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-- Lektüregespräche
--- Dezember 2006

LX.C - 01.12.2006 um 08:14 Uhr

Tze, ich las "Vor Sonnenuntergang" und wunderte mich, warum der Inhalt nicht mit dem übereinstimmt, was das Buch beinhalten sollte :-) Nu weiß ich warum, "Vor Sonnenaufgang" wollt ich lesen *lol*

Nun lese ich erst mal:

Gerhart Hauptmann - Die Weber




Gast873 - 01.12.2006 um 21:12 Uhr

Diese Nachricht wurde von Hyperion um 21:20:00 am 01.12.2006 editiert

Ich lese von Ringelnatz die "Gedichte" (sämtliche), weil SIE, die EINE Frau zu mir meinte, dass meine Verse, um des Ringelnatzschen Reimes willen bestehen. Und ich weiß immer noch nicht, ob es eine Beleidigung oder ein Lob war. Ich bin jedenfalls eingeschüchtert durch diese These, aber auch nur, weil SIE es gesagt hat, und sich ebenfalls ihrer Meinung nicht sicher war. Manchmal sagt SIE mir sowas gerade heraus und ich leide dann tagelang psychosomatisch und auto-aggressiv unter ihren voreiligen Aussagen.

Gruß
Hyperion




LX.C - 01.12.2006 um 22:30 Uhr

Les ich auch immer mal nebenbei.

In Hamburg lebten zwei Ameisen,
Die wollten nach Australien reisen.
Bei Altona auf der Chaussee
Da taten ihnen die Beine weh,
Und da verzichteten sie weise
Dann auf den letzten Teil der Reise.

*lol~lol* :-)




LX.C - 01.12.2006 um 22:33 Uhr

Ja wer ist denn aber SIE? :-)



LX.C - 01.12.2006 um 22:39 Uhr

Ich will dich übrigens nicht beunruhigen, aber Ringelnatz schrieb 1910: "Ich werde nicht enden zu sagen: Meine Gedichte sind schlecht." :-)



Gast873 - 02.12.2006 um 00:32 Uhr

Danke LX.C für deine Beiträge. Genauso gehts mir ja, dass ich nicht weiß, was ich von solchen übervollen lustigen Reimen halten soll. Soll das heißen, dass ich Humor habe, oder eben dass diese Reime schlecht im lyrischen Sinne sind? Ich stehe vor den Gedichten wie Herkules am Scvheideweg, und weiß nicht weiter. Ist Ringelnatz deiner Meinung nach gut (lustig) oder nur Nonsens?

Gruß
Hyperion




LX.C - 02.12.2006 um 03:45 Uhr

So wie die meisten Autoren, genial und schlecht. Zum Beispiel finde ich die Gedichte von dem Seemann Kuttel Datteldu ganz furchtbar. Obwohl das stilistisch ja schon wieder meiner Schreibe entsprechen würde :-) Anderde Gedichte, wie auch das eben zitierte, finde ich dagegen wiederum einfach nur geil. Humor hat ja oft den Ruf des stilistisch schlechten, Humor wird in Deutschland wenig ernst genommen. Ringelnatz ist also in vieler Augen lapidar, und doch muss er etwas geniales haben, sonst hätte er sich nicht durchgesetzt. Scheiß (darf man ja jetzt anscheinend hier auch wieder sagen), also scheiß drauf und mach dein Ding. Zum Trost noch die letzten Zeilen, der oben zitierten Qualitativen Aussage:

Ich werde sie niemals meistern
Und doch nicht ruhen.
Soll mich der Wunsch begeistern:
Es besser zu tun.




Kenon - 04.12.2006 um 16:44 Uhr

Bei mir ist noch immer der Untergang des Abendlandes, mit dem ich sicherlich längere Zeit zu tun haben werde, auf der Liste.

Außerdem:

Thomas Mann - Unordnung und frühes Leid.
Sprachschwurbeleien, bei denen man einen ordentlichen Hass auf ihren Urheber bekommt. Manche Väter verstehen es eben, ihre Kinder per Erziehung umzubringen.

Ernst Bloch - Geist der Utopie.
Krause Philosophie unter so vielversprechenden Überschriften wie "Karl Marx, der Tod und die Apokalypse". Was nutzt so ein Buch? Wird sich zeigen...

Ernst Jünger - Afrikanische Spiele.
"Abenteuerliteratur". Ohne weiteren Kommentar.




LX.C - 06.12.2006 um 08:46 Uhr

Bertl / Müller - Vom Naturalismus zum Expressionismus. Literatur des Kaiserreichs



Herr Aldi - 06.12.2006 um 23:33 Uhr

Amir D. Aczel - Die Natur der Unendlichkeit. Mathematik, Kabbala und das Geheimnis des Aleph

Überraschend faszinierendes Buch. Gelegentlich ein wenig (zu) populärwissenschaftlich, aber allgemein eine sehr interessante Darstellung der Entwicklung des Unendlichkeitsbegriffs, im Zentrum Georg Cantor und seine Kontinuum-Hypothese.

Daneben freilich auch Literatur:

Charles Beaudelaire - Les Paradis artificiels / Le Spleen de Paris
Marcel Proust - Du côté de chez Swann

Ich versuche also mal, die Suche nach der verlorenen Zeit anzugehen, mal sehen, ob ich über das erste Werk hinauskomme (ob ich das erste Werk überhaupt abschließe, schließlich ist auch das schon nicht gerade kurz).




bodhi - 06.12.2006 um 23:52 Uhr

Zitat:

Charles Baudelaire - Les Paradis artificiels / Le Spleen de Paris
Marcel Proust - Du côté de chez Swann

Ich frach ma einfach blöd: en français? Proust konnt ich früher auch mal im Original lesen, heute aber eher nich mehr, der Alltag metzelt so Manches dahin. Falls Du das im Original liest: Hast Du mit Sprachen zu tun? Nicht, dass ich irgendwie neugierig wäre. Reines Interesse am Nächsten...




Herr Aldi - 07.12.2006 um 14:20 Uhr

Bien sûr en français, ich versuche nach Möglichkeit, literarische Werke in der Originalsprache zu lesen (bei "nicht-künstlerischen" Texten greife ich allerdings lieber zur Übersetzung), weil die meisten Übersetzungen einfach unglaublich schlecht sind und das Werk einfach zu viel verliert dabei. Französisch hatte ich neun Jahre in der Schule, von daher klappts eigentlich mit der Lektüre fast aller französischen Texte ohne größere Probleme, und ich versuche, nicht aus der Übung zu kommen (wobei ich gesprochenes Französisch nicht mehr hören kann, wohl Überdrusserscheinungen). Im Moment steht Spanisch auf dem Programm, mal sehen, wann ich mich da an dem ersten ernstzunehmenden Werk versuche.

Proust bin ich bis jetzt aus dem Weg gegangen, habe mich da wahrscheinlich zu sehr (ob zu Recht, wird sich zeigen) von der eher schlechten Meinung anderer über seine Werke leiten lassen... Außerdem ist sein Name hässlich. Klingt so nach prusten.




bodhi - 08.12.2006 um 08:56 Uhr

Wahrig Deutsches Wörterbuch
(Ausgabe Dezember 2006)
Insbesondere das Kapitel "Informationen zur neuen deutschen Rechtschreibung". Hochinteressant.
Man "darf" jetzt zum Beispiel neben Chicorée auch Schikoree schreiben. Man findet also Umstürzlerisch-Revolutionäres in dem Buch.




LX.C - 08.12.2006 um 09:23 Uhr

Tja mein Lieber, das ist, falls dus noch nicht mitbekommen hast, die neue deutsche Rechtschreibung :-) Ist doch großartig, in dem Fall jedenfalls schon.



bodhi - 09.12.2006 um 18:48 Uhr

Thomas Wolfe - Von Zeit und Strom
Eine Legende vom Hunger des Menschen in der Jugend. Roman. Ausgabe: Rowohlt Verlag, 1959.
Zitat:

Ihre Seelen sind nackt und allein, und sie sind Fremde auf der Erde, und viele unter ihnen sehnen sich nach einem Ort, wo die Wegmüden rasten können, wo die, die des Suchens müde sind, zu suchen aufhören können, wo Friede sein wird und ein stilles Dasein und kein Verlangen. Wo werden die Müden Frieden finden? An welchem Strand wird der Wanderer endlich zur Ruhe kommen? Wann wird das alles aufhören, - das blinde Tasten und Tappen, das falsche Verlangen, der fruchtlose Ehrgeiz, dem das erreichte Ziel sofort verächtlich wird, die eitlen Wettkämpfe mit Wahnmächten, die rasendmachende Not von Herz und Hirn in der Hast und der Grelle des Alltags, das staubaufwirbelnde Gedräng, die Schinderei, das Geschrei, die blödsinnige Wiederholung von Straßen, der keimtote Überfluß, die übelkeiterregende Fresserei, der Durst zum Weitertrinken?
...
In der Stille hört man den langsamen, traurigen Atemgang der Menschheit, man weiß um des Menschen Los.

Ach, ich könnt grad das ganze Buch abtippen. Thomas Wolfe wäre auch so einer fürs Drüberlaufenlassen eines Wortschatzprogrammes (natürlich nur für die Empirie...).




LX.C - 09.12.2006 um 19:00 Uhr

Kleines Nikolausischnenk :-)

Eva-Maria Altemöller - Ein Buch ist ein Garten, den man in der Tasche trägt

Wirklich niedliches Büchlein für Büchernarren.




bodhi - 09.12.2006 um 19:06 Uhr

So einen Schultertaschengarten nehme ich jeden Tag mit zur Arbeit und zurück. "Die Leute" meinen wahrscheinlich, da sei Arbeit drin.
(deswegen muss der ein oder andere ja auch im Netz anonym schreiben, weil einen sonst der Personalchef rausschmeißt, wenn er entdeckt, dass man in so einem Forum rumtippt, zur Arbeitszeit...)




LX.C - 09.12.2006 um 19:49 Uhr

Private Netznutzung is bei uns auf Arbeit auch strengstens untersagt. Taschengärten aber nicht, daher habe ich immer welche bei :-)



bodhi - 09.12.2006 um 19:52 Uhr

Zitat:

Private Netznutzung is bei uns auf Arbeit auch strengstens untersagt.

Ich tippe grad verbotenerweise auf meinem Arbeitsrechner (weil mein Kind auf meinem Rechner spielen muss...) und über die vom Unternehmen gezahlte "Flatrate", in der Hoffnung, dass sie´s merken und mich ENDLICH rausschmeißen...




susana - 10.12.2006 um 16:58 Uhr

Lieber Herr Aldi,
ein göttliches Pseudonym haben Sie da, hat mich sehr amüsiert.
Lesen Sie Proust auf Französisch?
Wie ist Ihr Eindruck?
ich bin bei Sodom und Gomorrha gelandet, inzwischen, allerdings auf deutsch,
Was mich an Marcel Proust nervt ist, dieser durchgängige Hass auf die ganze Menschheit. Bis auf Francoise, vielleicht.
Aber ich will nicht zu viel erzählen, sie haben ja noch die eine oder andere Seite vor sich und da wärs ja doof, gleich alles zu verleiden und zu verraten. Nein, gleich in eins - das schaffe ich auch.
Saöit, Monsieur Aldi!
Susana




bodhi - 11.12.2006 um 10:04 Uhr

Zitat:

Tja mein Lieber, das ist, falls dus noch nicht mitbekommen hast, die neue deutsche Rechtschreibung...

Und neben "Pappmaché" jetzt auch "Pappmaschee". Schon lustig irgendwie.




LX.C - 11.12.2006 um 10:31 Uhr

Ergibt doch aber irgendwie Sinn, findeste nicht? Rein sprachlich meine ich. Das schöne ist ja auch, man kann, aber muss nicht :-)



bodhi - 11.12.2006 um 10:33 Uhr

Ja, und in dem Fall befreit es einen vom Überlegenmüssen, ob der accent jetzt so rum oder so rum aufs e kommt.



LX.C - 11.12.2006 um 23:47 Uhr

Diese Nachricht wurde von LX.C um 23:47:49 am 11.12.2006 editiert

Gerhart Hauptmann - Vor Sonnenaufgang




bodhi - 12.12.2006 um 10:33 Uhr

Friedrich Sieburg – Chateaubriand – Romantik und Politik
Gleichzeitig tauglich für das Thema „Buchanfänge“:
Zitat:

Der Künstler tritt in die Zeit – Wie Egoisten begraben werden
Dies ist die Geschichte eines großen Dichters, dessen bestes Werk sein eigenes Leben war. Man könnte mit dem beginnen, was nach seinem Tode geschah und noch heute sichtbar ist, nämlich mit seinem Grabe. Er hatte sich als letzte Ruhestätte einen einsamen Felsen im Meer vor der alten Stadt Saint-Malo gewünscht. In ihren ergrauten Mauern war er geboren, der ewige Anschlag der Meeresflut gegen die Klippen war das Lied seiner ersten Lebenstage gewesen. Als sein langes Leben zu Ende war, bettete man den glorreichen Toten in das gewünschte Felsengrab.
Soweit der Autor zu Beginn seines Buches.

Der Künstler selbst wird präambelig zitiert:
Zitat:

Und doch, was konnten mir diese nichtigen Miseren bedeuten, mir, der ich niemals an die Zeit, in der ich lebte, geglaubt habe, mir, der ich zur Vergangenheit gehörte, mir, der ich keinen Glauben an die Könige und keine Überzeugung in bezug auf das Volk hegte, mir, der ich mich nie um etwas gesorgt habe, höchstens um Träume, und auch das nur, wenn sie nicht länger als eine Nacht währten.

François-René Vicomte de Chateaubriand (4.9.1768 – 4.7.1848) war ein französischer Schriftsteller, Politiker und Diplomat.




Gast873 - 13.12.2006 um 23:05 Uhr

Ich lese von August Strindberg (nicht zu verwechseln mit Stendhal) "Historische Miniaturen", danach von Schopenhauer "Parapsychologische Schriften".

Das ist mehr als "genug" Imaginationssprengstoff für mich.

Gruß
Hyperion




LX.C - 16.12.2006 um 15:23 Uhr

Gerhart Hauptmann - Neue Gedichte



Kenon - 16.12.2006 um 15:58 Uhr

Zitat:

Gerhart Hauptmann - Neue Gedichte

Da hast Du ja bald den ganzen Hauptmann durch?!

Bei mir neu, mal wieder der olle Becher:

Johannes R. Becher - Auf andere Art so große Hoffnung. Tagebuch 1950.




LX.C - 16.12.2006 um 17:57 Uhr

Ja, der hats mir irgendwie angetan. Werd beizeiten noch "Die Ratten" lesen, sein letztes Stück im Stil des Naturalismus, aber dann wars das auch erst mal, bleibt also noch eine Menge übrig. Heute Nacht werd ich mich vermutlich mal dem späten Sozialistischen Realismus zuwenden und "Die Aula" von Kant anlesen. Immer noch hochgelobt das Werk, mal sehen, was dran ist.

Von Becher wollt ich neulich "Die Hohe Warte" lesen. Aber das antiquarische Buch hab ich reklamiert, erstmals überhaupt, aber das war unter aller Sau. Mit Zustand sehr gut betitelt, war der Einband durchgefault und sogar ne ecklige fette Made kam rausgekrochen. So etwas hab ich noch nie erlebt. Möchte nicht wissen, wie die Antiquariate manchmal ihr Bücher lagern. Wenn einem der feuchte Kellergeruch entgegenspringt, ist schon immer alles klar.




Kenon - 17.12.2006 um 15:10 Uhr

Über mehr als Spinnweben musste ich mich beim antiquarischen Bücherkauf im Netz noch nicht "ärgern". Ich hoffe, die Made hat Dir den Becher nicht gleich ganz verdorben ;) [was für ein Zeichen...]

Ein Antiquar hier um die Ecke hat die seltsame Angewohnheit, den Buchschnitt abzuradieren, damit das Buch neuer aussieht. Das ergibt dann eine uneinheitliche Gesamterscheinung.


***


Eine rororo-Bildmonographie:
Walter Baumgartner - Knut Hamsun.

Eine nette Übersicht zu Hamsuns Leben und Werk im chronologischen Zusammenhang.




LX.C - 18.12.2006 um 17:06 Uhr

Walter Baumgartner "Knut Hamsun" hatte ich heute Nacht auch schon in der Hand. Bin dann aber doch bei dem Hauptmann-Abriss "Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang" gelandet. Aber auch das hab ich nach kurzem Anlesen wieder weggestellt. Heyms Architekten hab ich auch angelesen, richtig gut, fängt spannender an als ich dachte. Aber momentan scheint irgendwie nichts mehr zu gehen.



Kenon - 19.12.2006 um 12:20 Uhr

Zitat:

Walter Baumgartner "Knut Hamsun" hatte ich heute Nacht auch schon in der Hand.

Eine sehr kompetente Biographie von einem Spezialisten des Faches. In der letzten Zeit sind mir ja etliche Biographien von "Fans" untergekommen, so z.B. welche über Gorki, Jessenin und Majakowskij, denen es an Tiefe in der Auseinandersetzung gefehlt hat. Gerade auch das Bloßlegen von Hamsuns Verstrickungen mit dem NS-Regime halte ich bei Baumgartner für sehr gelungen; die Besprechung von Hamsuns letztem Werk Auf überwachsenen Pfaden ist wesentlich differenzierter, kritisch-distanzierter als bei mir ausgefallen und erspart einem auch die weithin bekannten, typischen Moralkeulen. Eine Schwäche des schmalen Büchleins ist, dass Hamsuns höchst problematische Ehe mit Marie ein wenig zu kurz gekommen ist, aber man kann ja nicht alles haben.




LX.C - 19.12.2006 um 21:07 Uhr

Wenn ich das richtig gesehen habe, dann hat die Ehefrau sogar selber so eine Art Biographie rausgegeben; meine letzten Jahre mit Knut Hamsun oder so ähnlich. So was in der Art stand zumindest im Regal daneben.

Wenn nichts mehr geht, geht:

Sartre – Das Spiel ist aus

Der unverschnörkelte Drehbuchstil scheint mir gerade recht zu kommen.




bodhi - 19.12.2006 um 22:59 Uhr

Zitat:

Sartre – Das Spiel ist aus

Der unverschnörkelte Drehbuchstil scheint mir gerade recht zu kommen.

In meiner rororoten Regalrubrik Sartre neben Camus (was würden die Beiden wohl dazu sagen?) wollte ich es gerade mal rausziehen und nachlesen, und fand es nicht. Wo ist das Buch? Ich bin sicher, ich habe es irgendwo. Naja. Egal. Lass uns ein unverschörkeltes Drehbuch schreiben: Das Spiel ist noch lange nicht aus, oder Das Spiel beginnt.

Heute gekauft:
Paul Pearsall - Denken Sie negativ - Unterdrücken Sie Ihren Ärger - Und geben Sie anderen die Schuld! - Warum Sie auf Lebenshilfe-Ratgeber verzichten können.

Ist zwar keine Literatur im literarischen Sinne (was zum Teufel ist der literarische Sinn?), aber recht unterhaltsam, weil es aus der Sicht eines Wissenschaftlers (Neuropsychologe) die positivistisch-postulierenden Schriften so nett (und wissenschaftlich) zerpflückt.

Zitat:

Daher möchte ich in meinem Buch auch diese ... Selbsthilfephilosophie in Frage stellen und Beweise dafür liefern, dass die glücklichsten, gesündesten Menschen letztendlich die schuldbewussten und sorgenvollen sind.

Auf Seite 40 von knapp 300 stelle ich für mich fest: Schon bis dahin hat sich´s "gelohnt".

Naja. Ich hätte das Buch ja hier nicht anführen müssen, aber ich dachte mir, dass vielleicht der ein oder andere stille Leser aus der unteren Bildschirmleiste - sofern er nicht der Googlebot ist ;) - genau an so einem Buch Interesse hat. Zur Auflockerung zwischen Romanen und Lyrik und so.




LX.C - 20.12.2006 um 01:29 Uhr

[Quote]In meiner rororoten Regalrubrik Sartre neben Camus (was würden die Beiden wohl dazu sagen?)[/Quote]

Vermutlich steht bei fast jedem Camus neben Sartre. Bei mir zumindest auch. Die beiden würdens nur verständlich finden, als französische Existenzialisten, ehemalige Freunde und spätere Feinde.

Ist dein Sachbuch nun ein Ratgeber gegen Ratgeber oder eine Bestärkung des emotional intelligenten Menschen?




bodhi - 20.12.2006 um 09:29 Uhr

Zitat:

Ist dein Sachbuch nun ein Ratgeber gegen Ratgeber oder eine Bestärkung des emotional intelligenten Menschen?

Nein, nicht nur Ratgeber gegen Ratgeber, das wäre ja dasselbe "in grün".

Auf dem Buchdeckel steht geschrieben:
Zitat:

Erfrischend, unterhaltsam und provozierend räumt Pearsall mit Lebenshilfe-Klischees auf, stellt altbekannte Weisheiten in Frage und plädiert für ein Leben ohne Ratgeber - dafür aber mit Herz und Verstand.




LX.C - 20.12.2006 um 09:36 Uhr

[Quote]plädiert für ein Leben ohne Ratgeber[/Quote]
Mhm, also wenn man keine Ratgeber liest, braucht man den Ratgeber gegen Ratgeber eigentlich gar nicht lesen? :-)

Nein, nein, ich will dich nicht ärgern. Aber verstehe ich das nun richtig, plädiert das Buch für ein gefühls- und verstandsgeleitetes Leben? Und ist das dann nicht, da selber schon wieder irgendwie Ratgeber, nicht eine Mogelpackung?




bodhi - 20.12.2006 um 09:40 Uhr

Zitat:

Und ist das dann nicht, da selber schon wieder irgendwie Ratgeber, nicht eine Mogelpackung?

Das kann man natürlich so sehen, sicher. Vielleicht könnte man kurz sagen: Neuro- und auch sonst wissenschaftlich fundiert räumt er manches Klischee weg, oder so.

Zur geistigen Auseinandersetzung taugt´s was.




LX.C - 25.12.2006 um 10:40 Uhr

Bukowski - Den Göttern kommt das große Kotzen



bodhi - 25.12.2006 um 20:04 Uhr

Diese Nachricht wurde von bodhi um 20:07:10 am 25.12.2006 editiert

Zitat:

Bukowski - Den Göttern kommt das große Kotzen

Zitat:

Aber wo kann ich sonst hin? Ins Kunstmuseum? Oder stell dir vor, ich bleibe den ganzen Tag zu Hause und mime den Schriftsteller.

;)




LX.C - 25.12.2006 um 22:31 Uhr

Zitat:

Diese Nachricht wurde von bodhi um 20:07:10 am 25.12.2006 editiert

Zitat:

Bukowski - Den Göttern kommt das große Kotzen

Zitat:

Aber wo kann ich sonst hin? Ins Kunstmuseum? Oder stell dir vor, ich bleibe den ganzen Tag zu Hause und mime den Schriftsteller.

;)

Zitat:

Aber steck mich bloß nicht in ein Zimmer voll Mitmenschen. Bloß nicht. Besonders an Feiertagen. Bitte nicht.

;)




Gast873 - 25.12.2006 um 22:32 Uhr

Ich lese von Wolfgang Koeppen: "Tauben im Gras", habs von meinem Bruder ausgeliehen über die Festtage.

Gruß
Hyperion




bodhi - 25.12.2006 um 22:33 Uhr

Zitat:

Aber steck mich bloß nicht in ein Zimmer voll Mitmenschen. Bloß nicht. Besonders an Feiertagen. Bitte nicht.

Oh ja... oh nein... naja, is ja bald rum.




bodhi - 26.12.2006 um 00:25 Uhr

Dante Alighieri - Das neue Leben

Zitat:

Jenseits der weiten Sphärenkreise droben
schwingt sich der Seufzer, den das Herz gesendet,
die unter Tränen Liebe ihm gespendet,
die neue Einsicht zieht ihn fort nach oben.

Nun sieht er dort, wo all sein Wünschen endet,
zu höchsten Ehren eine Frau erhoben,
und durch den Strahlenglanz, der sie umwoben,
schaut sie der Pilgergeist, vom Licht geblendet.

Und was er sagt von ihres Anblicks Schimmer,
ich faß‘ es nicht, so tief ist jedes Wort,
das er dem Herzen kündet voll Vertrauen;

Ich weiß, er nennt die Reine, Edle dort,
denn jener Beatrice denkt er immer,
und dieses faß ich wohl, ihr lieben Frauen.

aus: Dante Alighieri – Das neue Leben (aus dem Italienischen übertragen von B. Jacobson)
aus: Die schönsten Erzählungen der Welt – Hausbuch unvergänglicher Prosa – Verlag Kurt Desch (Wien/München/Basel – Printed in Germany 1955)

Dante Alighieri (1265 – 1321) war ein italienischer Dichter und Philosoph.




LX.C - 26.12.2006 um 11:54 Uhr

Dass du son Lyrikfan bist, verblüfft mich immer wieder ;-)

Schönes Sonett.




bodhi - 26.12.2006 um 18:41 Uhr

Zitat:

Dass du son Lyrikfan bist, verblüfft mich immer wieder.

Tja, da siehste ma.




Kenon - 28.12.2006 um 21:11 Uhr

Anatoli Marienhof - Roman ohne Lüge.
Kurzer Roman über Jessenin und dessen Freundschaft mit Anatoli Marienhof. Erzählt unter anderem davon, wie sich Jessenin von seiner USAmerika-Reise Samtunterwäsche mitbrachte usw.

Hans Höller - Thomas Bernhard.
Wieder eine rororo-Bildmonographie. Ging so, muss besseres geben.

Martin Buber - Ich und Du.
Fortwährend aktuell.




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