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--- Verleihung des Bremer Literaturpreises

Nachrichten - 28.01.2008 um 16:22 Uhr

Im Rahmen eines Festaktes in der Oberen Rathaushalle ist am heutigen Montag (28. Januar 2008) der Bremer Literaturpreis 2008 der Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung an Hans Joachim Schädlich verliehen worden. Der Schriftsteller erhält die mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung für seinen im Rowohlt-Verlag erschienenen Erzählungsband "Vorbei".

"Bücher wie `Vorbei´ führen vor, wie gescheit das Schöne sein kann und wie schön das nichtdenkende Denken, das Schädlich literaturfähig gemacht hat", beschrieb Sybille Cramer, Jurymitglied der Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung, in ihrer Laudatio das preisgekrönte Werk.

Zugleich erhielt Thomas Melle für seinen im Suhrkamp-Verlag veröffentlichtes Buch "Raumforderung" den mit 6.000 Euro dotierten und von der ÖVB - Öffentliche Versicherung Bremen finanzierten Förderpreis. "Melle erzählt von einer Sehnsucht nach Echtheit, nach authentischen Beziehungen, nach reinen Seelen und wahren Gefühlen", waren die treffenden Worte des Jury-Mitgliedes Richard Kämmerlings in seiner Laudatio auf den Förderpreisträger.

Die Preise überreichte der Vorsitzende der Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung, Staatssekretär a.D. Michael Sieber. Bürgermeister und Kultursenator Jörg Böhrnsen gratulierte den beiden Literaten auch im Namen des Senats der Freien Hansestadt Bremen und bedankte sich bei der Jury: "Dank des Preises, den wir heute vergeben, ist Bremen im 20. Jahrhundert zu einer Literatur-Stadt geworden".

Hans Joachim Schädlich, am 08.10.1935 in Reichenbach im Vogtland geboren, studierte Gemanistik in Berlin und Leipzig und promovierte mit einer Arbeit über "Die Phonologie des Ostvogtländischen" (1966). Von 1959 bis 1976 war er an der Ostberliner Akademie der Wissenschaften tätig, anschließend als freier Übersetzer. 1977 verließ er die DDR - wo er nicht veröffentlicht wurde - nachdem er wegen seines Protestes gegen die Zwangsausbürgerung Wolf Biermanns wachsenden Repressalien ausgesetzt war. Mit dem Prosaband "Versuchte Nähe" erzielte er 1977 einen ersten großen Erfolg im Westen. 1988 Literaturpreis für Kurzprosa, Hamburg, Thomas-Dehler-Preis 1989, 1992 Johannes-Bobrowski-Medaille Berlin und Heinrich-Böll-Preis Köln.

Thomas Melle, 1975 in Bonn geboren, lebt in Berlin. Studium der Komparatistik und Philosophie in Tübingen, Austin (Texas) und Berlin. Für seine Übersetzung von William T. Vollmanns Roman Huren für Gloria, die zugleich seine komparatistische Magisterarbeit darstellte, wurde er für den Leipziger Buchpreis in der Kategorie Übersetzung nominiert. Raumforderung ist Thomas Melles Debüt.

Beide Preisträger lesen heute abend (28.1.) um 20 Uhr im Wall-Saal der Zentralbibliothek, Am Wall 201 aus ihren prämierten Werken. Auf Anregung der Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung haben sie für diese Veranstaltung zwei Autoren eingeladen, deren Werk sie sich verbunden fühlen: Hans Joachim Schädlich hat Utz Rachowski eingeladen, Thomas Melle Ann Cotten. Der Eintritt ist frei.




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