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Literaturforum: Literaturnobelpreis 2004


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Forum > Sonstiges > Literaturnobelpreis 2004
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 Thema: Literaturnobelpreis 2004
Nachrichten
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138 Forenbeiträge
seit dem 12.03.2005

     
40. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 12.10.2005 um 09:47 Uhr

Zitat:

Die vorjährige Vergabe an Elfriede Jelinek habe den Wert des Preises für lange Zeit zerstört und die "allgemeine Auffassung von Literatur als Kunst verwirrt", schrieb der 82-jährige Knut Ahnlund am Dienstag in einer geharnischten Kritik in "Svenska Dagbladet"

[...]

Deshalb habe das Nobelgremium Jelineks "Selbstcharakteristik gekauft": von der mutigen Außenseiterin, die mit einzigartigem sprachlichen Einfühlvermögen die "Absurdität sozialer Klischees" bloßlege, wie es die Akademie formuliert hat. "Unzutreffender kann man ihr Werk nicht beschreiben", ätzt Ahnlund.

Er hingegen habe "Monomanie und Eingleisigkeit" gefunden, "klagende und unlustvolle Gewaltpornografie", einen endlosen Strom an Worten, mit dem nichts gesagt werde. Dafür habe Jelinek von einer "überrumpelten und immer opportunistischeren" literarischen Szene eine Menge Anerkennung erhalten, bis zum Nobelpreis. Der sei "zum Schaden aller progressiven Kräfte" gewesen und werfe einen Schatten auch auf alle früheren und künftigen Auszeichnungen, poltert Ahnlund, der, als er noch voll mitmachte, zum inneren Kreis zählte, der die Nobelpreis-Kandidaten wählt.

Quelle: Nobelpreisjuror geht im Zorn (Die Presse)

Zitat:

"Eine monomanisch, eingleisige Verfasserschaft, eine Textmasse, die ohne die Spur einer künstlerischen Strukturierung zusammengeschaufelt ist." Ahnlund spricht von "Massenunterhaltung", die bestens zu den "Realitysoaps mit ihrem übel gelauntem und böswilligen Privatgezänke" passe.

Jelineks Verlag Rowohlt und denen, die ihre Bücher positiv rezensieren, wirft Ahnlund Verbrauchertäuschung vor: "Elementares Durcheinander wird als ,Reichtum an Assoziationen' verkauft, ein Übermaß an Gräulichkeiten als ,Freisein von Tabus', der sprachliche Zerfall als ,virtuoses Spiel mit der Sprache' oder gar als ,meisterliche Sprachdeformation'." Dabei sei ihr Werk "arm und dürftig", weil sie andere Aspekte des Menschen als "Erniedrigung, Unterdrückung, Schändung, Ekel vor sich selbst, Sadismus und Masochismus" nicht sehe. Vielmehr seien ihre Bücher "Gewaltpornografie".

Quelle: Ruf zerstört (taz)


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HermannSachs
Mitglied

29 Forenbeiträge
seit dem 15.12.2004

Das ist HermannSachs

     
41. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 15.10.2005 um 17:50 Uhr

Es ist immer wieder entzückend was für ein Quatsch man liest und manchmal fragt man sich selber, warum lese ich das jetzt das ist doch Mist.
Sein ganzes Leben kann man vergessen danach, ja das ganze Leben ist praktisch umsonst, egal und alles nur weil man so einen Quatsch liest.
Ach Frau Jelinek, ich hab sie so lieb :-)

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woyzeck
Mitglied

7 Forenbeiträge
seit dem 19.01.2005

Das ist woyzeck

     
42. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 16.10.2005 um 02:40 Uhr

Jelinek will aber nicht geliebt werden. Sie ergötzt sich an Hass. Der einzige Grund sie zu lieben . . .

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HermannSachs
Mitglied

29 Forenbeiträge
seit dem 15.12.2004

Das ist HermannSachs

     
43. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 16.10.2005 um 13:41 Uhr

Na ja, wenn Du sie persönlich kennst ist es natürlich etwas anderes.
In ihren Texten ist auf alle Fälle nirgendwo Hass und wenn dann gegen Faschisten oder Haider oder Haiderfreunde.
Auch den Rassismus hasst sie und den
Alltagsfaschismus und die Humorlosigkeit,
na ja ich weiß ja auch nicht, ist Unsinn darüber etwas zu schreiben.
Wer sie nicht mag, mag sie nicht, aber er sollte
sie nicht hassen, das ist Schwachsinn.
Ich mag Harry Potter auch nicht, aber hassen tu ich ihn nicht, wie auch, er hat mir doch gar nichts getan.

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HermannSachs
Mitglied

29 Forenbeiträge
seit dem 15.12.2004

Das ist HermannSachs

     
44. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 16.10.2005 um 13:42 Uhr

Warum nennst Du dich eigentlich Wiyzeck, hast Du Büchner gelesen? Den haben die Leute damals auch nicht gemocht.
Die Vorstellung der hätte damals denLiteraturnobelpreis bekommen.

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bodhi
Mitglied

741 Forenbeiträge
seit dem 08.12.2004

Das ist bodhi

     
45. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 17.10.2005 um 23:16 Uhr

Lesen - und lesen lassen.
Leben - und leben lassen.
Lieben - und lieben lassen.
Hassen - besser lassen.

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Sophia
Mitglied

1 Forenbeitrag
seit dem 28.10.2005

     
46. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 29.10.2005 um 11:28 Uhr

Hab in den Sommerferien die Liebhaberinnen von Elfriede Jelinek gelesen und war ziemlich begeistert davon. So eine klare treffende Sprache habe ich bis jetzt bei wenigen Autoren erlebt. Trotzdem stelle ich mir die Frage, ob Frau Jelinek etwas im Leben wichtig ist und ob sie glaubt mit ihren Büchern etwas bewirken zu können. (Entschuldigt, wenn ich dumm frage, aber ich weiß nicht viel)

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LX.C
Mitglied

1770 Forenbeiträge
seit dem 07.01.2005

Das ist LX.C

     
47. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 29.10.2005 um 14:36 Uhr

Hallo Sophia,

wie sagt man so schön, es gibt keine dummen Fragen. Also immer frag.
Nun bin ich kein Jelinek Spezialist, hab auch noch nicht mal ein einziges Buch von ihr gelesen, lediglich den Film "Die Klavierspielerin" gesehen. In der Hinsicht weiß ich also noch viel weniger als du.
Antworten auf deine Fragen findest du vielleicht auf dem von Arne schon angegebenen Link (1. Antwort).
Wichtig wird ihr sicher so einiges im Leben sein. Und sicher möchte sie etwas mit ihrer Literatur bewirken.
Ob sie glaubt, das wirklich zu können, ist eine andere Frage. Bewirkt hat sie jedenfalls schon mal eine Menge Aufruhe in Österreich und ein Aufrütteln in anderen Ländern, wie Deutschland, über die Thematik einer nicht gerade rühmlichen konservativen Seite Österreichs. So hab ich ihr Gesamtwerk übergreifend aus Berichten und Artikeln zumindest verstanden.


.
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Jasmin
Mitglied

406 Forenbeiträge
seit dem 21.11.2004

Das ist Jasmin

     
48. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 07.11.2005 um 22:17 Uhr

Eigentlich habe ich mich dieser unheilvollen Diskussion für immer enthalten wollen, aber wie es den Täter wieder zum Tatort zieht, so zieht es mich auch wieder hierhin, dieses Mal aber mit einem versöhnlichen Zitat, einem zur Diskussionsthematik passenden Ausschnitt aus der Rede von Albert Camus anlässlich der Entgegennahme des Nobelpreises am 10. Dezember 1957 in Stockholm:

Zitat:

Die Ehre, die Ihre freie Akademie mir mit ihrem Preis zuteil werden lässt, hat in mir ein umso tieferes Gefühl der Dankbarkeit geweckt, als ich ermesse, wie sehr diese Auszeichnung meine persönlichen Verdienste übersteigt. Jeder Mensch und erst recht jeder Künstler hegt den Wunsch, anerkannt zu werden. So auch ich. Und doch – als ich von Ihrem Entscheid entfuhr, konnte ich nicht umhin, seine Tragweite mit dem zu vergleichen, was ich wirklich bin. Wie hätte ein verhältnismäßig junger Mann, dessen einziger Reichtum in seinen Zweifeln und seinem noch im Werden begriffenen Werk besteht, der gewohnt ist, in der Einsamkeit der Arbeit oder der Zurückgezogenheit der Freundschaft zu leben, wie hätte er nicht mit einer Art Panik den Spruch vernehmen sollen, der ihn, allein und nur auf sich gestellt, mit einem Schlag in den Brennpunkt eines grellen Lichtes rückt? Und wie musste ihm bei dieser Ehrung zumute sein, zu einer Zeit, da in Europa andere, zu den Größten zählende Schriftsteller zum Schweigen verurteilt sind, und da seine Heimaterde von nicht endenwollendem Unglück betroffen ist?

[…]

Ich für mein Teil kann ohne meine Kunst nicht leben. Aber ich habe diese Kunst nie höher gestellt als alles Übrige. Ich bedarf ihrer vielmehr notwendig, weil sie sich von niemand absondert und mir erlaubt, so wie ich bin, auf der allen Menschen gemeinsamen Ebene zu leben. Die Kunst ist in meinen Augen kein einsiedlerisches Vergnügen. Sie ist ein Mittel, die größtmögliche Zahl von Menschen anzurühren, indem sie ihnen ein beispielhaftes Bild der gemeinsamen Leiden und Freuden vorhält. Sie verlangt also vom Künstler, sich nicht abzukapseln; sie unterwirft ihn der bescheidensten und zugleich allumfassendsten Wahrheit. Und wer, wie es hie und da vorkommt, sein Künstlerschicksal gewählt hat, weil er sich anders fühlte, merkt bald, dass er seiner Kunst und seiner Andersartigkeit nur Nahrung bieten kann, indem er seine Ähnlichkeit bekennt. In diesem ständigen Hin und Her zwischen sich und den anderen, auf halbem Wege zwischen der Schönheit, der er nicht entraten kann, und der Gemeinschaft, der er sich nicht zu entziehen vermag, bildet sich der Künstler. Darum betrachten die Künstler nichts mit Verachtung; sie fühlen sich verpflichtet, zu verstehen, nicht zu richten. Und wenn sie in der Welt Stellung zu beziehen haben, so können sie sich nur für eine Gesellschaft entscheiden, in der nach Nietzsches großem Wort nicht mehr der Richter herrschen wird, sondern der Schaffende, sei er nun Arbeiter oder Intellektueller.


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Kenon
Mitglied

1200 Forenbeiträge
seit dem 02.07.2001

Das ist Kenon

     
49. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 08.11.2005 um 00:18 Uhr

Zitat:

Darum betrachten die Künstler nichts mit Verachtung; sie fühlen sich verpflichtet, zu verstehen, nicht zu richten.

Es ist fast immer weiser, einem Übel in der Kunst etwas eigenes, positives entgegenzusetzen, als dieses Übel nur vernichten zu wollen. Wenn sich einem das Übel aber allerorten - beispielsweise in der Form permanent-pubertärer-aufgesetzt-asozialer "Lyrik" oder Prosa - aufdrängt, wird man nicht umhin kommen, sich mit stärkeren Mitteln dagegen zu wenden.

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