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-- Lyrik
--- schaulustverluste

1943Karl - 17.07.2009 um 19:09 Uhr

das land sucht ständig
super stars schürfen
tief unter glanz
oberflächen nach goldpokalen
für größenwahn und
bühnenpräsenz
die straße fordert daily soaps
zwischen ge- und beliebten
unterscheiden ungeliebte
tal ente im höhenflug
setzt ikarus vergeblich
zur notlandung an
und wurde wenigstens
nach seinem tod
berühmt




Der_Stieg - 17.07.2009 um 21:51 Uhr

Sehr reichhaltig, Dein Text. Was macht das Wechselspiel von Angebot und Nachfrage respektive Nicht-Angebot und verstärkter Nachfrage aus uns, dass wir es in Kauf nehmen, uns zu exhibitionieren, selbst auf die Gefahr des Absturzes hin? 400 Lehrstellenbewerbungen ins Leere? Diese Seite sollte man bei allen Ego-Betrachtungen, die sicherlich richtig sind, nicht außer acht lassen.



ingio - 18.07.2009 um 17:47 Uhr

Dein Text trifft ins Schwarze und gibt viel Nachdenken, es ist schon fraglich, was wir uns alles bieten lassen, was steigt und fällt.

Liebe Grüße
ingio




1943Karl - 19.07.2009 um 19:19 Uhr

Hallo "Stieg", hallo ingio,
über eure Reaktionen habe ich mich sehr gefreut.
Herzliche Grüße
Karl




birnenpalme - 20.07.2009 um 19:50 Uhr

Da möchte ich mich noch anschließen und es gut finden. Der Höhenflug einer Sternschnuppe ist gleichsam die Sturzbahn. Das ist das Risko aller, die gerne nach oben wollen. Da können histrionische Züge und etwas Narzismus nicht schaden. Warum auch nicht? Die Frage ist nur, wozu, für wen und mit welchen Mitteln wir leuchten wollen. Ein Goldpokal, für einmal Hampelmann machen, wäre mir zu wenig.

Gruß, Wolfgang




Der_Stieg - 20.07.2009 um 21:39 Uhr

Zitat:

Die Frage ist nur, wozu, für wen und mit welchen Mitteln ...

Hallo birnenpalme,

ja, richtig, mir fehlt allerdings noch das Warum? Es ist doch nicht nur, dass die Möglichkeit gegeben ist, den Traum vom Star zu träumen, und viele hoppen auf. Es ist doch auch, dass alternative Perspektiven fehlen (genug Lehrstellen, Arbeitslosigkeit etc.).

Lass mich gerne belehren, sollte ich mit meiner "sozialen Komponente" auf dem Holzweg sein.




1943Karl - 21.07.2009 um 16:31 Uhr

Hallo birnenpalme,
deinen Anmerkungen stimme ich gern zu.
Gruß
Karl




1943Karl - 21.07.2009 um 16:36 Uhr

Hallo Der_Stieg,
sicherlich sind Gründe für den Erfolg des DSD-Kults auch fehlende berufliche Perspektiven. Auch die dadurch entstehende Gefühl, nicht gerbaucht zu werden, führen zu Minderwertigkeitsgefühlen, die irgendwann überkompensiert werden (/müssen).
Aber in meinem Gedicht ging es mir weniger um eine sozialpsychologische Analyse.
Herzliche Grüße
Karl




Der_Stieg - 22.07.2009 um 21:51 Uhr

Zitat:

... sicherlich sind Gründe für den Erfolg des DSD-Kults auch fehlende berufliche Perspektiven. Auch die dadurch entstehende Gefühl, nicht gebaucht zu werden, führen zu Minderwertigkeitsgefühlen, die irgendwann überkompensiert werden (/müssen).
Merci für das.
Zitat:

Aber in meinem Gedicht ging es mir weniger um eine sozialpsychologische Analyse.
Klar, muss soll braucht ein Gedicht ja auch nicht leisten. Wollte nur meinen erdwurzeligen Senf dazugeben.
Zitat:

Herzliche Grüße
ebenso, weiter so, und: man liest! man liest!




1943Karl - 23.07.2009 um 12:01 Uhr

Hallo Der_Stieg,
und Senf bringt oft die fehlende Särfe und Würze ...
Kann Gedichten auch nicht schaden. Ich habe diesmal darauf verzichtet...
Dennoch herzlichen Dank für deinen Hinweis.
Gruß
Karl




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