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Literaturforum: Wie herrlich leuchtet mir die Natur


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Forum > Literaturgeschichte & -theorie > Wie herrlich leuchtet mir die Natur
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 Thema: Wie herrlich leuchtet mir die Natur
Kenon
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Eröffnungsbeitrag Abgeschickt am: 21.01.2022 um 20:38 Uhr

Mein privater Lyrikhimmel – ich möchte hier lieber nicht von einem “Kanon” sprechen – ist recht eng, und deswegen gibt es dort wenig Platz für einzelne Dichter, Werke, Texte, Verse oder auch nur Zeilen. So kommt es dann von Zeit zu Zeit vor, dass eine überraschende Überraschung in Form der Bewusstwerdung einer Lücke eintritt, ich also plötzlich mit einem Gedicht konfrontiert werde, von dem ich denke, dass ich es vielleicht hätte kennen müssen. Kürzlich geschah genau das beim Schauen eines sonst sehr langweiligen Filmes:
In einer Szene fährt ein älterer Mann mit seinem Auto munter durch die grüne Landschaft, vielleicht handelt es sich um die Vysočina, er ist vergnügt, hat Freude an seiner Tour und hört dabei nicht etwa Radio, sondern rezitiert Verse, die sonderbar vertraut klingen, und die ich dennoch nicht eindeutig zuordnen kann. Sie sind von zauberhafter Schönheit und arbeiten mit ganz einfachen Worten, muten verdächtig klassisch an.
Das Gedicht ist wie ein einzelner starker Sonnenstrahl im Frühling – auch die Textform sieht, wie ich später feststelle, einem solchen nicht unähnlich. Im Film gleitet der Autofahrer locker von Satz zu Satz und bricht schließlich mit den Worten “Weiter weiss ich nicht” ab. Das ist für mich durchaus in Ordnung, da das Gedicht nach hinten deutlich schwächer wird, ihm gewissermaßen die Luft ausgeht, deswegen zitiere ich hier lediglich seinen Anfang und verweise danach auf den ganzen Text. Ja, natürlich handelt es sich um das Mailied von Goethe:

Zitat:

Wie herrlich leuchtet
Mir die Natur!
Wie glänzt die Sonne!
Wie lacht die Flur!
Es dringen Blüten
Aus jedem Zweig
Und tausend Stimmen
Aus dem Gesträuch

Und Freud' und Wonne
Aus jeder Brust.
O Erd', o Sonne!
O Glück, o Lust!

Johann Wolfgang von Goethe: Mailied (versalia.de)

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Itzikuo_Peng
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1. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 22.01.2022 um 06:12 Uhr

Ach, dieser Goethe konnte auch so schöne Sachen schreiben? Bin überrascht.


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Kenon
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2. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 25.01.2022 um 22:41 Uhr

Ich bin gleich losgerannt und habe mir die Gedichte "letzter Hand" geholt, aber nach der Einleitung und dem ersten Gedicht schon das Interesse verloren ...

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Itzikuo_Peng
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3. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 26.01.2022 um 04:44 Uhr

Also Du weißt ja, ich empfehle keine Bücher, weil jedes Gehirn anders tickt und die berühmten Geschmäcker verschieden sind. Das Buch, das bei mir lyrisch in meiner inneren Top 10 Liste seit Jahren ein besonderes Gewicht hat, ist Tomas Tranströmer - In meinem Schatten werde ich getragen. Wollte es mal wieder nicht unerwähnt lassen.


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Kenon
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4. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 26.01.2022 um 20:12 Uhr

Ich bin teilweise ein richtiger Ignorant, denn bis heute wußte ich nicht einmal, dass Tranströmer im Jahr 2011 den Nobelpreis für Literatur bekommen hat. Ein paar Jahre später starb er dann; ich hoffe für ihn, dass er die kurze Zeit noch genießen konnte.

Um alles, was generell beliebt ist und / oder mit Preisen gekrönt wurde, mache ich in der Regel einen großen Bogen. Ich habe kurz in ein paar Tranströmer-Werke hineingeschaut; die schienen mir in Ordnung zu sein, aber ich muss da zur Zeit nicht tiefer eintauchen. Sowieso suche ich gar nicht nach Lyrik, die ich noch unbedingt lesen will; meine Suche ist bereits abgeschlossen, ich lese lieber altes weitere Male.
Wenn am Rande doch mal etwas auftaucht, nehme ich es mit, aber es muss mich schon wirklich überzeugen oder mir – wie bei Rühmkorf – zumindest die Idee geben, dass es irgendetwas mit meiner eigenen Auffassung vom lyrischen Schaffen zu tun haben könnte, was sich in dem Fall allerdings bisher nicht besonders stark bestätigt hat.

Wie liest Du Tranströmer? Auf Schwedisch vermutlich nicht, vielleicht Deutsch oder Englisch? Ich hatte mir englische Leseproben gegönnt; keine Ahnung, was das noch mit dem Original zu tun hat, Lyrik-Übersetzungen sollten eigentlich nie ohne das Original daneben gedruckt werden. Auch wenn man die Ausgangssprache nicht gut beherrscht, kann man immerhin noch einen Eindruck davon erhalten, was ein Text eigentlich einmal gewesen ist, wie er klingen sollte.

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Itzikuo_Peng
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5. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 27.01.2022 um 05:34 Uhr

Zitat:

Um alles, was generell beliebt ist und / oder mit Preisen gekrönt wurde, mache ich in der Regel einen großen Bogen.
Ich mach´s für mich am Stoff fest. Ob verpreist oder nicht, spielt mir nicht die Rolle. Verpreisungen allerdings können mir schon Neue kredenzen; sonst wäre ich wohl nicht oder nicht so rasch auf z. B. Louise Glück gestoßen.
Zitat:

meine Suche ist bereits abgeschlossen
Grad in puncto Lyrik verspüre ich seit paar Jahren einen unstillbaren Durst (oder Hunger).
Zitat:

Wie liest Du Tranströmer?
Auf Deutsch. Allerdings habe ich mir überlegt, mir ein schwedisches Werk (ohne Kenntnis, leider, dieser Sprache) zu besorgen, um auch die Originale zu sichten, interessiert mich schon sehr stark.


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Kenon
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6. Antwort   - Permalink - Abgeschickt am: 27.01.2022 um 08:50 Uhr

Zitat:

Allerdings habe ich mir überlegt, mir ein schwedisches Werk (ohne Kenntnis, leider, dieser Sprache) zu besorgen, um auch die Originale zu sichten, interessiert mich schon sehr stark.

Nur zu, es lohnt sich bestimmt.

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