- versalia.de
-- Sonstiges
--- Die liebsten Bücher der Deutschen

Kenon - 02.10.2004 um 22:16 Uhr

Das ZDF hat die 100 liebsten Bücher der Deutschen "ermittelt". Auf Platz 1 kam dabei "Der Herr der Ringe" noch vor der Bibel, Ken Follets "Die Säulen der Erde" und Patrick Süskinds "Das Parfüm". Hat man etwas anderes erwartet, wenn man das Fernsehpublikum zu seinen Lieblingsbüchern befragt?

Was sind die liebsten Bücher der versalia-Besucher? Es soll hierbei weniger um brav durchnummerierte Listen gehen - gefragt ist eine simple Aufzählung der persönlichen Favoriten.

Ich mache mal einen Anfang:

Friedrich Hölderlin - Hyperion
Friedrich Nietzsche - Also sprach Zarathustra
Georg Trakl - Dichterisches Werk
Julio Cortázar - Erzählungen
Fjodor Dostojewski - Die Dämonen
Franz Kafka - Das Schloss
James Joyce - Ulysses
Hermann Hesse - Der Steppenwolf
Jean-Paul Sartre - Der Ekel
Albert Camus - Der Fremde
Elias Canetti - Die Blendung
Féderico García Lorca - Diwan des Tamarit
Pablo Neruda - Las uvas y el viento (Die Trauben und der Wind)
Knut Hamsun - Victoria
Thomas Bernhard - Holzfällen




mario. - 04.10.2004 um 20:03 Uhr

franz kafka - die verwandlung
franz kafka - der prozeß
hermann hesse - der steppenwolf
erich maria remarque - im westen nichts neues
george orwell - 1984
oscar wilde - das bildnis des dorian gray
anthony burgess - clockwork orange

friedrich dürrenmatt - die physiker
jean-paul sartre - das spiel ist aus

wolfgang borchert - draußen vor der tür

...aber das ist noch lange nicht alles.




Zauberstrumpf - 10.10.2004 um 19:09 Uhr

Matt Ruff: Fool on the Hill
Schiller
WIlly Brandt: Erinnerungen
Raymond Carver: All of us
Jim Dodge: Fup
Tom Robbins: PanAroma
Dostojewski: Weiße Nächte
P.G. Wodehouse
Melville: Moby Dick
Tolkien (sorry... ;-))




tekkx - 15.10.2004 um 13:31 Uhr

Diese Nachricht wurde von tekkx um 19:10:38 am 21.10.2004 editiert

Takashi Nagai
Franz Kafka
Samuel Beckett
Fernando Pessoa
Stanislaw Lem
Ray Bradbury
Patrick Süskind






Annemarie - 26.10.2004 um 11:55 Uhr

Ich sah diese Sendung im Fernsehen und habe mir die Titel mitgeschrieben. Am Schluß stelle ich fest, daß auf den Plätzen 50 bis14 hoch zwischendurch durchaus gute
Literatur vertreten war, doch auf den Plätzen
13 bis 1 nicht mehr. Was eigentlich nur
heisst: Die Deutschen haben keine Muße
und Geduld mehr, etwas zu lesen, worauf
man sich echt einlassen muß.

Dieses Sich-nicht-einlassen-können ist
ein stärker werdenden Symptom. In allen
Lebensbereichen. Wo ich aber wieder bei
einem ganz anderen Thema wäre...




Kenon - 26.10.2004 um 12:23 Uhr

Ja, im Nachhinein habe ich auch anspruchsvolle Sachen darunter entdeckt, nur nicht unter den ersten Plätzen. Die Bibel (war sie nicht auf Platz 2 oder 3) in der Übersetzung von Martin Luther ist dennoch große Literatur, ganz gleich, wie man zu dem Inhalt und seinem zwielichtigen Übersetzer steht.

Ganz allgemein sind solche Abstimmungen nur von sehr begrenztem Wert, gerade, wenn sie als mediale Inszenierung daherkommen. Sie leiten sich aus dem Prinzip der Demokratie her, dass Mehrheitsentscheidungen auch die besten und gültigsten wären, aber gerade in der Kunst ist die Masse ein denkbar schlechter Berater.




Jasmin - 04.12.2004 um 11:13 Uhr

Diese Nachricht wurde von Jasminmeer um 12:08:50 am 05.12.2004 editiert

Zu meinen Favoriten zählen:

Hermann Hesse, Der Steppenwolf
Franz Kafka, Die Verwandlung
George Orwell, 1984, Animal Farm
Jane Austen, Pride and Prejudice
George Bernard Shaw, Pygmalion, St. Joan
Charlotte Bronte, Jane Eyre
Emily Bronte, Wuthering Heights
Samuel Taylor Coleridge, Kubla Khan
Edgar Allan Poe, The Raven, Erzählungen
Charlotte Perkins Gilman, The Yellow Wallpaper
Choderlos de Laclos, Les Liaisons Dangereuses
Denis Diderot, La Religieuse, Jacques le fataliste
Jean-Jacques Rousseau, Julie ou la nouvelle Heloise
Marguerite Duras, Der Liebhaber
Marie Luise Kaschnitz, Erzählungen





Hop Sing - 19.12.2004 um 21:18 Uhr

Ein paar meiner Favoriten:

Mikhail Bulgakov - Der Meister und Margarita
Jerome D. Salinger - Der Fänger im Roggen
Michael Chabon - Die Geheimnisse von Pittsburgh
Thomas Mann - Buddenbrooks
David Sedaris - Naked
Joseph Conrad - Herz der Finsternis
Vladimir Nabokov - Lolita
Voltaire - Candide oder der Optimismus




HermannSachs - 19.12.2004 um 22:01 Uhr

1.Platz. Kinder der Toten - Elfriede Jelinek
2. Platz, Wir sind Lockvögel Baby - Elfriede Jelinek
3. Platz Kis - Tatjana Tolstija
4. Die satanischen Verse - Salman Rushdie
5. Scham und Schande - Salman Rushdie
6. Mitternachtskinder - Salman Rushdie
7. Delfie - Malin Schwertfeger
8. Alles von Samuell Beckett
9. Alles von Marcel Proust
10. Alles von Thomas Pynchon, Dostojewski, Cechov, Turgenjew, Nabokov, Tolstoi....Ivo Andric, Danilo Kis




hibou - 15.01.2005 um 22:41 Uhr

augenblickliche auswahl:

james joyce
don de lillo, underworld
moby dick na klar
gertrude stein, the autobiography of alice b. toklas
joseph brodsky
javier marias, mein herz so weiss
milorad pavic, khazarisches lexikon
nazim hikmet
katrin röggla
vladimir sorokin. naja
h.c. artmann, grünverschlossene botschaft
michel houellebecq





LX.C - 04.05.2006 um 00:07 Uhr

Hab den Beitrag durch Zufall gefunden und dachte, ich kram ihn mal raus. Aber es ist nur der Versuch einer Rückblicks, 15 Bücher, ohne Rangliste, pro Autor nur ein Werk:

Beckett, Samuel: Warten auf Godot
Bukowski, Charles: Der Mann mit der Ledertasche
Camus, Albert: Der Fremde
Dürrenmatt, Friedrich: Die Physiker
Fante, John: Ich - Arturo Bandini
Frisch, Max: Homo Faber
Goethe, J. W. von: Faust - Erster Teil
Hesse, Hermann: Der Steppenwolf
Junge, Ricarda: Kein fremdes Land
Kafka, Franz: Der Prozess
Kästner, Erich: Gesang zwischen den Stühlen
Leonhard, Wolfgang: Die Revolution entlässt ihre Kinder
Pahlke, Arne: Cafe´ Moral
Sartre, Jean-Paul: Der Ekel
Wander, Fred: Der siebente Brunnen




Kenon - 04.05.2006 um 00:39 Uhr

Zitat:

Leonhard, Wolfgang: Die Revolution entlässt ihre Kinder

Oha, so gut gefällt Dir das Buch? Mein bestelltes Exemplar ist wohl irgendwo unterwegs verschwunden.

PS: Dieses gar nicht mal so alte Thema zeigt mir ziemlich deutlich, wie sehr sich mein Lesegeschmack inzwischen geändert hat.




LX.C - 04.05.2006 um 12:10 Uhr

Diese Nachricht wurde von LX.C um 12:13:50 am 04.05.2006 editiert

Na ja, ich könnte vermutlich auch 15 andere Bücher nennen, die ich genauso gut finde. Inhaltlich und stilistisch ist das schwer so konkret festzumachen, eine persönliche Komponente kommt als I-Tüpfelchen oft hinzu.
Aber Leonhard, Wolfgang "Die Revolution entlässt ihre Kinder" finde ich schon herausragend. Man muss natürlich auch bedenken, dass ich in der Richtung nicht so belesen bin wie du, vieles was mir neu war und sehr fesselnd auf mich wirkte, ist dir vermutlich schon bekannt. Aber seine Sprache und das Geschick, alles auf einem verständlichen Niveau zu halten, also nicht zu sehr in die parteipolitischsten Tiefen abzudriften, tun ihr übriges.

Hab das Thema auch rausgekramt, da es inzwischen ja doch ein paar neue Forennutzer gibt, vielleicht hat der eine oder andere ja noch Lust sich zu äußern. Wäre doch interessant.




Hermes - 05.05.2006 um 13:54 Uhr

Zitat:

[
Hab das Thema auch rausgekramt, da es inzwischen ja doch ein paar neue Forennutzer gibt, vielleicht hat der eine oder andere ja noch Lust sich zu äußern. Wäre doch interessant.

Selbstverständlich habe ich Lust, mich dazu zu äussern, so schwer mir dabei auch fällt, eine Auswahl zu treffen:

Die Auslistung stellt keine Rangfolge dar:

"Stiller" von Max Frisch
"Der Zauberberg" von Thomas Mann
"Narziss und Goldmund" von Hermann Hesse.

Soweit zu den "Grossen Drei".

Im erweiterten Kreis befinden sich neben anderen Werken der oben angeführten Autoren auch Werke von Fjodor Dostojewski, Franz Kafka, Tolstoi, Jane Austen, Theodor Fontane, Friedrich Dürrenmatt, Friedrich Torberg. Neu dazugestossen ist kürzlich Steve Tesich mit "Ein letzter Sommer". Letztgenannter könnte möglicherweise in das Triumvirat der "Grossen Drei" vorstossen. Allerdings habe ich das Buch erst kürzlich gelesen und möchte noch abwarten, ob ich es nach einem längeren Zeitraum immer noch so bemerkenswert beurteile wie unmittelbar nach seiner Beendigung.




Shiningmind - 05.05.2006 um 14:04 Uhr

Schiller - insbesondere Balladen wie z.B. Der Taucher, Die Bürgschaft u. a.

Göthe - Faust (I Teil), Gedichte

Thomas Mann - Erzählungen (Enttäuschung,
Der Wille zum Glück, Tonio Kröger, Mario und der Zauberer)

Franz Kafka (wohl einer meiner Lieblinge) - Der Prozess, In der Strafkolonie, Die Verwandlung

Jostein Gaarder - Sofies Welt

Andreas Eschbach - Eine Billion Dollar (sehr gute Unterhaltung, wenn auch kein Weltwerk)

Viele werden wohl noch im Laufe meines Lebens folgen, denn noch bin ich ja jung. :o)




LX.C - 05.05.2006 um 15:14 Uhr

Magst du erklären, Hermes, was dich gerade an "Narziss und Goldmund" von Hermann Hesse so begeistert?
Ich habe viel von Hesse gelesen. Das ist das einzige Buch, das ich abgebrochen habe. Daher meine neugierige Frage.




Kenon - 05.05.2006 um 15:51 Uhr

Habe mir mal die Mühe gemacht, meine Liste zu aktualisieren:

Johannes R. Becher - Verbrüderung.
Thomas Bernhard - Auslöschung.
E.M. Cioran - Vom Nachteil, geboren zu sein.
Maxim Gorki - Autobiographische Romane.
Knut Hamsun - Das letzte Kapitel.
Friedrich Hölderlin - Hyperion.
Juan Ramón Jiménez - Gedichte.
Federico García Lorca - Diwan des Tamarit.
Robert Musil - Der Mann ohne Eigenschaften.
Pablo Neruda - Las uvas y el viento (Die Trauben und der Wind).
Friedrich Nietzsche - Also sprach Zarathustra.
Ovid - Metamorphosen.
Jean-Paul Sartre - Der Ekel.
Georg Trakl - Dichterisches Werk.
Vergil - Aeneis.




Hermes - 05.05.2006 um 16:33 Uhr

Zitat:

Magst du erklären, Hermes, was dich gerade an "Narziss und Goldmund" von Hermann Hesse so begeistert?
Ich habe viel von Hesse gelesen. Das ist das einzige Buch, das ich abgebrochen habe. Daher meine neugierige Frage.

Das mache ich natürlich gern.
Weil es eine wunderschöne Geschichte zweier sehr unterschiedlicher Menschen ist, die zudem in einer - Hermann Hesse eigenen - Sprache geschrieben worden ist, die meines Erachtens ihresgleichen sucht. Ich habe von Hesse unter anderem auch "Demian", "Das Glasperlenspiel", "Steppenwolf", "Siddharta", "Unterm Rad" und "Peter Camenzind" gelesen. Sie alle haben natürlich den speziellen "Hesse-Stil", aber in keinem Buch, das ich kenne, kommt sein Stil so stark zum Ausdruck wie in "Narziss und Goldmund".

Ausserdem ist die Handlung für mein Empfinden geradezu "bezaubernd" - auch wenn das vielleicht nicht der treffende Ausdruck ist. Wie eine Traumwelt, wie ein Märchen: Auf der einen Seite der strenggläubige, intellektuelle Asket Narziss, auf der anderen Seite der lebenslustige, amorhafte Künstler Goldmund, mit seinem (halbherzigen) Versuch, Narziss zum Vorbild nehmend, als Klosterschüler asketisch zu leben und dabei zu scheitern. Dann dessen weltliches Leben, der Genuss der Freiheit, die erotischen Abenteuer und was Hesse sonst noch alles geschehen lässt. Der Kreis schliesst sich, als Goldmund, alt und erschöpft von der langen Wanderschaft und den vielen Abenteuern, zu Narziss ins Kloster zurückkehrt und stirbt.




Undine - 05.05.2006 um 21:16 Uhr

Ich schließe mich Hermes an, auch bei mir steht "Narziss und Goldmund" an erster Stelle. Es folgen:
2. Rainer Maria Rilke - Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge (+sämtliche Lyrik)
3. Simone de Beauvoir - Alle Menschen sind sterblich
4. Hermann Hesse - Demian
5. Samuel Beckett - Glückliche Tage
6. Georg Büchner - Woyzeck
7. Sophokles - Antigone (ebenso die von Anouilh)
8. Dostojewskij - Der Großinquisitor
9. Goethe - Iphigenie auf Tauris
10. Kafka - Das Schloss




Hermes - 20.05.2006 um 16:49 Uhr

Diese Nachricht wurde von Hermes um 16:50:37 am 20.05.2006 editiert

Zitat:

Kafka - Das Schloss

Franz Kafka ist was seinen Stil und seine Themen anbelangt unerreicht. Niemand ist m.E. in der Lage, so beklemmend und düster, wie aus einem Alptraum zu schreiben, und dabei den Gang der Handlung derart lähmend und doch fesselnd in die Länge zu ziehen.

Dann die häufig verwendeten Initialen K./Josef K. usw., die den Leser auf Distanz halten und ihn doch dazu verleiten, in ihnen den Autor selbst zu sehen.

Ebenso fesselnd: Dieses vergebliche Streben nach Ankunft wie zum Beispiel im "Schloss" oder der "Kaiserlichen Botschaft" oder aber die Unfassbarkeit mancher Ereignisse, die man aus eigener Erfahrung ausschliessen will, Kafka sie jedoch darstellt, als seien sie völlig normale Vorgänge (Die Verwandlung).




hwg - 20.05.2006 um 17:42 Uhr

Mir fällt auf, dass kaum zeitgenössische Autoren der jüngeren Generation bzw. deren Werke genannt werden. Woran liegt das?
Viele Antworten erwünscht! Danke!




Kenon - 20.05.2006 um 19:55 Uhr

Zitat:

Mir fällt auf, dass kaum zeitgenössische Autoren der jüngeren Generation bzw. deren Werke genannt werden. Woran liegt das?

Ich kann natürlich nur für mich selbst antworten:

Er mag Schriftsteller, die sich bereits im Tod vollendet haben, deren Werk in seiner Gänze überschaubar ist. Ihn interessiert das Vergangene, in der Jetzt-Zeit lebt er ja selbst, davon möchte er nicht lesen.




Hermes - 20.05.2006 um 22:14 Uhr

Eitelkeit - ein Thomas Mann im Bücherregal macht sich besser als ein Peter Gruber...

Nein - ernsthaft: In Kenons Worten liegt schon etwas mehr als ein Fünkchen Wahrheit. Ich ertappe mich selbst häufig dabei, mit Vorliebe in der Vergangenheit zu wühlen.

Ein weiterer Grund bei mir persönlich ist Faulheit.




LX.C - 20.05.2006 um 23:14 Uhr

Nach einer Studie - fragt mich jetzt nicht welche, hab es vor einigen Wochen irgendwo aufgeschnappt - sollen sowieso die Männer mit Vorliebe ihre toten Artgenossen lesen.



Fluss - 22.05.2006 um 00:32 Uhr

Diese Nachricht wurde von Fluss um 00:38:30 am 22.05.2006 editiert

Diese Nachricht wurde von Fluss um 00:35:55 am 22.05.2006 editiert

hmm, da will ich Jungspund mitmischen...:
alllerdings ohne Reihenfolge, so, wie´s mir gerade in den Sinn kommt:

- Hunter S. Thompson - The Rum Diary, Fear & Loathing in Las Vegas, Screwjack
- Michel Houellebecq - Elementarteilchen
- Hermann Hesse - Unterm Rad, Siddartha, Steppenwolf
- Stanislaw Lem - Fiasko, Solaris
- Imre Kertesz - Roman eines Schicksalslosen
- J.W.Goethe - Faust, erster Teil
- Albert Camus - der Fremde
- Sven Lager - Phosphor
- Jack Kerouac - On the Road

Ei Potz Tausend! Das ist ja allerlei bunt gemischtes, wenn ich mir das so ansehe. Aber ich mag´s...
Interessanterweise habe ich oft ´Der Ekel´ von Jean-Paul Satre in anderen Beitraegen gelesen. Interessant - und vor allem lustig - deshalb, weil ich eben heute meine schoene und einzige ´Kalkofes Mattscheibe´ DVD zum ungezaehlten Mal angesehen habe;
In einem seiner Parodien nimmt er die Talk-show ´Britt´ (damals auf Sat.1, soweit ich mich erinnere) auf´s Korn. Natuerlich verkleidet er sich wieder als Britt selbst, wie auch als die cholerische "Tochter des Vaters" (fuer Eingeweihte+g+). Waehrend er also (als Britt verkleidet) einen lautstark kreischenenden Gast das Mikrofon hinhaelt, schaut er (als Britt) eher gelangweilt in der Gegend herum und zieht sich schliesslich ein Buechlein aus dem Ausschnitt, um sich damit die Zeit ein wenig zu vertreiben.
Und die wunderbaren Neuerungen der Technik machen es moeglich, dass ich meiner Langeweile gepaart mit ein bisschen Neugierde, nachgehen konnte und eben auf dieses Buechlein heranzoomen konnte. Treffenderweise erkannte ich, dass es tatsaechlich "Der Ekel" von Satre war, treffend genutzt/misbraucht fuer eine Art symbolhafte Kritik. (kompl.Anm.des genauen Beobachters)
...ja.




Donatien - 22.05.2006 um 10:03 Uhr

Apropos neuere Literatur:
Hunter S. Thompson
Alex Garland
John Irving
Umberto Eco
Betreffs Verstorbener Autoren:
Victor Hugo
Oscar Wilde

mfg Donatien




Kenon - 22.05.2006 um 18:30 Uhr

Zitat:

Hunter S. Thompson

Den darfst Du gern schon unter verstorben führen.




bodhi - 22.05.2006 um 21:44 Uhr

Da wir ja alle Kosmopoliten sind, hier die abebooks 100 Bücher der Welt Liste:
da




bodhi - 22.05.2006 um 22:07 Uhr

Und um das Wichtige nicht zu vergessen...

die 100 besten Rezepte Gemüse

(kam bei meiner Suchanfrage einfach mit...)




Kenon - 22.05.2006 um 23:41 Uhr

Zitat:

Da wir ja alle Kosmopoliten sind, hier die abebooks 100 Bücher der Welt Liste:
da

Na, das ist doch wirklich mal ne brauchbare Liste, von Kennern, nicht vom Fernseh-Pöbel. Lorca, Leopardi, Hamsun usw. usw. - alle dabei.




bodhi - 22.05.2006 um 23:47 Uhr

Diese Nachricht wurde von bodhi um 23:53:59 am 22.05.2006 editiert

Ich war auch positiv überrascht.

Célines "Reise ans Ende der Nacht" ist ein Muss, meiner Meinung nach.

(...aber auch Huckleberry Finn!)




Kenon - 22.05.2006 um 23:59 Uhr

Moby Dick (ebenfalls auf dieser Liste) fand ich todlangweilig. Melvilles Kurzgeschichten haben aber die richtige Länge. Aus einer amazon-Rezension:

Zitat:

Obwohl Moby Dick den Status eines Klassikers genießt, können wohl nur Walfans wirklich etwas damit anfangen.




bodhi - 23.05.2006 um 00:14 Uhr

Von Herman Melville empfehle ich die Erzählung "Bartleby". (auch ein "Muss";))

Ich habe das Buch "Herman Melville - Meistererzählungen", finde aber nur Bartleby wirklich gut. Diogenes Taschenbuch 22435.




Kenon - 23.05.2006 um 00:17 Uhr

Zitat:

Ich habe das Buch "Herman Melville - Meistererzählungen", finde aber nur Bartleby wirklich gut. Diogenes Taschenbuch 22435.

Ahja, genau das kenne ich. Wenn Bartleby die erste Erzählung in dem Buch ist, dann war ich von ihr so berauscht, dass ich alle weiteren auch noch sehr gut fand.




bodhi - 23.05.2006 um 00:33 Uhr

Die erste ist: "Die Veranda". Die ist auch gut. "Bartleby" ist die zweite.

Ich zitiere mal heute ohne "Smilies und Tags":

DIE VERANDA

"Die schönsten Blumen, solange Sommer währt und ich hier lebe, streu´ ich auf deine Gruft." Shakespeare ´Cymbeline´, Akt IV, Szene 2.

Als ich aufs Land übersiedelte, zog ich in ein altes Bauernhaus ein, das keine Veranda hatte. Diesen Mangel bedauerte ich umso mehr, als ich ein Liebhaber von Veranden bin; denn irgendwie verbinden sie die Traulichkeit des Innen mit der Freiheit des Außen, und es macht Freude, das Thermometer dort abzulesen. Auch ist die ganze Umgegend so malerisch, dass zurzeit der Beerenlese kein Knabe einen Hügel erklimmen oder ein Tal durchqueren kann, ohne in jedem Winkel auf eine Staffelei und einen sonnenverbrannten Maler zu stoßen. Ein richtiges Malerparadies. In den Kreis der Sterne schneidet der Kreis der Berge ein; wenigstens erscheint es vom Haus aus so.




hibou - 03.06.2006 um 21:16 Uhr

1. man (ich) mag gern solche listen gell?
2. bin ich doch manchmal erstaunt, wie altertümlich ich den geschmack der meisten hier finde (hesse!! mann)
3. müssten wir diesen thread mal zehn oder zwanzig jahre lang weiterführen und dabei die änderungen bei andern und einem selbst beobachten.
4. fände ich unsere auswahl lebender dichter im gegensatz zu kenon irgendwie spannender. aus der distanz urteilt sichs leicht. aber wer liegt jetzt richtig?




bodhi - 11.06.2006 um 17:00 Uhr

Zitat:

3. müssten wir diesen thread mal zehn oder zwanzig jahre lang weiterführen und dabei die änderungen bei andern und einem selbst beobachten.

Au ja! Sicherlich interessant. Manchmal genügt allerdings schon ein Jahr.




Gast873 - 03.08.2006 um 01:16 Uhr

- Moritz: Anton Reiser
- Hölderlin: Hyperion
- Platon: Politeia
- Platon: Symposion
- Nietzsche: Also sprach Zarathustra
- Th. Mann: Der Zauberberg
- Wieland: Geschichte des Agathon
- Wieland: Musarion
- Hesse: Der Steppenwolf
- Goethe: Faust
- Tolstoi: Anna Karenina
- Puschkin: Onegin
- Petrarca: Canzoniere

Das sind meine 13, die ich auf eine einsame Insel mitnehmen würde.

Gruß
Hyperion




Matze - 05.08.2006 um 07:13 Uhr

Fluß ohne Ufer - Hans Henny Jahnn

Der Mann ohne Eigenschaften - Rpbert Musik

Zettels Traum - Arno Schmidt




LeilahLilienruh - 05.08.2006 um 20:16 Uhr

Feines Thema. Da kann man schön grübeln und im Kopf Bücherstapel umsortieren. Hmmm!

1. "Die Abenteuer des Tom Sawyer" sowie "Huckleberry Finns Abenteuer" - Mark Twain
2. "Narziß und Goldmund" - Hermann Hesse
3. "Schuld und Sühne" - Dostojewskij
4. "Verdammt in alle Ewigkeit" - Ernest Hemingway
5. "Der Fänger im Roggen" - J. D. Salinger
6. "Picknick am Valentinstag" - Joan Lindsay
7. "Frauen" - Marylin French
8. "Die Unfähigkeit zu trauern" - A. Mitscherlich
9. "Liebesgedichte" - Erich Fried
10. "Verwirrung der Gefühle" - Stefan Zweig




Matze - 06.08.2006 um 13:17 Uhr

Zwei Nachträge:

Francisca Ricinski - »Auf silikonweichen Pfoten«
Bestechend in ihrer Andersartigkeit und von hohem ästhetischem Reiz sind die kurzen Geschichten und poetischen Splitter in dem Band »Auf silikonweichen Pfoten«. Erzählungsbände fordern vom Leser mehr Konzentration als Romane: immer neue Namen, immer neue Konflikte. Auf den ersten Blick wirken diese Texte wie kleine Knäuel. Die Gedanken und Sätze laufen hier in verschiedene Richtungen, scheinen weder Anfang noch Ende zu haben. Über feine Wortschleifen und Bedeutungsverschiebungen verschlingt diese Rede sich immerzu neu – und läuft doch voran. Ihre Prosa ist raffiniert genug, seine Form nicht einfach zu behaupten, sondern auch zu zeigen, was sie überwinden will. Der Autorin verschafft dies die Möglichkeit, Vorlieben und Obsessionen auf verschiedene Weisen zu umkreisen.
Pop Verlag, Ludwigsburg

A.J. Weigoni - "Dichterloh"
Als Denkfallensteller im Namen der Literatur bringt A.J. Weigoni seine desillusionierende Poesie mit allegorischer Schärfe zum Ausdruck. Seine Gedichte haben eine analytische Genauigkeit, die man sonst eher in Essays findet; hier werden Formen des Denkens und der Poesie zusammengeführt. So entstehen Gedichte als transitorische Momente, blitzartige images und Augenblicksbilder der Erfahrung. Das Sprachmaterial, mit dem er Umgang pflegt, dringt selbstverständlich durch die Membran, wobei die Transformationsprozesse, denen er es gleichzeitig unterzieht, besonders intensiv sind. Seine Lyrik lebt vom Paradox der raumschaffenden Verdichtung, nicht als Formspiel, sondern als formsprengende Lust an der Sprache. Es geht ihm in der Poesie primär um eine Haltung, die Haltung des Dichters und die der Wörter. Seine Gedichte leben von der Genauigkeit der Wahrnehmung, von der Macht der Evokation und der Suggestion. »Dichterloh« ist in der LYRIKEDITION 2000 erschienen und erhältlich über: info@buchmedia.de Und als Hörbuch über: info@tonstudio-an-der-ruhr.de




Kroni - 22.08.2006 um 13:52 Uhr

Ich versuche mal, chronologisch vorzugehen, nach dem Lebensalter, in dem ich die jeweiligen Bücher erstmals las:

Thomas Mann: Buddenbrocks
Hermann Wouk: Die Caine war ihr Schicksal
James Jones: Verdammt in alle Ewigkeit (ist nicht von Hemingway, wie L.L. annahm)
Tommasi di Lampedusa: Der Leopard
Camus: Die Pest
Jean de Lafontaine: Die Fabeln
Theodor Fontane: Stechlin
Reiner Kunze: Die wunderbaren Jahre; Zimmerlautstärke
Cervantes: Don Quixote
Peter Bamm: Die unsichtbare Flagge
Macchiavelli: Discorsi
Will & Auriel Durant: Kulturgeschichte der Menschheit (mir in 18-bändiger Ausgabe vorliegend)
Alfred Polgar: Im Laufe der Zeit
Sebastian Haffner: Anmerkungen zu Hitler
Heinrich Mann: Der Untertan
Golo Mann: Wallenstein
Kurt Tucholsky: Gesammtwerk
Theodor Viehweg: Topik und Jurisprudenz
Gianbatista Vico: De nostri temporibus studiorum ratione
Ludwik Fleck: Die Entstehung einer wissenschaftlichen Tatsache
Carl Schmitt: Der Begriff des Politischen; Politische Theologie I, Theorie des Partisanen, Verfassungslehre; Gespräch über die Macht und den Zugang zum Machthaber
Arno Schmidt: Das Steinerne Herz, Leviathan, Schwarze Spiegel
Chaim Perleman: Logik und Argumentation
Stefan Zweig: Fouché - Bildnis eines politischen Menschen; Maria Stuart; Marie-Antoinette
Dietrich Schwanitz: Bildung; Der Campus
Winston Churchill: Marlborough - Sein Leben und seine Zeit; Der II. Weltkrieg
Bernt Spiegel: Die obere Hälfte des Motorrades - Über die Einheit von Fahrer und Maschine
Ray Kurzweil: Homo s@piens - Leben im 21. Jahrhundert - Was bleibt vom Menschen ?
Landolf Scherzer: Der Erste
Marlen Haushofer: Die Wand
Allan Palmer: Bismarck; Metternich
Sebastian Haffner: Churchill
Montaigne: Essays
J.C. Fest: Hitler; Speer

Die Liste ist unvollständig.




Schusch - 25.08.2006 um 16:38 Uhr

Es ist wohl mehr eine aktuelle Liste, sowas ändert sich mit den Lesegewohnheiten und Lebensaltern, schätze ich. :) Hat mich doch gewundert, dass viele anspruchsvolle Bücher doch recht populär sind, betrachtet man was sich auf den Bestsellerlisten so tummelt. Aber gut, bei solchen Befragungen (wie auch bei dieser) gibt wohl keiner gerne den allmontaglichen Groschenheftchenkonsum zu. ;)

Theodor Fontane: Fr. Jenny Treibel
Heinrich Mann: Der Untertan
Anton Tschechow: Das Duell
Imre Kertész: Roman eines Schicksallosen
Ein fiktiver Reiseführer (verdammt, smuss auch sowas geben ;) )
Heinrich Böll: Ansichten eins Clowns
einige mehr, die ich vergessen habe. Lyrik und Philosophie...falsches Thema.




Hermes - 25.08.2006 um 18:00 Uhr

Zitat:

Hat mich doch gewundert, dass viele anspruchsvolle Bücher doch recht populär sind, betrachtet man was sich auf den Bestsellerlisten so tummelt.

versalia ist wohl eher nicht als repräsentativ zu verstehen, wenn es darum geht, was in diesem Land so gelesen wird...




Schusch - 27.08.2006 um 12:37 Uhr

Zitat:

Zitat:

Hat mich doch gewundert, dass viele anspruchsvolle Bücher doch recht populär sind, betrachtet man was sich auf den Bestsellerlisten so tummelt.

versalia ist wohl eher nicht als repräsentativ zu verstehen, wenn es darum geht, was in diesem Land so gelesen wird...

Das bezog sich auch nicht auf Versalia, sondern auf die ZDF-Listen.




turmfalke - 18.11.2006 um 19:37 Uhr

Ich werde sicher noch viele neue Lieblingsbücher in der Zukunft entdecken, aber bis jetzt sind es diese:

Brecht: Leben des Galilei
Chevalier: Das Mädchen mit dem Perlenohrring
Kafka: Der Prozeß
Puschkin: Eugen Onegin
Shakespeare: Viel Lärm um nichts; Die Sonette; Der Widerspenstigen Zähmung
Wassermann: Die Juden von Zirndorf




LX.C - 21.10.2007 um 13:44 Uhr

Döblin, Alfred: Berlin Alexanderplatz



Kenon - 25.10.2007 um 12:45 Uhr

Zitat:

Döblin, Alfred: Berlin Alexanderplatz

Tja, so kann es kommen.




LX.C - 25.10.2007 um 13:02 Uhr

Du sagst es, bin immer wieder erstaunt, welch Entwicklungen möglich sind :-P



klauswachowski - 14.12.2007 um 21:46 Uhr

Diese Nachricht wurde von klauswachowski um 21:51:54 am 14.12.2007 editiert

Virginia woolf
anne sexton
silvia plath
robert walser
else lasker-schüler
jean paul
alfred polgar
karl kraus
peter altenberg
truman capote kaltblütig
norman mailor
herman melville bartleby
inoe
kawabata
goldsmith der pfarrer von wakefield
philipp moritz - reiser, hartknopf
janosch einer, panama




Gast873 - 15.12.2007 um 00:27 Uhr

Diese Nachricht wurde von Hyperion um 00:53:09 am 15.12.2007 editiert

@klauswachowski:

Wegen Kawabata und wegen der beiden Romane von Moritz: Chapeau! Das sind exzellente Volltreffer!

Hast du Literaturwissenschaft studiert, wäre aufgrund der enormen psychologischen Sehschärfe in Punkto wirklich gute Literatur eigentlich anzunehmen? Deine Vorschläge haben auch im Übrigen absolute Qualitäten aufzuweisen. Da wäre noch Jean Paul, den die meisten hier wahrscheinlich zu anspruchsvoll finden.

Mit freundlichen und lieben Grüßen,
Hyperion




klauswachowski - 16.12.2007 um 21:02 Uhr

Hätte ich studiert, ich weiß nicht...

Bin Dichter (arbeite aber trotzdem), den das Leben etwas(nicht viel) gezwickt hat. Hat mich zu diesen Leuten geführt. Fühle mich irgendwie verwandt, genz besonders z.B. wenn ich Geschirr spüle oder Bad putze usw

Danke für das Kompliment.




URL: https://www.versalia.de/forum/beitrag.php?board=v_forum&thread=776
© 2001-2021 by Arne-Wigand Baganz // versalia.de