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-- Lektüregespräche
--- Juli 2006
Kenon - 01.07.2006 um 13:05 Uhr
Ernst Bloch - Subjekt-Objekt.
Etwas geschwätzig betriebene Philosophie.
J. W. Goethe - Wilhelm Meister.
Zitat:
Was beunruhiget die Menschen, als daß sie ihre Begriffe nicht mit den Sachen verbinden können, daß der Genuß sich ihnen unter den Händen wegstiehlt, daß das Gewünschte zu spät kommt und daß alles Erreichte und Erlangte auf ihr Herz nicht die Wirkung tut, welche die Begierde uns in der Ferne ahnen läßt. Gleichsam wie einen Gott hat das Schicksal den Dichter über dieses alles hinübergesetzt. Er sieht das Gewirre der Leidenschaften, Familien und Reiche sich zwecklos bewegen, er sieht die unauflöslichen Rätsel der Mißverständnisse, denen oft nur ein einsilbiges Wort zur Entwicklung fehlt, unsäglich verderbliche Verwirrungen verursachen. Er fühlt das Traurige und das Freudige jedes Menschenschicksals mit.
Georg Lukács - Autobiographische Texte und Gespräche.
Zitat:
Als Schriftsteller glaube ich, daß es mir gelungen ist, meine Gedanken, alles, was ich sagen wollte, auszudrücken. Eine andere Frage ist, ob ein Schriftsteller nach drei Tagen noch derselben Meinung ist wie zu Beginn seines Werkes.
LX.C - 01.07.2006 um 14:50 Uhr
So, wie siehts bei mir aus. Ich hab im Juni so viel gelesen und alles geschafft, aber Fred Wanders "Ein Zimmer in Paris" liegt immer noch angefangen herum. Dafür is momentan einfach nicht die Zeit, das leg ich mal ausnahmsweise beiseite und kram es im laufe des Jahres dann noch mal raus.
Es steht erst mal an:
Luigi Pirandello – Heinrich IV
Und auf der Reise zu mir befindet sich:
Maxim Gorki – Die Mutter
bodhi - 01.07.2006 um 23:35 Uhr
Diese Nachricht wurde von bodhi um 23:36:08 am 01.07.2006 editiert
Günter Grass - Schreiben nach Auschwitz - Frankfurter Poetik-Vorlesung,
Sammlung Luchterhand, Juni 1990
(Rede gehalten am 13.2.1990 an der JWG-Uni, FFM)
Natalie Goldberg - Schreiben in Cafés
Autorenhaus Verlag. Für alle, die gerne übers Schreiben lesen von einer, die selbst schreibt und übers Schreiben schreibt und in Cafés schreibt (wie ich;)).
So viele interessante Stellen, hm, welche nehme ich denn, naja, eine wenigstens:
Zitat:
Es ist schmerzlich, mit seiner eigenen Lyrik identifiziert zu werden, zu viel Anerkennung für eine bestimmte Phase seiner eigenen Entwicklung zu bekommen. Das Leben ereignet sich während des Schreibens, endloses Wiederholen ist kontraproduktiv.
Ach, so viele schöne Stellen, vielleicht noch eine:
Zitat:
Wenn ich bei einer Lesung Gedichte vortrage, spüre ich manchmal, dass das Publikum mich mit meinen Gedichten gleichsetzt. Aber sie sind nicht ich, auch wenn ich in der ersten Person geschrieben habe. Sie bestehen aus meinen Gedanken und Gefühlen, wie sie waren, als ich sie schrieb. ... Und darin liegt eine große Chance. Wir können jederzeit aus unserem erstarrten Ich und seinen Ideen heraustreten und ganz neu beginnen. Das macht das Schreiben aus: Statt uns zu fesseln, befreit es uns.
Herr Aldi - 03.07.2006 um 15:07 Uhr
Wo wir vor einiger Zeit die Frage nach lesenswerten Gegenwartsautoren hatten - ich mache mich jetzt auf die Suche und lese mal ein wenig in das Werk einiger hinein:
Alessandro Baricco - Novecento. Die Legende vom Ozeanpianisten
Chuck Palahniuk - Fight Club
Irvine Welsh - Trainspotting
Arne Roß - Pauls Fall
Da habe ich mir einiges - vielleicht zuviel - vorgenommen, vor allem der Welsh erscheint mir verdächtig, meine Zeit zu verschwenden. Außerdem:
Shirin Ebadi - Mein Iran. Ein Leben zwischen Revolution und Hoffnung
Shirin Ebadi hat 2003 für ihr Engagement als Anwältin im Iran den Friedensnobelpreis erhalten.
Kenon - 03.07.2006 um 18:44 Uhr
Zitat:
vor allem der Welsh erscheint mir verdächtig, meine Zeit zu verschwenden.
Vor einigen Jahren las ich mal Welshs "Ecstasy": Es ging um Drogen, Sex und stupide Musik; damit befand sich das Buch auf der Höhe einer gedankenlosen Zeit, deren Ende im Herbst 2000 eingeläutet wurde und die dieses ein knappes Jahr später mit zwei krachenden Paukenschlägen erreichte. Heute lesen die identitätssuchenden Kinder der menschenfeindlichen Leistungsgesellschaft z.B. Sarah Kuttners konsumfetischistische Klingelton- & Markennamen-Poesie. Also: Schlimmer geht es immer.
Persephone - 03.07.2006 um 19:31 Uhr
"Fight Club" finde ich langweilig (besser den Film genießen, der ist wenigstens noch teilweise ein hübscher Anblick ;)). Man merkt einfach, dass das eigentlich eine Kurzgeschichte war, die künstlich zum Roman erweitert wurde. Viel besser ist da Palahniuks "Flug 2039", wenn man mich fragt. Und völlig haarsträubender Blödsinn ist "Der Simulant"... Ja, ich hatte mal eine Palahniuk-Phase. Ich finde seine Bücher haben durchaus einen gewissen Reiz, wobei ich sowas nicht in die Hand nehme, wenn ich gerade ausgeglichen und im Vollbesitz meiner geistgen Kräfte bin...
Mich begleitet immer noch Herr Wolfe mit seiner Charlotte Simmons, die ich sehr genieße. Ich stelle fest: dieses Buch liest sich überraschend psychologisch. Ein schönes Buch, wenn man sich für die sozialpsychologischen Interaktionen an einer amerikanischen Eliteuni interessiert.
LX.C - 03.07.2006 um 20:20 Uhr
Diese Nachricht wurde von LX.C um 20:20:52 am 03.07.2006 editiert
Fight Club und Trainspotting hab ich vor vielen Jahren auch als Film gesehen. Wer vermutlich nicht. Würde ich ehrlich gesagt nicht lesen. Gibt’s einen bestimmten Grund, warum es ausgerechnet diese Gegenwartsautoren sind? Gab ja z.B. im vergangenen Jahr ne Menge Preisträger, die man sich vornehmen könnte.
Fred Wanders "Zimmer in Paris" lag übrigens nicht lange beiseite. Habs nach diesem Wochenende unbedingt wieder lesen wollen. So ist das manchmal. - Ach, gug an, is ja quasi auch ein Gegenwartsautor.
Herr Aldi - 03.07.2006 um 20:49 Uhr
Trainspotting und Fight Club, weil sie die ersten Romane von Welsh bzw. Palahniuk sind. Die Verfilmung von Trainspotting habe ich nie gesehen, die von Fight Club gleich mehrmals, von daher wird mich die Lektüre vielleicht langweilen, wie es meistens der Fall ist, wenn man erst den Film sieht und dann den Roman liest.
Auf Palahniuk bin ich gekommen, als ich die Inhaltsangabe seines (anscheinend) neuesten Romans, Haunted gelesen habe - siebzehn Dichter werden für drei Monate in einem Gebäude eingemauert und sollen dort Gedichte schreiben - den werde ich mir vermutlich als nächstes vornehmen. Welsh deshalb, da in Gesprächen, die ich mit anderen über Literatur führe bzw. zu führen versuche, immer wieder auf ihn verwiesen wird (nach dem Motto: Literatur in der Schule fand ich immer langweilig, aber dann habe ich Trainspotting gelesen), ich will nun einfach mal herausfinden, was dran ist. Baricco ist mir von einem Bekannten ans Herz gelegt worden, Arne Roß war mehr ein Zufallstreffer auf amazon.de.
Ich lese jetzt einfach mal ganz bewusst wild drauflos, quer durch die Bank, meine Lesesystematik der letzten Monate hat mir zunehmend die Leselust ausgetrieben.
LX.C - 03.07.2006 um 22:53 Uhr
Na wenn das so ist, dann mal wild drauflos, Hauptsache die Leselust kommt wieder ;-)
bodhi - 04.07.2006 um 19:49 Uhr
Günter Grass - Kopfgeburten oder Die Deutschen sterben aus
Luchterhand 1980
Rabindranath Tagore - Gitanjali
Deutsche Übersetzung von Dr. G. M. Muncker und Dr. A. Haas nach der englischen Prosaübertragung, die der Dichter von seinen in Bengali verfassten Liedern selbst veranstaltet hat. 1958 by Hyperion Verlag, Freiburg im Breisgau
Zitat:
Ich bin gleich einem letzten Rest der Herbsteswolke
Und treibe nutzlos hin am Himmel.
Du, meine Sonne, ewig herrliche!
Dein Hauch hat mich noch nicht zerfließen lassen,
Mich noch nicht eins mit Deinem Licht gemacht;
So zähle ich, getrennt von Dir, die Monde und die Jahre.
Ist dies Dein Wille und ist dies Dein Spiel,
So nimm doch meine flüchtige Leere,
Bemale sie mit Farben, vergolde sie
Und lass sie vor dem ausgelassenen Winde fliegen,
Zerstreue sie in mannigfache Wunder.
Und wiederum, wenn es Dein Wille sein wird,
Dies Spiel bei Nacht zu enden, will ich zerschmelzen,
Will dahin im Dunkel schwinden,
Oder vielleicht im Lächeln eines weißen Morgens
Durchsichtig reiner Kühle.
bodhi - 08.07.2006 um 09:54 Uhr
Günter Grass - Unkenrufe
Eine Erzählung
Kenon - 08.07.2006 um 10:10 Uhr
Zitat:
Günter Grass - Unkenrufe
Angelehnt an eine Computerbuch-Serie könnte man hier wohl über Deinen Leseeifer sagen: (Der ganze) "Günter Grass in 21 Tagen" ;)
Ich lese mich noch immer durch den Wilhelm Meister. Auf vielen Seiten ist das leider für den, der übermäßiges Dozieren und Moralisieren in der Literatur nicht sonderlich schätzt, eine öde und anstrengende Beschäftigung, doch Goethes schillernde Sprache entschädigt einen auch dort reichlich, wo es dem Buch an erquicklichem Inhalt mangelt.
Nun bin ich bei der Einfügung "Bekenntnisse einer schönen Seele", die aus der Sicht einer Frau geschrieben sein soll, angelangt. Diese Frau hat zwangsläufig sehr männliche Züge.
bodhi - 08.07.2006 um 10:59 Uhr
Zitat:
Angelehnt an eine Computerbuch-Serie könnte man hier wohl über Deinen Leseeifer sagen: (Der ganze) "Günter Grass in 21 Tagen" ;)
Ja, allerdings geht es mit den hier bereits liegenden Grass-Bänden, die ich mir noch antun möchte, nun etwas langsamer. Die letzten drei waren "dünnere" Schriften (nur rein äußerlich), die nächsten 5 sind dicke Schinken (Hundejahre, Ein weites Feld, u.a.).
Man muss ja rechtzeitig für die endlich wieder länger werdenden Abende planen.
LX.C - 10.07.2006 um 00:56 Uhr
George Lukacs – Die Theorie des Romans
Keine Anleitung, wie man einen Roman schreibt, sondern (Untertitel): Ein geschichtsphilosophischer Versuch über die Formen der großen Epik
Der Autor selbst nach über 40 Jahren (Luchterhand, 1963) zu diesem Werk:
[Quote]Wenn also heute jemand „Die Theorie des Romans“ liest, um die Vorgeschichte der wichtigen Ideologien in den zwanziger und dreißiger Jahren intimer kennen zu lernen, vermag er aus einer solchen kritischen Lektüre Nutzen zu ziehen. Nimmt er aber das Buch in die Hand, um sich zu orientieren, so kann es nur zu einer Steigerung seiner Desorientiertheit führen.[/Quote]
Ich selbst bin auf das Werk vor zwei Jahren in einem Seminar der Exilpublizistik aufmerksam geworden. So nachhaltig wirken die Dinge manchmal.
Luigi Pirandellos "Heinrich IV" habe ich übrigens, als erstes Buch dieses Jahr, verworfen. Verworfen ist gut, in den Mülleimer hab ichs geworfen. Das hat vielleicht Überwindung gekostet, trotz meiner Wut :-) Aber nun ich froh, dass ich dieses banal langweilige Werk los bin.
Kenon - 10.07.2006 um 08:13 Uhr
Zitat:
George Lukács – Die Theorie des Romans
In dieses Buch habe ich bisher nur hineingeschnuppert, besonders ansprechend fand ich es nicht. Dass Lukács sich von einigen Frühwerken später distanziert hat, spricht ein wenig für seine Ehrlichkeit als Denker.
In Ermangelung einer zeitgemäßen Biographie über Lenin befasse ich mich erst einmal weiter mit seinen Schriften:
Lenin - Materialismus und Empiriokritizismus.
Dieses Buch, das Lenin im Alter von 38 Jahren schrieb, wird (bzw. wurde) als sein philosophisches Hauptwerk gehandelt, allerdings ist es in erster Linie ein politisches, das permanent feststellt, welche Auffassung die richtige, welche eine falsche ist. MuE ist sehr verständlich geschrieben, Massentauglichkeit lag Lenin schließlich immer sehr am Herzen. Auch wenn die Verteidigung des Materialismus eine hehre Sache ist, wirkt es grotesk, Lenin seine weltanschaulichen Gegner des kindischen Geschwätzes usw. zeihen zu sehen. Welcher ernsthafte Philosoph hat solche Mittel nötig?
LX.C - 10.07.2006 um 11:59 Uhr
Diese Nachricht wurde von LX.C um 12:06:44 am 10.07.2006 editiert
[Quote]In dieses Buch habe ich bisher nur hineingeschnuppert, besonders ansprechend fand ich es nicht. Dass Lukács sich von einigen Frühwerken später distanziert hat, spricht ein wenig für seine Ehrlichkeit als Denker.[/Quote]
Aber es spielte in den dreißiger Jahren seine bedeutende Rolle in der Expressionismusdebatte und in der Diskussion um den Sozialistischen Realismus. Mich interessiert es also weniger philosophisch, sondern mehr historisch.
Der Philosoph selbst befand sich zur Zeit, als das Werk entstand, in einer Übergangsphase von Kant zu Hegel und es ist das letzte Werk, bevor er zum Marxismus übertrat. Diese Zwiespälte werden zu seiner Position dem Werk gegenüber beigetragen haben, was nicht bedeutet, dass das Werk selbst schlecht sein muss. (Ein phil. Denk- und pol. Gesinnungswandel bedeutet für den Philosopphen selbst die Änderung/Verwerfung einer Position, nicht, dass die Darstellung einer vorherigen Position falsch sein muss.) Wie man ja dem im Beitrag zuvor angegebenen Zitat entnehmen kann, hat er seine Sichtweise, nachdem das Buch ca. 40 Jahre nicht mehr veröffentlicht wurde, unter bestimmten Gesichtspunkten revidiert. Im Vorwort äußert er sich ausführlich dazu.
Kenon - 10.07.2006 um 14:41 Uhr
Zitat:
Diese Zwiespälte werden zu seiner Position dem Werk gegenüber beigetragen haben, was nicht bedeutet, dass das Werk selbst schlecht sein muss.
Dazu kann ich konkret nichts sagen, weil ich mir nur ein eher intuitives Urteil durch stichprobenartiges Reinlesen verschafft habe.
Auch zu der Aufsatzsammlung "Geschichte und Klassenbewußtsein" hat Lukács ca. 40 Jahre später ein "berichtigendes" Vorwort für die Neuauflage im Luchterhand-Verlag geschrieben, am liebsten wäre es ihm aber gewesen, das Buch gar nicht neu aufgelegt zu sehen. Allerdings gab es entsprechenden "Druck" von unten, die Sammlung kursierte bereits in vielen Raubdrucken und lieferte der theoretisch flachen 68er-Bewegung Gedankenanregungen. Nach meiner Einschätzung ist GuK von den Rezipienten stark überbewertet worden; unberechtigterweise wird es noch heute als Lukács Hauptwerk angesehen, dabei ist es nur ein sehr nebliges Buch eines übereifrigen, frisch zu Marx Bekehrten.
Vielleicht kannst Du ja nach der Lektüre von "Die Theorie des Romans" kurz berichten, ob diese ein für Dich lohnendes Unterfangen gewesen (ist).
LX.C - 11.07.2006 um 00:53 Uhr
[Quote]Auch zu der Aufsatzsammlung "Geschichte und Klassenbewußtsein" hat Lukács ca. 40 Jahre später ein "berichtigendes" Vorwort für die Neuauflage im Luchterhand-Verlag geschrieben, am liebsten wäre es ihm aber gewesen, das Buch gar nicht neu aufgelegt zu sehen. Allerdings gab es entsprechenden "Druck" von unten, die Sammlung kursierte bereits in vielen Raubdrucken und lieferte der theoretisch flachen 68er-Bewegung Gedankenanregungen. Nach meiner Einschätzung ist GuK von den Rezipienten stark überbewertet worden; unberechtigterweise wird es noch heute als Lukács Hauptwerk angesehen[/Quote]
Zu GuK kann ich nichts sagen. Aber die von dir vorgebrachte "entschuldigende Rechtfertigung" dieser Neuauflage erscheint mir doch recht fadenscheinig. Vielleicht kommen ja Anhänger des späteren Lukács so besser mit der Neuauflage zurecht. Um einen Philosophen einzuordnen bedarf es auch seiner Frühwerke. Wie auch immer. "Die Theorie des Romans" wird schon allein aus historischen Gründen überleben. Da ich das Werk nicht aus philosophischer Sicht beurteilen werde, wird dir eine Einschätzung meinerseits nichts nützen.
Kenon - 11.07.2006 um 08:05 Uhr
Naja, wenn ein Verlag ganz energisch auf einen zukommt und fragt, ob er ein gewisses Frühwerk veröffentlichen könnte, dann wird das einem als Schrifsteller bestimmt auch ein wenig schmeicheln. Wenn einem dieses Frühwerk mittlerweile peinlich ist und viele Fehler enthalten zu scheint, schreibt man eben ein Vorwort, in dem darauf möglichst genau hingewiesen wird und hofft, dass die neuen Leser vielleicht auch zum Spätwerk finden.
Zitat:
Um einen Philosophen einzuordnen bedarf es auch seiner Frühwerke.
Oft bedarf man dieser auch, um ihn verstehen zu können.
Zitat:
Wie auch immer. "Die Theorie des Romans" wird schon allein aus historischen Gründen überleben.
Aber gedruckt wird das Buch ja momentan auch nicht mehr - wie eigentlich fast alle Schriften von Lukács?
LX.C - 11.07.2006 um 12:07 Uhr
Du redest von Fehlern. Der Autor setzt sein späteres Werk einfach in einen anderen politischen und philosophischen Kontext. Darum verwirft er seine früheren Werken. Das hat mit inhaltlichen Fehlern nichts zu tun, sondern mit Ansichten. Der Autor ordnet im Vorwort sein Werk gesellschaftlich, politisch und kulturhistorisch ein, um die Bedeutung des Werkes zur damaligen Zeit und die Motivation des Autors besser zu verstehen. Er betreibt keine Fehleranalyse. Wie man das Buch nehmen muss, darauf weist er an Schluss ja deutlich hin.
"Die Theorie des Romans" wird tatsächlich in einem Atemzug mit "Geschichte und Klassenbewusstsein" genannt. Aus dem Klappentext:
[Quote]Von den späteren Werken hat nur "Geschichte und Klassenbewusstsein" dieselbe internationale Berühmtheit erlangt.[/Quote]
Das dürfte deine Meinung von der Nichtigkeit des Werkes noch unterstützen ;-)
[Quote]Aber gedruckt wird das Buch ja momentan auch nicht mehr - wie eigentlich fast alle Schriften von Lukács?[/Quote]
Ja, da hast du allerdings recht. Die Bedeutung ist wohl auch wieder mal mehr im elitären/wissenschaftlichen Bereich zu suchen. Da lohnt sich eine Neuauflage vielleicht nicht. Lukács wirft ja doch ganz schön enorm mit Fachausdrücken um sich. Ist das bei ihm immer so?
Kenon - 11.07.2006 um 14:57 Uhr
Zitat:
Lukács wirft ja doch ganz schön enorm mit Fachausdrücken um sich. Ist das bei ihm immer so?
So ab den 30ern hat sich Lukács um eine klarere Sprache bemüht, was ihm unter anderem Bloch als Verrat (an der Philosophie?) vorwarf.
Mal ein schönes Beispiel aus GuK:
Zitat:
Das Hinausgehen über die Unmittelbarkeit der Empirie und ihre ebenso bloß unmittelbaren rationalistischen Spiegelungen darf sich also zu keinem Versuch, über die Immanenz des (gesellschaftlichen) Seins hinauszugehen, steigern, wenn dieses falsche Transzendieren nicht die Unmittelbarkeit der Empirie mit allen ihren unlösbaren Fragen in einer philosophisch sublimierten Weise noch einmal fixieren und verewigen soll. Das Hinausgehen über die Empirie kann im Gegenteil nur soviel bedeuten, daß die Gegenstände der Empirie selbst als Momente der Totaliät, d.h. als Momente der sich geschichtlich umwälzenden Gesamtgesellschaft erfaßt und verstanden werden.
LX.C - 11.07.2006 um 22:11 Uhr
Diese Nachricht wurde von LX.C um 22:18:14 am 11.07.2006 editiert
OK, dann möchte ich auch gerne ein Beispiel anbringen. Obwohl inhaltlich beide Zitate aus dem Zusammenhang gerissen sind und aus unterschiedlichen Werken stammen, liest man doch sehr deutlich raus, dass es sich um den selben Autor handeln muss. Er liebt anscheinend die Standartbegriffe. Fast Schablonenhaft möchte man meinen.
[Quote]Darum aber ist der Begriff der Totalität für die Epik kein aus den gebärenden Formen geborener, kein transzendentaler, wie im Drama, sondern ein empirisch-metaphysischer, der Transzendenz und Immanenz untrennbar in sich vereinigt. Denn Subjekt und Objekt fallen in der Epik nicht zusammen, wie im Drama, wo die gestaltende Subjektivität - aus der Werkperspektive gesehen - nur ein Grenzbegriff ist, eine Art von Bewusstsein überhaupt, sondern sind klar und deutlich im Werke selbst vorhanden und voneinander geschieden, und da aus der formgewollten Empirität des Gegenstandes ein empirisches, gestaltendes Subjekt folgt, kann dieses niemals Grund und die Gewähr der Totalität der herausgestellten Welt sein. Die Totalität kann sich nur aus der Inhaltlichkeit des Objekts mit wahrer Evidenz ergeben: sie ist metasubjektiv, transzendent, eine Offenbarung und eine Gnade.[/Quote]
Quelle: Lukács, Georg: Die Theorie des Romans, Luchterhand, Neuwied und Berlin 1963, S. 45.
Kenon - 11.07.2006 um 22:40 Uhr
Zitat:
sie ist metasubjektiv, transzendent, eine Offenbarung und eine Gnade.
Gerade an dieser Stelle tritt uns des frühen Lukács mystische Erlösungserwartung, die durch die hohe Kunst (insbesondere Dostojewskij u. dgl.) erfüllt werden soll, deutlich vor Augen (Ich war ja schockiert, als ich gestern erfuhr, dass Lukács bis 1921 in einem regen Brief-Kontakt mit Martin Buber gestanden haben soll!). Ein paar Jahre später, das ist die Position von GuK, sollte diese Rolle von der proletarischen Klasse, die sich in der Oktoberrevolution als (scheinbar) siegreich gezeigt hatte, übernommen werden; letztlich handelt es sich aber hier auch nur wieder um eines der philosophischen Grundprobleme bzw. besser gesagt: eine der meist-befahrenen philosophischen Sackgassen, die wir vor einiger Zeit schon diskutierten:
Zitat:
Nämlich diejenigen, die sich auf rechte Art mit der Philosophie befassen, mögen wohl, ohne daß es freilich die andern merken, nach gar nichts anderm streben als nur zu sterben und tot zu sein.
(Platon)
Hinzuzufügen ist, dass es freilich (oft) nicht nur die andern nicht merken, sondern auch die Philosophen selbst.
Namesi - 12.07.2006 um 07:09 Uhr
Mal wieder Hamlet, das alte zerfledderte Exemplar mit dem Stempel der Schulbibliothek.
Mara und Dann, eine postmoderne Utopie von Doris Lessing, die schnell gelesen werden kann. Manche halten das Buch für geschwätzig. Ich nicht, denn es behandelt "mein" Thema.
Kenon - 12.07.2006 um 17:22 Uhr
Ich habe (leider?!) schon wieder ein neues Buch angefangen:
Bernard-Henri Lévy - Sartre. Der Philosoph des 20. Jahrhunderts.
Zitat:
Mal wieder Hamlet, das alte zerfledderte Exemplar mit dem Stempel der Schulbibliothek.
Der Hamlet ist mir gerade im Wilhelm Meister wiederbegegnet. Schlegel, sah ich neulich in der Bibliothek, hat über das eine Werk im anderen auch einen Essay verfasst. Vielleicht schaue ich in diesen noch hinein(, obwohl ich nach der Lektüre von Schlegels Dante-Ausführungen nicht mehr so viel Lust darauf habe).
bodhi - 14.07.2006 um 07:04 Uhr
Diese Nachricht wurde von bodhi um 07:05:58 am 14.07.2006 editiert
...und mal wieder ein Sachbuch zwischengeschoben:
Wolfgang Hirn - Herausforderung China
- Wie der chinesische Aufstieg unser Leben verändert -
Fischer Taschenbuch Verlag Juni 2006
- Buch aus 2005 -
Zitat:
Der Umschlag sagt: "Eine Weltmacht erwacht
Warum explodieren die Öl- und Getreidepreise? Warum steigt die Arbeitslosigkeit? Warum wird die Diskussion um die 40-Stunden-Woche nicht wirklich etwas verbessern? Die Antwort lautet: wegen China. Wolfgang Hirn schildert, wie die Volksrepublik zur ´Fabrik der Welt´ und militärischen Supermacht wird, und zeigt ganz konkret, welche unmittelbaren Konsequenzen das für uns haben wird. Es ist an der Zeit, sich mit der entstehenden Weltmacht China auseinanderzusetzen, denn wir können uns den Luxus der China-Ignoranz nicht länger leisten."
Kenon - 14.07.2006 um 07:53 Uhr
Zitat:
Der Umschlag sagt: "Eine Weltmacht erwacht
Das klingt für mich spontan ein wenig nach den Elaboraten eines Gerhard Wisnewski. Soetwas sollte man sehr kritisch lesen.
Uve Eichler - 15.07.2006 um 17:41 Uhr
Der Hessische Landbote-Georg Büchner
Gast873 - 15.07.2006 um 18:44 Uhr
"SCHILLER oder die Erfindung des Deutschen Idealismus" von Rüdiger Safranski.
Gruß
Hyperion
ashitaka - 15.07.2006 um 19:56 Uhr
Ich lese gerade
"Lermontow
Ein Held unserer Zeit"
Persephone - 16.07.2006 um 20:14 Uhr
Ich befinde mich in einem literarischen Loch und weiß nicht was ich (zuerst) lesen soll...
bodhi - 16.07.2006 um 22:56 Uhr
Zitat:
Ich befinde mich in einem literarischen Loch und weiß nicht was ich (zuerst) lesen soll...
Etwas, das bei der Hitze leicht verdaulich ist vielleicht? Was steht denn zur Auswahl an?
Hermes - 17.07.2006 um 09:50 Uhr
Zitat:Zitat:
Ich befinde mich in einem literarischen Loch und weiß nicht was ich (zuerst) lesen soll...
Etwas, das bei der Hitze leicht verdaulich ist vielleicht? Was steht denn zur Auswahl an?
Hallo Persephone,
wie wäre es denn mit einem Drama aus der griechischen Antike?
Ich habe am Samstag zu meinem grossen Erstaunen Sophokles "Antigone" beim Buchhändler meines Vertrauens - in einem nicht einmal üblen Einband - für 2,95 € erstanden.
Als es gestern abend etwas abgekühlt war, habe ich mich damit aufs Lesesofa gelümmelt und in circa 75 Minuten etwas über persönliches Rechtsempfinden und die Stärke des Gewissens gelernt.
Kenon - 18.07.2006 um 16:44 Uhr
Alexander Nitzberg (Hg) - Selbstmörder-Zirkus. Russische Gedichte der Moderne.
Zitat:
Ein Dämon ging um in Russland - der Dämon des Suizids. Die russische Moderne ließe sich als "Generation der Selbstmörder" bezeichnen...
Z.B. Muni (1885-1916):
Zitat:
Ich bin ein schwerer Stein. Bin ohne Willen.
Das Schicksal schleppt mich hoch wie Sisyphus.
Und ich gehorche ihm, weil ich es muß.
Ich bin ein schwerer Stein. Bin ohne Willen.
[...]
Einst kommt, ich weiß, die langersehnte Stunde:
Ich falle in die Schlucht unendlich weit,
da ist es still und kühl in Ewigkeit.
Einst kommt, ich weiß, die langersehnte Stunde.
LX.C - 24.07.2006 um 21:11 Uhr
Heinrich Falk - Die Weltanschauung des Bolschewismus
Mania - 25.07.2006 um 11:34 Uhr
Schiller - Kabale und Liebe
Kenon - 25.07.2006 um 11:45 Uhr
Zitat:
Schiller - Kabale und Liebe
Liest Du das Buch freiwillig? Ich musste es in der 7. oder 8. oder 9. (oder in der 10.?) Klasse lesen und fand es absolut fürchterlich.
Persephone - 25.07.2006 um 21:31 Uhr
Das habe ich mal im Theater und als Verfilmung im Fernsehen gesehen und ich weiß noch immer nicht so wirklich worum es geht. Ob das jetzt gegen das Buch sprechen muss, möchte ich nicht beurteilen.
Ich lese mittlerweile nebenbei ein wenig Kafka.
LX.C - 25.07.2006 um 21:39 Uhr
Ja was denn von Kafka, nicht so geheimnisvoll ;-)
Paradoxerweise erwarte ich morgen:
Friedrich Schiller – Die Räuber
bodhi - 25.07.2006 um 22:40 Uhr
Kabale und Liebe war auch mal zu Schulzeiten Pflicht bei mir. Hab irgendwo noch so ne rosa Lektüreschrift im Regal stehen (die Farbe des Buches hatte mit Sicherheit einen negativen Einfluss auf mein Leseinteresse). Müsst mal gucken, um was es da eigentlich ging. Wahrscheinlich um Kabale und Liebe;)
Hab grad in der Bukowski-Biografie von Neeli Cherkovski (1991) entdeckt, dass ich mal zur Horizonterweiterung was von Jack Kerouac lesen muss. Also "Unterwegs" bestellt, sollte morgen da sein.
Ansonsten noch das weiter oben Erwähnte, zäh, wegen Schwüle und Arbeit.
Abschließend zu Jean Ziegler - Das Imperium der Schande (im Netz findet man genug darüber): Pflichtlektüre für jeden, dem die Verhungernden nicht egal sind (die anderen lesen´s eh nicht, von daher, wo ist der Sinn?)
LX.C - 25.07.2006 um 22:44 Uhr
Diese Nachricht wurde von LX.C um 22:46:17 am 25.07.2006 editiert
Zitat:
Heinrich Falk - Die Weltanschauung des Bolschewismus
Das Buch, eine Zusammenfassung des Historischen und Dialektischen Materialismus (11. ergänzte Auflage, Würzburg 1960), scheint nach den ersten Seiten bereits so pro-westlich eingefärbt, dass einem an der Objektivität der Schrift ziemliche Zweifel kommen. Großer Unterhaltungswert dadurch, gewiss, aber irgendwie bleibt doch ein ungutes Gefühl.
Persephone - 25.07.2006 um 23:13 Uhr
So alles was mir in die Finger kommt und nicht mehr als ein paar Seiten umfasst. Eigentlich darf ich ja gerade gar nicht, muss mich schließlich auf blöde langweilige Prüfungen vorbereiten...
Kenon - 26.07.2006 um 00:32 Uhr
Zitat:
Das Buch, eine Zusammenfassung des Historischen und Dialektischen Materialismus (11. ergänzte Auflage, Würzburg 1960), scheint nach den ersten Seiten bereits so pro-westlich eingefärbt, dass einem an der Objektivität der Schrift ziemliche Zweifel kommen.
Irgendwie ist alles gefärbt - selbst bei abstrakten Denkern wie Hegel oder Lukács haben vor allem auch persönliche Erfahrungen zur Grundlegung der philosophischen Anschauungen ganz wesentlich beigetragen. Wer wie Heinrich Falk reihenweise Bücher über den Kommunismus/Bolschewismus schreibt, wird eine Motivation dafür haben und etwas damit bezwecken wollen. Zudem muss man ja sehen, dass das Buch aus der Hochzeit des Kalten Krieges stammt. Ohne das Buch von Herrn Falk zu kennen, wird es doch nicht auf einer ganz anderen Linie sein als die Schriften seines "Kollegen" und Zeitgenossen Klaus Mehnert.
LX.C - 26.07.2006 um 01:10 Uhr
Diese Nachricht wurde von LX.C um 01:13:18 am 26.07.2006 editiert
[Quote]Zudem muss man ja sehen, dass das Buch aus der Hochzeit des Kalten Krieges stammt.[/Quote]
Ja, das is schon klar. Und es ist eben ganz klar rauszulesen, auf welcher Seite Falk steht und was er den Lesern verkaufen will. So sehr subjektiv, dass mich das eben schon wieder stört. Eine Abhandlung aus der ehemaligen DDR wollte ich wegen der Schönfärbung meiden, dass die "Westschrift" aber so wenig um wissenschaftliche Objektivität bemüht scheint und sich scheinbar lieber der Bloßstellung widmet, gibt mir dann doch zu denken.
[Quote]Irgendwie ist alles gefärbt - selbst bei abstrakten Denkern wie Hegel oder Lukács haben vor allem auch persönliche Erfahrungen zur Grundlegung der philosophischen Anschauungen ganz wesentlich beigetragen.[/Quote]
Aber das ist in dem Fall schon was anders. Von Lenin soll man anscheinend den Eindruck eines Trittbrettfahrers und Terroristen bekommen, von Marx anscheinend den eines Schmarotzers und Despoten und dann sind da noch so manch andere negative Eigenschaften bestimmter Persönlichkeiten, die ganz bewusst in den Vordergrund gestellt und genüsslich ausgeschmückt erscheinen. Ähnlich scheint es sich mit der Philosophie selbst zu verhalten.
Ein kleines Beispiel, wobei es hier nicht um den Wahrheitsgehalt geht sondern viel mehr um die Art und Weise der Darstellung (und das ist noch harmlos):
[Quote]Stalin, "der größte Philosoph aller Zeiten". Wenn wir allerdings seine philosophischen Werke aufzählen sollen, geraten wir in große Verlegenheit: es sind nämlich keine da![/Quote]
An der Stelle hätte nur noch der Hinweis gefehlt: Bitte lachen sie jetzt.
Kenon - 26.07.2006 um 08:33 Uhr
Zitat:
[Quote]Stalin, "der größte Philosoph aller Zeiten". Wenn wir allerdings seine philosophischen Werke aufzählen sollen, geraten wir in große Verlegenheit: es sind nämlich keine da![/Quote]
An der Stelle hätte nur noch der Hinweis gefehlt: Bitte lachen sie jetzt.
So eine Anmerkung bewegt sich doch aber noch im Rahmen der Seriosität und ich könnte ihr auch zustimmen. Stalin wollte zwar ein Philosoph sein (es gibt zum Beispiel dieses berühmte Propagandaplakat, wo Stalin ein Buch lesend vor einer großen Bücherwand steht, darin unzählige Lenin- und natürlich auch Stalin-Bände), aber schaut man in seine Bücher, wird man kaum große Philosophie finden, sondern Tagespolitik, Grußbotschaften und ähnliches. Stalin, der Bücherschreiber... Die Sowjetführer nach ihm haben auch ständig irgendwelche Werke herausgebracht und die Buchläden damit überschwemmt.
Wer sich für die Werke Stalins interessiert, hier gibt es sie kostenlos zum Herunterladen:
www.stalinwerke.de
Zitat:
Von Lenin soll man anscheinend den Eindruck eines Trittbrettfahrers und Terroristen bekommen, von Marx anscheinend den eines Schmarotzers und Despoten und dann sind da noch so manch andere negative Eigenschaften bestimmter Persönlichkeiten, die ganz bewusst in den Vordergrund gestellt und genüsslich ausgeschmückt erscheinen.
Man stürzt sich eben gern auf die negativen Charaktereigenschaften, um sich nicht mit den Gedanken der Herren beschäftigen zu müssen. Also: auch wenn Marx ein Kotzbrocken war, kann man ruhig das Kapital etc. lesen.
LX.C - 26.07.2006 um 12:01 Uhr
[Quote]So eine Anmerkung bewegt sich doch aber noch im Rahmen der Seriosität und ich könnte ihr auch zustimmen. Stalin wollte zwar ein Philosoph sein [...] aber schaut man in seine Bücher, wird man kaum große Philosophie finden, sondern Tagespolitik, Grußbotschaften und ähnliches.[/Quote]
Dass es sich um Stalin so verhielt, ist mir bekannt. Aus diesem Grund schrieb ich ja, dass es mir an der Stelle nicht um den Wahrheitsgehalt geht, sondern um die Art und Weise Darstellung. Der Ton hat eben oft so etwas bloßstellendes.
Die Darstellung der geschichtlichen Hintergründe sind eben sehr pro-westlich.
Zunehmend, wenn es um die Philosophie selbst geht, wird der Ton wieder sachlicher. Auch wenn gebrachte Beispiele auffalend negativ behaftet sind. Alles in allem hat das Buch aber durchaus seinen Reiz. Es liest sich sehr gut und durch diese negativen Auslegungen natürlich auch spannend. Man muss es eben, wie du schon sagtest, historisch einzuordnen wissen.
bodhi - 29.07.2006 um 23:16 Uhr
Jack Kerouac - Gammler, Zen und Hohe Berge
Original copyright by Jack Kerouac: "The Dharma Bums", 1958. Deutsch: Rowohlt Verlag, 1963. Meine Ausgabe: Mai 1971, Rowohlt Taschenbuch.
Aus der Verlagsankündigung:
Zitat:
Kerouac, der gefeierte Autor der "Beat Generation", schrieb mit diesem Buch das literarische Dokument einer Jugend, die für sich die Natur neu entdeckt und die Fesseln der zivilisatorischen Annehmlichkeiten abzuwerfen bereit ist. Ein Roman von überquellender Spontaneität und Lebenslust.
Fluss - 30.07.2006 um 12:27 Uhr
Joseph Conrad (alias Józef Teodor Konrad Korzeniowski) - Heart of Darkness and other Tales
Die "other tales", das sind:
- An Outpost Of Progress
- Karain: A Memory
- Youth: A Narrative
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