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Danyel Couet - Das Paris-Kochbuch
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Couet, Danyel - Das Paris-Kochbuch bestellen
Couet, Danyel:
Das Paris-Kochbuch

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(Bücher frei Haus)

„Sous le ciel de Paris/S'envole une chanson/Hum Hum/Elle est née d'aujourd'hui/Dans le coeur d'un garçon/Sous le ciel de Paris/Marchent les amoureux/Hum Hum/Leur bonheur se construit/Sur une air fait pour eux (…)“, singt Edith Piaf in einem ihrer schönsten Chansons und fürwahr, unter dem Himmel von Paris, werden nicht nur in den Herzen von Garcons Lieder geboren, sondern es geschehen auch noch andere, als nur kulinarische Wunder! Wie der Untertitel der vorliegenden Publikation schon vermuten lässt, werden in vorliegendem Kochbuch die einzelnen Pariser Quartiere besucht, darunter das afrikanische Viertel „La goutte d`or“, das arabische „Barbes“, das jüdische „Marais“, das griechische „Saint-Michel“, das indische „La Chapelle“ oder das asiatische „Le Trezieme“. Darüber hinaus gibt es aber ein „Au marche“, auf den Märkten und Straßen von Paris und ein eigenes Kapitel zu den Bistros von Paris, dem wohl pariserischsten Ausdruck von Weltkultur, da es eigentlich russisch ist und „schnell, schnell“ bedeutet. Es stammt aus der Zeit der napoleonischen Kriege, die wohl auch so manchen anderen exotischen in die Weltstadt der Moderne gebracht haben dürften.

Lust auf Süßkartoffelbällchen aus Ghana? Poulet d`Afrique de l`est? Pastrami, Bœuf Bourguignon oder Couscous und indischem Lassi? Paris hat in seinen vielen Quartieren und mit seiner kolonialistischen Vergangenheit für jeden Geschmack oder haute goute etwas zu bieten! Aber besser noch, wenn man es selbst alles nachkochen könnte! Danyel Couet nimmt uns in diesem Buch auf einen Spaziergang durch sein Paris, das Paris der Küchen aus aller Welt, mit und führt uns auch durch unbekannte Ecken der Metropole, die von David Loftus bebildert wurden. In „Barbes“, dem arabischen Viertel, lernen wir den Zauber des Orients anhand von Rezepten zu Tajine, Merguez oder Couscous kennen und wer einen Sprung ins Marais schaut, wird sich besonders an dem jüdischen „Slata Jidda“, einem Tomaten-Paprika-Salat, delektieren lernen oder gar Chakchouka, Schmorgemüse mit scharfen Lammwürstchen, schätzen lernen. Appetitlich kommt auch der Nachtisch als Apfelstrudel daher, der gar nicht so aussieht, wie man es von den Wiener Kaffeehäusern gewohnt ist, sondern eher einer gefüllten Omelette gleicht. Natürlich kommen aber auch typisch französische Speisen auf den Tisch, wie etwa das berühmt-berüchtigte Quiche Lorraine, der richtigen Zubereitung einer Sauce Bernaise oder den „Pommes Frites“, bei uns besser als Fritten bekannt gewordene Kartoffelspeise. Schade ist, dass bei den Rezepten darauf vergessen wurde, die Geschichte der einzelnen Gerichte zu erzählen, darüber kann das jeweilige kurze Einleitungskapitel zu den Quartieren leider auch nicht hinwegtrösten. Im Anhang findet sich zusätzlich noch ein Rezeptregister sowie ein kleiner Paris-Führer über die Märkte und ihre Öffnungszeiten. Ein Stadtplan auf der ersten Umschlagseite sorgt zudem für das richtige Paris-Flair, dem sich wohl keiner so richtig entziehen kann. Schön sind natürlich auch die vielen Fotos der Speisen, sowie Aufnahmen von Paris und den verzichtbaren Autorenportraits zwischendurch. Das Format ist praktisch, so sollte ein Kochbuch wohl sein: ansprechend, handlich und angereichert mit allen Genüssen einer herrlichen Welt!

Danyel Couet ist übrigens selbst Koch und „bekannt für seine raffinierte Küche, die die französische Tradition seines Vaters mit der schwedischen seiner Mutter verbindet“, wie es im Verlagstext heißt. Mit seinem Stockholmer Sternerestaurant F12 wurde er 2003 in die exklusive Runde der Haute Cousine, die Grandes Tables du Monde, aufgenommen, also wohl ein Mann des Vertrauens.

Danyel Couet
Das Paris-Kochbuch. Kulinarische Weltreise durch die Quartiere.
99 Rezepte.
Fotos von David Loftus

2010
Gerstenberg Verlag
264 Seiten
248 x 200 mm gebunden
ISBN 978-3-8369-2998-1
EUR (D) 24.90 | EUR (A) 25.60 | SFr 42.90

[*] Diese Rezension schrieb: Jürgen Weber (2010-04-21)

Hinweis: Diese Rezension spiegelt die Meinung ihres Verfassers wider und muss nicht zwingend mit der Meinung von versalia.de übereinstimmen.


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