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Rezensionen


 
Michael Schmid - Der Kunst- und Kulturführer zum Klimt-Jahr 2012
Buchinformation
Schmid, Michael - Der Kunst- und Kulturführer zum Klimt-Jahr 2012 bestellen
Schmid, Michael:
Der Kunst- und
Kulturführer zum
Klimt-Jahr 2012

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(Bücher frei Haus)

Der geborene Baumgartner – heute ein Stadtteil von Wien – Gustav Klimt feierte dieses Jahr seinen 150. Geburtstag, wäre er nicht schon vor bald ebenfalls fast 100 Jahren gestorben. Klimt wurde nicht einmal 58 Jahre alt und das obwohl seine Mutter ihn bis zu ihrem eigenen Tod gut versorgt hatte und es danach Gustavs Schwestern übernahmen, was allen am meisten am Herzen lag: das Leben dieses Lebemannes so lange wie möglich zu erhalten, schließlich hing ja das Einkommen der ganzen Familie von ihm ab. Der Sohn eines einfachen Graveurs wuchs in ebenso ärmlichen Verhältnissen auf, denn der aus Böhmen eingewanderte Vater Gustavs hatte Mühe die ganze 8-köpfige Familie zu erhähren. Gustav selbst sollte es einmal leichter fallen, seine „Familie“ zu ernähren, aber die bestand nicht nur aus seinem ihm nachgesagten 14 unehelichen Kindern, sondern auch aus Schwestern, Brüdern und seinen geliebten Modellen, die er stets gut entlohnte und manchmal auch großzügig behandelte, wenn sie in eine Notlage gekommen waren.
Die meisten seiner Werke wurden in seinem Geburtsjahr aus der ganzen Welt zusammengetragen oder sind ohnehin schon in Wien, aber viele Werke des wohl größten österreichischen Malers wurden leider zerstört. In den letzten Stunden des Krieges verbrannten sie in Schloß Immendorf, angezündet von der SS, darunter die berühmten Fakultätsbilder aber auch eines seiner wenigen impressionistischen und auch weniger bekannten Bilder „Schubert am Klavier“. Vielleicht hätte die Stadt Wien eine Ausstellung der verbrannten und verschollenen Bilder organisieren sollen, denn auch ein Bild mit dem Titel „Kopf eines Negers“ ist zwar verschwunden, nicht aber zerstört worden, so hoffen zumindest die Kuratoren.

Rekonstruktionen und Restitutionen
Eine eigene Geschichte erzählt natürlich auch die Goldene Adele („Bildnis Adele Bloch-Bauer 1“), das resitutiert werden musste und von der Ronald Lauder Foundation, die die rechtmäßige Erbin - Maria Altmann - fürstlich entlohnte (Kaufpreis US$ 135 Mio.) und nun mehr ausschließlilch in der Neuen Galerie in New York zu bewundern ist. Der Familie Altmann gehören auch die Gemälde Es waren die Gemälde Adele Bloch-Bauer II, Apfelbaum, Buchenwald/Birkenwald und Häuser in Unterach am Attersee. Ein Experte müßte wissen, welches davon nun auch in Wien zu sehen ist, jedenfalls sicher nicht die Goldene Adele. Hätte der österreichischen Staat das Bild damals (2006) angekauft, wer weiß, ob das Klimt-Jahr 2012 dann nicht noch „goldener“ geworden wäre.

Interpretationsspielräume oder Fehlinterpretationen
Gustav Klimt sei ein Maler des „neuen Geldadels“ gewesen, schreibt Michael Schmid in seinem Kulturführer, auch wenn er vielfach Modelle aus ärmeren Verhältnissen beschäftigt habe. Sein Geld verdiente er sich hauptsächlich mit Porträts der reichen Ehefrauen anderer, damit konnte er sich dann seine eigentlich Kunst finanzieren: das Beethovenfries, die Fakultätsbilder, oder die „Goldfische“, ein Bild, das einen nackten Frauenhintern zeigt und zuerst den Titel „An meine Kritiker“ getragen haben soll. Auch der berühmt-berüchtigte „Kuss“, das wohl meist abgebildete Kitsch-Sujet auf Kaffeetassen, Seidenschals und Regenschirmen ist übrigens unter einem falschen Namen bekannt geworden, es soll eigentlich „Das Liebespaar“ geheißen haben, denn der Kuss werde nur angedeutet, sei eigentlich vielmehr eine Verbeugung des Mannes vor der Frau oder vielmehr eine Unterwerfung der (knieenden) Frau unter den Mann? Alles Interpretationssache, wie das halt so ist bei großer Kunst, denn die läßt eben immer sehr viel Interpretationsspielraum und vermeidet das Eindeutige, Offensichtliche.

Kunst- und Kulturführer zum Klimt-Jahr 2012
Der reich bebilderte Kunst- und Kulturführer zum Klimt-Jahr 2012 gibt einen guten Überblick über die wichtigsten zu besuchenden Stationen im 150. Geburtsjahr des Künstlers. Die einzelnen Kapitel und ihre Themenbereiche lauten: Gustav Klimt – Leben und Werk, Wien zur Zeit Gustav Klimts 1862–1918, Historismus und die Maler-Compagnie, Klimt und die Künstlervereinigungen
Allegorien & Symbolismus, Die Kunstschau 1908, Frauenbildnisse bei Gustav Klimt, Klimts Landschaften, Klimts grafisches Werk. Ateliers und Wohnungen von Gustav Klimt in Wien
Ein ausführlicher Adressen- und Registerteil 
schließen das informative Werk ab.

Michael Schmid: Gustav Klimt
Der Kunst- und Kulturführer zum Klimt-Jahr 2012
144 Seiten / durchgängig 4-färbig
© 2011, echomedia buchverlag ges.m.b.h.

[*] Diese Rezension schrieb: Jürgen Weber (2012-03-06)

Hinweis: Diese Rezension spiegelt die Meinung ihres Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung von versalia.de übereinstimmen.


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