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-- Literaturgeschichte & -theorie
--- Walter Flex

Kenon - 17.03.2005 um 02:25 Uhr

Walter Flex wird am 6.Juli 1887 in Eisenach geboren. Zwischen 1906 und 1910 studiert er Geschichte und Germanistik. Flex promoviert im Fach Germanistik (das Thema seiner Dissertation lautet "Die Entwicklung des tragischen Problems in den deutschen Demetriusdramen von Schiller bis in die Gegenwart") und ist die Folgejahre als Hauslehrer u.a. im Hause Bismarck tätig. 1914 meldet er sich als Freiwilliger zum Ersten Weltkrieg, er wird als Offizier in den östlichen und westlichen Kampfgebieten eingesetzt, wo er am 16.Oktober 1917 bei einem Artillerieangriff ums Leben kommt. Seine autobiographisch geprägte Erzählung "Wanderer zwischen beiden Welten", die in seinem Todesjahr erscheint, trifft den kriegsbegeisterten Nerv der Zeit und wird in Millionenhöhe aufgelegt. Dem heutigen Leser ermöglicht sie ebenso wie Jüngers "In Stahlgewittern" und Remarques "Im Westen nichts Neues" einen individualisierten Blick auf die Geschehnisse des Ersten Weltkrieges und ist somit vor allem auch als Dokument seiner Zeit zu betrachten, wobei unter diesen drei Autoren nur Remarque auch moralischen Bestand hat.

Mit seinen kriegsverherrlichenden und oft nationalistischen Versen hat sich Flex nicht besonders um die Menschlichkeit verdient gemacht, dennoch wird man ihm seine sprachlichen Qualitäten, seine dichterische Einfühlsamkeit und hochästhetischen Schilderungen nicht abstreitig machen können. Dieser Eindruck, das ist, was bleibt - und auf ihm liegt der bitterböse Nachgeschmack des blutigsten aller Jahrhunderte.


Werke
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* Zwölf Bismarcks (Novellen), 1913
* Klaus von Bismarck (Drama), 1913
* Das Volk in Eisen (Gedichte), 1914
* Sonne und Schild (Gedichte), 1915
* Im Felde zwischen Nacht und Tag (Gedichte), 1917
* Der Wanderer zwischen beiden Welten (Erzählung), 1917
* Die russische Frühjahrsoffensive 1916, 1919




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