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chichi - 28.01.2008 um 21:12 Uhr

Hallo alle zusammen,

ich hoffe ich bin hier richtig, denn ich würde gerne einmal mein Buch vorstellen. Einen Auszug findet ihr unter: http://www.futzflynn.com

Selbst wenn ich gerade erst mit der Fertigstellung abgeschlossen habe und folgenderweise noch keinen Verlag habe, würde es mir dennoch sehr viel Freude bereiten schon einmal eure Meinung dazu zu hören. Leseproben, sowie mich und vieles mehr findet ihr auf der Homepage. Feedbacks sind also sehr Erwünscht.

Das Buch trägt den Titel ´Futz Flynn / und das Glück der Kobolde´
Es hat einen Umfang von 330 Seiten und ist das erste Buch einer Pentalogie (also von 5 Büchern). Das Genre ist Fantasy, obwohl die Geschichte größtenteils in der realen Welt spielt.

Um euch einen kleinen Überblick zu verschaffen:

Als der kleine Junge Futz Flynn im Waisenhaus ‚Krähenbaum’ aufwächst, ahnt er noch nichts von seiner wahren Identität. Es scheint so, als wäre er nur einer unter vielen – ein Bett in einer Reihe. Doch düstere Personen wissen um ein Geheimnis und suchen den Jungen auf. Die Tatsache, dass Futz weder Socken noch Schuhwerk tragen kann, entschlüsselt schließlich seine wahre Identität. Doch die Ereignisse überschlagen sich und Futz erkennt, dass nicht nur Menschen unsere Erde bevölkern, wie seit Jahrzehnten angenommen. Denn beim genaueren Hinsehen sieht man sie – auch dir sind schon einmal unerklärliche Dinge passiert.
Aber warum trägt Futz weder Schuh noch Sock?



Ich bin sehr gespannt was ihr davon haltet.

Viele liebe Grüße

Kai




Der_Geist - 28.01.2008 um 21:20 Uhr

Na das klingt ja schon mal recht vielversprechend.

Als leidenschaftlicher Barfußgänger lese ich mir gerne mal die Thematik Nicht-Schuh-noch-Sock durch.

Dir alles Gute.




Arjuna - 29.01.2008 um 08:38 Uhr

Hallo Kai,
Der Überblick, den Du rüberbringst ist bissel zu dürftig, um sich wirklich ein Bild machen zu können.
Wir wissen nicht , wie der Spannungsbogen verläuft ( genau das wäre aber wichtig ) und ob außergewöhnliche Ideen verarbeitet wurden, oder die bekannten fantasy - Variationen...Darum fällt es schwer, zur Qualität des Buches etwas zu sagen.

Schick doch mal einen etwas aussagekräftigeren Abschnitt ( natürlich nicht ellenlang), damit man erkennen kann, wo dein Potential liegt.
Viel Spaß,
Arjuna




chichi - 30.01.2008 um 18:19 Uhr

Für alle, die es noch nicht geschafft haben auf den Link zu meiner Website zu drücken - hier einmal ein kleiner Leckerli :-)

Der Anfang des ersten Kapitels:

Rotkehlchen

Es ging auf Mitternacht zu. Die Luft schmeckte eisig und klar. Ein Geruch lag in der Luft und heftete sich an die Lungenflügel eines Rotkehlchens. Man konnte es nicht leugnen, es roch nach Tod. Kalter Nebel umhüllte die dunkelgrünen Wiesen abseits des Flusses. Schon seit Jahren führte er nur noch Wasser nach den Gezeiten des Mondes. Eine schwarze Brühe – die Einheimischen nannten sie liebevoll „flüssige Pest" - tränkte stets nur bei Vollmond das zerrissene Flussbett. Ortsansässige trauten sich schon seit geraumer Zeit nicht mehr in diese Gegend. Jeder tat so, als würde das verborgene Stück Erde, welches in einem dichten Wald versteckt lag, nicht mehr existieren.
Auch die Zugvögel machten schon längst auf ihrem beschwerlichen Flug in den Süden einen weiten Bogen dort herum.
Der Vollmond ließ den Nebel wie unzählige glitzernde Spinnfäden erscheinen. Es war ein unwirklicher Ort abseits jeder Realität.
Erschöpft ließ sich das Rotkehlchen auf einer verrosteten Schiene eines alten Bahndammes nieder. Ein altes Überbleibsel der Menschen. Aufgeregt blickte sein Kopf in alle Richtungen.
Bevor es auch nur daran denken konnte, seinen Durst zu stillen, musste es sich vergewissern, dass in dem hohen Gras keine Gefahr auf ihn lauern würde.
Als das Rotkehlchen sich sicher fühlte, setzte es sich auf einen Stein nahe dem Fluss und befeuchtete seinen Schnabel. Doch schon nach einem kleinen Schluck, erstarrte es und fiel ins pechfarbene Wasser. Der leblose Körper wurde von der Strömung erfasst und trieb auf dem Fluss dahin.
Aus den Schatten der Bäume trat eine verhüllte Gestalt auf die Lichtung hinaus und schleppte sich in Richtung Gleise. Immer wieder drehte sie sich den Schatten des Waldes zu.
Mit einem Bein hinkend kämpfte sich die Gestallt zitternd durch das Gras. Eine Hand stets auf eine kleine Tasche aus braunem Leder gelegt. Die Kleider hier und da zerrissen. Frisches Blut tränkte den Stoff.
Erschöpft und von tiefen Wunden gekennzeichnet, legte sich der Unbekannte schließlich auf halbem Wege zu den Gleisen an eine Biegung des Flusses und lehnte sich an einen toten Baum, der in seiner Gestallt an einen Flügelschwingenden Vogel erinnerte. Er riskierte einen kurzen Blick in die Tasche. Es schien noch alles da zu sein. Dünne verdorrte Zeigen peitschten durch die Luft und erweckten tatsächlich den Eindruck, als würde dieser Baum leben. Doch er war trocken wie das Flussbett am Tage. Seitlich fehlte bereits ein Großteil der Rinde und unter den Wurzeln befand sich womöglich ein verlassener Bau eines Tieres. Unmöglich, dass dieser noch bewohnt war. Dennoch wies frischer Kot auf etwas anderes hin.
Wenn er nur genug Zeit hätte, um sein Bein zu heilen. Aber daran durfte er jetzt nicht denken.
Er musste weiter. Am Besten sich irgendwo verstecken. Irgendwo, wo man ihn diese Nacht nicht finden würde. Weit weg von hier. Hier konnte er nicht bleiben. Es wäre einfach zu gefährlich für ihn.
Sein Herz beruhigte sich langsam. Doch die Luft, die wie Stecknadeln in seinen Lungen stach, ließ sein Verlangen nach Wasser nun immer größer werden.
Schwach und ohne weitere Hilfe beugte er sich über die Uferböschung. Er tauchte seine Hände ins Wasser. Es war Sommer. Ende August, doch das Wasser war eisig. Gerade hatte er seine Handfläche mit Wasser gefüllt, da berührte ihn etwas Weiches an den Fingerspitzen. Die vermummte Gestalt zuckte zurück.
Die weißsilberfarbenen Strahlen des Vollmondes enthüllten die Leiche des Rotkehlchens.
Der Unbekannte sah sich rasch zum Waldesrand um. Er war alleine. Nebel zog sich jedoch über das Gras.
Behutsam nahm er den Körper des Vogels zwischen seine Handflächen. Er hatte jegliche Farbenpracht verloren. Der Teil, der zuvor noch durch ein warmes, leuchtendes Rot gefärbt war, glitzerte im Mondlicht nun silberweiß.
Behutsam drückte er mit einem Finger auf den weichen Körper. Sein Gefieder war vollkommen nass. Schwarzes Wasser ergoss sich aus dem Schnabel.
Die vermummte Gestallt schloss die Augen und begann leise etwas zu murmeln. Man verstand dessen Worte kaum. Quälend kamen sie über seine Lippen. Für einen kurzen Moment strahlte ein gleißend helles Licht zwischen seinen Handflächen. Gefolgt von einem lauten Zwitschern.
„Leise mein Freund. Da hast du ja noch einmal Glück gehabt, dass ich gerade in deiner Nähe war“, flüsterte der Unbekannte behutsam dem Rotkehlchen zu, welches nun jung, dynamisch und in den prächtigsten Farben auf einem seiner Finger saß und Zwitscherte. Es war das einzige, was in dieser Gegend jetzt etwas Wärme ausstrahlte. Doch einige Minuten länger und er hätte dem Rotkehlchen womöglich nicht helfen können.
Der Kraftaufwand hatte ihn mehr mitgenommen, als er gedachte hatte.
„Hör mir zu…“, wisperte er mit erschöpfter Stimme. Jedes Wort brannte in seinen Lungen.
Ein knacken im Unterholz unterbrach ihn.
Er hörte sein Herz schlagen. Es hätten auch Schritte von seinen Verfolgern sein können. Doch er war sich nicht ganz sicher. Behutsam streckte er seinen Kopf leicht über das hohe Gras. Im Schutze des dichten Nebels war es fast unmöglich seinen Kopf vom Waldesrand aus zu erkennen.
Einige hundert Meter entfernt, in den Schatten der Bäume, dort wo er zuvor auch die Lichtung betreten hatte, bewegte sich etwas.
Er konnte nicht erkennen wer es war oder wie viele. So schnell hatte er nicht mit ihnen gerechnet. Vielleicht war es auch nur ein Tier. Da er sich nicht sicher sein konnte, musste er handeln.
Er presst die Ledertasche mit dem wertvollen Gut fest an seinen geschundenen Körper.
Als könne das Rotkehlchen seine Gedanken verstehen, gab es nun kein Ton mehr von sich. Er rollte einen kleinen Brief an dessen linkes Bein und schnürte es gut zu. Dieser kleine Vogel war womöglich seine letzte Hoffnung.
„Höre mir genau zu kleines Rotkehlchen. Ich werde es dir nur einmal sagen können. Sobald ich aufstehe, fliege los. Fliege so hoch du nur kannst. Überbringe diese Nachricht Donnoghearth - bitte ihn um Hilfe. Er möge sich sofort auf den Weg machen.“
Aus einigen Wunden, die seinen Körper übersäten, quoll immer noch Blut. Er war viel zu erschöpft um weiter zu laufen.
Vorsichtig blickte er aus dem hohen Gras des Flussufers hervor. Niemand war zu sehen.
Einzig und allein ein Reh stand mit seinen jungen Kitzen am Waldesrand und graste.
Sein schwerer Körper fiel zurück an den Baumstamm und starrte für kurze Zeit den prächtigen Vollmond an.
„Was für eine Ironie des Schicksals in einer so schönen Nacht wie dieser zu sterben“, dachte er sich. „Man sieht fast alle Sterne.“ Er fasste sich mit seiner unverletzten rechten Hand an seine linke Seite. Es war auf Höhe der Taille. Blut floss über seine Finger. Zu tief waren seine Wunden, um sie auch nur ansatzweise heilen zu können. Sie schwächten ihn sehr. Er gab sich einen heftigen Klaps auf die Wange.
„Schlaf jetzt nicht ein Rand!“, schrie er innerlich.


Was passiert mit Rand? Und überhaupt, wer ist hinter ihm her und besser noch was will er oder wollen sie von ihm?

All das erfahrt ihr auf: www.FutzFlynn.com




Arjuna - 30.01.2008 um 18:41 Uhr

Liebe(r)chichi,
Es tut mir leid, aber ich werde deine homepage nicht,
besuchen, denn du willst was von uns bzw.mir,
nämlich eine Einschätzung.bezgl. der Qualität deiner Geschichte.
Ich will es gern lesen und auch beurteilen - aber nur hier in diesem Forum - dann können andere User es auch besser kommentieren..
Gruß ,Arjuna




chichi - 30.01.2008 um 18:54 Uhr

Diese Nachricht wurde von chichi um 18:58:15 am 30.01.2008 editiert

Für alle die stets auf Neuigkeiten gespannt sind - hier eine kleine Ankündigung!

Ab morgen schalte ich auf meiner Website ein SPECIAL frei! Laßt euch überraschen. Ich hoffe es gefällt euch!

Als kleine Anregung: Es wird eine Extraseite für den berühmten ´Kompost´ (Kobolder Morgenpost) geben. Dort werde ich das SPECIAL platzieren! Alle paar Wochen wird dort etwas neues platziert.

Aber auch für diejenigen die nicht so gerne die Website besuchen, werde ich hier im Forum natürlich einen Teil zur Diskussion bereitstellen!

http://www.FutzFlynn.com

Grüße Euer Kai





Arjuna - 30.01.2008 um 20:26 Uhr

Also, das klingt mal schwer nach Werbefeldzug - und den solltest du hier mal nicht starten, das gehört nicht in ein Diskussionsforum....marketing solltest du woanders betreiben
Lass mal gut sein- der erste Text reicht zur Beurteilung aus; andere wollen doch auch noch Platz zum Schreiben haben.
Bis dann, Arjuna




DataBoo - 30.01.2008 um 20:54 Uhr


hallo kai(n),

abel ist gegangen, die werbung sollte folgen. nichtbeachtung empfinde ich als folter. ;)

gruß, databoo




chichi - 31.01.2008 um 00:10 Uhr

Also eigentlich wollte ich hier ja nur alle auf dem laufenden halten und mich einbringen! Sicher machen das bestimmt viele Autoren so - reinstellen und verpissen! Aber wie ihr seht ich nicht. Obendrein ist es eine Unterstellung ich würde mich hier nicht einbringen. Bin doch erst gerade mal zwei Tage hier.
Natürlich interessiert mich auch noch was die anderen machen und vorallem mit denen diskutieren. ;-)

Entschuldigt wenn ich den Eindruck hinterlassen habe nur Werbung machen zu wollen.




Arjuna - 31.01.2008 um 07:56 Uhr

Nu gut, es kann sich hier nicht alles um dein Buch drehen.
Für eine Stellungnahme reicht es völlig, was du hier eingestellt hast.
ich habe dir versprochen es zu kommentieren - und auch ehrlich zu kommentieren! - und ich halte Wort.
Danach musst du dann allein klarkommen. Willst ja ein ordentlicher Autor werden.
Ich werde im Lauf des Tages meinen Kommentar einstellen, ok?




chichi - 31.01.2008 um 13:59 Uhr

super, freue mich drauf!



almebo - 01.02.2008 um 01:01 Uhr

Diese Nachricht wurde von almebo um 01:02:45 am 01.02.2008 editiert

Lieber Kai,

die klare eisige Luft, die sich auf die Lungenflügel des Rotkehlchens geheftet haben, ließen mich erschauern.
Ich werde vermutlich die kommende Nacht nicht
gut einschlafen können.

Warum musste es unbedingt ein kleines zartes Rotkehlchen sein?
Hättest du nicht ebenso gut einem robusten Seeadler den Vorzug in deinem Werk geben können, ausgestattet mit einer Immunitätsstärke?

In diesem Falle, wäre ich mit Sicherheit bereit gewesen, dein Werk bis zum bitteren Ende zu lesen.

Du solltest wissen, ich bin nicht nur Tierschützer, sondern auch ornithologisch vorbelastet und fühle
mich aus diesem Grunde befangen.-

Ich hoffe und wünsche dir, dass meine Kolleginnen und Kollegen dir eine positivere Betrachtungsweise übermitteln werden
und grüße dich freundlich !

Almebo




chichi - 05.02.2008 um 18:17 Uhr

Leider musstet ihr einige Tage auf etwas Neues von mir warten. Dafür erst einmal Entschuldigung. Jedoch habe ich momentan mehr zu tun, als ich bearbeiten kann.

Die Zeichnung die ihr hier seht zeigt das Waisenhaus ´Krähennest´ in dem Futz aufgewachsen ist. Die von euch, die das 2te Kapitel gelesen haben werden hier vielleicht ein / zwei Dinge finden, die ihnen bekannt vorkommen.



Mich würde interessieren, ob ihr es passend findet.
Weiterhin allen viel Spaß sowie einen verspäteten Start in die Woche.

Kai




chichi - 05.02.2008 um 18:21 Uhr

Hier habt ihr den Anfang des zweiten Kapitels

Unerwarteter Besuch

Einsam und verlassen stand ein Waisenhaus namens „Krähenbaum“ verborgen in einem dichten Wald, abseits jeglichen Lebens in Bloomsville. Einer Kleinstadt mit gerade mal einigen tausend Einwohnern.
Es kam nicht sehr häufig vor, dass jemand sich auf den Weg machte, um beim Waisenhaus nach dem Rechten zu sehen. Viele Einwohner interessierten sich einfach nicht für die verlassenen Kinder, die hier im Hintergrund der Stadt ihr Dasein fristeten.
Ein zerfallenes, altes Herrenhaus eines verstorbenen, wohlhabenden Iren beherbergte 73 Kinder unterschiedlichen Alters und ungleicher Größen.
Neben dem Unterricht in der städtischen Schule standen nachmittags Arbeiten in Haus und Garten an. Alle Kinder mussten mit anpacken. Selbst die kleinsten unter ihnen waren der griesgrämigen Leiterin des Waisenhauses nicht zu schade, um schlechten Linsen von den guten trennen zu lassen.
Alles in allem hatten die Leiterin und die Oberschwester kaum selbst Arbeit zu verrichten. So kam es jeden Abend vor, das sie sich von zwei kleinen Mädchen jeweils eine Tasse Tee bringen ließen.
Erwachsene gab es in diesem Haus kaum. In fast jedem Bereich sah man Kinder. Ob in den Fluren, beim Feudeln des alten Holzbelages oder in der Küche, wo sie mit alten, fettigen Schürzen ihr eigenes Essen vorbereiteten – oft bis spät in die Nacht hinein.
Futz Flynn, ein fast schon strohblonder Junge mit einer süßen Stupsnase, galt als ein Außenseiter, der aus zahlreichen Gruppen innerhalb des Waisenhauses ausgeschlossen wurde. Hatten sie trotz der vielen Arbeiten doch einmal für wenige Stunden frei bekommen, so saß er am liebsten draußen nahe des Waldrandes. Dies war sein Lieblingsplatz, denn hier war er allein und ungestört. Nur wenige kamen hierher. Viele Kinder fürchteten die Dunkelheit des Waldes, und andere wollten einfach nichts mit ihm zu tun haben. So ließen sie ihn meist in Ruhe. Futz erlebte viele einsame Abende, in denen er sich gegen einen Baum lehnte und alleine den Mond betrachtete. Der Vollmond tauchte den unheimlich düsteren Wald in ein schummriges Licht. Feuchte Tropfen des Abendtaus liefen seine nackten Füße hinab. Er trug weder Socken noch Schuhe. Viele Male schon hatten sie zwanghaft versucht ihm jegliches Schuhwerk anzuziehen. Vergebens, nichts wollte passen. Sogar die alten Socken älterer Jungen, in die er mindestens drei Mal hineingepasst hätte und im Normalfall kein Problem gewesen wären, wollten nicht einmal über seine Zehen herüber. Es schien so, als würde irgendetwas seine Füße schützen. Die Leiterin des Waisenhaus und ihre Oberschwester konnten es sich nicht erklären. Immer und immer wieder wurde er damals von ihnen angeschrieen und geschlagen. - Es könne doch nicht angehen, dass ihm nichts passen würde. Natürlich gaben sie ihm die Schuld an jeglichen Problemen, die damit zusammen hingen. Selbst ein erfahrener Schuster aus der Stadt kam vergebens.
„In dem Jungen steckt der Teufel! Hufeisen wären besser für ihn“, schrie der gekränkte Mann damals, als er die Gartenpforte hinter sich mit einem Knall schloss.
Futz wusste nicht genau, woran es lag, dass sie ihn seinerzeit nicht wie einige andere Kinder der Kirche zur Austreibung überlassen hatten. Doch er vermutete, dass er der Leiterin als billige Arbeitskraft wertvoller erschien. Dennoch hätte er es ihnen alle Mal zugetraut.
Selbst heute noch, nach fast 13 Jahren, konnte er sich nicht erklären, warum er dazu verdammt war, ewig mit nackten Füßen umherzulaufen. War er ‚unnormal’ - eine Laune der Natur womöglich? Den Schuster jedenfalls sah er nicht wieder. Er kam nur dies einzige Mal. Sicher hatte er ihn erschreckt. Doch Futz war es lieber so.
Morgen hatte er Geburtstag. Wahrscheinlich würde er sich wieder wie jedes Jahr einsam in eine Ecke setzten und wie immer dasselbe Geschenk auspacken. Jedes Jahr ist es dasselbe Papier. Die Leiterin des Weisenhauses versuchte an allen Ecken und Enden zu sparen. Selbst bei den Klamotten. Natürlich hatte sie auch ihre Lieblinge unter den Kindern -so war es nicht. Doch es in aller Regel die Ausnahme. Futz gehörte selbstverständlich nicht dazu. Die Lieblinge, wie viele sie hier nannten, waren die Vorzeigekinder der Leiterin. Falls es doch einmal im Jahr vorkam, das eines von den Kindern adoptiert werden sollte, so wurden nur die Lieblinge vorgestellt. Bei Kaffee und Kuchen redete man mit einander und lernte sich besser kennen, während die anderen Kinder wie gewohnt im Dreck schufteten. Den Müll hinausbrachten oder stündlich die Lieblings Uhr der Leiterin entstauben mussten. Futz jedoch, wurde nach der Unerfreulichen Aktion mit dem Schuster, jedes Mal in einen kleinen Besenschrank neben dem Klo gesperrt.
Ein Rabe machte sich über ihm in der Baumkrone bemerkbar. Die Luft um ihn herum wurde rasch kühler. Leuchtende Augen blickten aus dem Dunkel des Waldes, und hier und da wurde die Stille durch den Schrei eines Falken unterbrochen, der um diese Zeit anscheinend noch auf der Jagd war.
„DA!“




Arjuna - 05.02.2008 um 19:02 Uhr

Ich hoffe nur, dass du hier nicht dein ganzes Buch scheibchenweise reinstellst ......
Für eine Kurzgeschichte wär das kein Thema - aber für ein ganzes Buch, selbst ischeibchenweise?
Das empfände ich als unfair den Anderen gegenüber, und es sollte auch nicht überstrapaziert werden,. chichi.
Die User hier, die interessiert sind an deinem Buch, werden sicher deine homepage besuchen. Und da ist das auch gut aufgehoben.
Viel Spaß noch!
Gruß, Arjuna




chichi - 27.02.2008 um 00:05 Uhr

Entschuldigt bitte, das ihr für längere Zeit nichts von mir gehört bzw gesehen habt. Sicher sind viele Neugierig darauf, wie es wohl weitergeht. Das verstehe ich natürlich! ;-)

Aber leider müßt ihr noch eine Woche Gedult haben. Ab nächsten Mittwoch ist ein Großteil der angefallenen Arbeit weg und ich kann - und werde mich wieder meiner Leidenschaft widmen!

Guckt aber bis dahin dennoch mal hin und wieder vorbei. Vielleicht wartet ja etwas Neues auf Euch. Ich habe es schon vorbereitet - leider aber bin ich noch keine Sekunde dazu gekommen, es weiter zubearbeiten.

Seit Uri Gellers Show sind Raben anscheinend wieder in aller Munde. Natürlich kommt es meinem Buch Futz Flynn nur zu gute, da diese Tiere oder Geschöpfe eine nicht ganz unbedeutende Rolle darin spielen.

Bis dahin - achtet auf die Raben.




Arjuna - 27.02.2008 um 09:22 Uhr

Du brauchst dich nicht zu entschuldigen - es hat dich keiner vermisst, soweit ich weiß.

Zu welchem Zweck willst du hier wieder und wieder Fragmente deines Buchs hereinstellen? Hier war die Resonanz recht spärlich; und auf deine homepage hast du doch schon aufmerksam gemacht.
Wenn das Buch fertig ist - inklusive Lektorat - kann man es bei Interesse ja kaufen.
Ich persönlich finde dein Verhalten im Forum etwas aufdringlich.




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