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Benoit Clerc - David Bowie - Alle Songs. Die Geschichten hinter den Tracks
Buchinformation

Mit nur 69 Jahren verabschiedete sich am 10.1.2016 das Musikgenie David Bowie (*8.1.1947). Bald sind es sechs Jahre, dass der Mann, der die Musikgeschichte der letzten 50 Jahre maßgeblich beeinflusste - wenn nicht sogar gestaltete - tot ist. Aber seine Lieder sind unvergesslich und werden auch heute noch gesungen und zwar inzwischen sogar schon von mehreren Generationen. Wer sich bisher nicht traute mitzusingen, weil er den Text nicht kannte, kann jetzt mit vorliegender vollständiger Diskografie des Pop-Chamäleons von Space Oddity bis Lazarus alles über seine Songs nachlesen.

Alles über seine Songs

Aber mehr noch zeigt die vorliegende Publikation zudem, was hinter seinen Liedern steht, also die ganze Geschichte hinter den Tracks und das Track für Track.
Die beiden Musikjournalisten Sarah Pasquay und Melanie Köpp haben sich dazu alle 26 Studioalben von David Bowie sowie sein Tin-Machine-Projekt und seine Gemeinschaftsproduktionen mit KünstlerkollegInnen durchgehört. Und so lernen wir Nachgeborenen immerhin 450 Bowie-Songs von ganz anderen Seiten und Perspektiven kennen. Am Ende des Bandes werden zudem noch jene Kompilationen und Boxen vorgestellt, die von seinen Plattenfirmen in Europa, Großbritannien und den Vereinigten Staaten veröffentlicht wurden. Zudem gibt es nicht weniger als 398 Fotos und Abbildungen, die diesen schmucken Band voller Kreativität und Ideenreichtum bunt und abwechslungsreich illustrieren.

Major Tom aus dem All

King Bees, Manish Boys, The Lower Third u.a. begleiteten David "Davie" Jones (so Bowies bürgerlicher Name) am Anfang seiner Karriere, die u.a. auch dem Kampf für lange Haare gewidmet war. The International League for the Preservation of Animal Filament, die sich bald in The Society for the Prevention of Cruelty to Long-Haired Men umbenannte, steckten sich ehrenvolle Ziele. Aber zu seinem Künstlernamen wurde er ausgerechnet durch einen Film des Rednecks John Wayne inspiriert: In dem Film "Alamo" gibt es einen gewissen Jim Bowie, der ein Messer mit doppelter Schneide besitzt. So wollte sich fortan auch David sehen, als ein Mensch mit doppelter Schneide, mehreren Bedeutungen, ambivalenten Geschlechtsrollen. Das Popchamäleon war geboren! Die neue Version seines zweiten Albums, Space Oddity, war auch perfekt auf die Mondlandung von Buzz Aldrin und Neil Armstrong abgestimmt worden und erschien einen Monat vor dem Jahrhundertereignis. Inspiriert zu seinem ersten Hit "Major Tom" sei Bowie aber durch Kubricks Film 2001 worden. Auf dem letzten Lied der LP, "Memories of a Free Festival", besingt Bowie auch das Ende der Hippie-Ära. Schließlich löst auch er sich von dieser Szene und wird zum ersten Star einer neuen, sich formierenden Bewegung. Erst als Glam Rock verschrieen, bereiten er und andere (Lou Reed etwa) doch schon Anfang der 70er Jahr Punk vor. Was wiederum beweist, dass alles schon einmal da war. Ziggy Startest erscheint 1972 und macht David Bowie endgültig zum Superstar. Ein alter ego allerdings, das er nicht mehr so schnell loswerden wird.

Keiner hat es wohl so gut geschafft, sich über Dekaden hinweg immer wieder neu zu erfinden. Die vorliegende Publikation zeigt anhand von Bowies 26 Studioalben und einigen Seitenprojekten chronologisch den Aufstieg und das traurige Ende eines der wohl wichtigsten Protagonisten der Pop- und Rockszene. Reich an Hintergrundinformationen zu seinen mehr als 450 Songs befriedigt dieses Werk jeden Bowie-Fan und auch solche, die es noch werden wollen. Der letzte Song, den David Bowie - nach seinem Herzinfarkt 2006 in Prag - auf einer Wohltätigkeitsgala in New York gespielt habe, sei übrigens "Changes" gewesen, wie Mike Garson, der ihn an jenem Abend begleitete, sich erinnert. Ein Lied das ihn wohl besser beschreibt als alles andere.

Benoît Clerc
David Bowie - Alle Songs
Die Geschichten hinter den Tracks
2021, Hardcover, 624 Seiten, Format: 21.8 x 27.7 cm, 398 Fotos und Abbildungen:
Mit 3D-Cover David Bowie
ISBN: 978-3-667-12189-9
59,90 €
Delius Klasing Verlag

[*] Diese Rezension schrieb: Jürgen Weber (2021-11-24)

Hinweis: Diese Rezension spiegelt die Meinung ihres Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung von versalia.de übereinstimmen.



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