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--- Rad fahren ohne Licht

ArnoAbendschoen - 02.11.2014 um 19:10 Uhr

Eine dunkle Straße, ein Gehweg bergauf und plötzlich ein Radfahrer, der auf mich zurast. Er kommt mir ohne Licht wie ein Geschoss entgegen. Ich kann gerade noch auf die Fahrbahn springen. Es ist ein junger Mann oder ein Halbwüchsiger, ich sehe ihn nur vorbeifliegen.

Ich muss an etwas denken, das vor Jahren hier im Landkreis passiert ist, in einem der Dörfer. Es gibt dort am Ortsrand eine lange, ruhige Straße, die am Wald endet. Sie hat keine Seitenstraßen und wird nur von Einfamilienhäusern gesäumt. Hinter den Gärten beginnen die Felder und Wiesen.

In dieser Idylle machten sich zufällig zwei Radfahrer zur gleichen Zeit auf den Weg. Der eine wollte Zigaretten besorgen, der andere ich weiß nicht was. Es war später Abend und dunkel. Beide fuhren auf der vollkommen leeren Dorfstraße ohne Beleuchtung. Sie fuhren sehr schnell und prallten zusammen. Der eine erlitt eine Rückenmarksverletzung mit Querschnittslähmung. Er war damals erst achtzehn. Für den Rest seines Lebens ist er auf den Rollstuhl angewiesen.

Es gab einen Prozess gegen den anderen. Die Zeitungen berichteten ausführlich darüber. Gegenüber so vielem Leid musste die verhängte Strafe geringfügig erscheinen.

Es wurde und wird weiter ohne Licht durch die Nächte gebraust, mehr denn je. Erstaunlich, wie abgestumpft Menschen sein können.




Matze - 09.11.2014 um 09:31 Uhr

Sttistisch gesehen werden 75 % der Unfälle von Autofahrern an Fahradfahrern verursacht.



ArnoAbendschoen - 09.11.2014 um 10:03 Uhr

Ob diese Statistik ein Trost für die Fallgruppe von leicht vermeidbaren Opfern ist, um die es in meinem Beitrag konkret geht? Wohl nicht.

Dein Einwand ist ein Beispiel für unschwer zu durchschauende Ablenkungsmanöver.

Arno Abendschön




Coelestin - 05.12.2014 um 18:34 Uhr

Beide
fuhren zu schnell ohne Licht!

Und die Dorfstrasse war offenbar unbeleuchtet!

Strafe für die Gemeinde?




ArnoAbendschoen - 08.12.2014 um 17:49 Uhr

Ja, Coelestin, das ist richtig, beide haben zum Geschehen beigetragen. Das ist im Prozess auch gewürdigt worden.

Was die Beleuchtung angeht, so kenne ich die Unfallstelle nur bei Tageslicht. Wenn ich meine eigene Wohnstraße hier (ca. 25 km entfernt) als Muster nehme, so kann ich mir auch bei uns einen ähnlichen Ablauf vorstellen. Die Straßenbeleuchtung ist mickrig, dürfte aber wohl den Mindestanforderungen genügen.

Freundlichen Gruß
Arno Abendschön




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