- versalia.de
-- Philosophie
--- Liebe verzeiht

Uve Eichler - 15.07.2006 um 17:48 Uhr

Wenn Liebe alles vezeiht, warum vezeiht man ihr nicht, wenn sie mal anders entscheidet?



Gast873 - 15.07.2006 um 18:23 Uhr

Liebe ist nur ein hübscher Schein, Liebe tut weh, Liebe ist schön.

Gruß
Hyperion




Gast873 - 02.03.2007 um 18:28 Uhr

Oder mal anders ausgedrückt:

Liebe ist asozial!

Gruß
Hyperion




LX.C - 02.03.2007 um 18:33 Uhr

Wie bist du denn drauf?



Gast873 - 02.03.2007 um 18:35 Uhr

Ich glaub ich bin verliebt in die Frau Melancholie!

Und ja, die Liebe ist asozial, denn wer liebt, liebt nur einen Menschen, und den ganzen Rest der Welt nicht!

Gruß
Hyperion




LX.C - 02.03.2007 um 18:37 Uhr

Wenn man begreift, dass alles endlich ist und fremde Menschen nur Gäste im eigenen Leben sein können, die man niemals ganz besitzen kann, sich also von jeglichen Zwängen und Ängsten größtmöglich befreit, dann ist Liebe was wunderschönes.



LX.C - 02.03.2007 um 18:40 Uhr

Die einzige Liebe, die ich asozial finde, ist übertriebene Eigenliebe.



Gast873 - 02.03.2007 um 18:45 Uhr

Liebe ist Gewalt, echte Liebe gibt es nicht, Eigenliebe ist psycho-somatische Gewalt an sich selbst, Liebe ist somit Schwachsinn, absoluter Quatsch.

Gruß
Hyperion




LX.C - 02.03.2007 um 18:51 Uhr

Liebe ist natürlich nichts für Feiglinge.



Mania - 02.03.2007 um 19:35 Uhr

Liebe ist egoistisch, die verzeiht überhaupt nichts.



Gast873 - 02.03.2007 um 19:36 Uhr

Diese Nachricht wurde von Hyperion um 19:53:11 am 02.03.2007 editiert

Jawohl mutig soll man sein und blind, blind vor der dialektischen Negativität der Realität. Denn Liebe macht eh blind. Falls man sich um die fensterlosen Prädispositionen des Hyperion Sorgen macht, kann ich demjenigen apriori den Wind aus den Segeln nehmen, es ist weder reaktiv, noch neurotisch, noch endogen, sondern es ist philosophisch bei mir bedingt.

Was übrig bleibt als Konklusion ist wenigstens ein echtes Ende zu versuchen, wie bei Kleist und Henriette Vogel, wie bei Romeo und Julia dies der Fall war. Deren Liebe ist vielleicht echte Liebe. Alles andere ist bittere Erkenntnis, mit der man leidend weiter leben muss. Ts.

Gruß
Empedokles

P.S. Mania hat Recht




LX.C - 02.03.2007 um 20:04 Uhr

Zitat:

P.S. Mania hat Recht

Aus deiner Sicht.

Loslassen können muss man, das ist alles.
Das geht natürlich nur, wenn man mit sich selbst zurechtkommt.




Uve Eichler - 03.03.2007 um 12:32 Uhr

Zitat:

Das geht natürlich nur, wenn man mit sich selbst zurechtkommt.

Aber das kann fast keiner.
Immerhin besitzt doch jeder ein Ego, das es zu verteidigen gibt. Wenn man sich nun selbst in der DRITTEN PERSON anspricht, wird die Schwelle bestimmt nicht überschritten.
Eine verflixte Sache!




Arjuna - 03.03.2007 um 15:16 Uhr

Vor allem sollte man verstehen lernen, dass jeder Mensch einen anderen Lebensentwurf für sich selbst gebiert -
und ihn tausendfach verändert im Laufe eines kurzen Lebens.
Und gerade darum ist auch die Liebe so unergründlich.

Zitat:

Sowie das All, wie Gottes unerschöpfliche Geräumigkeit, schrankenlos, alles Möglichen voll, aller geheimnisse voll, unfassbar ist der Mensch, den man liebt -
Nur die Liebe erträgt ihn so.
Aus " Du sollst dir kein Bildnis
machen
-Max Frisch-

ein A.




Uve Eichler - 03.03.2007 um 18:36 Uhr

Eine Frage ist es, die zu lösen bliebe,
ob Lieb´ das Glück führt oder Glück die Liebe.
Das Große stürzt: Seht seinen Günstling fliehn!
Der Arme steigt, und Feinde lieben ihn.
Soweit scheint Liebe nach dem Glück zu wählen:
Wer ihn nicht braucht, dem wird ein Freund nicht fehlen,
und wer in Not versucht den falschen Freund,
verwandelt ihn sogleich in einen Feind.
(Shakespear, Hamlet III, 2)

Vertrauen wird oft ausgenutzt und somit eine gefährliche Waffe für die Liebe.




LX.C - 03.03.2007 um 22:13 Uhr

Diese Nachricht wurde von LX.C um 22:32:40 am 03.03.2007 editiert

Zitat:

Zitat:

Das geht natürlich nur, wenn man mit sich selbst zurechtkommt.

Aber das kann fast keiner.!

Nicht im Ganzen, das wäre utopisch, in speziellen Eigenschaften aber, die aus Menschen unselbstständige und bis zur Lächerlichkeit sich demütigende Klammeräffchen machen können.




Mania - 07.03.2007 um 15:12 Uhr

Diese Nachricht wurde von Mania um 15:19:07 am 07.03.2007 editiert


Loslassen muss man können? Wer kann das schon von sich behaupten? Vor allem wenn es um Liebe geht. Das ist das Paradoxe und Grausame an der Liebe. Man ist besitzergreifend und will eben nicht loslassen. Sobald man loslässt, liebt man nach heutiger Sicht auch nicht richtig, weil einem das was verschwindet anscheinend nicht so viel bedeutet um darüber traurig zu sein. Und das ist alles? das klingt nach Einfachheit.
Wenn man "einfach" los lässt, dann liegt dort eine Gleichgültigkeit. Liebe jedoch ist eine starke Emotion, die nicht "einfach" ist.

Liebe verlangt, leidenschaftlich und innig. Verlangt alles. Vollkommen und ohne wenn und aber. Und wenn man von ihr erfasst wird, wird man selbst besitzergreifend. Man kann nur dann "einfach" los lassen, wenn die Liebe nachlässt dein Herz zu umschließen. Liebe ist was schmerzliches. Zumindest im ersten Moment, wenn sie ihre Krallen in dich hinein schlägt. Danach ist sie schön, dann hat sie deinen Körper und Geist mit einer rosa Wattebausch-Wolke umhüllt.

So, was wollte ich ursprünglich? Ach ja..

Einfach und Liebe, das passt nicht zusammen und einfach loslassen schon gar nicht.




LX.C - 07.03.2007 um 18:55 Uhr

Diese Nachricht wurde von LX.C um 19:06:36 am 07.03.2007 editiert

Unter den Gesichtspunkten ist es kein Wunder, wenn du Liebe als egoistisch bezeichnest. Diese Art Liebe ist von vornherein zum Scheitern verurteilt. Die Liebe wird so ja förmlich im Keim erstickt. Loslassen muss man immer können, nicht nur am Schluss einer Liebe, sondern ständig immer wieder während einer Liebe, um sich fortwährend neu zu finden und zu entdecken. Nur das hat in meinen Augen Bestand. Diese Ansicht trage ich übrigens nicht per se in mir. Das war ein Lernprozess.




Mania - 07.03.2007 um 21:41 Uhr

Zitat:

Diese Nachricht wurde von LX.C um 19:06:36 am 07.03.2007 editiert

Unter den Gesichtspunkten ist es kein Wunder, wenn du Liebe als egoistisch bezeichnest. Diese Art Liebe ist von vornherein zum Scheitern verurteilt. Die Liebe wird so ja förmlich im Keim erstickt. Loslassen muss man immer können, nicht nur am Schluss einer Liebe, sondern ständig immer wieder während einer Liebe, um sich fortwährend neu zu finden und zu entdecken. Nur das hat in meinen Augen Bestand. Diese Ansicht trage ich übrigens nicht per se in mir. Das war ein Lernprozess.

Wenn man loslässt, verliert man aber ein Stück Gefühl. Und es besteht natürlich dann auch das Risiko, dass man es nicht wiederfindet. Liebe ist ein flüchtiges Gefühl, es fordert sehr viel.




LX.C - 07.03.2007 um 22:48 Uhr

Liebe selbst fordert nichts als gefühlt zu werden. Dem ist unbedingt nachzugehen. Wie man das tut, liegt jedoch im eigenen Ermessen. Dabei kann sich der eine oder andere Irrweg herausstellen. Ein Singvogel im Käfig verkümmert und rupft sich irgendwann die Federn aus. Ein Singvogel in Freiheit entfaltet sich, überrascht fortwährend mit neuen Gesängen und Farben und gibt somit Anlass, die Liebe immer wieder zu nähren. Wer dem Objekt der Begierde Raum schenkt und dabei Gefühl verliert, bei dem war das Gefühl eben nicht stark genug. So kann man den Spieß also genauso gut umdrehen.



bodhi - 08.03.2007 um 08:28 Uhr

Zitat:

... and if you can´t be with the one you love,
love the one you´re with.
by Crosby, Stills, Nash & Young.




LX.C - 08.03.2007 um 12:26 Uhr

Is manchmal nicht das Verkehrteste :-)



Michael - 09.03.2007 um 16:31 Uhr

Den zu lieben, der gerade jetzt mein Mitmensch ist, der neben mir da ist, kann das einzig Richtige sein.
So jedenfalls sehen es einige Menschen, die vom christlichen Glauben geprägt sind. Entscheidend ist dabei jedoch, was unter Liebe und lieben verstanden wird. Ich denke, eine flüchtige sexuelle Begegnung ist ebenso wenig gemeint wie eine Affenliebe, die sich an den Anderen klammert, um ihn mit seiner Hilfswütigkeit zu überschütten, nur weil er selber Verlustängste hat. - Das darf man nicht verallgemeinern, ich denke aber gerade an Menschen, auf die das völlig zutrifft. - Für das philein der Sofia sind nicht Eros und Cupido zuständig, und die nicht für caritas und agape.
Aber all das und noch mehr hat für die deutsche Sprache etwas mit Liebe zu tun. Das macht es so schwer, darüber zu sprechen. Das Verzeihen ist bei uns zu einem soapverdächtigen Fernsehevent geworden. Wer kann denn dieses Verzeih mir noch hören, ohne zumindest im Hinterkopf ein Schmunzeln zu haben. Dazu kommt doch, dass der Spruch: lieben heißt, nicht um Verzeihung bitten müssen, immer noch recht weit verbreitet ist.
Ich finde den Satz von Dostojewski immer noch viel treffender: Einen Menschen lieben heißt, ihn so sehen, wie Gott ihn gewollt hat.




JH - 09.03.2007 um 19:39 Uhr

Liebe ist wie Literatur und Kunst:
Ein Markt.

Der Rest ist dichterisches Gewinsel und Semantik.




Mania - 11.03.2007 um 16:22 Uhr

Man kann es drehen und wenden wie man möchte. Jeder hat so seine eigenen Definitionen, durch Erfahrungen bedingt. Aber Liebe ist immer schmerzhaft, zumindest im ersten Moment. Deshalb trägt Eros auch Pfeile.



Gast873 - 15.03.2007 um 11:02 Uhr

Zitat:

Aber Liebe ist immer schmerzhaft, zumindest im ersten Moment. Deshalb trägt Eros auch Pfeile.

Sehr schöne Erklärung, wenn man Eros als Liebesgott versteht. Ich verstehe unter Eros den Philosophen, oder die geistige Anschauung in der Ideenwelt, die stufenweise Schau des Schönen, vom leiblich Schönen, bis zur Schönheit der Seele. Aber ich weiß schon, wie deine These gemeint war und sie ist bildlich sehr "schön".

Gruß
Hyperion




LX.C - 15.03.2007 um 14:03 Uhr

Für mich war Liebe immer nur am Ende schmerzhaft.



12gagarin - 15.03.2007 um 15:21 Uhr

Hallo Fans,
wer die Liebe zwischen Henriette Vogel und Heinrich von Kleist als Ideal ansieht, der hat noch nicht das Leben schätzen lernen dürfen . . . zwicker . . . zwicker . . . zwicker . . . nun diskutiert doch mal entspannt!




Gast873 - 15.03.2007 um 17:08 Uhr

Ach echt !?!

Gruß
Hyperion




12gagarin - 15.03.2007 um 17:42 Uhr

Hyperion, , , , ach, echt? . . . ist es Zynismus oder Selbstmitleid, was Dich in dieser Frage umhertreibt? Ich frag mal so entspannt . . .
Gruß 12gagarin




mande - 19.03.2007 um 20:45 Uhr

Für Paulus, war die Liebe das höchste.
Für Leonardo da Vinci, das Verstehen.
Ja, ich muss mich anschliessen Leonardo .
Liebe ist einseitiger als das Verstehen und kann leicht in das Gegenteil sich umschlagen. .
Der Satz von J.H. ::
´Liebe ist wie Literatur und Kunst. Ein Markt. Der Rest ist dichterisches Gewinsel und Semantik."

ist voll daneben.
Es ist Zynismus.Natürlich gibt es noch echte Liebe. Sein Satz mag bei Stars und Sternchen wohl zutreffen.
Der beste Beitrag für mich, ist der von Michael, wenn er Dostojevsky zitiert:
´Ein Mensch lieben heisst, ihn so sehen, wie Gott ihn gewollt hat.´
Diser Satz geht weit über das Religiöse heraus und kann auch von ein Atheisten angenommen werden.
Hier gehen Liebe und Verstehen in einander. Vieleicht konnte auch nur ein Mensch wie Dostojevsky zu solche Einsicht kommen.

Mit Grüssen,
Mande




Devun - 21.03.2007 um 10:35 Uhr

Diese Nachricht wurde von Devun um 10:37:21 am 21.03.2007 editiert

Jedes menschliche Herz hat seine eigene Definition für Liebe. Es besitzt aber leider nicht die Fähigkeit, seine Erfahrungen in Worte zu fassen. Denn zum Schreiben und Sprechen wird der Verstand gebraucht, der das Ergebnis verfälscht.
Dies hat zur Folge, dass selbst wenn wir das gleiche empfinden, unsere Worte nicht begreifen können. Manche verstehen es dann eben nur noch als dichterisches Gewinsel.




JH - 21.03.2007 um 17:44 Uhr

Das ist korrekt. Ích muss mein Statement erklären. Liebe kann ein Produkt sein, gerade im 21. Jahrhundert. Hier werden pausenlos neue Märkte erschlossen, ans Licht des Konsums gezerrt, das Intime damit öffentlich. Naja, aber jetzt steht es schon so da.



LX.C - 23.03.2007 um 14:57 Uhr

[Quote]Liebe ist egoistisch, die verzeiht überhaupt nichts.

P.S. Mania hat Recht[/Quote]

Hört auf Sokrates, reinigt Euch und widerruft, sonst wird Eros Euch strafen =P




Gast873 - 23.03.2007 um 16:18 Uhr

LOL, sehr schön, der heilige Großinquisitor der Liebe Ignatius von Loyola hat gesprochen. Übrigens ist Eros ein Daimon (= innere Stimme), ein Dämon und ein Wesen zwischen Gott und Mensch also :-)

Gruß
Hyperion




Herman_Smith - 28.03.2007 um 23:03 Uhr

love is winning without a word
Quelle: Prince: 3121 - "Love"




DataBoo - 12.04.2007 um 22:46 Uhr

Liebe verzeiht sehr wohl, die Kränkung hat manchmal Probleme zu verzeihen.



URL: https://www.versalia.de/forum/beitrag.php?board=v_forum&thread=2243
© 2001-2024 by Arne-Wigand Baganz // versalia.de