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-- Lyrik
--- die wartburg im jahre 2010

Schneewanderer - 08.09.2010 um 06:39 Uhr

soviele füße heute
auf dem felsen
zu nichts käme
er mehr

nichts käme zu tale
nichts zu buche

und nach elf wochen
würden sie ihm nicht
einmal die parkgebühren stunden
dem kleinen mönchlein




Ersainte - 08.09.2010 um 10:48 Uhr

Hallo Schneewanderer,

Vor einigen Jahrzehnten, als Schülerinnen wie ich beim Wandertag den Weg vom Bahnhof Eisenach bis hoch zur Wartburg zu Fuß zurücklegten, war damit eine unheimliche Anstrengung verbunden - oder vielleicht noch mehr als das.

Vom Zug aus sieht man in der neblichten Ferne die Burg - und der Weg, daran gemessen, scheint mir ein ganz außerordentlich langer zu sein. Aus heutiger Sicht ist es mir, als würde ich sterben, wäre ich gezwungen, ihn noch einmal zu gehen.

Das kann ein Verweis auf die nachlassenden Kräfte sein, aber auch noch etwas ganz anderes. Möglicherweise sehe ich heutzutage die mythische Burg, die Fata Morgana, und der Weg dahin kann nicht an einem Wandertag und erst recht nicht im Rahmen einer Besichtigungsfahrt in Angriff genommen werden.




Schneewanderer - 08.09.2010 um 13:55 Uhr

hallo ersainte,

danke erst einmal für dein lesen....

kaum vorstellbar heute - den ganzen
weg auf die wartburg hinauf wirklich
zu gehen. an die 500.000 besucher
jedes jahr gelangen bequem oben an:
die ganz schlechten zu fuß werden
mit dem auto im minutentakt hochgefahren.

man sollte sie wirklich so sehen - als etwas
zauberhaftes: villeicht hilft das der wartburg
am leben zu bleiben...

liebe grüße
vom schneewwanderer




HelmutMaier - 09.09.2010 um 12:56 Uhr

Warum sind es erst heute so viele Pilger zur Wartburg und zur Zeit Luthers nicht?
So oder ähnlich könnten sich wohl diejenigen äußern, die fragen, warum erst jetzt Zehntausende,, gegen Stuttgart 21 auf die Straße gehen. o:

Liebe Grüße
Helmut




Ersainte - 17.09.2010 um 11:12 Uhr

Zitat:

Warum sind es erst heute so viele Pilger zur Wartburg und zur Zeit Luthers nicht?
So oder ähnlich könnten sich wohl diejenigen äußern, die fragen, warum erst jetzt Zehntausende,, gegen Stuttgart 21 auf die Straße gehen. o:

Liebe Grüße
Helmut


Dem kommt man mit dem Begriff Reliquie - das, was bleibt - näher.
Die Wartburg - Inbegriff des Aufbegehrens gegen den Ablasshandel mit solchen, ist nun in gewissem Maße selbst zu einer geworden.
Die Stuttgarter sind dabei, sich durch ihre Zuwendung eine zu schaffen.

Gruß
Ersainte




HelmutMaier - 17.09.2010 um 13:20 Uhr

Das mag wohl sein.
Vielleicht ist hier manches dabei?:
http://www.maierlyrik.de/blog/allerhand-gegen-stuttgart-21-bzw-f-ue-r-kopfbahnhof- 21/

Gruß
Helmut




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