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-- Lyrik
--- wildnisse

1943Karl - 30.08.2009 um 18:29 Uhr

wohinangst zieht
mir den kopf
zwischen die schultern
meine augen suchen
in der dunklen ecke
geborgenheit spinnenlos
wabern gewebe
und in meinem rücken
warten wildnisse
entscheidungsfrei
hinter der glastür


ich blicke
mich nicht um




walcua - 30.08.2009 um 20:33 Uhr

Lieber Karl, kann es sein, dass in der ersten Zeile ein Leerzeichen zwischen wohin und Angst fehlt? Ich habe es für mich einfach eingesetzt und den Text als bedrückend, realistisch und einengend empfunden. Eine anstrengende Situation, für den, der in diesem Gedicht beschrieben wird.

Dem kann ich nur mein Gedicht entgegensetzen:

Das Leben gleicht dem Wolkenhimmel
zeigt sich im Einheitsgrau.
Doch lässt sich spärlich
durch kleinste Lücken
die Sonne hell in ihrer ganzen
Kraft und Pracht
versteckt darunter blicken.

Lass Einheitsgrau langsam
in dir erblassen,
kannst Schönheit und Kraft
des Lebens dann mit
beiden Händen fassen.

Möglicherweise kann die Angst im Nacken durch kleinste Lichtblicke im Leben geschmälert werden. Zu wünschen ist es auf jeden fall.

Danke für deine Zeilen
cuanita




HelmutMaier - 31.08.2009 um 16:14 Uhr

Die Wohin-Angst kann ich mir schon vorstellen, ja, sie vielleicht nachempfinden. Ein kleiner Versuch, ihr zu entkommen, wäre willkommen.

Liebe Grüße
Helmut




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