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-- Lyrik
--- Dilemma

birnenpalme - 10.08.2009 um 23:30 Uhr

Etwas entweder ganz oder gar nicht zu machen,
ist das Dilemma zwischen Neurose und Depression.




HelmutMaier - 11.08.2009 um 13:57 Uhr

Da nimmst Du ganz Entschlossene ja ganz schön aufs Korn - aber auch mit lyrischen Mitteln?
Ein Aphorismus als lyrische Ausdrucksform ist ja durchaus umstritten (um nicht zu sagen: verpönt ;-) ).
Ich selber würde eher dazu neigen, dem Aphorismus die lyrische Qualität zuzuschreiben, weil es erstens eine literarische Kurzform ist und weil es Dichtung in seiner ursprünglichsten Form ist: das, was eine Dichterin oder ein Dichter zu sagen hat (lateinisch dicere=sagen) - also so etwas wie der Spruch einer/eines Weisen.

Du kannst Deinen Aphorismus aber so schreiben:

Etwas entweder ganz
oder gar nicht zu machen,
ist das Dilemma
zwischen Neurose und Depression.

So wird es garantiert als Lyrik akzeptiert ;-) :-)

Liebe Grüße
Helmut




birnenpalme - 11.08.2009 um 22:22 Uhr

Lieber Helmut,
wenn Lyrik von Akzeptanz abhängig ist, dann bleibe ich lieber bei meiner Version, obwohl du natürlich Recht hast und deine Form mehr Ästhetik hat. Aber dass ich inhaltlich Entschlossene aufs Korn nehmen will, ist nicht meine Absicht. Das Schlüsselwort ist "Dilemma". Und mit "Dilemma" meine ich den damit verbundenen Leidensdruck zwischen zwanghaften Perfektionismus und frustrierter Resignation. Für manche scheinen leider nur die höchsten, besten oder größten Dinge wertvoll genug zu sein, was aber in der Regel ein unerfüllbarer Anspruch ist, wenn man nicht gerade ein Reinhold Messner ist. Das genannte Dilemma entspannt sich aber durch mehr Mittelmäßigkeit, wenn man die Dinge nicht ganz so eng sieht, sich und anderen Fehler verzeiht und auch mal mit halber Arbeit zufrieden ist. Diesen Gedankenansatz will ich eigentlich mit meinem Spruch hervorkitzeln.

Liebe Grüße, Wolfgang




Namesi - 13.08.2009 um 00:26 Uhr

Jetzt verstehe auch ich es.



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