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der hanswurst im hauswurz
Autor: Itzikuo_Peng · Rubrik:
Kurzgeschichten

traversiere die trasse, droeger traumtaenzer, und dann immer geradeaus zu dem ungeraden haus, hinter dem der hanswurst im harschen hauswurz harrt, moeglicherweise bist du es, der ihn regelrecht rettet. was bis dahin scheußlich geschah? hanswurst hatte heute ungeheuerlicherweise keine lausige lust, zur anstrengenden arbeit aufzubrechen; so beschloss er, entschied entschieden und entschlossen, saemtliche schloesser seines schlosses, aeh, hauses zu verriegeln, schokoriegel in massen und nicht in maßvollen maßen zu konsumieren, bis ihn, zu diesem zeitpunkt bereits ziemlich ueberzuckert, deuchte, es muesse doch noch ein leben hinter dem seichten deich geben. hanswurst, haeuslich, wie er nun mal war, in die sagenhaft sauberen sandalen mit den schnurlosen schnallen und ab hinters haus: wollen wir doch mal nach dem hauswurz schauen, wozu haben wir ihn denn peinlich praezise zwischen die zedern postiert. hanswurst also hauruck, halt!, mach mal langsamer, langer lulatsch!, die flutschigen fliesen der teuren terracotta-terrasse lang und lang lag er da, schneller, als er mit den wedelnden armen die westfriesische windmuehle ... nein, wesentlich windig war es nicht an diesem traurigen tag.

die zedern (nein, sie zetern nicht, sie zucken bloß, siehe =) ein zorniges zucken: ziemlich zerfahren, der zotige. hanswurst liegt hilflos im harschen hauswurz, als auch schon der traumtaenzer, der, wie im traum, die trasse zuvor tollkuehn traversiert, dem leidenden die linke hand reicht, hanswurst diese, halbwegs ergriffen, greifen kann, traumtaenzer zieht – zackzack – hanswurst aus dem hauswurz, die ritterliche rettung ist gottlob loeblich geglueckt, und, um sich bescheiden zu bedanken, erkenntlich zu zeigen in anerkenntnis dieser außerordentlichen aufopferung des tollen traumtaenzers, bietet hanswurst an: «darf ich dich auf eine tasse tee invitieren, in der hoffnung, du visitierst mich nun oefter? wurst haette ich auch noch im haus, ebenso gebackenes brot von der rotbaeckchen-baeckerei.» traumtaenzer, tief seine stolze stimme: «tu dir die teetasse selbst eintuedeln, und auf hauswurst steh ich auch nicht, vor allem nicht, wenn sie hausgemachtes ausgebeint beinhaltet, hanswurst. mitnehmen taete ich in der tat gerne dein linkes bein, denn meines hinkt inzwischen zwischen den schauerlichen schritten, die ich tagtaeglich so tun muss, um gefallene wieder aufzurichten, falls sie sich dieser art wieder richten lassen wollen.»
«du bist richter?»
«aufrichter, um es aufrecht recht zu sagen.»
«ist schon recht.» hanswurst hadert nicht, demontiert, ohne sich desavouiert zu fuehlen, sein linkes bein, reicht es seinem sichtlich sonderbar erregten erretter, der sich das neue organ, so orgiastisch wie manisch, montiert.

man reicht sich manus manum lavat, und waehrend der traumtaenzer, weiterhin taeglich tausend trassen traversierend zu richten (auf) die gehoerig gefallenen zu aufrechten, ausgestattet mit einem ausgesprochen ansprechenden neuen bein (dass es laenger ist als das andere, sollte anderweitig ausgefuehrt werden), torkelnd zu taumeln beginnt, sitzt hanswurst in seinem verdammt verschlossenen schloss, um heimelig am herd, sich ab und an verschluckend, zu verspeisen die hausgemachte wurst mit rotbaeckchen-brot zur tasse tee, wohl wissend, er ist, fuer dieses mal wenigstens, dem hauswurz entkommen.

***
Erstabdruck: Trashpool Nr. 7 https://trashpool.net
in Buch 16,8 ° https://www.bod.de/buchshop/16-8-thomas-laessing-9783744818384


Einstell-Datum: 2018-09-19

Hinweis: Dieser Artikel spiegelt die Meinung seines Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung der Betreiber von versalia.de übereinstimmen.

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