genau. Macht bleibt Macht, die Gewänder sind gar bunt.

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LX.C
Mitglied

1770 Forenbeiträge
seit dem 07.01.2005

Das ist LX.C

     
35. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 06.09.2006 um 12:15 Uhr

[Quote]Schopenhauers "Eristrische Dialektik" ist eine ironische Einführung ...[/Quote]

Wieso eine ironische? Schopenhauers "Eristische Dialektik" ist doch ein ernsthafter Versuch, sich dem Thema anzunehmen, auch wenn die Abhandlung ein unausgearbeitetes Fragment blieb.


.
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Gast873
Mitglied

1457 Forenbeiträge
seit dem 22.06.2006

Das ist Gast873

     
36. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 06.09.2006 um 14:19 Uhr

Die "Eristische Dialektik" ist Schopenhauers Ernst, vor allem jedoch eine zweideutige Spitze gegen Hegel gewesen, dem er Spiegelfechterei, Windbeutelei und "Sophisterei" vorwirft, obwohl die "E.D." genau das proklamiert hat. Und zwar eben auch dem Platon zum Trotz, der ein für allemal mit den Sophisten abgerechnet hat, den er aber ansonsten immer vergötterte.

Gruß
Hyperion

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Kroni
Mitglied

145 Forenbeiträge
seit dem 21.08.2006

     
37. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 06.09.2006 um 23:34 Uhr

Wer sich etwas intensiver mit "Logik und Argumentation" auseinandersetzen möchte, dem sei hier wärmstens das gleichnamige Büchlein von Chaim Perelman anempfohlen.

Perelman ist, wie der Name schon vermuten lässt, ein polnischer Jude, der in Brüssel einen Lehrstuhl für Rechtsphilosophie innehatte. Sein mehrbändiges Hauptwerk, die "Nouvelle Rhetorique" ist leider nie ins Deutsche übertragen worden, hat aber auch in Deutschland einer neueren Rechtstheoretischen Schule den Namen geliehen. Der andere große Mann dieser Schule ist Theodor Viehweg, dessen "Topik und Jurisprudenz" ebenfalls empfehlenswert ist.

In der antiken Rhetorik, auf die auch Schopenhauer rekuriert, finden diese Rechtsdenker wesentlich bessere Entsprechungen zum tatsächlichen Funktionieren juristischer Argumentation, als in den Leerformeln der systematischen Jurisprudenz der Neuhegelianer (Larenz) oder der Logiker (Neumann, Alexy).

Rhetorik heute immer noch ein Arkanum geblieben - verständlicherweise. Denn Wissen um Rhetorik decouvriert einen Gutteil dessen, was als abendländische Wissenschaft daherkömmt, als ziemlich beliebiges Geschwätz.

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LX.C
Mitglied

1770 Forenbeiträge
seit dem 07.01.2005

Das ist LX.C

     
38. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 07.09.2006 um 12:00 Uhr

[Quote]Wer sich etwas intensiver mit "Logik und Argumentation" auseinandersetzen möchte, dem sei hier wärmstens das gleichnamige Büchlein von Chaim Perelman anempfohlen.[/Quote]

Verstehe nicht, warum du an dieser Stelle ausgerechnet fremdsprachige Literatur der Rechtsphilosophie empfiehlst. Die Thematik ist zäh genug. Um philosophische Logik und Argumentation zu erlernen, sollte man sich lieber an Standartwerke halten, man versteht sie ja schon in deutsch kaum. Empfehlen würde ich das sowieso keinem. Man kann seine Freizeit mit angenehmeren Dingen gestallten.

In Schopenhauers Eristischer Dialektik geht es um Streitkunst, die voraussetzt, dass man weiß, wie Argumente zu bilden und Argumentationen zu führen sind. Man spricht ja generell immer von Argumenten, dabei wissen viele nicht mal, wie ein Argument aufgebaut ist. Es geht bei der Eristischen Dialektik also nicht darum, die Theorie der Logik und Argumentation an sich zu vermitteln, sondern eben um die Kunst, mittels verschiedener dialektischer Tricks, Recht zu behalten, auch wenn man unrecht hat.
Bei der philosophischen Logik und Argumentation steht ja eine korrekte Beweisführung im Vordergrund, um formallogisch die Wahrheit ans Licht zu bringen. Bei der Eristische Dialektik aber geht es nicht um eine Wahrheit, sondern darum, als Sieger einer Diskussion hervorzugehen, dabei ist es egal, ob man die Wahrheit spricht oder wissentlich/unwissentlich nicht. Schopenhauer verwirft dafür die Notwendigkeit einer korrekten Beweisführung, die in der Logik und Argumentation selbst ja zwingend ist.

Dass es für Logik und Argumentation sehr ausführliche Werke gibt, bedeutet also nicht, dass Schopenhauers Abhandlung als ironisch zu bezeichnen ist. Das sind zwei unterschiedliche Schuhe, auch wenn der eine in den anderen hineinpasst.


.
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Kroni
Mitglied

145 Forenbeiträge
seit dem 21.08.2006

     
39. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 07.09.2006 um 13:12 Uhr

Zunächst einmal: "Logik und Argumentation" ist von Perleman selbst in Deutsch geschrieben bzw. übertragen worden. Es ist ein erstaunlich gut lesbares Büchlein von ca. 200 Seiten.

Meine versaubeutelte Dissertation "Zur Sicherungszession des GmbH-Anteils" hat mir eine wundervolle Zeit rechtsphilosophischer Studien im weitesten Sinne des Wortes beschert. Mein guter Professor hat dies sehenden Auges geduldet - meine förmliche Resignation haben wir großartig befeiert. Ich achte und verehre in ihm einen Lehrer, dem der materielle Lernerfolg wichtiger war, als die Erlangung irgendeines Titels. Für diese Studien standen mir seinerzeit die Möglichkeiten eines Lehrstuhls voll zur Verfügung, einschließlich des Zugangs zu Titeln, die von den diversen Bibliotheken normalerweise nicht verliehen werden ... ich wiederhole: eine der schönsten Zeiten meines Lebens.

Warum ich hier einen spezielleren Titel empfehle ?

Weil er besser verständlich ist, und eine (rhetorische) Argumentation besser gegen einen logischen Beweis abschichtet, als dies Schopenhauer gelungen ist - meo arbitrio.

Und ich empfehle dies guten Gewissens: ich lebe seit ca. 15 Jahren recht gut davon, Recht zu haben.

Gruß

Kroni

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