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Literaturforum: Morgenpalaver


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Forum > Lyrik > Morgenpalaver
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 Autor
 Thema: Morgenpalaver
Karoline
Mitglied

35 Forenbeiträge
seit dem 02.02.2008

     
10. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 20.02.2008 um 13:07 Uhr

Diese Nachricht wurde von Karoline um 13:16:43 am 20.02.2008 editiert

Diese Nachricht wurde von Karoline um 13:08:52 am 20.02.2008 editiert

Lieber LXC.,

ich habe keineswegs die Absicht, dir Nachhilfe in der deutschen Grammatik zu geben, aber der von dir als "dämlich" bezeichnete Satz: "Schwarze Wolken, verdeckten sie mir den Himmel", ist eine verkürzte Partizipialkonstruktion, denn vollständig müsste es heißen: "Schwarze Wolken seiend, verdeckten sie mir den Himmel". Diese verkürzte Form wird nicht nur in der Lyrik angewandt, sondern auch in der Prosa, ja sogar in der Umgangssprache.

Die Form "so viel Vogel" wird auch in der Wendung "so viel Holz" o. ä. angewandt, denn die Pluralbildung durch "so viel" würde ja "korrekt" voraussetzen, dass man auch das Substantiv pluralisiert (also so viel Hölzer), wird aber im Deutschen nicht gemacht - adäquat also die Form "so viel Vogel". Vogel ist hier eine Erläuterung von "so viel" (einer unbestimmten Numerale) und muss folglich nicht im Plural stehen. Was nicht heißt, dass ich nicht auch hätte schreiben können "so viele Vögel". Als lyrische Stilfigur könnte man diese Form als Anakoluth (Fügungsbruch) bezeichnen (da bin ich mir aber nicht ganz sicher). Grammatikalisch jedenfalls geht das voll in Ordnung.

Ich denke mir, dass dir das nicht geläufig ist und dass du deshalb über die beiden Stellen stutzen musstest. Es handelt sich also nicht, wie du annimmst, um Sprachverfehlungen.

Ist jetzt alles klar?

lg Karoline

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Arjuna
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11. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 20.02.2008 um 15:44 Uhr

Vielleicht urteilst du zu hart, LX.C
Etwas "dämlich" zu nennen ist schon harter Tobak. Wie rechtfertigst du das?
Wollten wir nicht einen anderen Ton anschlagen?

Und von Vergangenem reden wir ja auch nicht, sondern von Neuem.
Oder bleibst du stets Derselbe und rührst im selben Pudding?


- Ich bin nicht immer meiner Meinung - Paul Valéry
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Gast873
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12. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 20.02.2008 um 16:09 Uhr

Diese Nachricht wurde von Hyperion um 16:20:40 am 20.02.2008 editiert

Mensch, ihr habt ja alle Recht!

Alex auch insofern, wenn er sagt, dass der Satz "so viel Vogel" kein richtiger deutscher Satz ist. In der Lyrik, in diesem Fall in Karolines Gedicht, geht er tatsächlich in Ordnung im semantischen Sinne von "So viel Vogel, soweit das Auge reicht". Die Lyrik lebt von Sprachspielen und Nivellierungen des Konvetionellen. In Prosa ist es aber nicht erlaubt. Dort wäre es nicht so schicklich.

Man kann nicht sagen: "So viel Mensch geht über die Straße".

Partizipialkonstruktionen haben etwas mit dem lateinischen AcI oder Ablativus zu tun, und meinen nicht unbedingt das Gerundium/Gerundivum oder PPA (Partizip Präsens Aktiv) "seiend".

Gruß,
Hyperion

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Arjuna
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13. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 20.02.2008 um 17:00 Uhr

Die neue Lyrik bedient sich schon länger der Prosa -
und das ist selbstverständlich erlaubt.

Man kann als Poet, Lyriker, Schreiber natürlich sagen:
"Soviel Mensch geht über die Straße"
- sofern es einen Sinnzusammenhang gib .
Das ist ein Stück dichterische Freiheit.
Seht euch doch mal um.
Es gibt verdammt viele gute Lyriker heutzutage, die "anders" dichten.
Wir sind hier doch nicht in der Uni...


- Ich bin nicht immer meiner Meinung - Paul Valéry
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Gast873
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14. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 20.02.2008 um 17:10 Uhr

Diese Nachricht wurde von Hyperion um 17:14:32 am 20.02.2008 editiert

Dass man ALLES sagen kann, ist nicht das Problem. Aber in einer "Privatsprache" kann man sich nur mit sich selbt unterhalten, sie findet im Monolog mit sich selbst statt.

Wenig oder gar keinen Sinn laut deutscher Grammatik machen flg. Sätze:

- "Ich habe so viel Minute meines Lebens mit dem Lesen verbracht"

- "Ich bin mit so viel Auto schon gefahren"

Das Aufstellen solcher Sätze ist irgendwann kontraproduktiv, weil man sich dann ernsthaft über die psycho-rezeptive, bzw. über die soziale, sinnliche und geistige Perzeption der Person Gedanken machen muss, oder mit einem Begriff: Die Person leidet dann evtl. unter einem "Dysgrammatismus", auch "Agrammatismus infantilis" genannt.

Gruß,
Hyperion

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Arjuna
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15. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 20.02.2008 um 18:04 Uhr

Diese Nachricht wurde von Arjuna um 18:06:33 am 20.02.2008 editiert

Ach Hyperion.
Privatsprache! ??!
Man kann alles verwenden, wenn es nur gut ist.

Das ist ist doch das wahre Maß der Dinge!

Es geht auch nicht darum, dass hier die nämlichen Sätze irgendwann kontraproduktiv werden. Karoline hat weder eine "Privatsprache" gebraucht,
( was das sein soll, erschließt sich mir ohnehin nicht. ) - noch Sätze oder Wortwendungen kreiert, die aus diesem Rahmen gefallen wären!!!

Experimentierfreude sowie Kreativität ist das Ein und Alles beim Dichten - eben so, wie Karoline es in ihrem Beitrag tut., eingebettet in einen Sinnzusammenhang.
Von "dämlich" keine Spur.


- Ich bin nicht immer meiner Meinung - Paul Valéry
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Gast873
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16. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 20.02.2008 um 18:30 Uhr

Quod erat demonstrandum: Siehe meinen ersten Beitrag. Der zweite bezog sich lediglich auf deine Behauptung.

Schönen Gruß
Hyperion

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Gast873
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17. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 20.02.2008 um 18:47 Uhr

Diese Nachricht wurde von Hyperion um 18:59:55 am 20.02.2008 editiert

@Privatsprache:

Wittgenstein lässt grüßen, Madame, und ich ebenfalls von der Eberhard-Karls-Uni nach Sorbonne!

Des Weiteren erübrigt sich der Wink, dass man sachlich bleiben sollte, denn dir Barbara, traue ich nicht eine eristische Dialektik ad hominem zu (*hüstl*). Für Argumente zur Sache bin ich hingegen zu jeder Stunde mit meinen Beiträgen zu Diensten zu sein erbötig. Rabulistik mag ich nicht (das bezieht sich leider nur auf dich).

Eine Mutter, an dieser Stelle muss ich den kat. Imperativ einfließen lassen, wird niemals wollen, dass ihr Kind mit sieben, in der kindlichen Entwicklung im Vergleich zu Altersgenossen psycholinguistisch zurückgeblieben, Nonsens redet, geschweige denn als Erwachsener immer noch, und sie wird statt der Besorgnis niemals jubelnd schreien: "Juhu, das ist Kunst, das schicken wir gleich zum Suhrkamp Verlag!", sondern sie wird tunlichst einen Logopäden aufsuchen, spätestens in der Grundschule beim Elternsprechtag darauf aufmerksam gemacht worden, dass ihr Kind unter akuten Sprachstörungen leidet, wird sie intervenieren. Das war allgemein gesprochen und bezieht sich nicht auf die Teilnehmer dieser Diskussion! Schade, dass ich das extra erwähnen muss.

Gruß,
Hyperion

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Arjuna
Mitglied

485 Forenbeiträge
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Das ist Arjuna

     
18. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 20.02.2008 um 20:11 Uhr

Ist gut, Hyperion, ist gut.
Mach ruhig weiter.
Hat mich gefreut.


- Ich bin nicht immer meiner Meinung - Paul Valéry
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LX.C
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1770 Forenbeiträge
seit dem 07.01.2005

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19. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 20.02.2008 um 20:56 Uhr

Bei allen ausgetauschten Argumenten. Ich stehe zu und bleibe bei meiner Meinung, dass Ausdruck und Grammatik bei aller Kreativität (meinetwegen auch nur in ihrer Wirkung) verfehlt sind. Punkt. An der Argumentationsschlacht muss ich mich daher gar nicht beteiligen.

Zudem, wer lesen kann ist mal wieder klar im Vorteil: Dämlich war eine Verallgemeinerung ohne persönlichen Bezug! Im Bezug auf Karoline verwendete ich den Ausdruck: verfehlt! Und so ist also nicht einmal eine Rechtfertigung vonnöten.


.
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