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--- Ein Bedürfnis

Wolkenduft - 18.11.2009 um 18:44 Uhr

Ein Bedürfnis,
ein Drang
Worte, die entweichen wollen
aber ungreifbar,

vorhanden als spürbare Ahnung
eines Begriffs
aber unfassbar

Sie wollen ausgedrückt werden
verlangen nach Formulierung
und Geburt in die Realität

Aber wie ein Schutzmechanismus
bleiben sie in mir
unausgesprochen
ungeschrieben
und können nicht entweichen.

Ein Drang zu schlucken
oder zu schreien
zu rennen
oder still zu stehen
Ein Wunsch nach Worten,
die sich in glänzender Tinte
blau auf dem Papier entfalten
es mit ihrer Farbe durchtränken.

Aber wie zähe Schleier
nur unwirklicher
wie schwüle Luft
sind sie nur als Ahnung
vorhanden.

Wie kurz unter der Wasseroberfläche
die zu gespannt ist
um sie durchzulassen

Es rumort in mir
Ich fühle Wörter, eher Inhalte
von Wörtern, die erst in Buchstaben
verpackt werden müssen
Fetzen, wie verwirrte Wespen
immer wieder vor Glas fliegend
Ich merke, wie Kleckse,
Fragmente, Bewegungen
einen Ausgang suchen aus mir

Aber mir fehlen die Mittel.
Das Schreiben – wie ein Weg
über dem die Schranke klemmt,
nur zur Hälfte geöffnet ist.

Tanzen - die Ungewissheit,
Unsicherheit in den Bewegungen
Unfreiheit durch totale
Freiheit, Vielzahl der möglichen
Bewegungen

Musik – hören,ja, eintauchen in
eine Welt der Töne, der
Klänge, Farbenklänge und
Gefühle, eine dynamische
Landschaft, die sich ständig
wandelt.

Musik – spielen, ja, aber dazu
benötige ich die absolute
Abgestimmtheit meiner Bewegungen
auf das Instrument.
Perfekte Anpassung,
mein Körper als Instrument,
das Musikinstrument hörbar
zu machen.
Und die Klänge, die ausgedrückt werden,
sind alle nicht von mir,
von tausend anderen gespielt,
empfunden, und neu erschaffen.

Selbst komponieren – nach welchen
Regeln? Regeln des Gefühls –
aber unzählige Möglichkeiten
der Komposition.

Erst der Stift und das Papier?
Oder die Vorstellung eines Gefühls,
ausprobieren am Instrument?
Ein Stück malen?

Warum nicht direkt malen,
mit Farbe und Pinsel?
Welche Motive? Abstrakte Farben
Und Formen?
Zu entfernt
von dem, was in mir ist,
zu konkret das Bild,
zu flüchtig mein Inneres.

Zeichnen – die Abbildung der
Realität, die Wahrnehmung des
Äußeren, Anklang in mir und
Verarbeitung
Reproduktion nach außen.
Zu viel Äußeres.

Klang, Klang klingt,
in mir und außen,
ein guter Weg, scheint
mir.
Aber welchen Klang möchte ich hören?

Die Angst der Unfähigkeit,
das Urteil, ohne es je ausprobiert
zu haben, es nicht zu können.
Die Gewissheit, dass ich
mir gerade dadurch
im Weg stehe

Und Angst, dass ich es doch schaffe und
dass andere Menschen hören,
was ich schaffe.
Ich habe Angst, es doch zu können.




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