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-- Lyrik
--- Der Mensch zwischen seinen Gefühlen

Shiningmind - 06.12.2005 um 14:07 Uhr

Extreme

Zuweilen erscheint es mir, als stünden wir da wie Sanduhren.
Auf der einen Seite sticht durchsichtig und klar unsere Leere hervor,
während auf der anderen Seite unsere Freude und Fülle sich ganz
vor unseren Betrachtern zeigt.
Uns selbst umzudrehen, auf dass beide Seiten sich wechseln, das vermag
nur eine fremde Hand. Aber nicht einmal die Fremde Hand vermag es, dass
sich unser Sand auf beiden Seiten, zu der Mitte hin, gleichmäßig füllt,
da wir auf diese Weise nicht beschaffen zu sein scheinen.
Und so füllt sich die Leere immerzu mit dem Staub des Sandes
und es leert sich die Fülle mit den Molekülen der Luft.
Jedoch niemals durch uns selbst, sondern meistens stets durch die Wirkung
und den Handlungen von Außen, die uns im Innersten zu höchsten Wallungen
treiben, so dass wir im Guten fröhlich dahin fließen und im Schlechten unsere
Glashülle zu zerplatzen und wir schließlich zu zerrinnen drohen.




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