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--- Eurasische Ununion (Neuerscheinung)

Kenon - 16.08.2016 um 23:44 Uhr

Eine vortrefflich recherchierte, tiefgründige und durchdachte Neupublikation über die neo-imperialistische Politik des KGB-Mannes Putin, seine eklektizistischen Wiederbelebungsversuche der Sowjethölle und unerlässlichen Kriegstreibereien, wird am 30. August 2016 das Licht der Welt erblicken:

Janusz Bugajski und Margarita Assenova haben gemeinsam das Buch

"Eurasian Disunion: Russia’s Vulnerable Flanks"
(300 Seiten, The Jamestown Foundation, ISBN-13: 978-0985504557)

geschrieben, das aktuell auch schon kostenlos als PDF heruntergeladen werden kann:

http://jamestown.org/uploads/tx_jamquickstore/Eurasian_Disunion2.pdf

Aus der Einleitung des Buches:

Zitat:

"Der im Februar 2014 gestartete anti-ukrainische Krieg wurde vom Kreml koordiniert, da nur das Präsidentenbüro über die Kontrollhebel verfügt, ein derartiges Unternehmen auszuführen. Die Kardinalfurcht des Kremls bezüglich der Ukraine war nicht der eingestandenermaßen bedrohte Status der russisch-sprechenden Bevölkerung. Seine öffentliche Paranoia hat ihre Wurzeln in den Aussichten der Ukraine, sich zu einem demokratischen, geeinten und zunehmend wohlhabenden Staat zu entwickeln, der sich auf EU-Eintritt und vielleicht eine NATO-Mitgliedschaft zubewegt."

Das Ausmaß und die Vielzahl der russischen - mal extrem euphemistisch formuliert - "Einflußnahmen" ist erschreckend. Dabei geht es nicht nur um die prominesteten Erscheinungen: den Georgien-Krieg, den hitleresquen Krim-Anschluss oder die Donbas-Invasion. Die Autoren des Buches listen insgesamt 68 Mittel aus dem russischen "Arsenal der Subversion" auf, darunter Troll-Offensiven, Propaganda-Attacken, kämpferischer "Traditionalismus" (z.B. LGBT-Verfolgungen) und nukleare Erpressung.

Das Buch unterteilt sich in folgende Kapitel:

1. Introduction: Russia’s Imperial Agenda
2. Northern Flank: Baltic and Nordic Europe
3. Western Flank: East Central Europe
4. South Western Flank: South East Europe
5. Southern Flank: South Caucasus
6. South Eastern Flank: Central Asia
7. Conclusion: Russia’s Future and Western Responses

Für die von Russland bedrohten Staaten und Völker geben die Autoren zum Schluss jedoch einen positiven Ausblick:

Zitat:

"Autoritäre Herrscher glauben häufig, sie seien unbesiegbar, wenn sie frühe Triumphe wie bei der Krim-Annexion oder der Verstümmelung Georgiens erlangen. Pardoxerweise werden Putins Versuche, ein neues russland-zentriertes Reich zu erbauen, den Niedergang des Landes beschleunigen. Ein überspanntes Russland, das wachsenden ökonomischen Problemen gegenübersteht, kann keinem verlängerten Konflikt mit dem Westen, einer Vielzahl von Nachbarn oder innerhalb der eigenen Grenzen standthalten."

Georgien ist ein gutes Beispiel für ein Land, das sich der russischen Imperialknute nicht gebeugt hat, auch wenn sie tiefe Wunden geschlagen hat. Georgien ist die letzten Jahre stolz einer lichteren Zukunft entgegengegangen: Größerem Wohlstand, verminderter Korruption und steigender Rechtssicherheit. Die Ukraine kann diesem Beispiel folgen, wenn sie zusammensteht, die notwendigen Reformen vorantreibt und auf die Unterstützung der freiheitlichen Kräfte im Westen zählen kann.

Ein besseres Leben ist möglich.




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