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--- Die zehn schädlichsten Bücher

Jasmin - 19.06.2005 um 12:49 Uhr

HUMAN EVENTS befragte 15 konservative Professoren und Führungskräfte aus dem politischen Leben mit dem Ziel, eine Liste herzustellen mit den zehn schädlichsten Büchern des 19. und 20. Jahrhunderts. Jeder Teilnehmer nannte eine Anzahl von Titeln und stimmte anschließend ab. Der Titel, der 10 Punkte bekam, wurde die Nummer 1, 9 Punkte die Nummer 2 etc.

So kam denn das Kommunistische Manifest von Marx und Engels auf den ersten Platz mit 74 Punkten. Hitlers Mein Kampf erreichte immerhin einen stolzen zweiten Platz mit 41 Punkten. Auf Platz 3 verfehlt die Mao-Bibel mit 38 Punkten knapp den 2. Platz. Das Kapital von Karl Marx gewinnt dagegen den sechsten Platz und Friedrich Nietzsches Jenseits von Gut und Bφse erreicht noch Platz 9.

Quelle:

http://www.humaneventsonline.com/article.php?id=7591




Kenon - 19.06.2005 um 16:19 Uhr

Diese Nachricht wurde von Arne um 16:20:54 am 19.06.2005 editiert

Diese Umfrage kann man wohl getrost als nicht repräsentativ erachten. Der unbedachte Nebeneffekt ist, dass solche Listen oft das Gegenteil von dem, was sie erreichen wollten, bewirken. In der Popkultur wurde dies längst instrumentalisiert.

Die billige Polemik des Artikels bringt einen öfter zum Schmunzeln, z.B., wenn ein Zusammenhang zwischen der Veröffentlichung des ersten Bandes des Kapitals und dem Tod seines Urhebers nahegelegt, ja, als Konsequenz dargestellt wird:

"Marx died after publishing a first volume of this massive book"

Man kann sich einmal selbst fragen:

Welche Bücher haben einem geschadet? Welche der Menschheit?

Edit:

Besonders lustig ist natürlich, dass die Artikel dieser Liste zu amazon verweisen.




Jasmin - 19.06.2005 um 16:32 Uhr

Zitat:

Diese Umfrage kann man wohl getrost als nicht repräsentativ erachten. Der unbedachte Nebeneffekt ist, dass solche Listen oft das Gegenteil von dem, was sie erreichen wollten, bewirken. In der Popkultur wurde dies längst instrumentalisiert.

Natuerlich ist diese Umfrage nicht repraesentativ. Sind ja nur 15 Professoren befragt worden. Interessant ist sie trotzdem. Allein die Idee. Die zehn schaedlichsen ["most harmful"] Buecher. Der Gedanke, dass ein Buch, dass das geschriebene Wort so eine destruktive Kraft haben kann.

Zitat:

"Marx died after publishing a first volume of this massive book"

Das ist aber wirklich zum Schmunzeln.

Zitat:

Man kann sich einmal selbst fragen:

Welche Bücher haben einem geschadet? Welche der Menschheit?

Mir hat kein einziges Buch geschadet.

Der Menschheit? Du wirst insgeheim wahrscheinlich an die Bibel denken, oder?;)



Zitat:

Besonders lustig ist natürlich, dass die Artikel dieser Liste zu amazon verweisen.

Das hab ich gar nicht gesehn. Das ist wirklich lustig. Diese Buecher werden jetzt verkaufsmaessig sicher anziehen.

In der WaS schreibt heute Alan Posener zu dieser Liste:

Die Vorfreude auf einen Regierungswechsel wird gedämpft durch die Ahnung, daß Frau Merkels Kabinett zum Teil aus Konservativen bestehen wird; aus Menschen also, die keinen Humor haben. Den Beleg dieser Humorlosigkeit liefern 15 konservative Professoren aus den USA. Sie haben eine Liste der "10 schädlichsten Bücher des 19. und 20. Jahrhunderts" aufgestellt (www.humaneventsonline.com).


[...]


Die Liste offenbart die Entfremdung zwischen dem Geist der Moderne und dem rechten Konservatismus. Linken dürfte es viel schwerer fallen, eine Liste der zehn schädlichsten Bücher aufzustellen; schon allein deshalb, weil Bücher, die dem Zeitgeist widersprechen, selten Auflagen erzielen, die ihm schädlich sein könnten.

Nach diesem Kriterium wären auch die Bibel und der Koran Kandidaten für die Liste der zehn schädlichsten Bücher aller Zeiten. Große Literatur sind sie trotzdem. Der konservative Geist aber ist zu unbeweglich, zu humorlos, um den Wert von Marx, Nietzsche oder Freud anzuerkennen - weshalb konservativ sein keinen Spaß macht. Wenn schon con, dann neo. Der Neocon liebt Marx, Freud & Co. und nutzt sie für seine Zwecke.

.


http://www.wams.de/data/2005/06/19/733829.html








tekkx - 19.06.2005 um 20:46 Uhr

Willkommen! Nach der Chart-Show
und den zehn besten Filmen, nun ganz neu:
Die zehn schädlichsten Bücher.
Verbrennen wir sie doch!




Jasmin - 20.06.2005 um 12:39 Uhr

Diese Floplisten sind wirklich recht amüsant.

Hier hatte zum Beispiel jemand die Idee: Welche Programme/Downloads würdet ihr die Goldene Brombeere verleihen, sprich, einen Preis für die unnützesten Programme/Downloads?

Antwort: Alles, was sich "Filesharing" betituliert.

Quelle:

http://www.chip.de/c1_forum/thread.html?bwthreadid=525613


Interessant ist auch die gefürchtete Liste des US-Modekritikers Richard Blackwell, der sich der angeblichen Modesünden der prominenten Stars in den USA annimmt. Den Platz Nummer eins seiner Flopliste belegte die Schauspielerin Nicolette Sheridan aus «Desperate Housewives», der derzeit beliebtesten Fernsehserie des Landes. Letztes Jahr siegte Paris Hilton, die in der Liste der «am schlechtesten angezogenen Frauen» auf Platz fünf abstürzte. Der ehemalige Modeschöpfer verteilt seine unangenehmen Noten nun schon zum 45. Mal

Quelle:

http://www.netzeitung.de/entertainment/style/320808.html




Donatien - 22.05.2006 um 10:14 Uhr

Es gibt weder moralische noch unmoralische Bücher. Bücher sind gut oder schlecht geschrieben. Das ist alles.
(Oscar Wilde, Das Bild des Dorian Gray)




Mania - 22.05.2006 um 17:50 Uhr

Oh mann, Marx und Engels sind sowieso immer schlecht, oder?



Kenon - 22.05.2006 um 18:27 Uhr

Zitat:

Es gibt weder moralische noch unmoralische Bücher. Bücher sind gut oder schlecht geschrieben. Das ist alles. – Oscar Wilde

Was könnte Oscar Wilde, selbst ein Unmoralischer, zu seiner Rechtfertigung auch anderes sagen?




Donatien - 27.05.2006 um 22:59 Uhr

Nicht das Buch verdirbt den Menschen oder dessen Inhalt, es ist der Mensch selbst der sich verdirbt, wenn er nicht weiß mit dem umzugehen was er liest.



Wolff - 28.05.2006 um 09:10 Uhr

Diese Nachricht wurde von Wolff um 09:39:28 am 28.05.2006 editiert

Zitat:

...es ist der Mensch selbst der sich verdirbt, wenn er nicht weiß mit dem umzugehen was er liest.

Und woher bezieht er seine Weisheit? Auch aus Büchern.




LX.C - 28.05.2006 um 11:30 Uhr

Diese Nachricht wurde von LX.C um 11:34:58 am 28.05.2006 editiert

[Quote]Und woher bezieht er seine Weisheit? Auch aus Büchern.[/Quote]
Nu ja, viel mehr wohl eher durch Sozialisation (primäre, sekundäre und auch noch durch tertiäre).
Je nachdem wie man sozialisiert wurde, wird man mit Inhalten unterschiedlich umgehen. Das gilt für Bücher wie für Filme und Computerspiele.




Wolff - 28.05.2006 um 14:24 Uhr

Vollkommen richtig, deswegen hatte ich "auch" geschrieben.

Was ich mit meiner Antwort sagen wollte: Unterschätze nicht das geschriebene Wort.




Kenon - 29.05.2006 um 17:30 Uhr

Zitat:

Nicht das Buch verdirbt den Menschen oder dessen Inhalt, es ist der Mensch selbst der sich verdirbt, wenn er nicht weiß mit dem umzugehen was er liest.

Demnach:

Nicht die Kugel tötet, sondern der Leib, der mit ihr nicht umzugehen weiß.




doriana - 30.05.2006 um 16:28 Uhr

Zitat:

Demnach:

Nicht die Kugel tötet, sondern der Leib, der mit ihr nicht umzugehen weiß.

Das ist witzig und logisch.

Wenn ein Buch - oder auch zehn - ausreichen wuerden, um jemanden zu gefaehrden oder etwas grundleend zu bewegen, so waere jede Menge in Bewegung.




doriana - 30.05.2006 um 16:46 Uhr

Huch, das habe ich zu schnell abgeschickt. Entschuldigt.
Gerade habe ich nachgeschaut, was das fuer Leut sind: diejenigen, die einen Lehrstuhl innehaben, sind entweder Professor fuer Geschichte oder Politik. Alle sind Amerikaner Unter diesem Gesichtspunkt ist es klar, warum sie ausgerechnet Marx an die erste Stelle setzen.

Die meisten Buecher, die gewaehlt wurden, haben Ideologien gepraegt, die gegen die Grundpfeiler Amerikas (Demokratie, Glaube, Konservatismus und Kapitalismus) stossen. Bezeichnend ist auch, dass "The Limit of Growth" des Club of Rome zweimal genannt wurde. Die neue Bedrohung des Kapitalismus ist naemlich die Oekologiebewegung.

Es gibt kein neoklassisches Werk auf der Liste, dafuer aber den so oft fehlinterpraetierten Keynes.




Donatien - 02.06.2006 um 11:46 Uhr

Gutes Argument mit der Kugel, aber es ist nicht die Kugel die tötet, sondern der Mensch der sie abfeuert.

Ich gebe zu das die Sozialisation auf jeden Fall
eine bedeutende Rolle einnimmt und dem geschriebenen Wort wohnt definitiv eine starke Suggestivkraft inne.
Doch hat das Individuum auch seinen individuellen Zugang zur Literatur und liest in seiner Subjektivität befangen was es lesen will (das ist ja gerade so interessant daran).

Der häufige Umgang mit Literatur führt zu einer gewißen Medienkompetenz, wo wir wieder bei der Sozialisation sind.
Diese Kompetenz vermittelt auch die Fähigkeit zu einem kritischen Umgang damit, z.B. zwischen Fiktion und Realität zu unterscheiden.

Ich habe einige der Werke von dieser Liste gelesen und habe gewiß nicht mit allem sympathisiert, noch habe ich alles geglaubt...




hwg - 29.06.2006 um 06:45 Uhr

Diese Nachricht wurde von hwg um 06:47:20 am 29.06.2006 editiert

Für mich stellt sich die Frage, w e r etwas
als schädlich ansieht - und denke dabei
an die Bücherverbrennung der Nazis...
Hitlers "Mein Kampf" hat angeblich kaum wer gelesen, obwohl das Buch in fast jedem Haushalt vorhanden gewesen ist.
Der katholische Index ist nach wie vor vorhanden. Zensur gibt es ebenfalls in zahlreichen Staaten. Jeder Autor und Leser
sollte sich für die uneingeschränkte Freiheit des Wortes einsetzen - auch wenn ihm das eine oder andere Werk nicht zusagt!
Die Liste der "schädlichsten Bücher" empfinde ich als Schwachsinn pur!




Kroni - 20.10.2006 um 14:45 Uhr

Hm ... lasset uns nachdenken ... :

1. Popper: Logik der Forschung

Die Theoretische Rechtfertigung des heillosen Geschwätzes der nomothetischen "Wissenschaften" und deren Anspruch.

2. Den Keynes aus der amerikanischen Liste: Die Theorie des endlosen Schuldenmachens - Grundlage des sozialdemokratischen Faschismus´, in dem wir leben müssen.

3. Karl Marx: Das Kapital - Eine geniale nationalökonomische Analyse mit fürchterlichen Schlußfolgerungen.

4. F.W. Hegel: Ich weiss nicht welches Buch im einzelnen, aber für seinen Auspruch, der Staat sei das sittlich Gute schlechthin gehören seine Gebeine aus dem Grab gerissen und in alle Winde zerstreut, ebenso für seine Dialektik.

5. Kant: Die 3 Kritiken - Grundlage der Überzeugung, man könne wirklich was wissen.

6. Luther: Die Bibelübersetzung, die die Reformation eingeleitet hat - von der sich eine Kausalkette über die Aufklärung, die revolutionen im 17/18. Jahrhundert bis hin zu den Totalitarismen zieht.

7. Die Bibel auch im Originalzustand - Mit der griechisch-römischen Geisteswelt wäre es gut gewesen. Auf das christlich-jüdische Gedönse hätte man besser verzichtet.

8. Der Koran - Nach dem 11. September wirklich noch Fragen ?

Platz 9 und 10 sind einstweilen frei.




Franklin Bekker - 21.10.2006 um 20:28 Uhr

ja die bibel. ich habe auch darüber nachgedacht sie zu nennen... aber auf der grundlage christlicher moralvorstellungen zu sagen die bibel sei schlecht und schädlich (unter welcher anderen voaussetzung könntest du erwarten die unterscheidng gut/schlecht nicht erklären zu müssen?) ist irgendwie merkwürdig.



Kroni - 22.10.2006 um 09:35 Uhr

Schädlich und schlecht sind nicht dasselbe. Die edelsten und erhabensten Handlungen können zu fürchterlichsten Blutbädern führen.

Schon meine zum Gotterbarmen geistlos-dumme Mutter, die mir einen Großteil meiner Kindheit und Jugend vermiest, mir etliche Neurosen eingepflanzt hat, rechtfertigt sich heute noch mit dem klassischen Stereotyp: "Ich hab´s doch wirklich immer nur gut gemeint!"

Wie war da noch die Karl-Marx-Karikatur, die um 1990 um die Welt ging ? "Sorry Leute - war nur sone Idee von mir ..."




Mania - 22.10.2006 um 12:45 Uhr

Wenn man richtig liest, ist kein Buch schädlich.



Franklin Bekker - 22.10.2006 um 12:46 Uhr

touché



Thomas_Goergen - 22.10.2006 um 13:38 Uhr

Ich finde die Liste großartig! Auch die ehrenvollen Erwähnungen, die danach kommen! Es sollte eine Sonderedition Suhrkamp geben. Alle rein.



bodhi - 23.10.2006 um 00:32 Uhr

Ein Buch kann auch schädlich für eine Fliege sein - wenn man mit ihm nach ihr schlägt. Dabei sind sowohl der Titel, das Format als auch der Inhalt unerheblich.



Gast873 - 23.10.2006 um 01:36 Uhr

Zitat:

Ein Buch kann auch schädlich für eine Fliege sein - wenn man mit ihm nach ihr schlägt. Dabei sind sowohl der Titel, das Format als auch der Inhalt unerheblich.

So sehe ich das auch!

Zum: "F.W. Hegel" Wer ist das denn? Keine Ahnung, dann bitte Ruhe auf den billigen Plätzen!

Gruß
Hyperion




Kroni - 23.10.2006 um 17:10 Uhr

F.W. Hegel ist Friedrich Wilhelm (so hieß er ja wohl?) Hegel, jener Staats-Philosoph, den Marx & Co. für ihren dialektischen Materialismus als Vorbild nahmen. Die Hegelsche Dialektik von These, Antithese und Synthese, in der die vorigen Widersprüche miteinander versöhnt und aufgehoben werden, lernte man seinerzeit sogar in der Penne als "Dialektische Erörterung" im Deutschunterricht bis zur Vergasung.

In Hegelscher Sicht hat der Staat eine seinerzeit neue Rolle als eine Art von Groß- und Universal-Synthesizer angenommen, der alle Widersprüche in sich auflösen, aufheben würde zur letztlichen Beglückung der Menschheit. So in etwa - und für einen Informierten sicherlich inakzeptabel - würde ich die Staatsphilosophie Hegels auf den Punkt bringen wollen.

Diese Vision von der sachgerecht verwalteten Welt spukt in etlichen neuzeitlichen Köpfen herum und ist die philosophische Grundlage des totalitären Sozialfaschismus, in dem wir leben:

Der Staat als Agentur mit dem Anspruch - und selbstverständlich mit dem Recht, ja der sittlichen Verpflichtung - für seine Untertanen das Paradies zu errichten, woraus sich zwangsläufig das Recht, ja die sittliche Verpflichtung des Staates ergibt, das Leben der Indivuduen gnadenlos, bis ins letzte Detail und bis in den innersten Bereich privater Lebenshaltung zu reglementieren, womit aus Bürgern widerrum Untertanen geworden sind.




Kroni - 23.10.2006 um 17:23 Uhr

@ Mania

Interessanterweise war in früheren Zeiten die Lektüre grundsätzlich privilegierten Kreisen vorbehalten - anfangs ergab sich das von ganz alleine durch die wirtschaftliche Kostbarkeit des nur handschriftlich reproduzierbaren Textes.

In späteren Zeiten behalf man sich dann eben mit Indizierungen. Selbst heute noch werden Bücher verboten - darunter so Lächerlichkeiten wie "Mein Kampf", das offiziell zu besitzen und zu lesen man einer behördlichen Erlaubnis bedarf, die praktisch nur für ausgewiesen wissenschaftliche Arbeiten erteilt wird.
Lächerlich ist dieses Verbot deswegen, weil dieses Buch an sich lächerlich ist: Ein verquastes Gerede, daß auf die Entwicklung des Deutschen Nazitums so gut wie einflußfrei gewesen war. Das Verbot umgibt dieses Buch mit der Aura des Tabu´s und macht es künstlich interessant. Ich meine vielmehr, daß man es - auszugsweise - in der Schule lesen sollte - als ultimative Prävention von Nazitum, aber das nur nebenbei.

Schön und gut - ich bin ein rechter Intellektueller, der insofern Anspruch auf besonderen Schutz und Förderung nach dem Washingtoner Artenschutzabkommen beansprucht.

Linke scheinen hier ja genug rumzuschwirren - möge doch auch mal der eine oder andere Linke mal seine Liste auflegen !




bodhi - 24.10.2006 um 21:39 Uhr

Zitat:

Schön und gut - ich bin ein rechter Intellektueller, der insofern Anspruch auf besonderen Schutz und Förderung nach dem Washingtoner Artenschutzabkommen beansprucht.

Linke scheinen hier ja genug rumzuschwirren - möge doch auch mal der eine oder andere Linke mal seine Liste auflegen !

Trotz allem musste ich ja bei den "rumschwirrenden Linken" irgendwie schmunzeln. Aber wenngleich die Hexen in MacBeth "foul is fair and fair is foul" oder umgekehrt flüstern, was bitteschön ist denn dann ein "rechter Intellektueller" nach Deiner Auffassung?

Vor allem frage ich mich nach wie vor immer wieder und werde nicht aufhören mich das zu fragen: Wieso kommt man, wenn man über Literatur redet (oder dies völlig naiv tun will), immer wieder in irgendwelche Polarisierungsschienen rein?




Kroni - 24.10.2006 um 22:54 Uhr

Ein Rechter - also ein rechter Mensch - so wie Joachim C. Fest, Roman Herzog oder Peter N. Kronenberger ist einer von denen, von denen die Linken sagen, daß er ein Rechter wäre - womit sie dann meinen, daß er damit abgetan sei.

Mit C.N. Parkinson sei den Linken jedoch entgegenghalten, daß es sie eigentlich garnicht gibt - denn nach jenem macht nur die Unterscheidung zwischen rechts und unrechts irgendeinen Sinn.

Polarisierung ? - Nun, das kommt ganz einfach von der Grundfrage (nein, nicht der Philosophie, sondern) der Politik: Wer ist Feind - und warum ?




Kenon - 24.10.2006 um 22:55 Uhr

Zitat:

Ich warte mal noch zehn Jahre mit dem Buchkauf,

Das geht sicher noch schneller, Bill Clinton lag doch auch schon innerhalb kürzester Zeit auf dem Rammschtisch, und die Gorbatschow-Bio, die ich hier rumliegen habe, ist auch so ein "Mängelexemplar".




bodhi - 24.10.2006 um 23:01 Uhr

Ja, dachte ich mir auch ein paar Minuten nach meinem Schreiben schon, die Halbwertzeit ist wohl kürzer anzusetzen.

Ach, meine ketzerischen Anmerkungen habe ich gerade gelöscht. Man muss ja tolerant sein. Wenn man seine Tränen bei "I did it my way" gesehen hat...

Wir haben doch Meinungsfreiheit in D, oder?




bodhi - 24.10.2006 um 23:04 Uhr

P.S.: Geschickt verschoben...



bodhi - 24.10.2006 um 23:08 Uhr

Zitat:

...ist einer von denen, von denen die Linken sagen, daß er ein Rechter wäre - womit sie dann meinen, daß er damit abgetan sei.

Neenee, niemand soll abgetan sein.

Zitat:

... denn nach jenem macht nur die Unterscheidung zwischen rechts und unrechts irgendeinen Sinn.

Das ist eine Frage der Perspektive. Es gibt ja auch noch oben und unten und draußen und drinnen, mindestens.

Zitat:

Polarisierung ? - Nun, das kommt ganz einfach von der Grundfrage (nein, nicht der Philosophie, sondern) der Politik: Wer ist Feind - und warum ?

Ja, braucht man denn unbedingt ein Feindbild?




Kroni - 24.10.2006 um 23:53 Uhr

Einen Feind braucht man stets - er ist die Grundlage jeder Sozialität - jedenfalls meiner Meinung nach, die insofern folgt: Carl Schmitt: Der Begriff des Politischen.



bodhi - 25.10.2006 um 20:34 Uhr

Im Zusammenhang mit Herr Aldis Scherz am Rande entdeckt:

Was US-Schüler nicht sollen lesen dürfen, weil´s "Gift" ist:

http://www.spiegel.de/schulspiegel/ausland/0,1518,439628,00.html




Kroni - 26.10.2006 um 09:49 Uhr

Zensur - die althergebrachte Art und Weise, Information vorzuenthalten, ist heutezutage einigermassen lächerlich geworden. Sowas funzt vielleicht noch in Nordvietnam oder so - aber nicht mehr im Reich des Internet.

Es ist lächerlich, Schülern von Literatur fernzuhalten, in denen sexuelle Vorgänge beschrieben werden, wenn sie nachmittags und abends an ihrem PC binnen einer Stunde mehr Pornographie downloaden konnten, als unsereiner in 10 Jahren zu sehen bekommen hat. Und dies ist nur als ein Beispiel zu verstehen.

Genauso lächerlich sind die ideologischen Verbote, die sich je nachdem gegen linke oder rechte Gedanken richten sollen. Die Verleugnung des Holocaust unter Strafe zu stellen erzeugt geradezu einen quasi erotischen Reiz an diesem Zweifel - und schafft eine höchst unerwünschte Sympathie für diejenigen Hohlköppe, die diese Zweifel ernstlich vertreten wollen. Auch dies ist nur als - zugegebenermassen: drastisches - Beispiel zu verstehen.

Das ist nichts anderes, als symbolische Politik, die an den Tatsachen vorbei läuft - Hilflosigkeit, weil "man muß ja etwas tun".

Über schädliche Bücher zu similieren indessen erscheint mir nicht unsinnig - es ist Ideengeschichte, Wirkungsgeschichte der Literatur, die da betrieben wird.




bodhi - 22.11.2006 um 23:49 Uhr

Diese Nachricht wurde von bodhi um 23:50:13 am 22.11.2006 editiert

Was z. B. Betreiber einer deutschen Literaturzeitschrift für gefährliche Bücher halten, die
Zitat:

ihr Leben versaut
haben, findet man hier:
http://www.do-pen.de/seite_savoirvivre.htm
(Gefährliche Bücher anklicken)

Ich dacht mir, ich stell´s hier mal rein, weil ich selbst so viele von den genannten Werken gelesen habe. Der berühmte Aha-Effekt.




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