Biographien Rezensionen Diskutieren im versalia-Forum Das versalia.de-Rundschreiben abonnieren Service für Netzmeister Lesen im Archiv klassischer Werke Ihre kostenlose Netzbibliothek

 


Rezensionen


 
Wioletta Greg - Die Untermieterin
Buchinformation
Greg, Wioletta - Die Untermieterin bestellen
Greg, Wioletta:
Die Untermieterin

Bei amazon bestellen

(Bücher frei Haus)

Wiolka heißt die junge Ich-Erzählerin im neuen Roman der seit 2006 in England lebenden polnischen Schriftstellerin Wioletta Greg. Ich vermute deshalb, dass in die Gestalt und die Erlebnisse ihrer Protagonistin etliche eigene Erfahrungen eingeflossen sind. Als Wiolka noch in ihrem Heimatdorf Hektary wohnte, bevor sie zum Studium wegging, hat sie Herrn Kamil getroffen, einen zehn Jahre älteren Ethnologen, der von Wiolkas Großvater zunächst gegen dessen heftige Vorbehalte und Widerstände über polnische Folklore informiert wurde und sie eifrig aufschrieb.

Wiolka hat sich während der Aufenthalte von Herrn Kamil in ihrem Dorf heftig in ihn verliebt. Auch deswegen wählt sie als Ort für ihr Studium Tschenstochau, denn Herr Kamil wohnt dort.

Im Studentenwohnheim ist kein Platz mehr frei, deshalb kommt sie zunächst im barackenartige Arbeiterhotel „Wega“ unter. Dort fühlt sie sich nicht sehr wohl und verstrickt sich sehr schnell, was ihren fluchtartigen Auszug zur Folge hat.
Nachdem Wiolka auf der Straße der Oberin der Ordensgemeinschaft der Schwestern vom Herzen Jesu begegnet ist, kann sie im Haus der Schwestern einziehen. Es stellt sich im Laufe des Buches heraus, dass die aus der NS-Zeit noch traumatisierte demente Oberin Wiolka mit ihrer Tochter verwechselt, die von den Nazis getötet wurde.

Als Wiolka dann eines Tages unverhofft am Klostertor auf Herrn Kamil, den sie vorher erfolglos gesucht hat in der Stadt, scheint sie an ihrem Ziel angekommen. Doch ob diese Beziehung eine Zukunft hat bleibt offen, genauso wie Wiolkas Zukunft. Während die viele Rückblicke Wiolkas in ihre Kindheit in Hektary und die Kriegsepisoden, die von dem Schicksal der Oberin und ihrer Tochter berichten, sehr stimmig erzählt sind, fällt der Roman in seiner Gegenwartsebene doch sprachlich etwas aus dem positiven Rahmen.

Dennoch ist „Die Untermieterin“ ein lustiges Lesevergnügen. Vielleicht macht ein weiterer Roman die in Deutschland bisher wenig bekannte Schriftstellerin noch bekannter.

Wioletta Greg, Die Untermieterin, C.H. Beck 2019, ISBN 978-3-406-74085-5

[*] Diese Rezension schrieb: Winfried Stanzick (2019-09-16)

Hinweis: Diese Rezension spiegelt die Meinung ihres Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung von versalia.de übereinstimmen.



-> weitere Bücher von Wioletta Greg ansehen

-> Möchten Sie eine eigene Rezension veröffentlichen?

[ weitere Rezensionen : Übersicht ]

 



Aus unseren Buchrezensionen


Dieser weite WegAllende, Isabel:
Dieser weite Weg
In ihrem neuen Roman, der in seiner epischen Kraft und sprachlichen Qualität nach vielen anderen Romanen endlich wieder an den Zauber von „ Das Geisterhaus“ anschließen kann, spannt Isabel ihren erzählerischen Bogen vom spanischen Bürgerkrieg bis ins Chile Mitte der neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts. „Dieser weite [...]

-> Rezension lesen


 Alles richtig gemachtSander, Gregor:
Alles richtig gemacht
Gregor Sanders hier vorliegender mittlerweile dritter Roman ist eine funkelnde Geschichte über die frühen und die späten Jahre des wiedervereinten Deutschlands am Beispiel einer Freundschaft zweier Männer. Thomas, der die Geschichte als Ich-Erzähler erzählt kommt genau wie Daniel aus Rostock. Als die DDR zusammenbricht, brechen [...]

-> Rezension lesen


GeblendetPflüger, Andreas:
Geblendet
Mit dem vorliegenden dritten Band der Thrillerreihe um die blinde Elitepolizistin Jenny Aaron schließt Andreas Pflüger seine Trilogie ab. Viele Fragen blieben nach dem zweiten Band offen, die nun geklärt und zu einem vorläufigen (?) Abschluss gebracht werden. Dazu führt er zu Beginn der wieder absolut spannenden und auch [...]

-> Rezension lesen


 Der antiautoritäre Garten Gärten, die sich selbst gestaltenKern, Simone:
Der antiautoritäre Garten Gärten, die sich selbst gestalten
„Ein alter Garten ist immer beseelt. Der seelenloseste Garten braucht nur zu verwildern, um sich zu beseelen“, meinte einst Hugo von Hofmannsthal, dessen Zitat an den Beginn der vorliegenden reich bebilderten Publikation zum Thema „antiautoritärer Garten“ vorangestellt wird. Aber was genau ist mit „antiautoritär“ im [...]

-> Rezension lesen


Anmelden
Benutzername

Passwort

Eingeloggt bleiben

Neu registrieren?
Passwort vergessen?

Neues aus dem Forum


Gedichte von Georg Trakl

Verweise
> Unser Buchladen
> Lyrikband seelengruende
> Neue Gedichte: fahnenrost
> Kunstportal xarto.com
> Suchmaschine z3ro.net





Das Fliegende Spaghettimonster

netzbibliothek | Anti-Literatur | Datenschutz | Topliste | FAQ | Impressum | Rechtliches | Partnerseiten | Seite empfehlen | Schlesien | RSS

Systementwurf und -programmierung von zerovision.de

© 2001-2019 by Arne-Wigand Baganz

v_v3.31 erstellte diese Seite in 0.020425 sek.