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-- Lyrik
--- Stille Momente

hei43 - 29.05.2007 um 20:12 Uhr

Stille Momente

In der Stille
lauschen Sinne
erspüren bewegt
den Gang der Zeit
und im Dunst
der Augenblicke
tummeln sich ergeben
Blätter der Vergangenheit.

© Heidrun Gemähling




Michael - 31.05.2007 um 11:12 Uhr

Hallo Heidrun,
das ist ein Gedicht, das mich zum Meditieren einlädt.
Es klingt für mich wie die Erkenntnis eines Menschen, der zur Ruhe gekommen ist und es genießt, dass alles Laute und Schrille verbannt werden kann.
Die Zeile "tummeln sich ergeben" gefällt mir leider gar nicht. Sie klingt für mich widersprüchlich. Tummeln hat für mich etwas Aktives, dazu Leichtes, fast Spielerisches. Ergeben hat einen passiven Klang. Dem Feind ergeben, dem Schicksal ergeben, das klingt unterwürfig und passt mir nicht in die Gesamtaussage Deines Gedichts.
Die folgenden Zeilen sind kein Kommentar, sondern das Ergebnis meines Meditierens:

Verdunstender Wimpernschlag
zur Ruhe gekommen
Neugier und Zweifel
nach innen gewandt
ergeben der Macht
des Gewesenen
werden wie Kinder
oder spielende Delphine.




hei43 - 31.05.2007 um 12:16 Uhr

Hallo Michael,

Deine Anfangszeilen beschreiben richtig den Sinn meiner Gedanken.
Zu "Tummeln sich ergeben" folgendes:
weil sich die Vergangenkeit oft recht munter meldet (tummeln), aber nicht mehr belastet (die Blätter haben sich ergeben).
Vielleicht kannst Du damit weiterkommen, wie ich es meine. Danke fürs Interesse!

LG Heidrun




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