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Literaturforum: Juni 2020


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 Thema: Juni 2020
Kenon
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Das ist Kenon

     
Eröffnungsbeitrag Abgeschickt am: 07.06.2020 um 08:40 Uhr

Serhij Zhadan - Die Erfindung des Jazz im Donbass

Ich lese gerade Bücher, die im Donbass spielen: Während des russischen Krieges, vor dem russischen Krieg, während des deutschen Krieges. Das Buch von Zhadan heisst im Original “Voroshilovgrad”, das ist der sowjetische Name für das heutige Luhansk, das mittlerweile die Hauptstadt des russischen Schatten- und Terrorstaates “LNR” ist. Ich finde es immer befremdlich, wenn Verlage die Titel für eine Übersetzung derart ändern, zumeist ja aus einem Marketingkalkül heraus - wobei ich natürlich die genauen Umstände in diesem Fall nicht kenne. Die englische Ausgabe heisst jedenfalls auch einfach nur “Voroshilovgrad”. Bekannt war die Stadt vor allem für ihre Lokomotiven, unter anderem die Ludmillas, die noch viele Jahre nach der Wende auf den Schienen zu sehen gewesen sind (einige sind vermutlich weiterhin im Einsatz, ich konnte auf die Schnelle keine Details dazu recherchieren). Die Lokomotiven-Fabrik wurde übrigens 1896 von Gustav Hartmann, einem gebürtigen Sachsen, gegründet.

Bisher gefällt mir an Zhadans Buch nur das Setting. Ich habe erst knapp 50 Seiten gelesen. Zhadans Stil gefällt mir gar nicht: Er wirft mit Adjektiven um sich, was sicherlich irgendwie poetisch wirken soll, tatsächlich aber einen ziemlich unbeholfenen Eindruck macht. Außerdem nervt mich diese angestrengte Coolness, der lasche und immer ausrechenbare Humor. Der Mast an der Tankstelle eignet sich natürlich zum Aufknüpfen von Menschen,

Zitat:

Kotscha drückte seine Kippe aus und warf sie in einen Eimer mit der Aufschrift “Rauchen verboten”.

Damit langweilt und verärgert man mich. Ich gebe dem Buch noch eine Chance, sagen wir 50 Seiten. Literarisch wird es sicherlich kein Höhenflug mehr werden, aber immerhin nimmt einen der Autor mit in den Donbass. Andrej Kurkow hat sich in einer ähnlichen Landschaft mit “Graue Bienen” viel talentierter gezeigt. Er ist wahrscheinlich der bessere Schriftsteller.

Übrigens gibt es mit “Golden Coal” auch ein in englischer Sprache herausgegebenes Fanzine über die heutige Jugend in der Region Donezk / Luhansk:
Golden Coal: the zine capturing the lives of Donbas’ youth in the midst of war

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