Biographien Rezensionen Diskutieren im versalia-Forum Das versalia.de-Rundschreiben abonnieren Service für Netzmeister Lesen im Archiv klassischer Werke Ihre kostenlose Netzbibliothek

 


Rezensionen


 
Georg Blume - Indiens verdrängte Wahrheit. Streitschrift gegen ein unmenschliches System
Buchinformation
Blume, Georg - Indiens verdrängte Wahrheit. Streitschrift gegen ein unmenschliches System bestellen
Blume, Georg:
Indiens verdrängte
Wahrheit. Streitschrift
gegen ein unmenschliches
System

Bei amazon bestellen

(Bücher frei Haus)

Als größte Demokratie der Welt und als Tigerstaat wird Indien seit Jahrzehnten in der westlichen Welt als ein Beispiel hervorgehoben. Die in diesen Tagen zu Ende gehende Parlamentswahl mit über 800 Millionen Wahlberechtigten, von denen Unzählige Analphabeten sind, hat die Nachrichten der letzten Wochen bestimmt. Nur ganz vereinzelt kamen in diesem Zusammenhang die Zustände zur Sprache, die die beiden erfahrenen Indienkorrespondenten der FAZ und der ZEIT, Christoph Hein und Georg Blume in dem vorliegenden Buch akribisch beschreiben und in ihren historischen Kontext einordnen.

In ihrem engagierten Essay, dem man auf fast jeder Seite die Liebe zum Land Indien und seinen Menschen abspürt, drücken sie ihre Empörung aus über Zustände, unter denen vor allem Frauen und Kinder leiden. Zwei Millionen weibliche Föten werden jedes Jahr abgetrieben, weil Frauen nichts gelten in der indischen Kultur. Die, die leben dürfen, sind von Vergewaltigungen bedroht, die nur dann die westlichen Medien erreichen, wenn eine westliche Frau betroffen ist oder wenn die Tat besonders brutal war. In einem Fernsehbeitrag war gestern zu sehen, dass indische Männer und Familien nun Frauen aus Bangladesh kaufen und sie halten wie Sklavinnen, da es bei weitem nicht genug heiratsfähige Frauen in Indien mehr gibt, man hat sie ja über Jahrzehnte hinweg massenhaft abgetrieben oder in den Selbstmord getrieben.

Es ist die indische Elite, die im Reichtum schwelgt, die Schuld an diesen Zuständen trögt, die sich über Jahrzehnte zu einem Alltag geprägt von Ausbeutung, Korruption, Vernachlässigung und Fehlplanung entwickelt haben. Aber die beiden Autoren zeigen auch auf, dass der Westen an diesen empörenden Zuständen eine Mitschuld trägt, weil er sie um der wirtschaftlichen Beziehungen willen über lange Zeit beschwiegen hat. „Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft müssen ihren Einfluss auf ihren internationalen Partner geltend machen. Denn Indien hat unsere kritische Aufmerksamkeit verdient.“ So die beiden Autoren.

Ich möchte hinzufügen: wo bleibt die internationale Gemeinschaft der Feministinnen? Es reicht nicht, nur eine Malala zu bewundern, sondern es ist eine weltumspannende Solidarität mit all den lebenden und ungeborenen Frauen Indiens endlich nötig.

Georg Blume, Christoph Hein, Indiens verdrängte Wahrheit. Streitschrift gegen ein unmenschliches System, edition körber-stiftung 2014, ISBN 978-3-89684-154-4

[*] Diese Rezension schrieb: Winfried Stanzick (2014-05-15)

Hinweis: Diese Rezension spiegelt die Meinung ihres Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung von versalia.de übereinstimmen.


-> Möchten Sie eine eigene Rezension veröffentlichen?

[ weitere Rezensionen : Übersicht ]

 

Anmelden
Benutzername

Passwort

Eingeloggt bleiben

Neu registrieren?
Passwort vergessen?

Neues aus dem Forum


Gedichte von Georg Trakl

Verweise
> Gedichtband Dunkelstunden
> Neue Gedichte: fahnenrost
> Kunstportal xarto.com
> New Eastern Europe
> Free Tibet
> Naturschutzbund





Das Fliegende Spaghettimonster

Ukraine | Anti-Literatur | Datenschutz | FAQ | Impressum | Rechtliches | Partnerseiten | Seite empfehlen | RSS

Systementwurf und -programmierung von zerovision.de

© 2001-2024 by Arne-Wigand Baganz

v_v3.53 erstellte diese Seite in 0.019986 sek.