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Martina Nied Curcio - Ausgewählte Phänomene zur kontrastiven Linguistik Italienisch-Deutsch

Von Jürgen Weber

Die kontrastive Linguistik, als eine vergleichende sprachwissenschaftliche Analysemethode, wird in vorliegender Publikation besonders unter dem Aspekt der direkten und möglichst effektiven Anwendung dargestellt. Die Bedürfnisse des Lerners stehen ebenso im Zentrum der Betrachtungen, wie eine sprachwissenschaftliche Auseinandersetzung mit den beiden Sprachsystemen Italienisch und Deutsch. Alle Beiträge enthalten also sowohl eine wissenschaftliche und mit Fachbegriffen operierende analytische Beschreibung, als auch einen sprachpraktischen Aufgaben- und Übungsteil. Auch wenn sich dadurch die Zielgruppe auf Studierende der Germanistik an italienischen Universitäten einschränkt, sind durchaus auch viele weitere Anwendungsmöglichkeit für deutsche Muttersprachler, die Italienisch studieren, möglich und wünschenswert.

Am einfachsten lässt sich das am Beispiel des Beitrages „Falsche Freunde und ihre Verwandten“ von Christine Twittmann beschreiben. In ihrer Typologie der falschen Freunde im deutsch-italienischen Kontext verweist sie nicht nur auf analytische Komponenten, sondern erklärt auch anhand vieler Beispiele, die unterschiedlichen Ausprägungen und Erscheinungsformen der falschen Freunde. Zwar haben alle die vier Kategorien graphemisch, phonetisch-phonologisch, morphologisch und sprachgeschichtlich-etymologisch als Grundlage der Unterscheidung, jedoch nicht alle falschen Freunde müssen unbedingt alle vier Merkmale tragen. Twittmann unterscheidet infolge zwischen „strukturell-formalen“, „semantischen“, „wahren“ und „partiellen“ falschen Freunden und reichert diese Typologie jeweils mit Beispielen an. Im Übungsteil finden sich dann nicht nur einige Fragen zum Textverständnis, sondern auch weitere Beispiele der unterschiedlichen falschen Freunde, etwa „il flauto“, was mit Flöte und nicht Flaute richtig übersetzt werden müsste oder „il latte“ mit Milch statt mit Latte. Für einige Verwirrung dürfte auch das deutsche „Lametta“, der Christbaumschmuck, bei italienischen Deutschlernern verursachen: dasselbe Wort bedeutet im Italienischen nämlich Rasierklinge. Andere Übungen geben auch ganze Sätze wider, die vom Italienischen ins Deutsche zu übersetzen sind, im Literaturteil findet man auch weitere Hinweise zum Thema.

Die Herausgeberin selbst beschäftigt sich in einem ihrer Beiträge mit Polysemen zwischen Syntax und Semantik. Dazu zählt sie italienische Verben, die nicht nur eine Bedeutung haben und deswegen polysem sind, wie z.B. dare, vedere, prendere, et al. Die Mehrdeutigkeit bezieht sich zwar auf einen gemeinsamen Bedeutungskern, um die beste deutsche Entsprechung zu finden, bedarf es jedoch einer genaueren Schulung oder der Übung durch die an den Text angehängten Aufgaben. Ein anderer Beitrag derselben Autorin bezieht sich auf die deutsche Verbvalenz und beleuchtet die Problematik aus der Sicht eines italienischen Lerners. Natürlich findet man auch hier einige Übungen und Aufgaben, sowie eine Literaturliste im Anhang.

Weitere Themen wie etwa Wortakzent, Rechtschreibung, Wortbildung, Modalverben, Gerundio und Satzklammer werden von Marita Kaiser, Klaus Ruch, Nicole Schumacher, Waltraud Sattler, Katherina Gemperle, Barbara Hans-Bianchi und Barbara Vogt behandelt. Die aufgezählten GermanistInnen sind oder waren zumindest einmal an italienischen Universitäten beschäftigt und kennen die spezifischen Probleme der italienischen Deutschlernenden aus eigenen Erfahrungen. Im Anhang findet sich auch ein Register mit Kurzbiographien sowie Kontaktmöglichkeiten für eine weitere Auseinandersetzung mit der Thematik. Und natürlich auch ein Lösungsteil, denn bei mancher kniffliger Fragestellung, tut sich wohl auch so mancher Muttersprachler schwer, zumal auch viele Übersetzungen gemacht werden müssen.

Ausgewählte Phänomene zur kontrastiven Linguistik
Italienisch-Deutsch
Ein Studien- und Übungsbuch für italienische DaF-Studierende

2008
Franco Angeli
www.francoangeli.it
256 Seiten
ISBN 978-88-568-0278-8
22.-€

[*] Diese Rezension schrieb: Jürgen Weber (2008-12-05)

Hinweis: Diese Rezension spiegelt die Meinung ihres Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung von versalia.de übereinstimmen.


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