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Literaturforum: Harmlose Wunden


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Forum > Lyrik > Harmlose Wunden
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 Autor
 Thema: Harmlose Wunden
medium
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8 Forenbeiträge
seit dem 31.01.2008

     
Eröffnungsbeitrag Abgeschickt am: 31.01.2008 um 15:10 Uhr

Hallo an Alle,

ich bin neu hier und wollte mich mit einem Text von mir vorstellen. Seit einiger Zeit probiere ich mich im Schreiben und dies ist einer meiner ersten literarischen Versuche. Naja, ich würde mich freuen zu hören ob es eine gewisse Wirkung auf euch hat.

Harmlose Wunden

I
Ich wurde geboren und nun
mit beiden Beinen auf dem Boden stehend
die Hände gehoben und zu Fäusten geformt
den Blick herausfordernd auf des Gegners Augen gerichtet
bin ich mir meiner Aufgabe völlig bewusst
der Lebensaufgabe die mich des Da-seins berechtigt
nämlich an Ort und Stelle
der Notausgang von der Berufung versperrt
die Unausweichlichkeit vernehmend
mit viel Schwung und doch unbeholfen
im zerstörerischen Gelächter meiner Mitschüler
das mir, wenn auch für kurze Zeit nur
denn der Vorgang soll sich wiederholen
meinen Hals verknotend den Atem nimmt
zu versinken.

II
Doch wie der Jäger jagt im Walde
er schießt und es knallt und er trifft und es stirbt
nur diesmal war er nicht sehr achtsam
den Spaß wird er bald sehr bereuen
sich auf die Beute stürzend erkennt er
das Opfer menschlicher Gestalt
und damit nicht genug
es musste der geliebte Sohnemann sein.
Auch bei meinen Tätern, den Unvorsichtigen
handelt es sich nicht um mir Fremde
sondern um die, mit denen ich viele meiner Lebensstunden teile
von deren Anerkennung ich abhängig bin
wie der Säugling es von der Mutter ist
doch was sie vom Jäger unterscheidet
sie sind nicht konsequent
sie töten nicht, sie verletzen
die Wunden aber heilen nicht
ein kranker Vogel wird nicht fliegen
und solch ein kleben am halben Leben
wird dem ganzen nicht gerecht.


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baerchen
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seit dem 02.08.2007

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1. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 31.01.2008 um 20:21 Uhr

Wie lange wirst Du schon gemobbt, medium?


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medium
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8 Forenbeiträge
seit dem 31.01.2008

     
2. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 31.01.2008 um 21:35 Uhr

Hallo baerchen,

wie es sich damit verhält lass dahin gestellt sein. Ob es sich um jemanden handelt der ernsthaft gemobbt und von der Gesellschaft verachtet wird, oder unter einer extrem verzerrten Wahrnehmung seiner Umwelt leidet und zur Übertreibung neigt, oder sich einfach manchmal so fühlt, ist nicht wichtig. Es gibt gewiss Leute die sich verachtet fühlen und unwürdig leben und der Text versucht dies wiederzugeben. Ich meine wenn ich Portnoys Beschwerden lese begehre ich auch nicht zu wissen, ob Philip Roth nach einer Bar-Mizwa Stunde tatsächlich in die Leber masturbierte, die er später mit seinen Eltern verspeisen musste....


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baerchen
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Das ist baerchen

     
3. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 01.02.2008 um 02:40 Uhr

Es hatte einen anderen Grund, warum ich fragte. Ist aber beantwortet.

I.
´Ich wurde geboren...´
Und es folgt ein weiter, sehr weiter Bogen, bis zum Gelächter der Mitschüler.
Mir ist das an der Stelle zu dünn.

Wer mit beiden Beinen auf dem Boden steht, braucht einen ´Gegner´ nicht herausfordernd anzusehen.
Die Aufgabe, die zum Da-sein berechtigt versuchst Du zu beschreiben und doch wird sie nicht beschrieben.

II.
Doch wie der Jäger jagd im Walde...
Was soll das werden? Amoklauf in der Schule?
Oder nur pubertierte Verletzlichkeit?

Auch an dieser Stelle fehlt es mir an erzählerischer Dichte.

Andere mögen das anders sehen.
Ich hoffe, dass sich dazu noch jemand äußert.


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medium
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8 Forenbeiträge
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4. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 01.02.2008 um 10:11 Uhr

Hallo baerchen,

ich komme erst zum Wichtigen, weil mir dies auf dem Herzen liegt. Wie bitte kommst du auf den Amoklauf? Fährst du lieber auf der Vorurteilsschiene, möchtest provozieren oder hast du dich nicht mit dem Text auseinandergesetzt, weil hier kein Goethe oder Schiller schreibt? Ich weiß, das Thema ist in den Medien präsent, doch ich glaube nicht das eine Anspielung darauf in meinem Text herausgelen werden kann. Sollte dies der Fall sein, sehe ich mich gezwungen den Text zurück zu ziehen.

Nun, anscheinend ist der Text nicht gelungen, da er nicht für sich steht. Deswegen werde ich jetzt erläutern, wie ich es mir vorgestellt habe.

Wie der Jäger jagt im Walde... das sollte ein bildhafter Vergleich sein, den ich gehofft habe im zweiten Abschnitt des zweiten Teils aufgeklärt zu haben. Der Jäger geht im Wald jagen, doch er ist unvorsichtig, er hofft zwar einen Hirsch oder ein Reh zu erlegen, doch es war sein Sohn und somit ist er der Mörder des eigenen Kindes. Ein Unfall, der auf der Unvorsichtigkeit des Jägers beruht.
Im zweiten Teil übertrage ich das auf die Schulsituation. Der Schüler ist das Opfer.
Seine Mitschüler sind auch unvorsichtig und gebrauchen ihre Waffen (zB ihre Schlagfertigkeit) unvorsichtig und verletzen den Schüler somit. Sie töten ihn nicht, denn sie sind nicht konsequent, doch er leidet unter ihnen und kann nicht würdig leben. Wie ein Vogel, dessen Flügel von einem Schuss verletzt werden, sich nicht aufschwingen kann und fliegen, so kann der Schüler sein Leben auch nicht in der Weise führen wie er es sich wünscht. Nichts mit Amoklauf.

Du reduzierst deinen Kommentar nicht auf den Amoklaufvorwurf und dafür bin ich dir dankbar, sonst wäre er ja, wie dein erster Kommentar, als reine Provokation zu verstehen.
Im ersten Abschnitt des ersten Teils habe ich mir einen Boxer im Ring vorgestellt. Der Boxer ist sich seiner Aufgabe völlig bewusst, er ist hochkonzentriert, auf den Gegner eingestellt und rechnet mit dem Schlag ins Gesicht. Ein guter Boxer hat vielleicht Ehrfurcht vor dem Gegner, doch er fürchtet sich nicht.
Übertragen auf den Schüler ist dies ironisch gemeint. Der Schüler ist sich ebenfalls der Aufgabe, die ihn des Da-seins berechtigt, völlig bewusst, er fürchtet sich nicht und tut was er tun muss und dies wäre sich vor seinen Mitschülern lächerlich zu machen. Er kann eben nicht anders. Ist es erstmal so weit gekommen, so leidet er und ist verletzt. Doch er findet seine Kraft wieder, seinen Atem und der Vorgang wird sich wiederholen. Es ist sein Schicksal, sich lächerlich zu machen. Er kann dem nicht ausweichen.
Die Aufgabe die ihn des Da-seins berechtigt, ist eben sich lächerlich zu machen und die zerstörerischen Lacher seiner Mitschüler einzustecken.

Nun, ich hoffe alle Missverständnisse aus dem Wege geräumt zu haben. Wenn mein Text diese Interpretation nicht zulässt oder diese zu abwegig erscheint, so ist der Text eben ziemlich schlecht.

So, ich muss jetzt in die Schule...


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baerchen
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822 Forenbeiträge
seit dem 02.08.2007

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5. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 02.02.2008 um 04:25 Uhr

Diese Nachricht wurde von baerchen um 04:30:18 am 02.02.2008 editiert

Zitat:

Wie bitte kommst du auf den Amoklauf? Fährst du lieber auf der Vorurteilsschiene, möchtest provozieren oder hast du dich nicht mit dem Text auseinandergesetzt (...)?
Ich assoziiere.

Zitat:

(...)wie dein erster Kommentar, als reine Provokation zu verstehen.
Das ist Deine Meinung. Gedacht war es so nicht.

Ich habe den Eindruck, Du weißt nicht recht, wohin Du mit Deinem Text überhaupt willst. Du stellst Dir verschiedene Situationen vor, wie Du erklärst, aber was, meinst Du, hält den Text zusammen?


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Arjuna
Mitglied

485 Forenbeiträge
seit dem 27.02.2007

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6. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 02.02.2008 um 07:56 Uhr

Zunächst mal interessiert mich ob hier ein Lyr -Ich agiert oder Autobiografisches verarbeitet wird.
Das IST wichtig zu wissen, denn es gewinnt damit eine andere Wertigkeit.
Auf den Inhalt gehe ich jetzt nicht ein > siehe baerchen.

Zm Text:
Lyrik isses nicht gerade..
Sprachlich sehr schwergängig ... formal wäre eine bessere Strukturierung und Reduktion auf das Wesentliche segensreich.
Insgesamt wirkt der Text zu lang und zu zäh .
Versuch doch mal, die geballte Ladung Inhalt zu komprimieren - umso stärker tritt die Aussage hervor. Zuviel drumherum vermeiden.
Aber für eine Erstveröffentlichung ok.
Machet jut,
Arjuna


- Ich bin nicht immer meiner Meinung - Paul Valéry
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almebo
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418 Forenbeiträge
seit dem 08.11.2007

Das ist almebo

     
7. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 02.02.2008 um 09:08 Uhr

Diese Nachricht wurde von almebo um 09:21:55 am 02.02.2008 editiert

Wie Arjuna schon richtig bemerkt hat, dass eine permanente Wachstumspotenz, die zwar sprachlich sehr schwer gängig, aber durch eine konzertierte Interpretationsprozedur wesentlich einfühlsamer
sich dargestellt hätte, um ambivalente Fluktationskonzeptionen erkennen zu lassen.

So wäre auch eine bessere Struktuierung und Reduktion auf das Wesentliche auf einer qualifizierten Identifikationsebene weitaus besser geeignet, um mit
Baerchen`s Worten abzuschliessen, dass andere es anders sehen mögen, unter der Voraussetzung, dass sich daraus eine synchrone Wachstumspotenz ergibt, die sich wiederum in eine systematisierende Übergangs-Konzeption ergießt, um weitgehendst der "Aufgabe" gerecht zu werden.

Ich hoffe, mich für jeden "verständlich" in meiner ureigensten Form ausgedrückt zu haben und
bedanke mich für die Aufmerksamkeit.-


Lieber ein eckiges Etwas, als ein rundes Nichts
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almebo
Mitglied

418 Forenbeiträge
seit dem 08.11.2007

Das ist almebo

     
8. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 02.02.2008 um 09:35 Uhr

Zitat:

Hallo baerchen,

ich komme erst zum Wichtigen, weil mir dies auf dem Herzen liegt. Wie bitte kommst du auf den Amoklauf? Fährst du lieber auf der Vorurteilsschiene, möchtest provozieren oder hast du dich nicht mit dem Text auseinandergesetzt, weil hier kein Goethe oder Schiller schreibt? Ich weiß, das Thema ist in den Medien präsent, doch ich glaube nicht das eine Anspielung darauf in meinem Text herausgelen werden kann. Sollte dies der Fall sein, sehe ich mich gezwungen den Text zurück zu ziehen.

Nun, anscheinend ist der Text nicht gelungen, da er nicht für sich steht. Deswegen werde ich jetzt erläutern, wie ich es mir vorgestellt habe.

Wie der Jäger jagt im Walde... das sollte ein bildhafter Vergleich sein, den ich gehofft habe im zweiten Abschnitt des zweiten Teils aufgeklärt zu haben. Der Jäger geht im Wald jagen, doch er ist unvorsichtig, er hofft zwar einen Hirsch oder ein Reh zu erlegen, doch es war sein Sohn und somit ist er der Mörder des eigenen Kindes. Ein Unfall, der auf der Unvorsichtigkeit des Jägers beruht.
Im zweiten Teil übertrage ich das auf die Schulsituation. Der Schüler ist das Opfer.
Seine Mitschüler sind auch unvorsichtig und gebrauchen ihre Waffen (zB ihre Schlagfertigkeit) unvorsichtig und verletzen den Schüler somit. Sie töten ihn nicht, denn sie sind nicht konsequent, doch er leidet unter ihnen und kann nicht würdig leben. Wie ein Vogel, dessen Flügel von einem Schuss verletzt werden, sich nicht aufschwingen kann und fliegen, so kann der Schüler sein Leben auch nicht in der Weise führen wie er es sich wünscht. Nichts mit Amoklauf.

Du reduzierst deinen Kommentar nicht auf den Amoklaufvorwurf und dafür bin ich dir dankbar, sonst wäre er ja, wie dein erster Kommentar, als reine Provokation zu verstehen.
Im ersten Abschnitt des ersten Teils habe ich mir einen Boxer im Ring vorgestellt. Der Boxer ist sich seiner Aufgabe völlig bewusst, er ist hochkonzentriert, auf den Gegner eingestellt und rechnet mit dem Schlag ins Gesicht. Ein guter Boxer hat vielleicht Ehrfurcht vor dem Gegner, doch er fürchtet sich nicht.
Übertragen auf den Schüler ist dies ironisch gemeint. Der Schüler ist sich ebenfalls der Aufgabe, die ihn des Da-seins berechtigt, völlig bewusst, er fürchtet sich nicht und tut was er tun muss und dies wäre sich vor seinen Mitschülern lächerlich zu machen. Er kann eben nicht anders. Ist es erstmal so weit gekommen, so leidet er und ist verletzt. Doch er findet seine Kraft wieder, seinen Atem und der Vorgang wird sich wiederholen. Es ist sein Schicksal, sich lächerlich zu machen. Er kann dem nicht ausweichen.
Die Aufgabe die ihn des Da-seins berechtigt, ist eben sich lächerlich zu machen und die zerstörerischen Lacher seiner Mitschüler einzustecken.

Nun, ich hoffe alle Missverständnisse aus dem Wege geräumt zu haben. Wenn mein Text diese Interpretation nicht zulässt oder diese zu abwegig erscheint, so ist der Text eben ziemlich schlecht.

So, ich muss jetzt in die Schule...

Das ist auch ratsam. Aber nicht nur um zu lernen,
sondern sich selbst im Spiegel zu betrachten um sich zu fragen: Wer bin ich eigentlich ????


Lieber ein eckiges Etwas, als ein rundes Nichts
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Arjuna
Mitglied

485 Forenbeiträge
seit dem 27.02.2007

Das ist Arjuna

     
9. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 02.02.2008 um 11:45 Uhr

Ausreichend verständlich ausgedrückt, almebo.
Gut gebrüllt, Löwe


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