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Eva Schmidt - Ein langes Jahr
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Schmidt, Eva:
Ein langes Jahr

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(Bücher frei Haus)

Fast zwanzig Jahre hat die in Bregenz in Österreich lebende Schriftstellerin Eva Schmidt geschwiegen und keine Zeile veröffentlicht. Wir kennen die Gründe nicht und freuen und deshalb umso mehr darüber, dass sie nun mit dem Episodenroman „Ein langes Jahr“ mit großer sprachlicher Kraft und zarter Poesie zurückmeldet.

Das Buch beschreibt eine fiktive Stadt in der Provinz, eine Landschaft mit Berg und See, wie sie überall vorkommen kann. Der Fokus der Autorin und ihrer feinen, einfühlsamen Beobachtungen liegt auf Menschen, von denen jeder einzelne unser Nachbar sein könnte, wo immer wir das Buch auch lesen und uns zuhause fühlen. Alltägliche, manchmal regelrecht banale Ereignisse sind, die sie so erzählt, dass deutlich wird, was die Existenz des jeweiligen Menschen ausmacht und entscheidet. Und in immer wieder unerwarteten Wendungen wird ein ganzes Menschenleben offenbar.

Da ist etwa Benjamin. Er lebt mit seiner Mutter allein, die Wohnung in der Siedlung am See ist klein, den Hund, den er gerne hätte, kriegt er nicht. Als er Joachim davon erzählt, will der sich einen schenken lassen, am besten zwei, aber Benjamin findet, Hunde sind fast wie Menschen und kein Geschenk.

Eines Tages begegnet Benjamin Herrn Agostini, einem alten Mann aus der Nachbarschaft, auch er wollte sein Leben lang einen Hund. Früher als er ist seine Frau nach einem Sturz ins Pflegeheim umgezogen, jetzt hat er endlich einen, Hemingway heißt er. Aber Herr Agostini ist nicht mehr gut auf den Beinen, er weiß nicht, was aus »Hem« werden soll. Ähnlich wie Karin, die gerne wüsste, wer sich um ihren Hund kümmert, wenn ihr was zustößt, wie sie sagt. Karin ist krank, sie hat Schmerzen, niemand weiß davon. Im Baumarkt kauft sie eine Leiter, vom Nachbarn borgt sie eine Bohrmaschine …
Eva Schmidt lässt mit ihren Worten diese Menschen ganz nahe an den Leser heran, so nah, dass es ihm manches Mal unbequem wird. Denn sie erinnern ihn daran, dass es auch in seinem Leben oder dem von Menschen, mit denen er lebt oder die er kennt, solche Nöte und spärlichen Freuden gibt, Seelenzustände, die oft erst dann offenbar werden, wenn der Mensch plötzlich nicht mehr da ist oder in eine große Krise gerät. Dann beginnt man zu verstehen und wird ganz leise angesichts der Vielfalt des Lebens und seiner Leiden und Freuden.

Eva Schmidt, Ein langes Jahr, Jung und Jung 2016, ISBN 978-3-99027-080-6

[*] Diese Rezension schrieb: Winfried Stanzick (2016-03-14)

Hinweis: Diese Rezension spiegelt die Meinung ihres Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung von versalia.de übereinstimmen.



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