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-- Lyrik
--- Fenstergucker

AlmaSchneider - 22.01.2007 um 17:36 Uhr

Fenstergucker

Heute will der Morgen nicht leuchten
Das wogenleere Gras verschluckt ihn förmlich
Zwischen den Furchen des Feldes
Säe ich Pläne und Zweifel
Wie einen Hampelmann hänge ich mich auf
Im hölzernen Fensterrahmen
Werfe meine Augen in den Hinterhof
Dort hängt Nele Wäsche auf
Schwenkt ihren dicken Hintern

Der Morgen will heute einfach nicht leuchten
Selbst die gelben Birnen wirken matt und fahl
Der Pfeifenraucher im Bushäuschen hat sich auch vergessen
In dieser Luft fühle ich mich allein
Wie dieser Hund dort der auf drei Beinen humpelt
Den man angefahren hat
Der entkommen konnte
Ein bisschen Glück im entscheidenden Moment
Ein schimmernder Strich im aschfarbenen Morgen




LX.C - 25.01.2007 um 12:07 Uhr

Schöne melancholische Prosalyrik.
Mag Gedichte, die eine kleine Geschichte erzählen.

Das Leben besteht aus Dunkelheit und Sonnenschein.
Im Leben muss man nur einmal mehr aufgestanden als hingefallen sein.

Vielleicht gilt das ja auch für Hunde :-)




AlmaSchneider - 25.01.2007 um 12:50 Uhr

"Im Leben muss man nur einmal mehr aufgestanden als hingefallen sein."

Ein wunderbarer Spruch.
Danke auch fürs Lesen und Kommentieren.
Liebe Grüße
Alma Marie




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