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Literaturforum: Am Wegesrand


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 Thema: Am Wegesrand
tekkx
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Das ist tekkx

     
Eröffnungsbeitrag Abgeschickt am: 23.08.2003 um 19:27 Uhr

Fetzen Papier
Gefunden

:

Diese Ameise hier. Ich habe sie gefunden und etwas, was kaum ein Quantenphysiker oder Frisör vor mir fand, es ist immer da gewesen, aber völlig unbekannt. Und diese Beschreibung trifft nicht zu, ich muss der Reihe nach erklären. Gleichzeitig muss ich aber vorziehen, es ist schwer. Ich beobachtete diese Ameise, weil ich wusste, was sich wieder abspielen würde. Ich beobachtete sie nicht mit dem zivilisatorischen Abstand, begründet in wissenschaftlicher Umweltsicht. Nein, ich sah sie als Mitmenschen. Das ist auch kein liberaler Humanismus, sondern nur Beobachtung. Sie lärmte nicht, trank nicht, vergewaltigte nicht und spuckte mich auch nicht an. Krank war sie nicht, betrog nicht, weder mich noch das Universum. Da kam eine andere. Sie kommunizierten, nur ein Betasten war es. Und da wurde mir wieder klar, was wir Kommunikation, Sprache, Physik, Atome und alles andere nennen. Es ist schwierig, dies klarzumachen, aber lesen sie, bitte! Was ich ihnen erkläre, erkläre ich mit diesem Papier, dieses Papier mit der Schrift, die nichts ist als gefärbtes Papier, soll erklären, was ausserhalb, nein... wie etwas, wie alles ist. Sie betasteten sich nur mit dem was sie bekommen haben, keine Live-Ortsbeschreibung. Ja, erklärt nur, ihr Philosophen und Forscher, nichts habt ihr bisher erklärt, ihr habt nur geredet wozu ihr fähig seid. Die Ameise hat gespeichert was Umgebung ist, das etwas Fressbares am Wegesrand liegt, das ist gespeichert, das wird ausgegeben. Ihr Gegenüber weiß es ebenfalls, es ist gespeichert. Geladen wird, wenn das Gegenüber das Identische geladen hat und per Fühler angibt, was geladen wurde. Sie wissen nichts von Flugzeugen, diese kleinen Mitmenschen. Wir wissen auch nicht mehr, nur wie man Flugzeuge baut und steuert. Alles andere bleibt uns verschlossen. Nein, nicht verschlossen. Es existiert keine Tür und kein Schloss. Bei allem Neuen was wir finden, ist dies innerhalb unserer Möglichkeiten, schon fast vorherbestimmt. Ich merke, dass nichts erklärt wurde, was nicht mehr als einen Augenblick währen würde, denn es ist nichts Fressbares. Zu wenige Gegenüber laden derartige Überlegungen und geben sie mit ihren Fühlern weiter. Dabei steht es überall, unter jedem Stein, man muss nur umdrehen. Ich habe versucht etwas zu erklären, aber genau dies verhindert es, ich kann nur wozu ich fähig bin. Ich mache also genau so weiter, was bleibt mir übrig als zu tun, was ich kann? Wir ähneln einer Maschine, wie alles. Wir wissen, was Maschinen und Roboter sind: Eine aktive Sache, die aus ihrem technischen Potential heraus, mittels Rohstoffzufuhr zu limitierten Aktionen befähigt ist, die auf dem Reiz-Ursache-Prinzip basieren, d.h. mit der Umwelt agieren und ein Teil von eben dieser sind, egal ob konstruktiv und destruktiv. Wenn das eine Maschine ist, dann sind wir eine. Wir erklären Maschinen, halten uns aber für keine, ist dies das Limit der Selbsterkenntnis? Oder ist es beschränkte Erklärungsnot? Ich habe es herausgefunden, es gibt gar keine Selbsterkenntnis. Aber ich schaffe doch auch nur aus einem technischen Potential heraus. Was ich schreibe erscheint mit nichtig, aber dann wieder richtig. Auch wenn sie mich kriegen, der Tod ist Teil der effizienten Energieverwaltung. Das Gerede uns Gestikuliere dazwischen ist nur Kosmetik – völlig unpersönlich, Aber alles Gegenteilige ist doch gleich, etwas spiegelt sich und meint, eine Kopie zu sehen. Eine Kopie von was? Vom Original? Das Original kann doch nicht mal sich selbst erklären. Es zeigt nur auf die Kopie mit dem Finger, denn es hat gehört, das Spiegelbild sei nicht das Original sondern die Kopie. Aber bewiesen ist nichts. Man beweist die Behauptung, aber wie beweist man den Beweis? Das alles ist was sich eine Ameise unter einem Flugzeug vorstellen würde, was sie nicht kann. Was sie nicht kann – dieser Ausdruck ist... was ist er? Es gibt keine Flugzeuge, und für uns kein Verständnis für diese Aussage, weil wir keinen Beweis haben. Hätten wir einen Beweis, könnten wir ihn nicht beweisen. Wie ein Malbuch ohne Zahlen: Überall sehen wir, was man uns erklärte, aber was wie ein Rätsel dasteht. Nicht umsonst hat man nach dem Orgasmus ein Gefühl der Leere. Der Sinn soll über dem stehen, was der Sinn erklärt. “Er“ ist also nur von temporärem Nutzen für das Unbekannte. Die Ameise rennt zum toten Körper am Wegesrand. Nimm zwei Menschen, die sich mit sich selbst unterhalten und stelle sie beisammen. Es sieht aus, als ob sie miteinander reden würden. Wie eine Ameise, die in einem Kämmerlein des Baus steht und ihre Zangen bewegt. Lauter Ameisen, alles voller Ameisen, alle arbeiten und "denken" und...

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